Anbetung des dreifaltigen Gottes mit dem geosteten Altar - ad orientem (Freies Foto). Gottes Sohn zu Ehren. Priester/Zelebrant und Gläubige schauen Richtung Osten der aufgehenden Sonne entgegen: Jesus Christus entgegen. Gleichermaßem gemeinsam zum Kreuz hin - versus crucem. Weitere Fotos: St. Jakobus, Bamberg 2018. Pro Missa Tridentina. Pontificalamt in der außerordentlichen Form des römischen Ritus.  *)

MISSA TRIDENTINA. DIE MESSE ALLER ZEITEN.     Renaissance des überlieferten, klassischen römischen Messritus 

Vorbemerkungen

Papst Franziskus ist kein Anhänger der Heiligen Messe aller Zeiten, er präferiert ohne wenn und aber die Neue Messe mit dem Volksaltar. Gleichwohl hat er zur Ostung des Altars Stellung bezogen - anlässlich einer Generalaudienz in 2017.

 

"Der Osten, der Ort, an dem das erste Licht des Morgens die Nacht durchbricht und die Sonne aufgeht, steht für Christus, 'das aufstrahlende Licht aus der Höhe' (Lk 1,78). So waren in früheren Zeiten die Kirchen geostet und wandte sich der Taufkandidat nach Osten, wenn er vor dem Empfang der Taufe den Glauben dreimal bekannte. Diese alte Symbolik macht deutlich: Christ sein heißt, auf Christus, das Licht, ausgerichtet sein und den Glauben bekennen, selbst wenn uns Finsternis umgibt."

 

*) Seit der Liturgiereform (beginnend in 1963, abgeschlossen in 1970) in Folge des Zweiten Vatikanischen Konzils von 1962/65 gilt der Volksaltar als eine Möglichkeit, die Messe zu feiern, nicht aber als ein Muß. Gleichwohl wurde fortan der bisherige Hochaltar gen Osten fast überall zugunsten des Volksaltars ersetzt: Priester/Zelebrant und Besucher des Gottesdienstes schauen sich immerfort in die Augen - versus populum. Zu den römischen Basiliken, die von jeher den Volksaltar kennen, sich aber zu bestimmten Gebeten gen Osten wenden, an anderer Stelle mehr.

 

AUCH IN VATIKAN-NAHER KIRCHE WÜTETEN DIE SOG. ERNEUERER

Die Zerstörung resp. die rudimentäre Entfernung bisheriger Hochaltäre hat auch nicht vor der Kirche des "Campo Santo Teutonico" - einer Exklave im Vatikan Halt gemacht. So heißt es beschönigend auf Seite 49 des Bildbands zum Campo Teutonico aus 2016: "Umfangreiche Restaurierungsmaßnahmen in den Jahren 1971-1975 beseitigten u.a. den barocken Hochaltar aus Marmor (1705). Das fünfteilige Altarretabel, das zum ersten Hochaltar gehört, wurde erhalten und im Chor aufgestellt.    

EINFÜHRUNG

Die "Messe aller Zeiten" besticht durch ihre Schönheit, Klarheit, Wahrheit und Reinheit. Der Gläubige erkennt in ihr den überlieferten, nicht verwässerten, Glauben, der bis auf die Apostel zurückgeht.

 

KARDINAL RATZINGER ZUM ZERFALL DER LITURGIE

Zum Verfall von Liturgie und Glaubensverlust schrieb Joseph Kardinal Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI., 1997 in seinem autobiographischen Buch "Aus meinem Leben - Erinnerungen" folgende bemerkenswerte Sätze:

 

"Ich bin überzeugt, dass die Kirchenkrise, die wir heute erleben, weitgehend auf dem Zerfall der Liturgie beruht, die mitunter sogar so konzipiert ist, 'etsi Deus non daretur': dass es in ihr gar nicht mehr darauf ankommt, ob es Gott gibt und ob er uns anredet und erhört. Wenn aber in der Liturgie nicht mehr die Gemeinschaft des Glaubens, die weltweite Einheit der Kirche und ihre Geschichte, das Mysterium des lebendigen Christus erscheint, wo erscheint Kirche in ihrem geistlichen Wesen dann noch? Dann feiert die Gemeinde nur sich selbst, aber das lohnt sich nicht. Und weil es die Gemeinde aus sich gar nicht gibt, sie vielmehr immer durch den Glauben vom Herrn überhaupt als Einheit entsteht, ist Zerfall in Parteiungen aller Art, das parteiliche Gegeneinander in einer sich selbst zerreißenden Kirche unter diesen Bedingungen unwiderruflich."

Eine brillante Erklärung der derzeitigen Situation.

 

GLAUBENSABFALL NACH DEM KONZIL

Leider mochte der damalige Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation den Zerfall der Liturgie, einhergehend damit den Glaubensabfall, nicht mit den Ergebnissen des Zweiten Vatikanischen Konzils in Verbindung bringen. 

Und so ist es nicht verwunderlich, dass viele Gläubige vor Jahren für sich die überlieferte Messe aller Zeiten mit ihen Glaubensgewissheiten wieder entdeckt haben, die heilige lateinische Sprache, die Erhabenheit, die Ergriffenheit, die Glaubensgewissheit ausstrahlt - unabhängig von denjenigen Gläubigen, die sich sogleich der Pius-Bruderschaft angeschlossen hatten.

 

"O Aufgang, Glanz des ewigen Lichtes, Sonne der Gerechtigkeit: komm, erleuchte uns, die da sitzen in Finsternis und im Schatten des Todes."

Große Antiphon zum 21. Dezember aus der Liturgie des Advent. O Oriens - O Aufgang.

Papst Paul VI. zum Wegfall der lateinischen Liturgiesprache am 26.11.1969

"Wir geben die Sprache der christlichen Jahrhunderte auf!"

FORTAN GILT NUR NOCH DIE JEWEILIGE UMGANGSSPRACHE

Zitate einer Rede vom 26. November 1969 (Quelle: www.summorum-pontificum.de)

"8) … Die Einführung der Umgangssprache wird sicher ein großes Opfer für diejenigen bedeuten, die die Schönheit, die Kraft und die ausdrucksstarke Sakralität des Latein kennen. Wir geben die Sprache der christlichen Jahrhunderte auf und treten wie weltliche Eindringlinge in den bisher der heiligen Sprache vorbehaltenen Bezirk ein. Wir werden einen großen Teil jenes großartigen und unvergleichlichen künstlerischen und spirituellen Gebildes, der Gregorianik, verlieren.

9. Das ist für uns in der Tat ein Grund des Bedauerns, ja sogar fast der Bestürzung. Was können wir an die Stelle jener Sprache der Engel setzen? Wir geben etwas auf, das unermeßlichen Wert besitzt. Was könnte noch kostbarer sein als diese erhabensten Werte unserer Kirche?

10. Die Antwort wird banal erscheinen, aber es ist eine gute Antwort, weil sie menschlich und weil sie apostolisch ist:

11. Das Verständnis des Gebetes ist mehr wert als die seidenen Gewänder, mit denen es königlich angetan ist. Die Teilnahme des Volkes hat den höheren Wert – insbesondere die Teilnahme moderner Menschen, die so großen Wert auf eine schlichte Sprache legen, die man leicht versteht und im alltäglichen Gespräch verwenden kann."

 

PAPST IGNORIERT KONZIL VON TRIENT

Papst Paul VI. hat sich also nicht nur eigenmächtig über die Ergebnisse des Trienter Konzils des 16. Jahrhunderts hinweggesetzt, er hat auch den Anordnungen seines direkten Vorgängers Papst Johannes XXIII. widersprochen, der am 22. Februar 1962 unmissverständlich deklamiert hatte, die lateinische Sprache zu fördern - unten mehr.

MISSA TRIDENTINA. DIE ÜBERLIEFERTE MESSE ALLER ZEITEN.  

Nach dem römischen Messbuch von Papst Johannes XXIII. - 1962 Auf der Grundlage des Missale von Papst Pius V. - 1570

Jesus überreicht dem Apostel Petrus den Schlüssel. Foto entnommen der Konfraternität St. Petrus.

 

FSSP: Fraternitas Sacerdotalis Sancti Petri. Die Priesterbruderschaft  St. Petrus ist eine Gesellschaft apostolischen Lebens von Klerikern unter päpstlichem Recht. Die Gemeinschaft katholischer Priester ohne Ordensgelübde arbeitet weltweit, vor allem in den USA. 

 

Ähnlich wie UNA VOCE hat sich die 1988 gegründete  Priesterbruderschaft FSSP der Förderung und Pflege der überlieferten lateinischen Liturgie nach römischem Ritus verpflichtet - unterstützt von Joseph Kardinal Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI.

 

Diese Messform wird umgangssprachlich auch als "Alte Messe", bezeichnet, was allerdings den Eindruck des Überholten erweckt, richtigerweise als  "Messe des heiligen Gregor des Großen", als "überlieferte Messe", nach Meinung von Papst Benedikt XVI. fälschlicherweise auch "Tridentinische Messe/Missa Tridentina" genannt. Er selbst nennt diese Messe "Feier nach dem Römischen Messbuch des seligen (Papstes) Johannes XXIII.", das 1962 herausgegeben worden war. Bis 1970, also nach Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965), war diese Messform die gebräuchlichste in der römisch-katholischen Kirche weltweit und geht über das von Papst Pius V. im Jahre 1570 überarbeitete, zusammengestellte Missale Romanum an sich auf die erste Druckausgabe des Missale Romanums rund hundert Jahre zuvor zurück.

 

 

Papst Gregor der Große (590-604) legte die Grundlagen dieser Messe

Sie reicht dem Ursprung nach bis in das 5./6. Jahrhundert zurück, in die Zeit des heiligen Papstes Gregor des Großen, einige Teile des Missale sogar bis in die Zeit der heiligen Apostel. Ein wahrer Schatz, den zu bewahren wir Katholiken aufgerufen sind; vgl. auch Menüpunkt PILGER-WISSEN > Gebete und Lieder > Judica-Psalm und Gebete für Pilger. Martin Mosebach spricht gar vom Kernanliegen einer "Avantgarde der Tradition" - im Blick auf das Überkommene und Bewahrenswerte eine geistige Vorreiterrolle übernehmen - also von der "Messe von morgen." - Quelle: Prof. Michael Fiedrowicz - Die überlieferte Messe, Carthusianusg verlag, 2017.

 

MYSTERIUM FASCINOSUM ET TREMENDUM

MARCEL PROUST

Florian Kolfhaus beschreibt das Mysterium der Heiligen Messe in seinem Artikel im Vatikan Magazin, Ausgabe Februar 2017 sehr schön: "Das Volk Gottes, schon seit den Tagen Jakobs (der des Alten Testaments,) sucht das "mysterium fascinoszum et tremendum"; Orte, an denen es fasziniert und erschüttert Gott begegnet und singen kann: 'Hier liegt vor Deiner Majestät im Staub der Christenschar das Herz zu Dir, o Gott, erhöht, die Augen zum Altar.'"

Marcel Proust, französischer Schriftsteller und Sozialkritiker (1871/1921), schrieb am 16. August 1904 im Figaro:" Wenn das Opfer von Christi Fleisch und Blut nicht mehr in den Kirchen zelebriert wird, werden sie ohne Leben sein."  Quelle: Die Tagespost vom 23.08.18.-

 

PAPST PIUS XI. (1922 - 1939):

"Welch wundervolles Schauspiel bietet dem Himmel und der Erde die betende Kirche, wenn ohne Unterlaß Tag und Nacht die unter göttlicher Eingebung geschriebenen Psalmen auf Erden gesungen werden; wenn keine Stunde des Tages gezählt wird, die nicht durch ihre eigene Liturgie geweiht wäre; wenn jedes Lebensalter seine Rolle hat beim Dank-, Lob-, Bitt- und Sühnegebet, diesem gemeinsamen Flehen des mystischen Leibes Christi, der Kirche:“ *)

 

PAPST PIUS XII. (1939 - 1958)

"Deshalb ist in jeder liturgischen Handlung zugleich mit der Kirche ihr göttlicher Stifter zugegen. Zugegen ist Christus im hochheiligen Opfer des Altares, in der Person des seine Stelle vertretenden Priesters und vor allem unter den eucharistischen Gestalten. Zugegen ist er in den Sakramenten durch die Kraft, die er ihnen zuströmen läßt als den Werkzeugen der Heiligung. Zugegen ist er endlich im Lob Gottes und im Bittgebet, gemäß dem Worte: Wo nämlich zwei oder drei in meinem Namen vereint sind, bin ich mitten unter ihnen." *)

 

PAPST JOHANNES XXIII. (1958-1963)

Förderer der lateinischen Sprache

Johannes XXIII. hat nicht nur das Konzil einberufen, er hat nicht nur das berühmt gewordene und vielfach mißverstandene Wort "Aggiornamento" >Anpassung an heutige Verhältnisse< geprägt, er hat noch wenige Monate vor Beginn des Zweiten Vatikanischen Konzils unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass er die lateinische Sprache fördern wolle. Vgl. hierzu die leider nur in Latein und Spanisch verfasste "Apostolische Konstitution Veterum Sapientia" vom 22.02.1962; also über die "Weisheit der Alten." Gemeint sind die Griechen und Römer mit ihren jeweiligen Sprachen Griechisch und Latein. Also ein Plädoyer nicht nur für die lateinische Sprache in der Liturgie (Hl. Messe) sondern auch und gerade für die katholische Tradition, für die Überlieferung seitens der Kirchenväter und -lehrer. Einige prägnante Sätze aus: 

http://w2.vatican.va/content/john-xxiii/de/apost_constitutions/1962.index.html

  • Der lateinischen Sprache wohnt eine edle Gestalt und Eigentümlichkeit inne, da sie einen prägnanten, reichen, rhythmischen, würdevollen Stil hat.

  • Denn die Kirche soll nicht nur eine universale Sprache, sondern auch eine unveränderliche handhaben. Denn wenn die Wahrheiten der katholischen Kirche sogar aus einigen oder vielen veränderlichen modernen Sprachen übersetzt würden, von denen keine an Bedeutung die anderen überragen würde, dann folgte tatsächlich daraus zweierlei: einerseits wären wegen der ihnen eigenen Vielfalt nicht allen deren Bedeutung klar und deutlich genug, andererseits gäbe es keine allgemeine und feste Norm, nach der die Bedeutung der anderen Sprachen beurteilt werden müssten. 

  • Mit väterlichem Einsatz sollen die Bischöfe und Ordensobere dafür Sorge tragen, dass niemand aus ihrem Jurisdiktionsbereich im Streben nach Neuerungen gegen die Inanspruchnahme der lateinischen Sprache in den theologischen Studien oder in der Liturgie Schriften verfasst oder mit einer vorgefassten Meinung den Willen des Apostolischen Stuhles in dieser Sache relativiert oder falsch interpretiert.

Quelle: Pastor Oliver Dembski, Hamburg - http://www.alte-messe-im-norden.de/.

vgl. auch Kommentar Internetportal Kathnews: 50 Jahre "Veterum Sapientia". Ein Dokument das ohne Wirkung geblieben ist.  Der ganze Text des Papstschreibens (Quelle Pastor Dembski, Hamburg) ist unten angefügt.

 

RÜCKGRIFF AUF DAS ALTE TESTAMENT

Schon der Prophet Maleachi des 4. vorchristlichen Jahrhunderts tadelte im Auftrag des Herrn diejenigen Priester, die würdelos, häufig unwürdig, zelebrierten. Es ärgere den Allerhöchsten, wenn seine Leviten sagen: "Der Tisch des Herrn ist nicht so wichtig."

Wie schön klingt dagegen Malachias 1,11 als Vorgriff auf das (heutige) heilige Meßopfer des Herrn: "

 

Denn vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang steht mein Name groß da bei den Völkern und an jedem Ort wird meinem Namen ein (Rauch-) Opfer dargebracht und eine reine Opfergabe."

 

ÜBERLIEFERTE MESSE NIE VERBOTEN GEWESEN

Der Irrglaube, dass dieser Messritus vom Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) untersagt worden sei, hält sich weiterhin, ist aber definitiv falsch. Der überlieferte Ritus kann seinem Wesen nach gar nicht verboten werden, denn Papst oder Konzil sind nicht Herr der Liturgie - sondern Beschützer. 

 

Interessanterweise bemerken dazu die Mönche des österreichischen Cistercienserklosters Heiligenkreuz auf Seite 26 ihres Booklets über ihr Kloster - offensichtlich nicht ohne Grund:

 

"Das Chorgebet wird in Latein gehalten. Dies entspricht dem Zweiten Vatikanischen Konzil, welches sagt, dass das Latein in der Kirche erhalten bleiben soll und die Landessprache zusätzlich erlaubt wird."  

 

Es drängt sich der Eindruck auf, dass die Gläubigen nach wie vor nicht korrekt informiert werden. Meine persönlichen Gespräche mit einigen katholischen Pfarrern und Pastoren stützen die Annahme, dass es die Geistlichen sind,  die diese Lateinische Messe eigentlich nicht wollen, sie als störend empfinden. Dabei handelt es sich doch um die Lateinische Messe ihres ansonsten zu Recht so hoch verehrten heilig gesprochenen Konzil-Papstes Johannes XXIII. - vgl. unten.

 

Papst Johannes Paul II. wie Papst Benedikt XVI.  haben zum Thema mehrere Male korrigierend Stellung genommen und zwar im Rahmen ihrer Apostolischen Schreiben/Motu Proprio (Aus eigenem Beweggrund): a) am 2. Juli 1988 via Ecclesia Dei  und b) am 7. Juli 2007 via Summorum Pontificum. 

 

Papst PIUS XII. *)

In weiser Voraussicht, als ob Pius XII. es erahnte, veröffentlichte er am 20. November 1947 das Rundschreiben MEDIATOR DEI über die heilige Liturgie.

Nachstehend einige Auszüge, entnommen der Webseite von St. Josef aus Österreich -  www.stjosef.at/dokumente/mediator_dei_inhalt.htm.

"Wenn Wir nämlich einerseits mit großem Bedauern feststellen, daß in verschiedenen Ländern der Sinn für die heilige Liturgie, ihre Kenntnis und ihr Studium gelegentlich ungenügend sind oder fast ganz fehlen, so müssen Wir anderseits mit Besorgnis, ja mit Furcht wahrnehmen, wie einige allzu neuerungssüchtige Leute vom Weg der gesunden Lehre und der Klugheit abweichen. Den Plänen und Bestrebungen zur Erneuerung der Liturgie, an die sie herantreten, mischen sie häufig Auffassungen bei, die in der Theorie oder Praxis diese heilige Sache gefährden und bisweilen mit Irrtümern behaften, die den. katholischen Glauben und die aszetische Lehre berühren."

"Reinheit des Glaubens und der Sitte muß aber die hauptsächlichste Richtlinie dieser heiligen Wissenschaft sein, die mit der weisen Lehre der Kirche in allem übereinstimmen soll. Es ist demnach Unsere Pflicht, was gut ist, zu loben und zu empfehlen, was aber vom rechten Weg abweicht, in Schranken zu halten oder zu verwerfen."

Summorum Pontificum                                      Papst Benedikt XVI. - 14. September 2007

Papst Benedikt XVI.

 

Als Abgrenzung zur sog. Neuen Messe seit 1969/70 (Novus Ordo Missae)  nannte Papst Benedikt XVI. die überlieferte Messe aller Zeiten "Heilige Messe in der außerordentlichen Form des Römischen Ritus."

 

Ist es nicht bewegend zu wissen, wer alles über die Jahrhunderte hinweg genau diese Heilige Messe zelebriert, mit genau diesen Worten gebetet, genau am gleichen Tag im Jahr dasselbe Evangelium gehört hat?

Ich nenne nur wenige Namen wie Bischof Isidor von Sevilla, Karl der Große, Bernhard von Clairvaux, Katharina von Siena, Teresa von Avila,  der junge Martin Luther, Ignatius von Loyola, Petrus Canisius, Thomas Morus, der Pfarrer von Ars, Kardinal John Henry Newman, Charles de Foucauld, die Päpste Pius X., Pius XII., Johannes XXIII.; und ich bin mir ganz sicher, dass es Papst em. Benedikt XVI. in seinen Privatmessen gleichermaßen tut, zusammen mit seinem Privatsekretär Erzbischof Georg Gänswein. 

 

Die Deutsche Bischofskonferenz hat das Dekret von Papst Benedikt XVI. im Rahmen der Verlautbarungen des Heiligen Stuhls selbstverständlich, gleichwohl unwillig, publiziert. Bestellnummer 178.

Die Publikation trägt den Titel:

"Brief des Heiligen Vaters PAPST BENEDIKT XVI. an die Bischöfe anlässlich der Publikation des Apostolischen Schreibens Motu proprio SUMMORUM PONTIFICUM über die römische Liturgie in ihrer Gestalt vor der 1970 durchgeführten Reform." 

 

Der entscheidene Satz des Papstes

"Was nun die Verwendung des Messbuchs von 1962 als Forma extraordinaria(Hinweis: außerordentliche Form = alte Messe) der Messliturgie angeht, so möchte ich darauf aufmerksam machen, dass dieses Missale nie rechtlich abrogiert (Hinweis: nie widerrufen) wurde und insofern im Prinzip immer zugelassen blieb." 

 

Wesentliche Aussagen

des Papstdokumentes vom 14. September 2007,

dem Fest Kreuzerhöhung

Artikel 1: Es gibt "zwei Ausdrucksformen der 'Lex Orandi' (Anmerkung: Gesetz des Betens) der Kirche":

Das von Papst Paul VI. promulgierte Römische Meßbuch ist die ordentliche Ausdrucksform der "Lex orandi" der katholischen Kirche des lateinischen Ritus.

 

Das vom hl. Papst Pius V. (im Amt von 1566-1572) promulgierte (veröffentlichte) und vom seligen Papst Johannes XXIII. (Pontifex von 1958-1963) in seiner Amtszeit neu herausgegebene Römische Messbuch hat hingegen als außerordentliche Ausdrucksform derselben "Lex orandi" der Kirche zu gelten, und auf aufgrund seines verehrungswürdigen und alten Gebrauchs soll es sich der gebotenen Ehre erfreuen.

 

Der alte Ritus war nie verboten: (...) es (ist) erlaubt, das Meßopfer nach der vom sel. Johannes XXIII. promulgierten und niemals abgeschafften Editio typica des Römischen Meßbuchs als außerordentliche Form der Liturgie der Kirche zu feiern.

 

Priester, die dies wünschen, dürfen bei entsprechenden Kenntnissen (Latein und Zelebrationsform) ohne spezielle Erlaubnis des Apostolischen Stuhls (Anmerkung: also des Papstes resp. der Kurie) oder ihres Ordinarius private hl. Messen in der außerordentlichen Form des römischen Ritus feiern, an denen auch Gläubige teilnehmen können (Art. 2 und 4).

 

Für Gruppen von Gläubigen, die dies wünschen, soll der Pfarrer oder ggf. der Bischof eine Möglichkeit zur regelmäßigen Mitfeier von hl. Messen in der außerordentlichen Form des römischen Ritus finden (Art. 5 und 7).

 

Weitere Klarstellungen der päpstlichen Kommission

"Ecclesia Dei" vom 30. April 2011:

Das Motu proprio "Summorum pontificum" (MPSP) ist kein Indult, keine Sondergenehmigung, sondern "ein universalkirchliches Gesetz..., um den Gebrauch der römischen Liturgie, wie sie 1962 in Geltung war, neu zu regeln."

 

Das MPSP (Summorum pontificum) soll der gesamten Kirche den Zugang zur klassischen römischen Liturgie ermöglichen (...) 

Alles nachzulesen unter:

http://w2.vatican.va/content/benedict-xvi/de/letters/2007/documents/hf_ben-xvi_let_20070707_lettera-vescovi.html

 

                                ____________________________

 

 

ZWEITES VATIKANISCHES KONZIL 1962/1965 

Benedikt XVI. stützt sich zu Recht auf das Zweite Vatikanische Konzil, das in seinem Lehrdokument Sacrosanctum Concilium / Konstitution über die heilige Liturgie in Art. 36,1 folgendes festhält:

 

"Der Gebrauch der lateinischen Sprache soll in den lateinischen Riten erhalten bleiben, soweit nicht Sonderrecht entgegensteht";

 

und weiter heißt es unter Art. 54:

 

"Der Muttersprache darf im Sinne von Art. 36 (...) ein gebührender Raum zugeteilt werden (...). Es soll jedoch Vorsorge getroffen werden, dass die Christgläubigen die ihnen zukommenden Teile des Meß-Ordinariums auch lateinisch miteinander sprechen oder singen können." 

Quelle: entnommen Karl Rahners / Herbert Vorgrimlers Kleines Konzilskompendium, 35. Auflage.

 

Fazit: Offensichtlich sind sich diejenigen, die die sog. Lateinische Messe kategorisch ablehnen, nicht bewusst, dass ausgerechnet ihr Vorbild Papst Johannes XXIII. just diese Messe eben nicht ablehnte, im Gegenteil. Sein Aggiornamento (Verheutigung/Aktualisierung), das das Zweite Vatikanische Konzil einläutete, sollte beileibe nicht alles umkrempeln.

 

BISCHÖFE KREMPELTEN EIGENMÄCHTIG UM

Das aber taten die Bischöfe, vor allem die aus Deutschland, Holland und Frankreich. Sie kehrten die eigentliche Intention der Konzilsväter ins Gegenteil; nicht nur in diesem Bereich. Dabei sollten sie doch alle wissen, dass die Kirche sich niemals von ihren überlieferten Riten trennen kann und darf, die sie als geistigen Schatz betrachtet. Sie fordert vielmehr dazu auf, diese überlieferten Riten zu studieren und die in ihnen verborgenen Kostbarkeiten für die Gegenwart aufzuschließen.

 

Wer einmal die überlieferte Messe, die sog. Missa Tridentina erleben will, schlage bitte nachfolgende Webseite auf: http://www.pro-missa-tridentina.org/heilige-messen/regelmaessige-gottesdienste_1.htm

 

PROF. JOSEPH RATZINGERS EINSCHÄTZUNG

DER NEUEN MESSE IN 1970

"(...) als wäre es ein von Professoren neu erarbeitetes Buch und nicht eine Phase in einem kontinuierlichen Wachstum. Derlei ist in dieser Form nie geschehen, es widerspricht dem Typus liturgischen Werdens, und erst dieser Vorgang hat überhaupt die absurde Vorstellung provoziert, als hätten Trient und Pius V. ihrerseits ein Missale verfasst." 

(Anm.: die 1. Ausgabe des Missale Romanum war bereits rd. 100 Jahre zuvor publiziert worden).

Und weiter: "Ich bewundere immer wieder die Gewandheit von Theologen, denen es gelingt, genau das Gegenteil von dem zu vertreten, was in klaren Dokumenten des Lehramtes geschrieben steht, um dann doch diese Umkehrung mit geschickten dialektischen Kunstgriffen als die 'wahre' Bedeutung des betreffenden Dokumentes hinzustellen."  

Feier der Missa Tridentina, der Heiligen Messe aller Zeiten in Norddeutschland

Kniende Mundkommunion obligatorisch

In Hannover wird diese überlieferte Heilige Messe jeden Sonntag von der Priesterbruderschaft St. Petrus um 15:30h in der Basilika St. Clemens gefeiert. Predigt und Lesungen (incl. Evangelium) immer auch in Deutsch. Ebenso werden deutsche Kirchenlieder gesungen.

 

NORDDEUTSCHLAND

In Norddeutschland wird die überlieferte Messe aller Zeiten, die Missa Tridentina, formal in der außerordentlichen Form des römischen Ritus, unter anderem in Bremen, Hagstedt, Hamburg, Hannover, Kiel, Lübeck und Osnabrück zelebriert.

 

BREMEN

BREMEN. St. Joseph-Stift. Extra für diese Heilige Messe geschmückter Altar, Blickrichtung gen Osten. 

 

In Bremen wird die "Messe aller Zeiten" seit März 2017 alle 1/4 Jahre freitags in der Kapelle des St. Joseph-Stifts, Ecke Schubertstraße/Schwachhauser Heerstraße um 19:00h gefeiert. Als Zelebrant konnte  Pastor Oliver Dembski aus Hamburg-Wandsbek gewonnen werden. http://www.alte-messe-im-norden.de/. Er liest die Messe u.a. in Hamburg-Osdorf.

 

Das Angebot wird wahrgenommen. Mit teils bis zu  einhundert Gläubigen sind die Kirchenbänke der Kapelle gut gefüllt. Der zuvor ab 18:30h gebetete Rosenkranz erfreut sich großer Beliebtheit. Wie der Zufall, die Vorsehung, es so bestimmte, fiel der letzte Gottesdienst des Jahres 2017 - wie die Male zuvor ebenfalls - auf einen hohen Marienfeiertag - auf Mariä Empfängnis am 8. Dezember.  Die nächste Heilige Messe nach dem überlieferten römischen Ritus wird am 14. Dezember 2018 gefeiert. Als Zelebranten wechseln sich ab Pfarrer Dr. Heinrich-Bernhard Kraienhorst, Bad Iburg und Pastor Oliver Dembski, Hamburg.

 

HILFESTELLUNG

Das Büchlein ORDO MISSAE - die Ordnung der heiligen Messe nach der außerordentlichen Form des römischen Ritus - liegt aus. In ihm werden unter anderem die einzelnen Teile der Heiligen Messe beschrieben: Gebete (Rosenkranz und zur Kommunion), Asperges *), Choralmessen, Credo, Te Deum, Marianische Gesänge, Lieder aus dem Gotteslob, Litaneien, geistliche Lieder im Kirchenjahr; soweit lateinisch verfasst immer mit der deutschen Übersetzung.

*) sonntags vor dem Hochamt teilt der Priester zur Erinnerung an die heilige Taufe Weihwasser aus. Dazu singt man während des Jahres das Asperges me (besprenge mich).

 

Für diejenigen, die tiefer in die überlieferte Messe einsteigen wollen, ist auch das Büchlein Zum Altare Gottes will ich treten - Die Messe in ihren Riten erklärt - ausgelegt; ebenfalls von der Priesterbruderschaft St. Petrus mit Pater Martin Ramm, FSSP.

 

Mittlerweile bemerke ich eine Vielzahl von Christgläubigen: Eheleute, junge Menschen und junge Familien, die nur dieser heiligen Messe nach dem überlieferten Ritus wegen teils weit über 100 Kilometer fahren. Sie alle wissen um die obligatorische Mundkommunion; vgl. dazu auch den nächsten Punkt. 

Messorte weltweit - Mundkommunion                      

Introibo ad altare Dei: ad Deum, qui laetificat iuventutem meam. Eintreten will ich zum Altare Gottes, zu Gott, der meine Jugend erfreut.

Geosteter Altar. Priorat Essen der Priesterbruderschaft St. Pius X. Die Fatima-Madonna im Blickpunkt, vorne die weiß gedeckten Kommunionbänke. Die Mundkommunion ist obligatorisch, der Ministrant hält eine Patene (Schale) unter das Kinn des Kommunikanten, um eventuell herabfallende Partikel aufzufangen.

 

So hat Papst Benedikt XVI. während der Abschlussmesse des Weltjugendtages 2008 in Sydney alle Gläubigen gebeten, denen er selbst die Kommunion spende, diese kniend und in der Form der Mundkommunion zu empfangen. Zwei Jahre später hat er dann den Indult (Schrift des Papstes, Gnadenerweis, Verwaltungsakt) für die Handkommunion bei Messen mit dem Heiligen Vater außer Kraft gesetzt.

Alle Priester, die im Petersdom bei der Spendung der Heiligen Kommunion helfen, sind seit dem 24. Dezember 2010 angewiesen, diese nicht mehr auf die Hand, sondern nur auf die Zunge zu geben. "(...) wonach die heiligen Gestalten (Brot und Wein) zu berühren und sie mit den eigenen Händen auszuteilen, (...) ein Vorrecht der Geweihten (ist), das auf ihre aktive Teilnahme am eucharistischen Dienst hindeutet." 

 

Der Priester repräsentiert bei diesem heiligen Vorgang Jesus Christus. Die Mundkommunion wird seit dem 5. Jahrhundert vermehrt praktiziert und ab dem 9. Jahrhundert gilt sie als üblich, bis eben die liberalen Deuter des Zweiten Vatikanischen Konzils eine Änderung herbeiführten.

Die seitens des Priesters jeweils gesprochene Spendeformel ist gleichermaßen geändert worden. Der vom Priester leise gesprochene Satz, in Anlehnung an das Johannes-Evangelium 6,54, immerhin seit mindestens 1.200 Jahren üblich: „Der Leib unseres Herrn Jesus Christus bewahre Deine Seele zum ewigen Leben. Amen“ ist heute dem deutlich zu hörenden lapidaren Ausruf: „Der Leib Christi“ gewichen.

 

MESSORTE WELTWEIT

Die Meßorte sind weltweit seit 2007 gestiegen. In jenem Jahr hatte Papst Benedikt XVI. das oben beschriebene Motu Proprium Summorum Pontificum veröffentlicht.

In Deutschland stieg die Zahl der Meßorte in 2017 auf über 150 (mehr als Dreifache), ähnlich in Großbritannien; in Frankreich von ca. 120 auf über 220, in den USA von rd. 220 auf über 480. Bemerkenswert.

Österreich, die Schweiz, die Niederlande, Spanien; Belgien, Italien (Süd-Tirol), Liechteinstein, Israel und weitere Länder ziehen nach.

 

Das Magazin der Laienvereinigung für den klassischen römischen Ritus in der katholischen Kirche DOMINUS VOBISCUM - Glaube, Tradition, Kultur - http://pro-missa-tridentina.org - klärt auf.

 

Weitere Webseiten

Weltweit: http://www.pro-missa-tridentina.de/heilige-messen/index.htm

Spanien: http://www.unavocesevilla.com/misaenespana.htm.

Mittlerweile auch in der St. Anna Kirche des Karmelittenklosters von Cordoba, offensichtlich jeden Sonntag.

Die Messe aller Zeiten gut erklärt                        

  • Zum Altare Gottes will ich treten. Die Messe in ihren Riten erklärt .   P. Martin Ramm FSSP. 5. Auflage Thalwil 2011, www.introibo.net/publikationen.htm

  • ORDO MISSAE. Die Ordnung der Heiligen Messe nach der außerordentlichen Form des Römischen Ritus. Priesterbruderschaft St. Petrus. www.introibo.net oder www.petrusbruderschaft.de

  • DIE MESSE DER KIRCHE. Opfer - Priestertum - Realpräsenz. Heinz-Lothar Barth, UNA VOCE Edition. www.una-voce.de

  • Häresie der Formlosigkeit. Die römische Liturgie und ihr Feind. Martin Mosebach, dtv 2012. 

  • Verteidigung der Tradition. Die unüberwindbare Wahrheit Christi. Roberto de Mattei, Grignion Verlag, 2017.

  • Die überlieferte Messe. Geschichte, Gestalt, Theologie. Michael Fiedrowicz. Carthusianus Verlag, 2017.

  • VOLKSMISSALE. Das vollständige römische Messbuch nach der Ordnung von 1962 lateinisch/deutsch. P. Martin Ramm FSSP, Priesterbruderschaft St. Petrus. CH-8800 Thawil.

  • Der Katholische Pfarrgottesdienst. Reprint der Ausgabe von 1958 inkl. Erweiterungen bis 1962. Sarto Verlag, Bobingen, 2018.

 

LIBERALE KATHOLIKEN LEHNEN AB

Nicht-Katholiken sind häufig sehr angetan von dem feierlichen Hochamt der überlieferten Messe: von der feierlichen Atmosphäre, von den lateinischen Gebeten und gregorianischen Gesängen, von den Evangeliums-zentrierten Predigten, von der Stille zwischendurch, von der Möglichkeit der inneren Einkehr, des persönlichen Gebets in der eigenen Sprache.

Liberale Katholiken hingegen äußern oft - zumindest nach dem ersten Besuch - Ablehnung: Damit könnten sie nichts anfangen. Klar doch, ist ihnen dieser Ritus, im wesentlichen bis Anfang der 1970iger Jahre üblich, fremd geworden, vermeintlich aus der Zeit gefallen; mitnichten. 

 

HEINRICH BÖLL GEGEN DIE LITURGIEREFORM

An dieser Stelle ein Hinweis, der viele überraschen wird: Auch ein Heinrich Böll, Literatur-Nobelpreisträger, konnte mit der Liturgiereform nach dem Konzil nicht viel anfangen, so die Literaturwissenschaftlerin Elisabeth Hurth im Jahre 2010. Wann immer es möglich war, besuchte er die Heilige Messe und kommunizierte, so Böll als Soldat in einem Brief vom 30. August 1942. Von ähnlichem berichtete 1956 der berühmte Literarturkritiker Marcel Reich-Ranicki bei Heinrich Bölls Besuch in Warschau. An Sehenswürdigkeiten sei er nicht interessiert gewesen, jedoch am sofortigen Besuch der Messe; Quelle Vatican Magazin 10.2017, S. 63. 

Diesen gläubigen Katholiken möchte ich als Einstimmung zur Feier einer vom Glauben geprägten Liturgie (Eucharistie) das Buch des emeritierten Papstes Benedikt XVI., im Jahre 2000 verfasst als Joseph Kardinal Ratzinger, empfehlen: 

  • Der Geist der Liturgie – Eine Einführung. Verlag Herder, Freiburg

AKTUELLE BEITRÄGE ZUR LITURGIE

Schriftsteller Martin Mosebach über die "Missa Tridentina" anlässlich des 90. Geburtstages von Papst em. Benedikt XVI. 2017

Gefahr der Umdeutung des Zweiten Vatikanischen Konzils

Papst Benedikt XVI. erhebt den Kelch zur Kommunion.

"Was soll ich dem Herrn vergelten für alles, was er an mir getan hat? Den Kelch des Heils will ergeifen und anrufen den Namen des Hern." - PS 116,5

 

Der deutschlandweit bekannte, vielfach ausgezeichnete Schriftsteller Martin Mosebach hat bei der Liturgischen Tagung in Herzogenrath, sie fand Ende April/Anfang Mai 2017 statt, eine bemerkenswerte Rede gehalten - zu und über Papst Benedikt XVI. und somit folgerichtig auch über das Zweite Vatikanische Konzil und den überlieferten Ritus - der Missa Tridentina. 

Ich denke, die Veranstalter der Tagung werden es begrüßen, wenn ich an dieser Stelle auf seinen speziellen Geburtstagsgruß für Papst emeritus Benedikt XVI. aufmerksam mache. Bitte anklicken:

http://de.catholicnewsagency.com/article/martin-mosebach-benedikt-zum-90-geburtstag-0081

September 2017. Die Liturgie entscheidet das Schicksal der Kirche.

10 Jahre Summorum Pontificum

"Die Liturgie ist 'unfehlbar' und überragt die persönlichen Meinungen der Theologen, Bischöfe und Päpste, weil sie den objektiven Glauben der Kirche ausdrückt. - Der Einbruch der Liturgie hat zu einem Einbruch der Kirche geführt."

Das sagte Gerhard Kardinal Müller anlässlich der Jubiläumstagung 10 Jahre Summorum Pontificum im September 2017 in Rom.

 

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Oktober 2017. Papst em. Benedikt XVI. sieht Verdunkelung Gottes in der Liturgie.

Der emeritierte Papst sieht darin die eigentliche Ursache der Kirche. In einem weitverbreiteten Missverständnis der Liturgiereform habe man die Unterweisung sowie die eigene Aktivität und Kreativität in den Mittelpunkt des Gottesdienstes gerückt. Wenn aber der Vorrang Gottes nicht mehr in der Liturgie und im Leben deutlich werde, sei die Kirche in Gefahr. Der Neunzigjährige schrieb diese Sätze in einem Vorwort der russischen Ausgabe seiner Werke zur Liturgie.

 

Benedikt XVI. erinnerte weiter an den Grundsatz aus der Mönchsregel Benedikts von Nursia (um 480–547), dass dem Gottesdienst nichts vorgezogen werden dürfe.

Dies habe der Begründer des abendländischen Mönchtums bewusst mit Blick auf scheinbar größere Dringlichkeiten in der Landwirtschaft, handwerklichen Arbeitsabläufen oder der Wissenschaft formuliert. Diese Priorität Gottes gelte nicht nur im Klosterleben, betonte Benedikt XVI. Wenn der Mensch Gott hintanstelle, unterwerfe er sich Konstrukten, die ihn versklavten und die seiner Menschenwürde widersprächen.  Benedikt hatte sich vor seinem Rücktritt mehrmals für eine Reform der nachkonziliaren Liturgiereform ausgesprochen.

Quelle: Newsletter Radio Vatikan 04.10.17 (kna) und Die Tagespost vom 05.10.17

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August 2017. Papst Franziskus zur Liturgiereform von Papst Paul VI. des Jahres 1970. 

Konzilsbeschlüsse sind offenbar bedeutungslos geworden 

 

PAPST PIUS V.

Pius V., das ist der Papst, der die sog. Tridentinische (lateinische) Messe festgezurrt hatte, bekräftigte in seiner „Bulle Quo Primum“ des Jahres 1570 beschwörend die Unveränderlichkeit des nach Trient festgesetzten Missales (Meßbuch) für alle Zeiten. Grundlage war der Konzilsbeschluss von Trient (1545 bis 1563):

  • Die Liturgie darf künftig nur in lateinischer Sprache gefeiert werden.
  • Die Liturgie darf nicht verändert werden durch Hinzufügungen oder Auslassungen.
  • Der maßgebliche Gesang ist der Gregorianische Choral.

 

PAPST FRANZISKUS

Hat sich schon Papst Paul VI. über diesen Konzilsbeschluss hinweggesetzt, so bekräftigt der gegenwärtige Papst Franziskus die Unumkehrbarkeit dieser Liturgiereform von 1970. Nur zum besseren Verständnis: Diese von Paul VI. erlassene Reform ist eben NICHT vom 2. Vatikanischen Konzil der Jahre 1962 bis 1965 beschlossen worden. Die Frage, die sich stellt, ist doch, ob ein Papst überhaupt einen Konzilsbeschluss einseitig in dieser Wucht ändern darf? 

 

Hier die zwei wesentlichen Sätze Papst Franziskus`:

  •  Ihrem Wesen nach ist die Liturgie eine Sache des Volkes und nicht des Klerus, sie ist, wie schon die Etymologie anzeigt, eine Aktion für das Volk und durch das Volk.“
  • „Nach diesem Lehramt, nach diesem langen Wege können wir mit Sicherheit und mit lehramtlicher Autorität bekräftigen, dass die Liturgiereform unumkehrbar ist.“

 

Das Internetportal Summorum Pontificum fragt sich am 24. August 2017:

  • „Diese Beschreibung muss alle verwundern, die die Liturgie bisher für das Handeln der Kirche hielten, einer Kirche, die zwischen 'Volk' und Klerus keinen Gegensatz konstruiert, sondern in der den verschiedenen Abteilungen Gottes jeweils ihre je eigenen Aufgaben und Pflichten zukommen.
  • Kann sich der Verfasser der Papstrede – es ist schließlich nicht von irgendeiner Liturgie, sondern von der 'Reform' des Missales die Rede – eine Messfeier ohne Klerus, ohne geweihte Priester und Bischöfe, vorstellen?
  • Soll der Weg der Kirche durch zwei Jahrtausende umgekehrt und das Ergebnis dann für 'unumkehrbar' erklärt werden?“

 

Ich füge folgenden Gedanken hinzu:

Franziskus bezog sich u.a. auf die Päpste Pius X., Pius XII., Paul VI., interessanterweise nicht auf seine unmittelbaren Vorgänger Johannes Paul II. und vor allem nicht auf Benedikt XVI.. Von beiden weiß auch er, dass sie immer wieder betonten, dass die rechtgefeierte Liturgie/Eucharistie, in der der Priester während der Wandlung an Christi statt zelebriert, als Glaubensmittelpunkt der Kirche Christi einzustufen ist.

 

Wie ist nun weiterhin Franziskus` Rede anlässlich der 68. Liturgischen Woche Italiens zu verstehen? Ich meine, als - mindestens mittelbare - Konfrontation Benedikts XVI., der in seiner langen Zeit als Theologie-Professor, als Erzbischof von München, als Kurienkardinal, als Papst und auch nach 2013 als emeritierter Papst in zig Büchern und Aufsätzen zu diesem Thema fast schon beschwörend Stellung genommen hat, zuletzt in 2017 im Vorwort von Kardinals Sarahs neuestem Buch.

 

Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass Kardinal Walter Brandmüller, emeritierter Kurienkardinal, vor kurzem auf das päpstliche Amtseinsetzungsverfahren nach Petrus eingegangen ist. Bis ins 10. Jahrhundert, gerechnet von Papst Gregor dem Großen an, musste jeder neugewählte Papst seine Rechtgläubigkeit unter Beweis stellen; inkludiert war die eidlich zu gebende Zusage, dass alle anerkannten Konzilien, die Lehre und die Edikte seiner Vorgängerpäpste zu bestätigen und zu bewahren seien. Von Papst Franziskus weiß man zwischenzeitlich, dass gerade er sich darum nicht einen Deut schert; für ihn ist offenbar die zu erzielende Öffentlichkeitswirkung wichtig. Das ist schade. Vielleicht greift der Heilige Geist noch rechtzeitig korrigierend ein.

ANHANG 

PAPST JOHANNES XXIII. (1958-1963)

Förderer der lateinischen Sprache

Apostolische Konstitution Veterum Sapientia (Die Weisheit der Alten)

veröffentlicht am 22. Februar 1962 durch den Seligen Papst Johannes XXIII.

(Quelle Pastor Oliver Dembski, Hamburg)


Die WEISHEIT DER ALTEN, wie wir sie in den Schriften der Griechen und Römer finden, und die ebenso berühmten Lehrschriften der antiken Völker haben gleichsam als eine gewisse vorhersagende Morgenröte der evangelischen Wahrheit zu gelten, die der Sohn Gottes, “Herr und Meister der Gnade und der Lehre, Erleuchter und Führer des Menschengeschlechtes” (Tertullian, Apol. 21; Migne, PL 1, 394), auf dieser Erde verkündet hat. Die Väter und Lehrer der Kirche haben in den Überlieferungen jener alten Zeiten eine Vorbereitung der menschlichen Seelenkräfte zur Annahme des himmlischen Reichtums, welchen Christus in der “Verwirklichung der Fülle der Zeiten” (Eph, 1, 10) den Sterblichen mitgeteilt hat, erkannt. Offenbar ist aufgrund dessen bewirkt worden, dass in der neuen Ordnung des Christentums gar nichts verloren gegangen ist, was sie vor Jahrhunderten an Wahrem, Gerechtem, Edlem und schließlich Schönem hervorgebracht haben.


Aus diesem Grunde bringt die heilige Kirche den Zeugnissen solcher Weisheit, und zwar insbesondere der griechischen und lateinischen Sprache - gleichsam als goldenes Gewand der eigentlichen Weisheit -, gewiss großen Respekt entgegen. Sie hat auch die anderen verehrungswürdigen Sprachen, die im Orient geblüht haben, wegen ihres nicht geringen Einflusses auf den Fortschritt der Menschheit und die Entwicklung der Sitten in Gebrauch genommen. Diese sind sowohl im Gebrauch bei den kirchlichen Zeremonien als auch bei der Auslegung der Heiligen Schriften bis heute in bestimmten Regionen gleichsam als nie verstummende Sprachen des lebendigen Altertums in Geltung geblieben.


In der Vielfalt dieser Sprachen ragt in der Tat jene heraus, die zuerst in Latium entstanden ist. Danach ist sie später auf außerordentliche Weise für die Verbreitung des Christentums im Osten nützlich gewesen. Denn nicht ohne den göttlichen Ratschluss traf es sich, dass die Sprache, die sehr umfangreiche Völkergemeinschaft unter der Herrschaft des Römischen Imperiums über sehr viele Jahrhunderte vereint hatte, auch die eigene Sprache des Apostolischen Stuhles wurde (vgl. S. Congr. Stud., Epist. Vehemente sane ad Ep. universos, 1 Iul. 1908, in: Enchiridion clericorum, n. 820. Pius XI., Epist. Ap. Unigenitus Dei Filius, 19 Mar. 1924, in: AAS, XVI [1924] 141) und - für die Zukunft bewahrt - die christlichen Völker Europas miteinander durch ein enges Band der Einheit verband.


Die lateinische Sprache ist aus sich heraus sehr geeignet zur Förderung jedweder Zivilisation unter allen Völkern, denn sie gibt nicht Anlass zu Neid, den einzelnen Völkern erweist sie sich als gleichwertig, begünstigt niemanden, schließlich ist sie bei allen willkommen und beliebt. Man darf auch dies nicht aus dem Blick verlieren: Der lateinischen Sprache wohnt eine edle Gestalt und Eigentümlichkeit inne, da sie einen prägnanten, reichen, rhythmischen, würdevollen Stil hat (Vgl. Pius XI., Epist. Ap. Officiorum omnium, 1. Aug. 1922, in: AAS, XIV [1922] 452-453), was auf einzigartige Weise zur Klarheit und Erhabenheit beiträgt.


Aus diesem Grund hat sich der Heilige Stuhl stets für die Bewahrung der lateinischen Sprache eingesetzt und ihr hohe Wertschätzung entgegengebracht. Denn er selber hat sie in der Ausübung des Lehramtes “gewissermaßen als herrliches Gewand der himmlischen Lehre und der heiligsten Gesetze” genutzt (Pius XI., Motu Proprio Litterarum Latinorum, 20. Oktober 1924, in: AAS, XVI [1924] 417), und die geistlichen Diener haben sie verwendet. Denn diese Geistlichen, wo auch immer in der Welt sie wirken, können mit der Sprache der Römer die Mitteilungen des Heiligen Stuhles schneller erhalten und mit ihm und untereinander leichter korrespondieren. Dass folglich die lateinische Sprache, die so sehr mit dem Leben der Kirche in Beziehung steht, “durch Studium und Praxis angeeignet werden muss, ist nicht so sehr für Kultur und Bildung von Interesse als für die Religion”, wie Unser Vorgänger unvergesslichen Andenkens Pius XI. erinnert hat (Pius XI., Epist. Ap. Officiorum omnium, 1. Aug. 1922, in: AAS, XIV [1922] 452), der methodisch und systematisch vorgehend drei Vorzüge dieser Sprache nachgewiesen hat, die mit dem Wesen der Kirche wunderbar übereinstimmen: “Da nämlich die Kirche alle Völker in sich umfasst und bis zum Ende der Zeiten bestehen wird…, fordert sie tatsächlich von ihrer Natur her eine universelle, unveränderliche Sprache und keine Volksprache“ (ibid.).


Da es notwendig ist, dass die “ganze Kirche sich” bei der Römischen Kirche “vereint” (Ireneus, Adv. Haer. 3, 3, 2, in: Migne, PG 7, 848) und da die Päpste “eine wahrhaft bischöfliche, ordentliche und unmittelbare Gewalt einerseits über alle und die einzelnen Kirchen, andererseits über alle und einzelne Hirten und Gläubige” (CIC/1917 can. 218 § 2) jedweden Ritus, jedweder Sprache haben, scheint es absolut passend, dass das Instrument der wechselseitigen Kommunikation allgemein und gleichförmig ist, vor allem zwischen dem Apostolischen Stuhl und den Kirchen, die denselben lateinischen Ritus anwenden. Daher beanspruchen die Römischen Päpste, wenn sie die katholischen Völker etwas lehren wollen, und die Räte der Römischen Kurie, wenn sie bestimmte Aufgaben ausführen und Dekrete anfertigen, die die Gesamtheit der Gläubigen betreffen, ebenso immer die lateinische Sprache, gleich als wenn sie von zahllosen Völkern als Muttersprache akzeptiert ist.


Denn die Kirche soll nicht nur eine universale Sprache, sondern auch eine unveränderliche handhaben. Denn wenn die Wahrheiten der katholischen Kirche sogar aus einigen oder vielen veränderlichen modernen Sprachen übersetzt würden, von denen keine an Bedeutung die anderen überragen würde, dann folgte tatsächlich daraus zweierlei: einerseits wären wegen der ihnen eigenen Vielfalt nicht allen deren Bedeutung klar und deutlich genug, andererseits gäbe es keine allgemeine und feste Norm, nach der die Bedeutung der anderen Sprachen beurteilt werden müssten. Ja, in der Tat muss die lateinische Sprache - schon längst vor der Vielfalt gewahrt, die normalerweise der tägliche Sprachgebrauch eines Volkes in den Inhalt der Wörter hineinträgt - gewiss als fest und unveränderlich angesehen werden, während die neuen Inhalte bestimmter lateinischer Wörter, die der Fortschritt, die Auslegung und die Verteidigung der christlichen Lehre forderten, schon lange Zeit einen festen und unveränderlichen Bestand darstellen.


Da schließlich die katholische Kirche als von Christus, dem Herrn, gegründet unter allen menschlichen Gesellschaften bei weitem an Würde herausragt, ist es jedenfalls angebracht, dass sie nicht eine alltägliche, sondern eine vorzügliche und erhabene Sprache verwendet.


Und außerdem muss die lateinische Sprache gewürdigt werden als ein “Schatz …. von unvergleichlichem Wert” (vgl. Pius XII., Alloc. Magis quam, 23. Nov. 1951, in: AAS, XLIII [1951] 737); sodann gewissermaßen als eine Tür, durch die allen der Zugang zu den seit alters her angenommenen christlichen Wahrheiten und den zu interpretierenden schriftlichen Urkunden der kirchlichen Lehre offensteht (vgl. Leo XIII, Epist. Encycl. Depuis le jour, 8 Sept. 1988, in: Acta Leonis XIII, XIX [1899] 166.); und schließlich als ein überaus geeignetes Band, wodurch die heutige Epoche der Kirche mit der der Vergangenheit und der Zukunft wunderbar verbunden wird. Die lateinische Sprache “können Wir zurecht katholisch nennen” (Vgl. Pius XI., Epist. Ap. Officiorum omnium, 1. Aug. 1922, in: AAS, XIV [1922] 453.), da sie ja durch den ständigen Gebrauch des Apostolischen Stuhles, der Mutter und Lehrerin aller Kirchen, geweiht ist.
Aber auch kann niemand im Zweifel darüber sein, dass sowohl die Sprache als auch die angesehenen Literatur der Römer jene Kraft in sich birgt, die für die Bildung und Festigung des zarten Naturanlagen bei der Jugend als außerordentlich geeignet gilt. Denn durch diese Kraft werden einerseits die wichtigen Fähigkeiten des Geistes und des Herzens ausgebildet, zur Reife gebracht und vervollkommnet sowie die Geistestätigkeit und das Urteilsvermögen geschärft, andererseits auf angemessenere Weise die Grundlage für die jugendliche Intelligenz zum Zwecke der richtigen Erfassung und Einschätzung von allem gelegt sowie schließlich gelernt, mit scharfer Logik zu denken und zu sprechen.


Aufgrund der bisherigen Überlegungen verstehen wir unschwer, warum die Päpste nicht nur die Bedeutung und den Wert der lateinischen Sprache sehr häufig gepriesen haben, sondern auch ihr Studium und ihre Anwendung den Inhabern der geistlichen Ämter beider Klerikerstufen vorgeschrieben haben. Auf die Gefahren wegen ihrer Vernachlässigung haben sie hingewiesen.


Veranlasst also von denselben sehr ernsten Motiven wie Unsere Vorgänger und einige Provinzialsynoden (vgl. Collectio Lacensis, vor allem vol. III, pp. 1018-1019 [Conc. Prov. West-Monasteriense, 1859]; vol. IV, 29 [Conc. Prov. Parisiense, 1849]; vol. IV, pp. 149, 153 [Conc. Prov. Rhemense, 1849]; vol IV, pp. 359, 361 [Conc. Prov. Avenionense, 1849]; vol Iv, pp. 394, 396 [Conc. Prov. Burdigalense, 1850]; vol. V, p. 61 [Conc. Strigoniense, 1858]; vol V., p. 664 [Conc. Prov. Colocense, 1863]; vol VI, 619 [Synod. Vicariatus Suchnensis, 1803]) ist es auch Unser fester Wille, dass das Studium dieser Sprache, die in ihrer Würde wiederhergestellt ist, und ihre Pflege immer wieder gefördert werden. Weil man nämlich in unserer Zeit damit angefangen hat, den Nutzen der römischen Sprache an vielen Orten zu bestreiten und sehr viele sich nach dem Urteil des Heiligen Stuhles in dieser Angelegenheit erkundigen, haben Wir uns darum entschlossen, durch die Veröffentlichung von Normen, die diesem bedeutenden Schreiben angemessen sind, zu bestimmen, dass der alt-erwürdige und nie unterbrochene Gebrauch der lateinischen Sprache beibehalten und dort, wo er beinahe verschwunden ist, wieder ganz hergestellt wird. Übrigens haben wir deutlich genug, wie Uns scheint, dargelegt, welche unsere Haltung in dieser Angelegenheit ist, als wir folgende Worte an namhafte Latinisten gerichtet haben: „Leider gibt es sehr viele, die in übertriebener Begeisterung für den erstaunlichen Fortschritt der Technik sich anmaßen, Lateinstudien und andere Wissenschaften dieser Art zu verschmähen oder zu beschränken … Unter dem Druck dieser Not meinen wir, einen entgegengesetzten Weg beschreiten zu müssen. Da ganz und gar das dem Geist innewohnt, was dem Wesen und der Würde des Menschen entspricht, muß in stärkerem Maße erworben werden, was den Geist pflegt und fördert, damit nicht die armen Sterblichen ähnlich wie die Maschinen, die sie herstellen, kalt, hart und ohne Liebe erscheinen“ ("Il convegno internazionale di Studi Ciceroniani, in: Discorsi G. XXIII, I (1958/1959) 234-235). Nach eingehender Untersuchung und Abwägung im festen Bewusstsein und der Autorität Unseres Amtes bestimmen und verordnen Wir folgendes:


1. Bischöfe und Ordensobere sollen sich in gleicher Weise darum bemühen, dass in ihren Seminaren und Schulen, in denen junge Leute für das Priestertum ausgebildet werden, alle in dieser Angelegenheit dem Willen des Apostolischen Stuhles eifrig nachkommen und diese Unsere Vorschriften sehr sorgfältig in die Praxis umsetzen.

 

2. Mit väterlichem Einsatz sollen die Bischöfe und Ordensobere dafür Sorge tragen, dass niemand aus ihrem Jurisdiktionsbereich im Streben nach Neuerungen gegen die Inanspruchnahme der lateinischen Sprache in den theologischen Studien oder in der Liturgie Schriften verfasst oder mit einer vorgefassten Meinung den Willen des Apostolischen Stuhles in dieser Sache relativiert oder falsch interpretiert.


3. Wie durch die Vorschriften sowohl des Codex Iuris Canonici (can. 1364) also auch Unsere Vorgänger normiert worden ist, sollen die Priesterkandidaten vor Beginn der eigentlich kirchlichen Studien von sehr kundigen Lehrern mit geeigneter Methode in einer angemessenen Zeitspanne in der lateinischen Sprache unterwiesen werden, “auch aus dem Grunde, damit später, wenn sie zu den höheren Studien gelangt sind … , nicht der Fall eintritt, dass sie wegen fehlender Lateinkenntnisse nicht zu einem vollen Verständnis der Lehrinhalte kommen können, ja sich sogar nicht mehr in jenen wissenschaftlichen Gesprächen üben können, durch die die Fähigkeiten des Geistes für die Verteidigung der Wahrheit auf ideale Weise geschärft werden” (Pius XI., Epist. Ap. Officiorum omnium, 1. Aug. 1922, in: AAS, XIV [1922] 453.). Wir wollen das auf auf jene beziehen, die als Spätberufene sich nicht oder in unzulänglichem Masse um die humanistischen Studien bemühen. Niemand darf zu den philosophischen und theologischen Disziplinen zugelassen werden, wenn er nicht ganz solide in dieser Sprache geschult und geübt ist.


4. Wo immer aber wegen des einheitlichen Studiensystems, das in staatlichen Schulen gilt, der Lateinunterricht bis zu einem gewissen Punkt reduziert worden ist - zum Schaden der wirklichen und sicheren Lehre - , dort wird nach unserer festen Überzeugung das herkömmliche Verfahren des Lateinunterrichts wiederhergestellt. Denn jeder muss davon überzeugt sein, dass auch in dieser Hinsicht das Studiensystem für die Priesteramtskandidaten sorgfältig geschützt werden muss, und zwar nicht nur in bezug auf Anzahl und Art der Studienfächer, sondern auch in Hinblick auf den zeitlichen Rahmen für die Vorlesungen. Wenn nun bedingt durch zeitliche und örtliche Umstände notwendigerweise andere Fächer zu den üblichen hinzukommen müssen, dann soll man entweder den Stundenplan erweitern oder dieselben Fächer kürzen oder deren Vorlesung auf einen anderen Zeitpunkt verlegen.


5. Wie häufiger vorgeschrieben worden ist, müssen die theologischen Hauptfächer in lateinischer Sprache unterwiesen werden. Wie wir durch ihre Anwendungen in mehreren Jahrhunderten erkannt haben, „gilt sie als überaus geeignet, Wesen und Inhalt der Dinge sehr angemessen und deutlich zu erklären“ (S. Congr. Stud., Epist. Vehementer sane, 1. Juli 1908, in: Enchiridion clericorum, n. 821.), weil sie über die für den Schutz der Unversehrtheit des katholischen Glaubens angemessene schon über einen längeren Zeitraum erfolgte Erweiterung ihres eigenen und festen Wortbestandes hinaus auch in nicht geringem Masse geeignet ist, sinnlose und unwesentliche Aussagen zu beseitigen. Darum müssen die Dozenten dieser Diszipline in den höheren Schulen und in den Priesterseminaren sowohl Latein sprechen als auch lateinische Unterrichtsbücher verwenden. Falls sie persönlich wegen fehlender Lateinkenntnisse nicht in der Lage sind, diesen Vorschriften des Heiligen Stuhles Folge zu leisten, sollen sie nach und nach durch dafür geeignete Lehrer ersetzt werden. Wenn jedoch von den Studenten und von den Professoren Probleme gemeldet werden, müssen sie gelöst werden einerseits konsequent von den Bischöfen und Leitern, andererseits tatkräftig und beherzt von den Dozenten.


6. Da die lateinische Sprache die lebendige Sprache der Kirche ist, die für die täglich wachsenden Erfodernisse der Sprache ausgestattet und noch dazu mit neuem, geeignetem und passendem Vokabular versehen werden muss, freilich auf gleichbleibende, allgemeine und mit der Eigenart der lateinischen Sprache übereinstimmende Weise, - die nämlich sowohl die Kirchenväter als auch die brillanten Schreiber, die man „Scholastiker“ nennt, praktiziert haben - erteilen Wir darum dem Heiligen Rat für die Priesterseminare und Universitäten den Auftrag, Sorge zu tagen für die Errichtung eines Akademischen Institutes für die lateinische Sprache. Dieses Institut, in dem ein Kollegium von Dozenten, Fachleuten der lateinischen und griechischen Sprache und aus verschiedenen Teilen der Erde berufen, gebildet werden soll, soll vor allem - ähnlich wie die Akademien in den einzelnen Staaten, die für die Förderung ihrer eigenen Nationalsprache errichtet worden sind, - Vorkehrungen treffen für den entsprechenden Fortschritt der lateinischen Sprache, für einen Lateinwortschatz, erforderlichenfalls ergänzt mit einem Vokabular, das ihrem Charakter und der eigenen Klangfarbe entspricht. Zugleich soll es wissenschaftliche Untersuchungen anstellen über die lateinischen Sprache und Kultur jeder Epoche, insbesondere über die christliche Latinität. In diesen wissenschaftlichen Einrichtungen werden in Zukunft diejenigen für die tiefere Kenntnis der lateinische Sprache, ihren Gebrauch und für ihren charakteristischen und eleganten Schreibstil ausgebildet, die bestimmt sind sei es für die Unterweisung der lateinischen Sprache in Priesterseminaren und kirchlichen Kollegien oder die Erstellung von Dekreten und Urteilen, sei es für die schriftliche Korrespondenz in den Vatikanischen Räten, in den diözesanen Kurien, in den Ämtern der Ordensgemeinschaften.


7. Wegen der ziemlich engen Verbindung des Lateins mit dem Griechischen sowohl in bezug auf seine Strukturgestalt als auch in bezug auf seine Bedeutung für historische Schriften ist es erforderlich, dass – wie Unsere Vorgänger oft angeordnet haben - die zukünftigen Kleriker bereits in den unteren und mittleren Schulen darin unterwiesen werden. So sollen sie nämlich bei der Beschäftigung mit den höheren Wissenschaftsdisziplinen, besonders wenn sie akademische Grade in den Bibelwissenschaften und der Theologie anstreben, über die Fähigkeit verfügen, nicht nur die griechischen Quellen der sogenannten scholastischen Philosophie zu erschliessen und genau zu verstehen, sondern auch die alten ursprünglichen Codices der Heiligen Schriften, der Liturgie, der griechischen Kirchenväter (Leo XIII., Litt. Encycl. Providentissimus Deus, 18. Nov. 1893, in: Acta Leonis XIII, XIII [1893] 342. Plane quidem intelligis, 29. Mai 1885, in: Acta Leonis XIII, V, 63-64; Pius XII., Alloc. Magis quam, 23. Sept. 1951, in : AAS, XLIII, 1951, 737.


8. Wir erteilen dem Heiligen Rat darum den Auftrag, eine von allen auf sorgfältigste zu beachtende Ordnung für die Vermittlung der lateinischen Sprache vorzubereiten. Wer sich an diese Ordnung hält, kann eine gediegene Kenntnis der Sprache und einen praktischen Umgang mit ihr erwerben. Wenn der Umstand es erforderlich macht, können die Bischöfe diese Ordnung anders gestalten, allerdings können sie niemals ihren wesentlichen Inhalt ändern oder einzuschränken. Gleichwohl sollen die Bischöfe sich nicht anmaßen, ihre Beschlüsse umzusetzen, wenn sie nicht vorher von der Heiligen Kongregation bestätigt und gebilligt worden sind.

 

Am Ende verordnen und bestimmen Wir kraft Unserer Apostolischen Autorität, dass alles, was Wir festgesetzt, beschlossen, ver- und angeordnet haben, gültig und unveränderlich besteht und bleibt. Gegenteilige Gesetze, auch besonders erwähnungswürdige, sollen dem nicht entgegenstehen.

 

Gegeben zu Rom beim Heiligen Petrus, 22. Februar 1962, dem Fest der Cathedra Petri, im vierten Jahr Unseres Pontifikates.

 

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