LITERATUR. DVD. TV. PILGERREISEN. BERICHTE

Einstimmung

Ein Blick ins Internet genügt. Welchen Buchhändler auch immer Sie gewählt haben mögen, Sie erwartet ein überbordendes Angebot an Reiseberichten, Büchern, Reiseführern, Bildbänden, Fachbüchern, et ecetera. Ich habe an dieser Stelle eine kleine Auswahl für Sie vorgenommen. Bücher, die ich selbst gelesen habe. Bitte klicken Sie auch die nächste Seite an. Dort erwarten Sie Kurzbeschreibungen religös motivierter Bücher; auch von einem areligiös geprägten Autor.

Das Pilgerforum informiert darüber hinaus aktuell über geplante TV-Sendungen zum Jakobsweg.

Paolo Asolan. Nach Santiago - 2002

Tagebuch eines (italienischen) Priesters auf dem Jakobsweg

Zum Zeitpunkt seiner Pilgertour in 2002 ist der Protagonist 35 Jahre alt. Geprägt von tiefer Religiosität (obligatorisch: nahezu jeden Tag Feier der heiligen Messe, mehrmaliges Beten des Rosenkranzes) geht er den Camino mit seinem Bruder Mario – von Lourdes über den Somportpaß über Puente la Reina bis letztlich nach Finisterre.

 

Allein das mehrere Seiten umfassende Vorwort des italienischen Erzbischofs und späteren Kurienkardinals Gianfranco Ravasi des Jahres 2004 lohnte den Kauf des Buches. Seine Exzellenz beschreibt die Pilgerschaft mit den Bereichen Theologie und Geschichte, also mit starkem Bezug zum Alten und Neuen Testament, zu den Psalmen, zu Israel, zu Jesus Christus.

 

Natürlich geht Don Paolo auf seine normalen, teils auch skurillen, Erlebnisse des Camino ein. Seine tiefen geistlichen Reflexionen machen das Buch so lesenswert; seine letzte Etappe von Palas de Rei nach Santiago de Compostela völlig verrückt. Wenn Sie nachrechnen, werden Sie wissen, warum!

 

Mein Fazit: sehr zu empfehlen. Ich habe das Buch über den Fe-Verlag in Kißlegg bezogen.

ZDF-Doku MEIN HÄRTESTER WEG

ZDF-Doku Pfingstmontag: MEIN HÄRTESTER WEG. Drei Frauen und zwei Männer auf ihrem beschwerlichen Weg von St. Jean bis Santiago/Finisterre, sechs Wochen. EIN TOLLER FILM - von bemerkenswerter Ernsthaftigkeit; gedreht in 2019. Das Video soll bis zum 10.06.2024 verfügbar sein.

DVD-Film EL CAMINO - 2005

EL CAMINO  - The Way - Der Weg von Ferenc Tolvaly.

Auf der Suche nach der eigenen Vergangenheit. Im Gepäck die Bibel und das Buch der heiligen Teresa von Avila (1515-1582) - Die innere Burg. Grundlagenwerk der mystischen Theologie.

Der Film beginnt mit einem dunklen Bild, das sich zu einer Maske formt, wir sehen einen Tunnel, der am Ende helles Licht ausströmt, gleichsam in die Erkenntnis Gottes übergeht, der Suchende entledigt sich seiner Maske, er streift alles Dagewesene ab, er findet Gott.

 

Der Pilger sieht den 800 Kilometer langen Weg vor sich, von St.-Jean-Pied-de-Port bis nach Santiago de Compostela, wo er an der Kathedrale einen Stein ablegen wird. Und immer wieder streifen seine Gedanken ab zur heiligen Teresa von Avila, zu ihren mystischen Erfahrungen und Beschreibungen. Für mich mit am eindrucksvollsten die Bilder zu den Umzügen der Karwoche in Burgos und Leon, wie auch der Karfreitagsritus in der Kathedrale des hl. Jakob in Compostela.

Wege und Umwege nach Compostela - Ein literarischer Jakobsweg in Castilla y León

Erzählungen, Gedichte, Essays und Erinnerungen von 25 spanischen Autoren - 2010/2017

... allesamt Träger des El Premio Castilla y León de las Letras (Preis für Briefe).

Erstausgabe 2010, deutsche Übersetzung Verlag Ludwig, Kiel in 2017. Herausgeber Javier Gomez-Montenero.

 

Das Jakobsland - die autonome Region Kastilien-Leon - macht mehr als die Hälfte des 800 km langen Pilgerwegs aus. Die Autoren begeben sich auf Spurensuche nach den Ursprüngen der Pilgerfahrt. Kindheitserinnerungen wie Landeskundliches und Sprachgeschichtliches fließen in die einzelnen Erzählungen ein, wobei immer der Apostel Jakobus wie Santiago de Compostela eine dominierende Rolle einnimmt –  der aktuellen Säkularisierung und dem Massentourismus zum Trotz.

 

  • Gar sehr wollte Gott Spanien ehren, als er den heiligen Apostel dorthin sandte, besser als England und Frankreich wollte er es stellen, denn dort gab es nirgends einen Apostel. *)
  • Seit die Spanier Christus kennenlernten, seit sie nach seinem Gesetz die Taufe empfingen, wollten sie nie mehr unter einem anderen Gesetz leben, und weil sie sich zu ihm bekannten, litten sie manche Pein. *)

*) S. 59. Literarischer spanischer Text um 1250, des Poema de Fernán González.

 

Fazit: Lohnenswert.

Fluch der Meseta von Karl Otto Nouvertne

Die Jakobusbeichte Band 3. 2013, Verlag DeBehr, Radeberg  

Der Protagonist Bernhard durchlebt auf seiner Pilgerwanderung von Navarra bis nach Santiago de Compostela gleich mehrere Jahrzehnte: Den Baubeginn der Kathedrale von Burgos 1221, kurz darauf den bereits eingesetzten Neubau der Kathedrale von Leon des Jahres 1255, um dann zum Schluß mit der Pest in Santiago konfrontiert zu sein, die frühestens um 1333 das spanische Festland erreicht haben dürfte. Zu Beginn des Romans führt der Autor die Leser in die Wirren der Thronbesteigung von Pamplona/Navarra ein, tatsächlich geschehen nach dem Tod von König Sancho VII. im Jahr des Herrn 1234 nach Christus. Unnötig hinzuzufügen, daß Bernhard, der Protagonist des Romans, natürlich kein „normaler“ Pilger ist. Nein: er ist, zurückhaltend ausgedrückt, schlicht und einfach „Superman“. So rettet er u.a. die Thronbesteigung in Pamplona und selbstredend den fälschlich des Diebstahls bezichtigten jungen Deutschen vor dem Galgentod vor den Toren Santo Domingos de la Calzada. Die originäre Geschichte des Galgen- und Hühnerwunders von Toulouse des Jahres 1090 erreichte Santo Domingo erst im 13./14. Jahrhundert.

Fazit: Daumen runter, nicht zu empfehlen.

Film. Footprints. Der Weg deines Lebens.

Jetzt auch als DVD in deutscher Sprache erhältlich beim fe-medienverlag, 88353 Kißlegg. Kurzbeschreibung Vorder-/Rückseite der DVD: 

  • Ein Reiseführer zum wahren Glück. (Frederico)
  • Eine Ode an die Hoffnung. (Elvira)
  • Ein Geschenk für Augen und Seele. (Fini).

Also: kein Wanderfilm, kein Egotrip. YouTube ist voll davon.

 

Die Protagonisten, 10 junge amerikanische Männer, allesamt gläubig und fromm, pilgern unter der Leitung eines katholischen Priesters (gut zu erkennen an seinem Priesterkragen) Gott sei`s gedankt nicht den Camino Frances - sondern im wesentlichen den nicht überlaufenen, umso schwierigeren Camino del Norte (Küstenweg) und den Camino Primitivo inklusive mehrerer Abstecher u.a. nach Loyola zum heiligen Ignatius (Gründer der Jesuiten) und in den Picos de Europa nach Santo Toribio de Liebana mit der Kreuzreliquie Jesu, später nach Covadonga, dem berühmten Marien-Wallfahrtsort und selbstverständlich auch nach Oviedo mit dem Schweißtuch Jesu.

 

  • Hubert Liebherr: „Leichter Einstieg in tiefe Wahrheiten des Glaubens."
  • Christoph Kardinal Schönborn, Erzbischof von Wien: „Menschliche Grenzerfahrungen voller Humor, Kameradschaft und Bewunderung."

 

Fazit. Ein beeindruckender Film. Unbedingt anschauen.

Bettina Selby - 1994

Der Jakobsweg. Mit dem Fahrrad nach Santiago de Compostela

Englische Originalausgabe Pilgrim`s Road, 1994. Für alle diejenigen interessant, die nur ein wenig zurück in die Geschichte des Pilgerns eintauchen wollen, ins letzte Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts.

Ein gelungenes Buch. 

Film. I`ll push you - 2017

Der Jakobsweg, zwei beste Freunde und ein Rollstuhl

Fazit für mich: Daumen nach unten.

Domenico Laffi - 1660

A Journey to the West - 1997

Übersetzt von James Hall. Laffi (italienischer Priester) pilgerte 3 x, jeweils mit verschiedenen Begleitern, nach Santiago in 1666, 1670 und 1673.

Immer von seinem Heimatort Bologna aus. Für ihn  begann der Camino Frances in Pamplona. Bitte auch nachblättern via Menüpunkt JAKOBSWEGE. GESTERN UND HEUTE > Weg des Domenico Laffi.

 

Meine Bewertung: Unbedingt besorgen.

Gonzalo Torrente Ballester - 1948                   

Santiago de Compostela. Ein Pilgerlesebuch 

Die Originalausgabe erschien 1948 unter dem Titel Compostela y su angel. 2007 sorgte der Verlag Ludwig aus Kiel für die deutsche Übersetzung. Torrente Ballester, ein Cervantes-Preisträger, verschweigt nicht, dass er gläubiger Katholik ist: "(...) wer sich jedoch einzig und allein auf wissenschaftliche Erklärungen verlässt, wird nur sehr wenig über (Santiago de) Compostela erfahren."

 

Torrente geht detailliert auf die Chronik derjenigen Könige, Bischöfe und Architekten ein, die Compostela erbauten, er erwähnt berühmte königliche Pilger, für ihn sind auch die Ordensgründer Dominikus und Franzi von Asissi in Santiago gewesen. Er beschreibt die Stadt zu Zeiten des Verfassers des Codex Calixtinus, geht auf die schönsten Jakobswunder ein, stellt sich romanhaft eine mittelalterliche Pilgerfahrt vor, beschreibt das Besondere der Jakobsmuschel, und last but not least gibt er dem Pilger ein Vademekum, eine Reisehandbuch an die Hand, darunter sechs spirituelle Hinweise, et ecetera.

 

Für Prof. Javier Gomez-Montero von der Uni Kiel ist dieses erstmalig in 1948 editierte Buch nicht nur nach wie vor aktuell, noch mehr sei es als eine Fundgrube lokalgeschichtlicher, städtebaulicher und volkskundlicher Episoden zu betrachten. Gonzalo Torrente Ballester bediene den zeitgenössischen Gusto, wenn er sich an den Schatz mittelalterlicher Erzähltraditionen anlehne, um uns deren Reiz auf seine Art genießen zu lassen.

 

Mein Diktum. Diejenigen, die sich abseits der Mainstreamliteratur bewegen wollen, sollten unbedingt das Buch kaufen: "Denn das Mittelalter war herrlich."

Vera und Hellmut Hell - 1964                                 

Die große Wallfahrt des Mittelalters - 1964 /1979

Im Vordergrund des Bildbands (Dritte überarbeitete und ergänzte Auflage 1979) steht die Kunst an den romanischen Pilgerstraßen durch Frankreich und Spanien nach Santiago de Compostela - natürlich die des Mittelalters. Gerade der französische Teil besticht durch detaillierte Beschreibungen der Kathedralen von beispielsweise Nevers, Clermont, Conques, Toulouse. Mehrere Stiche gehen komplettierend auf den religiösen Aspekt ein.

 

Gesamteindruck: Die alles relativierende wissenschaftliche Exegese hat hier noch keinen bestimmenden Einfluß genommen. Inwieweit der Bildband heute noch zu beziehen ist, vermag ich nicht zu sagen. Ich habe ihn vor Jahren gebraucht erwerben können mit dem schönen Beiwerk einer beglaubigten Compostela/Urkunde einer Pilgerin vom 22. Juli 1980.

Fazit: Kann man immer wieder durchblättern.

Paulo Coelho                                                 

Auf dem Jakobsweg - 1991

Dieses Buch hat mich, es war um die Jahrtausendwende, schlussendlich bewogen, mich näher mit dem Jakobsweg zu beschäftigen. Es faszinierte mit jeder Zeile. Paulo Coelho beschreibt seine persönlichen Pilgererlebnisse des Jahres 1986, in erster Linie seinen Kampf mit dem alter ego, mit Petrus, so nennt er ihn. Lesen Sie bitte selbst. 1987 erschien die Originalausgabe als "O Diario De Um Mago", 1991 als deutsche Erstausgabe mit dem Titel "Die heiligen Geheimnisse eines Magiers"; später dann, als das Pilgerfieber ausgebrochen war, trug es den Namen "Auf dem Jakobsweg - Tagebuch einer Pilgerreise nach Santiago de Compostela." Mir liegt die Ausgabe von 1999 vor, Diogenes Verlag AG Zürich.

 

Mein Diktum: Ein empfehlenswertes Buch, auch wenn der Autor mittlerweile zugegeben hat, nicht alle Strecken wirklich selbst gegangen, gepilgert zu sein. Das ist unerheblich.

Paolo Cauci von Saucken, Hrsg.               

Pilgerziele der Christenheit. Jerusalem. Rom. Santiago de Compostela - 1999

Zu Wort kommen Autoren vom Range eines Manuel C. Diaz y Diaz, Robert Plötz, Klaus Herbers, dem Herausgeber u.a.m.

Die Überschriften: Die Pilgerfahrt/Peregrinatio - Die Pilger/Peregrini - Die Pilgerwege/Itinera und die Heiligen Orte/Loca Sancta.

 

Meine Bewertung. Für den Geschichtsbewußten von großem Interesse.

Millan Bravo Lozano                                               

Der Jakobsweg. Ein Reiseführer für Pilger - 1993

Vermutlich werden viele Autoren bei der Abfassung Ihrer Reiseführer auf Millan Bravo Lozano zurückgegriffen haben. Besonders jene, die sich auch und gerade für die Zeugenberichte mittelalterlicher Pilger interessieren, wie mich. Lozano verstarb bereits in 1997. Die vorliegende Sonderausgabe ist sodann 1998 im Auftrag des Turespana (Tourismusbüro) editiert worden.

 

Bemerkenswert an diesem Führer ist, dass der Autor auch an die Autofahrer gedacht hat, die ihrerseits Pilger mit ihrem Auto begleiten;  also inkl. Angaben, wie man von der Landstraße immer wieder auf den Pilgerweg gelangt.

Meine Bewertung: Ein toller Reiseführer.

Edilesa - 1999 / 2. Ausgabe 2002

Der Pilgerweg nach Santiago

Über 500 Farbfotos. Der Leser wird auf diesen Seiten die verschiedenen Landstriche und Gegenden, sowie die Schönheiten, Kunst, Geschichte und die Legenden und Traditionen, die der Mensch im Laufe der Zeit geschaffen hat, kennelernen. Zu Fuß, im Auto oder Fahrrad. So die Beschreibung auf der Rückseite des von uns in 2006 in Santiago gekauften Bildbands.

Meine Bewertung: Ein inspirierender Bildbandmit tollen Texten.

Gioia und Nando Lanzi                                             

Der Jakobsweg. Geschichte und Kultur - 2012

Einband Rückseite: Wer sich nicht nur für die spirituelle Bedeutung des Jakobswegs interessiert, sondern auch für die kulturellen und historischen Hintergründe, sollte zu diesem reich bebilderten Buch greifen.

Der Bildband beschreibt natürlich den Camino Frances, aber auch den Camino de la Plata, auch mozarabischer Weg genannt, von Sevilla bis Alija del Infantado, den nördlichen oder kantabrischen Weg von Irun bis Oviedo, den katalanischen Weg von Barcelona bis Saragossa. Die Fotos/Abbildungen sind durchweg spitze.

 

Meine Bewertung: Ein klasse Bildband. Nicht umsonst ist das Werk von der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft Darmstadt (WBG) resp. vom Primus Verlag 2012 in Deutschland editiert worden; in Italien 2011.

Das italienische Autorenpaar veröffentlichte zahlreiche Bücher zur Geschichte der Religiösität und zum Pilgerwesen, die in mehreren Sprachen übersetzt wurden.

Klaus Herbers und Robert Plötz - 20./21. Jh.

Pilgerführer Liber Sancti Jacobi, 12. Jh.

Wer sich intensiv mit der Geschichte des Camino de Santiago auseinandersetzen will, kommt an diesen Autoren nicht vorbei. Sie übersetzten den Liber Sancti Jacobus /Codex Calixtinus ins Deutsche. Davon zeugt u.a. die im Auftrag der Deutschen St. Jakobus-Gesellschaft herausgegebene Reihe der Jakobus-Studien (Narr Verlag). An dieser Stelle seien nur zwei Bücher erwähnt: Band 8 (1. Auflage 1997, 2. Auflage 2018) mit dem Titel Libellus Sancti Jacobi mit Auszügen aus besagtem Jakobusbuch des 12. Jahrhunderts und Band 19 mit der Überschrift Pilgerheilige und ihre Memoria (2012).

Der 2008 bei Reclam verlegte Pilgerführer aus dem 12. Jh. - Der Jakobsweg - geht zunächst intensiv auf die Predigt des Papstes Calixtinus (Veneranda dies) ein, beschreibt in Folge des Papstes Niederschriften zu den  Tagesstrecken des Jakobswegs, Orte, Landschaften, Erbauer, Basilika/Kathedrale in Compostella, etc.

Mein Fazit: Unbedingt erwerben, sofern man über das Mainstreamwissen hinaus in die mittelalterliche Geschichte des Camino de Santiago einsteigen will, ungeachtet der Tatsache, dass die genannten Protagonisten vieles gerne durch ihre heutige, wissenschaftlich gefärbte Brille sehen.

Gideo Lewis-Kraus                                                

Die irgendwie richtige Richtung - 2013

Interview in der Literarischen Welt, Ausgabe vom 5. Oktober 2013, Seite 10:

 

Ich bin dann mal zurück. Wo geht`s nach Heute?

Fragen an den Amerikaner Gideon Lewis-Kraus, der auf zeitgemäße Weise pilgert - von Jan Küveler. (Suhrkampverlag, 384 Seiten) 

Für Lewis-Kraus ist die Sache klar, es kommt auf die Rückkehr an. Deshalb machte er sich dreimal auf den Weg, einmal nach Santiago de Compostela.

 

Reisen als Suche, Abenteuer oder Flucht und Vermeidung?

"Ich stellte die vertraute Struktur der Pilgergeschichte auf den Kopf. Wenn du nur über eine Reise schreibst, bist du versucht, mit der freudigen Erregung der Ankunft aufzuhören. Du schreibst nie darüber, was passiert, wenn du in deinen Alltag zurückkehrst. Etwa ob es dir gelingt, dieses neue Gefühl der Erregung und Ausgeglichenheit mitzunehmen. Dass passt zur typischen Abenteuergeschichte: Man zieht mit einem klaren Ziel los, überwindet Widrigkeiten und kehrt glorreich heim."

 

Es kommt also auf die Rückkehr an?

"Ja, denn erst da wird deutlich, ob es sich tatsächlich um eine erfolgreiche Suche gehandelt hat oder doch nur um eine Flucht. (…)"

 

Kann ein Ort einen Menschen verändern?

"(…) kaum jemals so, wie sich dieser Mensch das vorgestellt hat. Die besten Erfahrungen, die man an einem Ort machen kann, regen uns zu der Frage an, für welche unserer Hoffnungen die neue Umgebung eigentlich die Verantwortung übernehmen sollte."

Losgehen, um anzukommen - 2008

DIE FASZINATION DES PILGERNS. Mit Beiträgen von Hape Kerkeling, Geoffrey Chaucer, Ignatius von Loyola, Robert Louis Stevenson, Franz Werfel, Gonzalo Torrente Ballester, Cees Nooteboom, Paulo Coelho, Shirley MaLaine, Bettina Selby, Matilde Asensi, Carmen Rohrbach, Tim Moore, Christian Jostmann, Iny Lorentz, Coline Sereau.

Fazit: Für diejenigen gedacht, die sich einen kurzen Überblick verschaffen wollen.

Piper Verlag, München, 2008.

Rachel Joyce                                                

Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry - 2012

The Unlikely Pilgrimage of Harold Fry. 4. Auflage: Juli 2012. Deutsche Ausgabe: S. Fischer Verlag, Frankfurt.

 

Zitat Einband Rückseite: "Eigentlich wollte er nur zum Briefkasten. Dann geht er 1000 Kilometer zu Fuß. Von Südengland bis an die schottische Grenze - eine Reise fürs Leben, eine Geschichte von Tapferkeit, Betrug, Liebe, Loyalität und einem ganz unscheinbaren Paar Segelschuhen."

 

Ein berührender, lesenswerter Roman.

Elke und Peter Schulze                           

Reisebericht Westwärts nach Galicien - 2006

Pilger auf den Spuren vergangener Zeitzeugen                            nach Santiago de Compostela

Westwärts nach Galicien

Pilger auf den Spuren vergangener Zeitzeugen

nach Santiago de Compostela

 

Achthundert Kilometer Faszinierendes, Eindrucksvolles, Meditatives, Spirituelles, Mythisches, Traumhaftes, Leichtes, Anstrengendes, Schmerzhaftes, Liebevolles, Unvergessliches, Geschichtliches, Religiöses, Mystisches, Kulturelles. 

 

Von den Pyrenäen bis zum Grab des heiligen Jakobus nach Compostela. Achthundert Kilometer reich an Historie, (mittelalterlichen) Geschichten und Heiligenlegenden. Von Navarra, durch die Rioja, via Burgos und León, den Provinzstädten von Kastilien-León, durch unendlich scheinende Getreidefelder der Meseta, der heißen spanischen Hochebene, durch das Land der Maragatos, über die Montes de León mit dem Cruz de Ferro, auf dem Camino duro nach O Cebreiro, durch mittelalterlich anmutende, verarmte Bauerndörfer ins hügelige, grüne, bewaldete, häufig regnerische Galicien.

Die skizzierten persönlichen Erlebnisse, Erfahrungen, Eindrücke und Gefühle werden immer wieder von eingestreuten Berichten aus (mittelalterlicher) Geschichte, Kultur und Religion unterbrochen, aufgelockert; vgl. dazu den Menü-Hauptpunkt REISEBERICHT WESTWÄRTS.

 

Fazit: Für diejenigen Pilger interesant, die immer `mal wieder ins Mittelalter eintauchen wollen, den Pilgerweg nicht als Wanderweg begreifen.