Geosteter Altar. Zelebrant (Priester), Ministranten (Meßdiener) und Gläubige schauen in Richtung Christus. Das Kruzifix im Blick.  Der Volksaltar hat keine Funktion.

MISSA TRIDENTINA. DIE MESSE ALLER ZEITEN.   Vergleich: Jetziger Gottesdienst und Alte Messe.

Einführung                                                        

Novus Ordo Missae (Neue Messe) und Ordo Missae (Alte Messe)

Unbedarfte könnten meinen, dass sich nur Äußerlichkeiten geändert hätten, wie zum Beispiel die an manchen Stellen der Heiligen Messe gebeteten und/oder gesungenen lateinischen Texte oder die Ostung des Altares mit der gemeinsamen Blickrichtung von Priester/Zelebrant und Gläubigen gen Osten zur Sonne hin: hin zu Jesus Christus.

 

Das zu unterstellen, wäre geradezu töricht. Dem „normalen“ Kirchgänger werden die substantiellen Veränderungen gar nicht aufgefallen sein, weil sie nicht nur nicht korrekt kommuniziert worden sind, nein, sie sind teils nach und nach quasi einer schleichenden Inflation gleich sukzessive - locker ausgedrückt - den Gläubigen untergeschoben worden.

 

Die den Bischöfen in Rom im Oktober 1967 erste experimentweise vorgeführte Neue Messe fand nicht die volle Zustimmung der Synode, was dann auch von Kardinal Alfredo Ottaviani (erster Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre) und Kardinal Antonio Bacci dann ansatzweise in ihrem Schreiben vom 25. September 1969 an Papst Paul VI. zum Ausdruck gebracht wurde.

 

Schon in 1967 hieß es: „(Hier) will man mit der gesamten Theologie der Messe ‚tabula rasa‘ machen. Im Grunde nähert man sich hier der protestantischen Theologie, die das Messopfer zerstört hat.“

 

Es nützte alles nichts. Die (Liturgie-)Theologen, die katholischen wie die hinzugezogenen protestantischen, setzten sich radikal durch. Wer nicht spurte, machte sich verdächtig wie die Piusbrüder unter Erzbischof Lefebvre, die von Anfang an nicht alle Beschlüsse des Zweiten Vatikanums mittragen wollten/konnten und die bisherige überlieferte „Messe aller Zeiten“ unverdrossen weiter zelebrierten.  

Änderungen

Nachstehend die wichtigsten Änderungen, die die von Papst Paul VI. eingesetzte  Liturgiekommission zu verantworten hat - teils im Widerspruch der Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils. In dieser Kommission waren auch Nichtkatholiken involviert.

Bamberg. April 2018. Missa Tridentina.

Zum Abschluß des feierlichen Pontificalamtes vor dem Kirchentor.

 

ZU DEN ÄNDERUNGEN

  • Die Heilige Messe wird nicht mehr explizit als Meßopfer gefeiert.
  • Die von Papst Paul VI. eingesetzte Liturgiekommission hat die heilige Messe zu einer Mahlfeier im Rahmen eines Gottesdienstes umfunktioniert. 
  • Der Priester fungiert nicht mehr als Zelebrant; er ist fortan Versammlungsleiter.
  • Sehr schön zu sehen am Schott-Meßbuch des Jahres 1984 für die Sonn- und Festtage der Lesejahre A, B und C: "Einführung zum Meßbuch" (S. 17 und folgende) resp. Rubrik "Die Feier der Gemeindemesse" ab Seite 341. Der Autor, Odo Haggenmüller OSB, schreibt u.a.: "Das neue Meßbuch widerspricht nicht dem Beschluß des Konzils von Trient (...)": 
  • Eine bewußte irreführende Fehldeutung und -interpretation. 

 

Hier nun die wichtigsten Änderungen

VOM MESSOPFER ZUR MAHLFEIER:

  • Der unmittelbare Zweck der Heiligen Messe, der des Sühnopfers, steht nicht mehr im Vordergrund.
  • Der letzte Zweck, nämlich das Lobopfer an die Heiligste Dreifaltigkeit - gemäß der ausdrücklichen Erklärung Jesu Christi - ist verschwunden.
  • Nunmehr heißt es: „Das Herrenmahl oder die Messe ist die heilige Zusammenkunft oder die Versammlung des Volkes Gottes, die unter dem Vorsitz eines Priesters zusammenkommt, um das Gedächtnis des Herrn zu feiern."
  • Nur noch bei der Wandlung sollen sich die Gläubigen hinknien.
  • Das doppelte Confiteor (Schuldbekenntnis) wurde abgeschafft.
  • Der Meßkanon hat seine Bedeutung verloren, dafür wurden 4 (vier) Hochgebete zugelassen, wobei das zweite als kürzestes und nichtssagendes allgemein präferiert wird.
  • Jeder Zelebrant entscheidet nach eigenem Gusto - as he likes it. Bitte den Pfarrer nach dem 1. Hochgebet befragen.

 

Der Altar jetzt ein Tisch

  • Der Altar, jetzt zum Volk gerichtet, wird nunmehr als Tisch bezeichnet. Anders sieht er auch nicht mehr aus.
  • Häufig fehlt das Kruzifix. 
  • Viele geostete Hochaltäre und Seitenaltäre wurden nach 1970/72 willkürlich zerstört.
  • Die Protestanten hingegen haben ihre Hochaltäre in der Regel behalten, nicht zerstört - wie im 16. Jahrhundert nach Luthers Reformation.

 

Kommunion. Schlußevangelium

  • Die Hostien werden nur noch auf die Hand gelegt.
  • Mancherorts verweigern Priester den Gläubigen die nach wie vor gültige Mundkommunion.
  • Priester verweigern Gläubigen die Kommunion bei knienden Haltung, wie im August 2018 in Argentinien seitens eines Bischofs geschehen: 
  • ein eklatanter Verstoß gegen das Motu Proprium Summorum Pontificum von Papst Benedikt XVI. in 2007.  
  • Das Schlußevangelium nach Joh 1,1-14 wurde ersatzlos gestrichen.
  • Das „Ite missa est“ („Geht, Ihr seid gesendet) zum Schluss der Messe heißt jetzt nur noch: "Geht in Frieden."
  • Der ursprüngliche Gedanke, die Gläubigen mögen draußen in der Welt ihren Glauben (Mission) bekennen, ist damit entfallen.

 

Auswüchse mittlerweile üblich

  • Vielerorts bestimmen die Gemeinde- und Pastoralreferenten den Ablauf der Gottesdienste: singen, spielen, musizieren, predigen. *)
  • U.a. aus Leserbriefen an Die Tagespost, 6.12.2018 und 03.01.2919:
  • Ein Pfarrer verzichtet auf die Feier der Heiligen Messe, weil Frauen ihren Wortgottesdienst selbst gestalten wollen.
  • Ein Landpfarrer zelebriert mit einer evangelischen Pastorin eine „ökumenische“ Messe im römisch-katholischen Ritus, sprechen gemeinsam die Wandlungsworte und teilen dann die Hostien und den Wein aus.
  • Ein evangelischer Bischof hält in einer Stiftskirche während des Hochamts im Advent die Predigt.
  • Auch Kardinäle und Bischöfe scheuen sich nicht, der Profanisierung der Heiligen Messe das Wort zu reden.
  • Ich sehe ein Foto eines deutschsprachigen Kardinals vor Augen, wie er mit einem Luftballon in der Hand in seinen Dom einzieht, gleich einer Polonaise. *)
  • Ich sehe einen Pastoralreferenten vor Augen, der sich bei seiner Predigt am Ambo herumlümmelt, um "mir" dann zu erzählen, wie die gegenwärtige politische Weltlage zu verstehen und welche Partei in den USA resp. in Deutschland nicht wählbar sei. 
  • Ich sehe KommunionhelferInnen vor mir, die sich nicht scheuen, die Kommunion in sehr lockerer, kurzberockter, Freizeitzeitkleidung auszuteilen.
  • Ich sehe Lektoren vor Augen, die die Lesungen, das Wort Gottes, in verwaschenen Jeans und in T-Shirts mit Werbeaufdrucken vortragen.
  • Ich sehe KommunionausteilerInnen und Ministranten zusammen mit dem zelebrierenden Priester in einer Reihe auf gleicher Höhe hinter dem Altar stehen: „Seht, der Priester ist doch nur Versammlungsleiter, mehr nicht!“
  • Zusammenfassung:Vom Meßopfer Christi, der Zelebrant wird nicht mehr als Vikar Jesu Christi gesehen, zur reinen, profanen Mahlfeier.  
  • Zum Schluß die Spitze. Ein italienischer Gemeindepfarrer ließ im Juli 2018 während der Messe einen Imam predigen - entgegen dem ausdrücklichen Wunsch der Gemeindemitglieder. "Aufsässige" Gläubige wurden von der herbeigerufenen Polizei namentlich notiert. *)

*) ZUR FEIER DER LITURGIE

"Deshalb darf niemand dabei eigenmächtig etwas hinzufügen, weglassen oder ändern" (ca 846 § 1 CIC), "auch wenn er Priester wäre." (SC 22 § 3)

 

Erläuterungen

CIC: Codex Iuris Canonici, Kodex des kanonischen Rechts - Gesetzbuch der Kirchenrechts der katholischen Kirche.

Zuletzt von Papst Johannes Paul II. in 1983 promulgiert. Die erste Fassung des Kirchenrechts stammt aus 1917 als Ergebnis der Diskussionen während des 1. Vatikanischen Konzils.

SC: Sacrosanctum Concilium - Konstitution über die heilige Liturgie des Zweiten Vatikanischen Konzils; von Papst Paul VI. in 1963 promulgiert.

 

Die Instruktion REDEMPTIONIS SACRAMENTUM der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung vom 25.03.2004 unterstreicht die obige Bestimmung.