INFRASTRUKTUR. Kosten. Pilgermenüs.

Pilgerherbergen. Albergue de Perigrinos. Hotels. Hostals. Rucksacktransport. Tarta de Santiago.

Einführung

Die Infrastruktur des Camino Frances ist vorbildlich, die Wege prinzipiell gut ausgeschildert: Gelbe Pfeile zumeist an Hauswänden (Vorsicht: parkende Autos versperren manchmal die Sicht), Markierungssteine, Schilder mit der stilisierten Jakobsmuschel. Mit wenigen Ausnahmen gibt es in jeder Camino-Ortschaft eine Unterkunft, ob Herberge oder Hostal. Mittlerweile haben sich auch mehrere Rucksack-Transportunternehmen etabliert. Für die Puristen natürlich ein no-go, für die anderen eine gute Alternative.

Hornillos del Camino. Albergue Municipal.

 

Wer sich daheim in Deutschland vorbereiten möchte, dem sei empfohlen, sich mit den Jakobusfreunden Paderborn in Verbindung zu setzen. Dort erhalten Sie gegen eine Gebühr ein sehr ausführliches von Pilgern kommentiertes Verzeichnis der Orte mit Pilgerherbergen.

 

Die bekannten Reiseführer von DuMont, Outdoor oder Rother bieten ähnliches in abgespeckter Form. Eine interessante Variante stellt der mittlerweile deutsch übersetzte Pilgerführer von John Brierley dar. Sein Kartenwerk und seine Beschreibungen stechen hervor. Man merkt dem Autor an, dass er sich auch und gerade an religiös Interessierte wendet. Der Caminho Portugues in 2011 war viersprachig, Deutsch inklusive. Ansonsten vgl. Webseite zuvor.

UNTERKÜNFTE am Jakobsweg. Kosten.

Molinaseca. Gemeindeherberge San Roque. Kurz von Ponferrada.



Der jeweilige Schlafplatz kostet in der Regel zwischen fünf und zehn Euro; einige Herbergen überlassen dem Pilger die Entscheidung, was er zu zahlen bereit ist: donación. Günstig also. Das wiederum bedeutet, dass viele Refugios schon mittags belegt sind: completo.

Die vor der Eingangstür abgestellten Rucksäcke veranschaulichen es. Ein Übel, das uns des Öfteren widerfahren ist. Der Run auf die billigen Plätze bringt es mit sich, dass das Gros der Jakobspilger in aller Herrgottsfrühe aufsteht, mehr oder weniger geräuschvoll.

 

Dass dann keine Zeit für einen Kirchen- und/oder Museumsbesuch verbleibt, fürs Meditieren, für die Bewunderung von Flora und Fauna, ist zwangsläufig.

Resultat: Will man nicht draußen campieren, bleibt nur der Weg zum günstigen Hostal (Pension). Zugegeben, wir genehmigten uns einige Male ein Parador-Hotel: Das Heilige mit allen Sinnen und Freuden erfassen. Vorteil: Platz zum Trocknen der nassen, durchgeschwitzten Klamotten, eigene Dusche, keine schnarchenden Mitpilger. Nicht wenige Herbergen bietet heute beides an. Neben dem großen Schlafsaal einfache Doppelzimmer mit WC und Dusche zu einem erträglichen Preis. Beispiel: Terradillos de los Templarios.   

 

ÖFFENTLICHE PILGERHERBERGEN

Municipal genannt. Organisiert von den (politischen) Gemeinden, den Kirchengemeinden und den Jakobus-Vereinigungen. In der Regel ohne Luxus, also gelegentlich sehr einfach, aber ausreichend. Manchmal sehr große Kapazitäten / Schlafsäle, was aber nicht immer von Nachteil sein muss; vgl. unsere Beschreibung der Herberge in Roncesvalles. Preise: In der Regel zwischen 5 und 10 Euro. Unterbringung nur gegen Vorlage des Ausweises.

 

PRIVATE PILGERHERBERGEN

Stark wachsend. Man hat sich sehr schnell auf die geänderte Situation und das neue Anspruchsdenken der Touristpilger eingestellt. Prinzipiell ist für die Übernachtung der Pilgerausweis/Credencial notwendig. Reservierungen sind aber  möglich. Die Schlafräume sind zumeist überschaubarer. Häufig werden Waschmöglichkeiten, wie Waschmaschinen und -Trockner, zur Verfügung gestellt. Also mehr gen Luxus gehend. Die Preise sind höher, bewegen sich zwischen 15 und 20 Euro. Diese Herbergen bieten auch teils einfach ausgestattete Einzelzimmer an; gleichwohl ist man Teil des Pilgergeschehens.

 

JUGENDHERBERGEN

Es soll dieses Netz auch in Spanien geben - für jung und alt. Also den entsprechenden Ausweis mitnehmen; ggfs. werden auch die Credencials akzeptiert.

 

HOSTELS

In größeren Orten anzutreffen; stehen allen Touristen offen; also kein Ausweis nötig. Von der Ausstattung und Größe mit den privaten Herbergen zu vergleichen. Preise ähnlich.

 

PENSIONEN und CASA RURALS

Zumeist handelt es sich um Gästehäuser auf dem Land. In Hornillos del Camino wird/wurde beispielsweise eine solches Casa Rural angeboten; leider gab`s weiland Sprachprobleme, weshalb wir auf die öffentliche Pilgerherberge auswichen, was letztlich so ganz verkehrt nicht war. Individuelle Preisgestaltung.

 

HOTELS

Auch Hostals genannt. Wir spendierten uns Aufenthalte in den Paradores von Santo Domingo de la Calzada, Villafranca del Bierzo und Santiago de Compostela.

Das sonstige Angebot, in den größeren Orten zumeist, ähnelt dem mitteleuropäischen Standard; also von günstig, was auch immer das heißen mag, bis anspruchsvoll. Für uns manchmal halt der letzte Ausweg; wir wollten ja nicht an jeden Tag schon mittags am Zielort ankommen und die bereits abgestellten Rucksäcke "bewundern".

Herbergen, Wegbeschreibungen, Etappen, Entfernungen: spanische/deutsche Webseiten

Hornillos del Camino. Iglesia parroquial de San Roman (Pfarrkirche). 16. Jahrhundert, gotisch. Rechts im Vordergrund die Albergue.

 

Hier gehen Kirche und Jakobsweg eine Einheit ein. Gotteshaus plus Pilgerherberge. Gegenüber das Pilgerrestaurant. Besser geht`s nicht.

Herbergen: spanische Webseite

http://caminodesantiago.consumer.es/albergues/#camino-frances

www.gronze.com

 

Herbergen, Etappen verschiedener Caminos:                         deutsche Webseite

http://www.jakobus-info.de/jakobuspilger/96-spain.htm

 

Camino Frances: 31 Etappen

Camino Primitivo: 13 Etappen

Camino Vasco: 8 Etappen

Camino del Norte: 32 Etappen

Via de la Plata: 26 Etappen?

Camino Sanabres: 13 Etappen

Camino Portugues: 6 Etappen

Camino Catalan por San Juan de la Pena: 14 Etappen

Camino Baztanes: 6 Etappen

Camino Ingles: 7 Etappen

Camino de San Salvador: 5 Etappen

Epilogo a Fisterra y Muxia: 5 Etappen

 

„Wer Pilger auf dem Weg zum Grab des heiligen Jakobus beherbergt, der sollte sich nicht nur um deren leibliches Wohl kümmern, sondern auch um deren seelisches. Wie?

Das erklärten die Bischöfe Spaniens und Frankreichs in einem Schreiben 2016 an die Gastgeber der Pilger.

Hostals / Hotels

Leon. Parador, ausgangs der Innenstadt.

Warum sich nicht gelegentlich ein gutes Hotel gönnen? Einmal die Woche. Zum Beispiel das Parador in Santo Domingo de la Calzada, das Meson el Cid direkt an der Kathedrale in Burgos, das Parador in Leon an der Plaza San Marcos (wir gönnten uns nur einen Cappuccino);

das Parador de Villafranca de Bierzo (damals noch ein Dreisternehotel: alle Herbergen und Hostals waren "completo") und als Highlight das Paradores in Santiago de Compostela direkt vis a vis der Kathedrale des Apostels. Über die weniger guten Hostals, auch auf dem Caminho Portugues, manche waren wirklich nicht zu ertragen, werde ich hier an dieser Stelle nicht berichten.

Warum sich nicht gelegentlich ein gutes Hotel gönnen? Einmal die Woche. Zum Beispiel das Parador in Santo Domingo de la Calzada, das Meson el Cid direkt an der Kathedrale in Burgos, das Parador in Leon an der Plaza San Marcos (wir gönnten uns nur einen Cappuccino); das Parador de Villafranca de Bierzo (damals noch ein Dreisternehotel: alle Herbergen und Hostals waren "completo") und als Highlight das Paradores in Santiago de Compostela direkt vis a vis der Kathedrale des Apostels. Über die weniger guten Hostals, auch auf dem Caminho Portugues, lege ich den Mantel des Schweigens.

RUCKSACKTRANSPORT

Für Pilger mit Rückenproblemen ideal, für Ältere, die nicht schwer tragen/schultern dürfen, gleichermaßen.

Nachteilig, wenn überhaupt, ist die unbedingte vorherige Planung der Etappen bei gleichzeitiger Buchung der Unterkünfte.

 

Die Spontaneität, zu entscheiden, vorzeitig die Etappe zu beenden, resp. eine halbe Etappe oder so anzuhängen, geht verloren.

 

Vom Prinzip her dürfte das Procedere wie folgt ablaufen: Ihr laßt den Rucksack morgens in der Unterkunft gleich welcher Art zurück (Albergue, Hostal, u.ä.m.) und findet ihn dann abends am Etappenende wieder vor. Mich erinnert das ein wenig an Kanada 1997 mit der Canadian Pacific Railway auf der Rückreise von Banff, Alberta nach Vancouver, British Columbia. In Vancouver wie in Kamloops (Zwischenstop) fanden wir die Koffer vor dem Hotelzimmer abgestellt vor. Eine tolle logistische Leistung, wir waren ja nicht die einzigen Reisenden des Panoramazuges. So ungefähr stelle ich mir das auch auf dem Jakobsweg vor. Nachfolgende Unternehmen bieten den Rucksackservice vor. In 2006 bot die Herberge von Villafranca del Bierzo den Service an. Die meisten Pilger, wir nicht, scheuten sich, die Strecke mit schwerem Rucksack nach O Cebreiro zu gehen; via Camino duro sowieso nicht. In späteren Jahren beobachteten wir die „Jacotrans-Kleinbusse“.

 

Quelle: gronze.com

Pilgermenüs. Gaumenfreuden.

Das abendliche Pilgermenü ist für viele Pilger das Hightlight und natürlicher Abschluß jeden Wandertages. Man tauscht sich aus, erzählt manch wundersame Geschichten, lacht, trinkt, singt, musiziert, lernt sich kennen. Die Flasche Vino Tinto kreist. Und es sind nicht wenige davon, ist sie jedoch zumeist integraler Bestandteil des kostengünstigen Pilgermenüs. Vorweg an der Bar ein Cerveza, ein frisches Bier vom Faß.

 

Salat oder Suppe, Fleisch, Patatas fritas, Brot. Spanischer Klassiker ist die Tortilla, ein Omelett aus Eiern, Kartoffeln und Zwiebeln. Wer sich darüberhinaus mit den Spezialitäten der einzelnen Regionen auseinandersetzen will, die Pilgern queren Navarra, Aragon, La Rioja, Kastilien-Leon, Asturien und Galicien, der wird sich auf den Rat des Restaurantpersonals verlassen (müssen). Aber Vorsicht, so manche  Meeresfrüchte haben es in sich und sind mit Vorsicht zu genießen, zum Beispiel die Pulpo a la gallega, Krake nach galicischer Art, serviert mit Kartoffeln, grobem Salz und Paprikapulver. Uns wurde es in Melide anempfohlen. Habe dankend verzichtet. Nicht aber auf die Tarta de Santiago, dem Mandelkuchen mit dem Santiagokreuz darauf. Unten mehr. Einige Stichworte: Jamon serrano: spanischer Schinken. Gazpacho: kalte Gemüsesuppe, Cocido montanes: Bergeintopf mit Chorizo. Merluza a la sidra: Kabeljau in Apfelwein. Pisto Manchego: Gemüsegericht mit Spiegelei. Tagsüber Bocadillos: belegte Brötchen mit Schinken und/oder Käse.

Tarta de Santiago.

 

Galicischer Mandelkuchen. Rührteig aus Eiern, Zucker, Butter und vielen Mandeln, Mindestgewichtsanteil 33%. Oben drauf das Santiagokreuz bestäubt mit Puderzucker.

 

Zum Nachbacken bitte die entsprechende Internetseite aufschlagen.

Quelle: Zeitschrift Sonderausgabe Jakobsweg.