Manjarin. Verlassenes Bergdorf, 1450 m. Kurz hinter dem Eisenkeuz, dem Cruz de Ferro. Herberge mit alter Templertradition. Aufgenommen in 2006 und 2012.

PILGERSTATISTIKEN                                               

Eine Auswahl

Einstimmung

Die nachfolgenden Statistiken sind im wesentlichen der Webseite des Pilgerbüros von Santiago de Compostela entnommen. Diejenigen Pilger, die zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Pferd ankommen, werden dort seit 1953 erfasst. Aufzeichnungen gibt es aber erst ab 1970.

 

Nach dem großen Run im 12. Jahrhundert (vgl. Menüpunkt Calixtinus II.: Promoter des Camino de Santiago) etablierte sich als ein weiterer Höhepunkt das Heilige Jahr 1434. Mit ihm verbunden sind die vielen Zweikämpfe des edlen Ritters Suero de Quinones auf der Brücke von Hospital de Orbigo; vgl. dazu Etappe 23: Dreihundert siegreiche Lanzen.

 

Das Jahr 1479 ging gleichermaßen in die Pilgergeschichte ein. Zu jener Zeit sorgte das spanische Königspaar, Königin Isabella die Katholische und König Ferdinand II. von Aragon, für Aufsehen, als es persönlich dem Apostel Jakobus seine Aufwartung machte und am Grab des Heiligen betete.

 

Der große Niedergang setzte erst im frühen 19. Jahrhundert ein, nicht unbedingt, wie man vermuten könnte, schon nach Luthers Reformation. Wahrscheinlich ein Produkt der Aufklärung. 

Wenige Jahrzehnte später in 1885 sorgte Papst Leo XIII. mit seiner Erklärung zur Echtheit der Gebeine des Apostels in der Kathedrale von Santiago für einen temporären Aufschwung.  

In 1937 erklärte General Franco den Apostel Jakobus zum Nationalheiligen Spaniens. Es fruchtete nicht sehr. 1948 schreibt Gonzales Torrente Ballester sein bemerkenswertes Pilgerlesebuch SANTIAGO DE COMPOSTELA. Mehr hierüber links unten in der vertikalen Spalte.  

Auszug Pilgerstatistik Monat 2018

SEPTEMBER 2018:

Motivation

Nur religiös: 41,25% - 19.388 Pilger

religiös+kulturell: 49,05% - 23.056 Pilger

nur kulturell: 9,71% - 4.562 Pilger

 

Geschlecht

47,55% männlich - 52,45% weiblich.

 

AUGUST 2018

Alter

bis 30: 34,82%; 30-60: 57,39%; über 60: 7,79%

 

Nationalitäten

Spanier: 60,28% - 36.417 Pilger; Ausländer: 39,71% - 23.992 = 60.412 Pilger

davon Italiener: 8.418 (35,09%); Deutschland: 2.318 (9,66%); Portugal: 2.205 (9,19%); USA: 1.114 (4,64%); Frankreich: 1.100 (4,58%); Polen:  917 (3,82%); Großbritannien: 689 (2,87%); Irland: 619 (2,58%), etc.

PILGERSTATISTIK - Alle Jakobswege    Registrierte Pilger in Santiago de Compostela

Erläuterungen

Gemeint sind alle Jakobswege wie Camino Frances incl. des Navarrischen Wegs und des Camino Aragones, Camino del Norte, Caminho Portugues, Via de la Plata (Silberweg), Camino Ingles, Camino Primitivo, Camino de Madrid, Camino Mozarabe, Camino (Muxia-) Finisterre, Camino Inverno, et ecetera.

(1): Heilige Compostelanische Jahre, falls der 25. Juli auf einen Sonntag fällt. 

1970-2018

 

  • 1970: 68 registrierte Pilger
  • 1982 (1): 1.860 Pilger > Pilgerbesuch Papst Johannes Pauls II. in Santiago. Große Rede des Papstes an die Jugend der Welt: "Kehr um Europa! Sei wieder du selbst! Besinne dich auf deinen Ursprung! Belebe deine Wurzeln wieder! 
  • 1989: 5.802
  • 1992: 9.764
  • 1993: (1): 99.436 Pilger
  • 1994: 15.863
  • 1998: 30.126
  • 1999 (1): 154.613 Pilger > Neuübersetzung Paulo Coelhos Buch aus 1991: Auf dem Jakobsweg - Tagebuch einer Pilgerreise nach Santiago.
  • 2000: 55.004
  • 2001: 61.418 > Dt. Ausgabe Shirley MacLaine`s Buch: Der Jakobsweg.
  • 2002: 68.952;
  • 2003: 74.614; 
  • 2004 (1): 179.944 Pilger
  • 2005: 93.924
  • 2006: 101.149 Pilger > April/Mai: Unser erster Pilgerweg auf dem Camino Frances. Juni: > Hape Kerkelings Buch Ich bin dann mal weg. 
  • 2007: 114.026 
  • 2008: 125.133
  • 2009: 145.877; 
  • 2010 (1): 274.794 Pilger > Papst Benedikt XVI. in Santiago:"Wer nach Santiago pilgert, kann nicht der gleiche bleiben."
  • 2011: 179.919 > Pilgern auf dem Caminho Portugues. 
  • 2012: 192.488 > Unser Reisebericht Westwärts nach Galicien - dem Schatten nach. Jakobspilger auf den Spuren vergangener Zeitzeugen.   
  • 2013: 215.880
  • 2014: 237.886 > September: Pilgern auf dem Camino Aragones.
  • 2015: 262.458
  • 2016: 277.854
  • 2017: 301.036
  • 2018: Januar bis September: 281.568

Pilgerzahlen Iberische Halbinsel              

Jahr  Camino Frances   Caminho Portugues   

2006   82.407 – 82,1%   6.467 -  6,44%    

Gesamt 101.149

2011  132.653 – 72,3%  22.062 – 12,30% 

Gesamt 183.378

2012  134.979 – 70,1%  25.628 – 13,31%     

Gesamt 192.458

2016  183.366 – 65,9%  52.193 – 18,76%     

Gesamt 277.854

2017  180.737          59.233             

Gesamt 301.036

 

 

Weitere Caminos in 2017:

Via de la Plata (Silberweg): 9.138 (2006: 3.523) 

Caminho Portugues Küstenweg: 7.329 

Camino Ingles: 11.321   

Camino Primitivo: 13.685

Andere Caminos: 537

Camino (Muxia-) Finisterre: 665

Camino Invierno: 555

  

Meine Analyse. Das Interesse am Camino Frances (CF) nimmt stetig zu Gunsten des Caminho Portugues (CP) ab. In 2011, das Jahr unseres Caminho Portugues, gab`s gleichwohl noch viele einsame Strecken/Etappen.

Was hier nicht deutlich wird: die %-Anteile der Via de la Plata bleiben in etwa auf einem niedrigen Niveau konstant. Warum? Der Weg ist mit seinen rund 1.000 km zu lang, teils zu einsam, manchmal unangenehm einsam, wie uns eine Mitpilgerin  berichtete; die Infrastruktur wird nach und nach ausgebaut.

Zurück zum Camino Frances. Er schreckt immer mehr Pilger ab; er ist - nomen est omen - zu überlaufen, zumindest auf einigen Teilabschnitten, in den Sommermonaten allemal. Die anderen Strecken werden attraktiver, die Macher investieren in die Infrastruktur, immer mehr private Pilgerherbergen bieten sich an. Mehr zur Analyse vgl. nächste Seite.

Einstiegsorte Camino Frances in 2006 / 2015

Sarria wird als Startort immer beliebter. Steigerung gegenüber 2006 knapp 10%-Punkte. Maßgeschneidert für diejenigen,  die nicht viel Zeit erübrigen können, gleichwohl in den Besitz der Pilgerurkunde (Compostela) kommen wollen. Die Pyrenäenorte Saint Jean und Roncesvalles verlieren an Zuspruch.

 

St. Jean in den franz. Pyrenäen

ca. 800 Kilometer

2006: 16,15 % / 2015: 11,83%

Roncesvalles 

ca. 770 Kilometer

2006: 9,27 % / 2015: 2,82%

Pamplona

ca. 725 Kilometer

2006: 3,33% / 2015: 1,97%

Leon

ca. 315 Kilometer

2006: 6,88% / 2015: 4,38%

Astorga

ca. 265 Kilometer 

2006: 4,21% / 2015: 2,31%

Ponferrada

ca. 205 Kilometer

2006: 5,83% / 2015: 3,21%

O Cebreiro

ca. 154 Kilometer

2006: 6,57% / 2015: 3,94%

Sarria

ca. 115 Kilometer

2006: 16,15% / 2015: 25,68% 

Art des Pilgerns in 2006/2017 

2006 zu Fuß: 81,48 %   

Vergleich 2017: 92,1% 

2006 mit dem Fahrrad: 18,22 %                      

Vergleich 2017: 7,29% (21.933 Pilger)

2006 hoch auf dem Pferd: 0,29 %                     

Vergleich 2017: 0,14% (417 Pilger)

2006 mit dem Rollstuhl: 0,01 % 

Vergleich 2017: 0,01%: (43 Pilger)

 

Hinzuzufügen sind die Rikschas. Auf unseren Caminos haben wir zwei gesehen. a) Ein Ehepaar mit einem Baby und zwei radfahrenden Kleinkindern; das Elternpaar wechselte sich beim Ziehen der Rikscha ab - darin das Baby und ein Teil des Gepäcks.  b) Eine Mutter mit dem Baby in der Rikscha.  

Geschlechter - 2006/ 2017

männlich

2006: 59% / 2017: 50,88% 

weiblich  

2006: 41% / 2017: 49,12% 

Juli 2018:

weiblich: 51,18 % - männlich 48,82%

 

Schon bald werden die Pilgerinnen auch übers Jahr gesehen dominieren. Warum auch nicht? Bei den Wallfahrten ist es schon lange so (weit über 60%). 

Pilgerstatus in 2006 / 2017

Studenten           20,79 % / 18,76% 

Angestellte         16,29 % / 25,65%

freie Berufe        13,22 % / 11,01% 

technische Berufe   12,01 % / 10,66%  

Ruheständler        11,84 % / 12,50%  

Lehrer               8,25 % /  6,85%

Beamte               4,62 % /  6,00%

Hausfrauen                     1,95% 

Manager                        1,56%

Arbeitslose                    1,43%

Arbeiter                       1,23%

Künstler                       0,95% 

Priester                       0,44%

Ordensberufe                   0,38% 

Landwirte                 0,32%

 

Pilger nach Motivation - 2006/2017

Nur religiöse Motive:

2006: 41,67% zu 2017: 43,46% 

Religiöse und kulturelle Motive:

2006: 49,50% zu 2017: 47,39%

Nur kulturelle Motive:

2006: 8,83% zu 2017: 9,15% 

 

Pilger-Nationen in 2006 und 2017

Gesamtzahl Pilger

2006: 101.149 - 2017: 301.036 

davon aus Spanien

2006: 52,82% und 2017: 44,01% 

 

Nichtspanier (100%):

2006: 47,18% und 2017: 55,99% 

davon aus             

Italien

2006: 20,82%

2017: 16,06%

Deutschland

2006: 16,82%

2017: 13,78% 

USA

2006: 4,98%

2017:10,40%

Portugal

2006: 6,98%

2017: 7,68%

Frankreich

2006:14,08%

2017: 5,24%

Niederlande

2006: 3,42%

Kanada

2006: 3,21%

Irland

2017: 3,94% 

Großbritannien

2006: 3,19%

2017: 3,42%

Brasilien

2017: 3,03%

 

Der prozentuale Anteil deutscher Pilger und Pilgerinnen hat - von 2006 aus gerechnet - abgenommen. Nach meiner Berechnung dürften sich 2006: 8.027 und 2017: 23.226 deutsche Pilger registriert haben. (Genaue Überprüfung folgt noch). Gemessen an der Einwohnerzahl Deutschlands von rund 82 Millionen nicht so viele. Da sich außerdem viele Pilger nicht in Santiago registrieren lassen, vorher abbrechen, kein Interesse an der Pilgerurkunde haben, relativiert sich das Zahlenwerk sowieso. 

Nicht wenige Pilger dritteln ihren Camino: steigen im Folgejahr beispielsweise wieder in Burgos ein, pilgern nur bis Leon und erreichen somit das eigentliche Ziel Santiago de Compostela im dritten Jahr.

Altersverteilung 2006 / 2017 

bis 30 Jahre

2006: 32% zu 2017: 28%

 

30-60 Jahre

2006: 56% zu 2017: 55%

 

über 60 Jahre

2006: 12% zu 2017: 17%

Wallfahrer. Pilger. Auswärtige Besucher der Kathedrale des Sant`iago.

Hier geht es um Gläubige, die im Laufe eines Jahres aus religiösen Gründen, also zur Verehrung des hl. Apostels Jakobus nach Santiago de Compostella gekommen sind: mit Flugzeug, Bahn, Bus, Pkw. 

 

1909: 140.000

1915: 103.000

1920: 112.000

1937: 134.000

1943: 200.000.

1948: 500.000

1954: 700.000

1965: 2.500.000

1971: 4.000.000

1993: 7.000.000

1999: 10.800.000

2004: 12.000.000

Quelle: Wikipedia (mit Fragezeichen verbunden)