Lourdes. Marienprozession im September 2014.

JÜDISCHER WELTKONGRESS ZUR CHRISTEN-VERFOLGUNG. Mahnmal Obernheide.

Wo bleibt der Aufschrei?

Die Gleichgültigkeit hat um sich gegriffen. Man interessiert sich nicht mehr für die Fragen: Wer bin ich? Woher komme ich? Wer will ich sein?  Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald S. Lauder, hat über seinen Tellerrand hinweg geschaut.

Offensichtlich angetan von seinem Besuch bei Papst Franziskus im September 2014 verfaßte er einen Artikel, den der Spiegel auf Seite 129 kurz vor Weihnachten in seiner Ausgabe 50/2014 abdruckte. Bemerkenswerte Sätze eines Präsidenten des Jüdischen Weltkongresses. Einige Auszüge:

Der Präsident des jüdischen Weltkongresses:         "Beten allein wird nicht helfen!"

Einige Auszüge

  • (…) Wenn aber gleichzeitig unzählige Christen in Israels Nachbarländern umgebracht werden, bleiben die Straßen (in Deutschland) leer, die Politiker schweigen, die Leitartikler der Zeitungen haben scheinbar wichtigere Dinge zu kommentieren.

  • Und wo sind all die Rockstars und Schauspieler, die ständig im Namen der Menschenrechte von ihren Regierungen verlangen, Israel mit Sanktionen zu belegen, wenn es um das Morden in Syrien und im Irak geht?

  • Es ist nicht nur diese Heuchelei, die mich aufregt (…). Es ist vor allem die Tatsache, dass die Welt dem Morden vor unserer Haustür schweigen zusieht, ja, es großteils tatenlos hinnimmt.

  • Martin Niemöllers berühmtes Zitat kommt mir oft in den Sinn: „Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Kommunist. Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“

  • (…) Junge Mädchen werden IS-Kämpfern als Sexsklavinnen gegeben. Christen werden gekreuzigt.

  • Der Papst (der jüdische Autor zählte zu einer jüdischen Delegation, die von Franziskus im September 2014 empfangen wurde) fand deutliche Worte: „Wir leben heute in einer Art drittem Weltkrieg, nur dass nicht alles gleichzeitig passiert, sondern zeitversetzt.“ Dann hielt er einen Moment inne, schaute sich um und sagte sehr bestimmt: “Damals wart ihr es, die leiden mussten. Jetzt sind wir an der Reihe.“ X)

  • (…) Vor 75 Jahren schaute die Welt weg. Heute muss sie mutig handeln, bevor es zu spät ist.

SPIEGEL-ARTIKEL 2014

"Ich gehe davon aus, dass ich in meinem Bett sterben werde. Mein Nachfolger wird im Gefängnis sterben. Dessen Nachfolger wird als Märtyrer auf einem öffentlichen Platz sterben." - Francis Kardinal George (1937-2015)

Buchempfehlung Papst Franziskus

PAPST FRANZISKUS. Auf der Loggia des Petersdoms am Tage seiner Wahl zum Pontifex am 13. März 2013.

 

Papst Franziskus empfiehlt das Buch von Robert Hugh Benson "Der Herr der Welt."

Robert Hugh Benson, 1871 geboren; konvertierte vom anglikanischen zum katholischen Glauben, 1904 in Rom zum Priester geweiht und von Papst Pius X. im Jahr 1911 zum Päpstlichen Geheimkämmerer und Päpstlichen Ehrenkaplan ernannt. Benson starb 42jährig am 19. Oktober 1914.

 

Die Rückseite des Bucheinbands beschreibt den Inhalt:

"Die von Robert Hugh Benson vorausgesehene Entwicklung der Technik und die politischen und antireligiösen Zukunftsbilder waren beim Erscheinen des Buches eine Sensation. Seine Visionen zeigen jedoch erstaunliche Wiedererkennungsmerkmale in Anbetracht der Schreckensregime des Nationalsozialismus und des Kommunismus.

 

Benson beschreibt den Herrn der Welt als Antichrist, der in einem als freiheitlich propagierten System über alle Länder der Erde herrscht. Julian Felsenburg, dieser neue Weltherrscher, schreckt im Kampf gegen die Kirche auch nicht vor der Vernichtung Roms, des Papstes und der letzten Christen zurück. Nur zwei Kardinäle entkommen diesem gnadenlosen Bombardement Roms. Sie wählen im Verborgenen einen neuen Papst und berufen ein Konzil ein. Durch einen Verrat wird auch dieser letzte Aufenthalt des neuen Papstes bekannt.

Felsenburg holt zum letzten Vernichtungsschlag aus. Während der Papst und seine Getreuen sich dem letzten Kampf stellen, verfinstert sich die Sonne und Gott greift ein."

Papst Franziskus: "Damals wart ihr es, die leiden mussten. Jetzt sind wir an der Reihe.“ X)

Da der Präsident des Weltkongresses selbst die Sätze des Papstes X) in einem positiven Kontext eingebunden hat, dürfte er mit ihnen einverstanden gewesen sein. Eine Vergleichbarkeit des Holocaust` mit anderen Taten/Völkermorde kann gleichwohl niemals gezogen werden.

 

Das ist mir wieder einmal bewußt geworden, als ich mir wieder einmal das Mahnmal in Obernheide bei Bremen angeschaut habe: das Außenkommando Obernheide des Konzentrationslagers Neuengamme (südöstlich Hamburg). Es "funktionierte" vom 26. September 1944 bis zum April 1945. 500 ungarische und 300 polnische Jüdinnen erlitten hier Demütigungen und Qualen, Hunger und Tod; wurden deportiert nach Auschwitz und Bremen, zu Zwangsarbeiten u.a. in die Betonsteinwerke nach Bremen getrieben.

 

Kurz bevor die britischen Truppen sich im April 1945 näherten, räumte die SS noch das Lager und verschleppte ihre Opfer ins KZ nach Bergen-Belsen, nördlich Celle. Aus Gesprächen mit mittlerweile verstorbenen Bewohnern des Ortes weiß ich, dass sie das damalige Geschehen verdrängt haben, von den Abtransportmärschen nicht viel mitbekommen hätten; es war ja die andere Richtung. Nun denn, aus der Rückschau ist leicht zu argumentieren ....