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BELORADO - VILLAFRANCA MONTES DE OCA.   EINE AN SICH LOCKERE AUFGABE.

12. Etappe von Belorado über Espinosa nach Villafranca Montes de Oca: 13 Kilometer

Eine dem Verfall preisgegebene Herberge.

 

Etappe 12.

Belorado — Villafranca Montes de Oca. Eine an sich lockere Aufgabe. 

Warum auch immer, wir kommen erst gegen zehn Uhr los. Das Wetter hat sich entscheidend gebessert: windig, sonnig, auf jeden Fall nicht mehr regnerisch. Da trifft es sich gut, dass Elke und ich uns wieder einmal, eigentlich ja immer, einig sind, den Aufstieg in die Gansberge erst morgen zu wagen. Hätten wir es doch bloß heute gemacht. Ich komme darauf zurück.

Tosantos. Virgen de la Pena. Einsiedelei.

 

Es ist immer das gleiche, was abseits des Weges liegt, lässt man links liegen. Schade, die in Sandsteinfelsen gehauene Einsiedelei Virgen de la Pena soll bemerkenswert schön sein.

 

Der Weg mit seinen dreizehn Kilometern ist kurz erzählt. Ein mehr oder weniger unauffälliger Weg. Den Anstieg von 770 m auf 950 m stecken wir locker weg, sind ja letztlich nur 180 m. Villafranca Montes de Oca ist ein öder und vor allem sehr lauter Ort. Vom Flair vergangener Jahrhunderte ist nichts mehr zu spüren — schade.

Villafranca Montes de Oca. Hostal.

 

Unser Hostal, die Herbergen sind alle completo, liegt direkt an der Straße. Im Sekundentakt donnern die LKW vorbei, auch nachts. So etwas habe ich noch nicht erlebt. Wenn ich hier wohnen sollte, ich würde kirre werden. Genauso öd schmeckt auch das Pilgermenü. Drei Zimmer mit sechs Personen teilen sich eine Etagentoilette nebst Dusche. Elke ist so genervt ob der Sauberkeit, dass sie einen Boykott beschließt. Nun gut, sie allein muss es aushalten. 

 

Villafranca Montes de Oca. Der kleine Ort, im Sommer 130, im Winter ca. 30 Einwohner, war Bischofssitz von 589 bis 1075. Der heilige Indalecio, Schüler des Apostels Jakobus, soll der erste Bischof gewesen sein; zu Tode gekommen durch das Martyrium. Viele Franzosen siedelten hier, sodass der Ort, vormals Auca mit

Namen, in Villa Francorum - Stadt der Franken umbenannt wurde.

Für die mittelalterlichen Pilger war der Ort nicht unwichtig. Hier ruhten sie sich aus, um für den beschwerlichen Aufstieg zum Pass Puerto de la Pedraja gewappnet zu sein. Manche warten, bis sich eine größere Gemeinschaft gefunden hatte, die von Räubern belagerte Wegstrecke passieren zu können.

Fotos von links

1. Reihe: Relativ wenig "los".

              Ihn haben wir später in Hornillos del Camino wieder gesehen.

2. Reihe: Kirche am Camino, möglicherweise in Villamista. 

              Ruinen von San Felices kurz vor Villafranca Montes de Oca. Eine

              kleine Kapelle aus Quadersteinen durch einen Hufeisenbogen zugänglich.

              Reste eines mozarabischen Klosters des 10. Jhs., anderen Quellen

              zufolge aus dem 6./8. Jh. - dem hl. Felix gewidmet, des Meisters von

              San Millan. Ausgrabungen brachten einen basilikalen Kirchengrundriß  

              zutage. Erste urkundliche Erwähnung 863. Nach der Überlieferung ist 

              dort Graf Diego Rodriguez >Porcelos< begraben, der im Auftrag von

              König Alfons III. die Wiederbesiedlung von Burgos veranlasste.                        Am Ortseingang sind die Reste des Hospitals San Antonio Abad zu

              sehen; von uns leider übersehen. Die Inschrifttafel aus 1826 verweist

              auf die Gründung in 1380 durch Dona Juana Manuel, Ehefrau von

              König Enriques II. von Kasttilen. Interessant die Inschrift: BEATIUS

              EST MAGIS DARE QUAM ACCIPERE - Geben ist seliger denn nehmen.

3. Reihe: Ortsschild Villafranca Montes de Oca.

              Iglesia Santiago Apostol, im 18. Jh. über der früheren Kathedrale 

              errichtet. Leider geschlossen, sonst hätten wir zwei geschnitzte

              Statuen des hl. Jakobus in Pilgerkutte sehen können.

4. Reihe: Der hauseigene Schinken schmeckte nicht schlecht.

              Richtung San Juan de Ortega.