PILGER AUF DEN SPUREN VERGANGENER ZEITZEUGEN NACH SANTIAGO DE COMPOSTELA

WESTWÄRTS NACH GALICIEN. WARUM ÜBERHAUPT PILGERN? ÜBER GOTTES NATUR STAUNEN. - bitte scrollen -

Der Jakobsweg führt Menschen zusammen. "Was zögerst du? Freund des Heiligen Jakobus. Brich' auf nach Santiago de Compostela, dort, wo sich alle Völker treffen." - Codex Calixtinus

Padron. Santiaguino do Monte. Jakobusstatue mit Steinkreuz.

 

"So wie Jesus auf seinem Weg nach Jerusalem von Stadt zu Stadt und Dorf zu Dorf zog und lehrte (Lk 13,22), sind auch wir in der Welt nur auf der Durchreise, auf der Pilgerschaft.

 

Der Berg der Verklärung steht für die Sehnsucht nach einer zukünftigen Welt, in der keiner mehr weinen muss, außer vor Freude. Was bleibt, sind die Bilder eines Himmels, der sich zuweilen öffnet." - TV-Dokumentation.

Der Herr sprach zu Abra(ha)m: "Geh`fort aus deinem Land, aus deiner Verwandtschaft ... in das Land, das ich dir zeigen` werde. ... Ein Segen sollst du sein." Genesis 12,1.

 

„Nicht der Weg ist das Schwierige, vielmehr ist das Schwierige der Weg“ - Soeren Kierkegaard, 1813-1855; dänischer Philosoph, christlicher Schriftsteller, ev. Theologe.

 

In der Welt nur auf der Durchreise. So ist es nicht verwunderlich, dass Literaten aller Zeiten wie Augustinus, Dante oder auch Luther, diesen Terminus in ihren Werken verarbeiteten, nämlich das menschliche Leben als Pilgerreise begreifen. Sehr schön dokumentiert im sog. Beresina-Lied aus 1812: *)

 

"Unser Leben gleicht der Reise eines Wandrers in der Nacht.Jeder hat in seinem Gleise, etwas, das ihm Kummer macht. Aber unerwartet schwindet vor uns Nacht und Dunkelheit, und der Schwerbedrückte findet Linderung in seinem Leid. Mutig, mutig, liebe Brüder, gebt das bange Sorgen auf: Morgen steigt die Sonne wieder freundlich an dem Himmel auf. Darum laßt uns weitergehen, weichet nicht verzagt zurück! Dort in jenen fernen Höhen wartet unser noch ein Glück."

 

*) Beresina-Lied: inspiriert von Klaus Herbers`Vorwort zum Buch von Yves Bottineau Der Weg der Jakobspilger aus 1983. Vollständiger Text: Wikipedia (10.11.22). I;

WER NACH SANTIAGO DE COMPOSTELA PILGERT, KANN NICHT DER GLEICHE BLEIBEN

Iglesia Nuestra Señora de la Asunción. Rabanal del Camino.

 

Die Webseite möchte Menschen erreichen, für die der Jakobusweg eine Lebensphilosophie bleibt.

 

Menschen, die sich von der ursprünglich christlichen Vergeistigung dieses Pilgerwegs angesprochen fühlen.

 

Menschen, die sich die Frage stellen, warum ausgerechnet dieser im Mittelalter begründete christ-katholische Camino de Santiago auch noch heute die modernen von der Aufklärung geprägten Menschen fasziniert.

Menschen, die sich von den Worten Papst Johannes Pauls II. 2  berühren lassen: Von Santiago aus ruf ich dich, altes Europa, liebevoll auf: Finde wieder zu dir selbst, kehre zu deinen Ursprüngen zurück.“ 6

 

Menschen auf der Pilgerschaft zum Grab des Apostels Jakobus des Älteren nach Compostela, wie Millionen der vergangenen Jahrhunderte.

 

Menschen, die das Pilgern auf dem Jakobusweg gleichsam als eine Fortsetzung der Pilgerschaft der Kinder Adams, der Kinder Abrahams,  des Patriarchen Jakob (Sohn des Isaak und der Rebekka) begreifen.

 

Menschen, die sich an die Pilgerschaft Jesu zum Tempel von Zion erinnern; an Jesu Christi Worte: Geht zu allen Völkern.

 

Menschen, die sich mitnehmen lassen wollen auf einem achthundert Kilometer langen Weg von den Pyrenäen nach Galicien. 

Menschen, die mitfühlen ob der körperlichen Anstrengungen, die dieser Weg nach Santiago letztlich abfordert. 

 

Menschen, die die Einsamkeit genießen. „Die Stille ist der Ort des Wortes Gottes, und der Pilger muss es auf dem Weg seiner Pilgerschaft meditieren, wie es auch die Jünger von Emmaus (Lk 24,33-35) taten. (…) Auf der Suche nach dem Guten und der Wahrheit, und um die Zusammenhänge zu erkennen.“ 3

 

Menschen, die sich faszinieren lassen von unterschiedlichen Landschaften, von mittelalterlich anmutenden Dörfern und Plätzen. Menschen, die sich neugierig den wuchtigen, imposanten und zugleich wunderschönen Sakralbauten nähern.

 

Menschen, die vorurteilslos in die Kultur und in die Geschichte Spaniens eintauchen und gleichermaßen wissen wollen, wie sich das  heutige Spanien dem mittelalterlich begründeten Jakobusweg stellt.

 

Menschen, die ihre Pilgerschaft nicht als eine Flucht, nicht als Selbstzweck begreifen, nicht sich selbst zum Ziel machen.

 

Menschen, die ihre Pilgerschaft als Suche nach der größeren Wahrheit  verstehen.

Pilger und Pilgerinnen, die sich die Fähigkeit des Staunens bewahrt haben: "Wer nach Santiago pilgert, kann nicht der gleiche bleiben."5

Sie alle finden den Weg nach Compostela.

 

E ultreia! E sus eia! Deus aia nos y Sant`iago.

Weiter!4 Auf geht’s! Gott steh uns bei und Sankt Jakob!

 

Buen Camino - Totus Tuus

Peter Schulze

LASST UNS ALSO PILGERN. Der Zauber des Camino de Santiago

Cruz de Ferro. Eisenkreuz. Für viele Pilger das Highlight auf dem Camino.

 

DER JAKOBSWEG ÜBT EINE UNGEBROCHENE FASZINATION AUS.

Millionen Menschen gingen den Camino de Santiago. Millionen werden es weiterhin tun. Sie kommen aus Europa, von Übersee, von allen Kontinenten. Viele sehen in dem Jakobusweg den eigentlichen Vorläufer der Einheit Europas.

 

Ganz sicher ist der Jakobsweg nicht der schönste Weg der Welt. Oft sind Strecken dabei, die an öde Landschaften erinnern, oder Industriegebiete, entlang vorbeibrausender Autofahrer oder auf asphaltierten Wegen. Wer schöne Wege wandern will, der fühlt sich im Mittelgebirge wie in den Alpen bestens aufgehoben. Und dennoch: Niemand kann sich dem Zauber des Weges, der besonderen Atmoshäre des Camino entziehen, ob nun die Langstreckenwanderer oder die religiös motivierten Pilger.

 

NOLENS VOLENS - DER WEG HAT EIN ZIEL

Der Gedanke an die zigtausend Pilger der vergangenen Jahrhunderte, die just auf diesem Weg ihre Schritte setzten, voller Hoffnung, in Compostela Linderung von ihren Nöten zu erhalten, Heil gesucht, um Vergebung gebeten haben, wird nachdenkliche Pilger berühren. Der Camino bleibt unvergessen. Gerade die der Kirche (noch) Fernstehenden können sich von den Worten des Erzbischofs von Santiago, Msgr. Julian Barrio Barrio, angesprochen fühlen, allemal vom letzten Satz; zu Papier gebracht in seinem Brief zum Compostelanischen Jahr 2010:

 

  • "So ist der Weg nach Santiago für den, der im Geist und in der Wahrheit pilgert, ein geeigneter Ort, um mit Gott ins Gespräch zu kommen;
  • er ist ein Zeichen, das ihm hilft, sich von Gott geschaffen durch Christus befreit zu fühlen.
  • Und er ist eine Erfahrung, in der der Pilger lernt, zu geben und zu empfangen."

 

ACHTHUNDERT strapaziöse KILOMETER

liegen vor dem Pilger *) mit schroffem Hochgebirge, sattgrünen Ebenen, grandiosen Landschaften. Faszinierende Gegensätze moderner Städte mit abgelegenen Dörfern, wo die Zeit stillgeblieben scheint.

 

ACHTHUNDERT KILOMETER von NAVARRA

durch La Rioja, via Burgos und León, den Provinzstädten von Kastilien-León, durch unendlich scheinende Getreidefelder der Meseta, der heißen spanischen Hochebene, durch das Land der Maragatos, über die Montes de León mit dem Cruz de Ferro, auf dem Camino duro, dem harten Weg nach O Cebreiro, durch mittelalterlich anmutende, verarmte Bauerndörfer ins hügelige, grüne, bewaldete, häufig regnerische Galicien, zum Grab des Apostels Jakobus.

 

ACHTHUNDERT KILOMETER reich an HISTORIE,

Geschichten, Heiligenlegenden, sichtbar in den romanischen und gotischen Gotteshäusern. Immer dabei im Fokus der Pilger die Jungfrau Maria und der pilgernde Jakobus zur Ehre Jesu Christi, dem Weltenherrscher, dem Pantokrator, umrahmt von seinen Aposteln, Jüngern, Evangelisten und den Protagonisten des Alten Testaments.

 

ACHTHUNDERT PILGERKILOMETER FASZINIERENDES,

Eindrucksvolles, Meditatives, Spirituelles, Traumhaftes, Leichtes, Anstrengendes, Schmerzhaftes, Liebevolles, Unvergeßliches — bis zum Grab des heiligen Jakobus nach Santiago de Compostela.

 

*) Das hier benutzte generische Maskulinum impliziert prinzipiell beide Geschlechter.

Ergriffen vor der Kathedrale stehen: Ziel der Jakobuspilger

ALLEN PILGERN GEMEINSAM ist die ERGRIFFENHEIT und Dankbarkeit, wenn sie schlussendlich mit Tränen in den Augen vor der Kathedrale von Santiago de Compostela stehen, inmitten anderer Pilger, fremde oder jene, die mit ihnen einige Strecken gegangen sind, erfüllt vom Erlebten des Weges, ergriffen vom Erreichten. Später werden sie im Pilgergottesdienst staunend das Weihrauchfaß (Botafumeiro) beobachten, das Vaterunser in der eigenen Sprache beten.

 

Mit einem Male ist alle Mühsal vergessen, das stundenlange Gehen, das Drücken des Rucksacks, die Schmerzen, die Fußblasen, die Hitze, der peitschende Regen, die Berge, das Geröll, das "sinnlose" Dahintrotten, die Gedanken über den vorzeitigen Abbruch, das Schnarchen der Mitpilger, der "Kampf" um einen Herbergsschlafplatz, das laute Geschnatter auf dem Weg.

 

Jetzt, nach der Pilgermesse in der Kathedrale, zählt in der Gesamtschau nur noch die Zufriedenheit über das Erreichte. Der Jakobsweg ist besonders, auf keinem anderen Wanderweg sind diese Emotionen spürbar, nirgendwo spüren die Menschen, was ein Weg an ihnen als Pilger bewirkt.

 

RÜCKKEHR. ZU HAUSE

Das auf dem Camino erlebte Wir-Gefühl wird der Pilger mit nach Hause nehmen. Die vielen Wir-Erlebnisse, die er zuvor zu Hause möglicherweise für undenkbar gehalten hat, wird er back home in seine neue Lebensplanung einfließen lassen - für ein bewußteres Leben mit engagierten, neuen Zielen.

 

Dazu Papst Benedikt XVI. am 6. November 2010 in Santiago:

  • "Diese Begegnung kann die Pilger nicht unberührt lassen.
  • Die Pilger werden in ihre Heimat zurückkehren, wie die Jünger von Emmaus (Verf.: Lukas 24, 13-35) nach Jerusalem zurückgekehrt sind."
  • Und weiter gleichsam als Rubrum jeder persönlichen Pilgerwanderung:
  • Wer nach Santiago pilgert, kann der der gleiche bleiben!"

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Und dennoch: "Warum"?

Warum lassen sich so viele areligiös geprägte Menschen auf das Wagnis ein, den christlich grundierten Jakobsweg zu gehen?

Matagrande. Auf dem Weg von Atapuerca nach Burgos. Nur wenige Pilger beachten das Kreuz, streben vorüber. Vielleicht war es an diesem Tag noch zu früh, ein Gebet zu sprechen.

 

Warum lassen sich also viele areligiös geprägte Menschen auf das Wagnis ein, den christ-katholisch grundierten Jakobsweg zu gehen? Nicht wenige gehen ja den kompletten Camino Frances, den Französischen Weg, von St.-Jean-Pied-de-Port aus.

 

WARUM? Auf Schritt und Tritt, 800 Kilometer lang, im Fokus katholische Kirchen, Kathedralen, Kreuze, Kapellen, katholische Pilgerherbergen, Reste katholischer Kloster-Ruinen, Templer-Burgen, etc.

 

Warum? Sich möglicherweise doch die Frage aller Fragen stellen, der man ja bewußt/unbewußt immer aus dem Weg gegangen ist: Wo komme ich her, wo gehe ich hin, realiter auf dem Gipfel eines Berges, einer Anhöhe gestellt; die Rundumsicht lud dazu ein. Davor stand der harte Aufstieg, das "Fluchen" über die doch an sich sinnlosen Anstrengungen; der Abstieg mag entschädigen. Warum an gefährlichen, verkehrsreichen Straßen entlanglaufen? Warum öde Industrieviertel durchqueren, warum durch die langweilige heiße Meseta trotten? Womöglich meditativ. Tagaus, tagein das gleiche: Sonne vom Aufgang im Osten bis zum Niedergang im Westen - immer dem eigenen Schatten nach, unterbrochen von Nebel,  Dauerregen, Sturm, Schnee, Glatteis, Hunger, Durst, unerträglichen Schmerzen, Fußblasen, Krankheit, Arztbesuch, Medikamente kaufen.

 

Warum also? Nach Meinung vieler Sachbuch-Autoren sei doch der Apostel nie in Spanien gewesen, geschweige denn lägen seine Gebeine in der Krypta der Kathedrale in Compostela. Warum also? Nur der kostengünstigen Infrastruktur wegen? Weil es viele tun?

 

SCHAUEN wir uns die üblichen

PILGERFÜHRER an.

Für die meisten Pilger das Medium schlechthin, überhaupt etwas über den Apostel Jakobus zu erfahren. Umso trauriger, dass sich fast alle Autoren offensichtlich nicht die Mühe gemacht haben, selbst zu recherchieren, vielmehr Tradiertes, häufig Oberflächliches bereitwillig übernommen haben.

 

Dietrich Höllhuber – DumontAktiv

berichtet mit wohlgesetzten Worten von den Wundern des Camino de Santiago. Für ihn habe sich zwar das Ritual des Pilgerns im Detail geändert, die Grundformen seien aber in mehr als tausend Jahren gleich geblieben.

 

Raimund Joos – Outdoor

arbeitet sich gerne an der katholischen Kirche ab, Stichwort Machtanspruch. Er bewertet, bleibt nicht objektiv: „Die Form der spirituellen Motivation hat sich mit der Zeit natürlich gewandelt. Religiöser Zwang und Höllenangst spielen heute wohl nur noch in bedauerlichen Einzelfällen eine Rolle.“

Man muss das eigentlich nicht kommentieren. Man merkt dem Autor an, dass er sich mit der mittelalterlichen Geschichte überhaupt nicht ernsthaft beschäftigt hat. Sein Wissen hierüber ist rudimentär. Nachsatz 25./26. Januar 2021. Der Autor beklagt in einem Pilgerforum die Scheinheiligkeit der Kirche wie die Kommerzialisierung.

 

Cordula Rabe – Rother

gibt einen guten und sehr ins Detail gehenden mehr oder weniger neutral gehaltenen Überblick der Geschichte des Jakobswegs. Sie vermeidet persönliche Anmerkungen.

 

John Brierley – Terzium

mutet seinen Lesern viele tradierte Fehlinformationen zu, beispielhaft manifestiert in seinen ausgesprochen negativ grundierten Äußerungen betreffend die Templer und Königin Isabella die Katholische. Er versteigt sich gar zu der Behauptung, die Mauren seien liberale Herrscher gewesen; die Christen hätten ihren Glauben während der moslemischen Herrschaft völlig frei praktizieren können, während die erste Judenvertreibung von christlichen Westgoten initiiert worden sei. Fake.

 

Ein einziges Wort genügt der Beschreibung, nämlich Aberwitz – Geschichte teils total auf den Kopf gestellt. Fokussiert sich der Pilger allerdings ausschließlich auf Brierleys Pilgerwegsbeschreibungen, so wird er profitieren.

 

Marion Golder - Dumont

spricht von der Strahlkraft des Camino de Santiago, erwähnt die wie an einer Perlenschnur gereihten stimmungsvollen romanischen Kirchen und Klöster. Bemerkenswert ihre Kathedral-Beschreibungen. Sie blickt relativ objektiv auf die Geschichte des Landes wie auf den Jakobsweg und seinen Protagonisten Jakobus. So vermeidet sie es wohltuend, geschichtliche Ereignisse in Abrede zu stellen resp. mit Fragezeichen zu versehen.

WARUM ALSO?

Der Jakobsweg führt Menschen zusammen ...

... auf einzigartige Art und Weise: Junge, Ältere, Christgläubige, Nichtgläubige, alle Berufsgruppen, Studenten, Manager ...

San Anton. Klosterruine. Auf dem Weg von Hontanas nach Castrojeriz.

 

JAKOBSWEGE.

UNESCO-WELTKULTURERBE.

WELTERBE DER MENSCHHEIT

  • Spanischer Hauptweg seit 1993.
  • Französische Pilgerstraßen nach Santiago seit 1998.
  • Weitere spanische Pilgerrouten seit 2015.

 

PAPST JOHANNES PAUL II.

am 9. November 1982 in SANTIAGO DE COMPOSTELA

  • "Die Pilgerfahrt nach Santiago war eines der wichtigsten Elemente zur Förderung des gegenseitigen Verständnisses so unterschiedlicher Völker,
  •  (…) Sie brachte die Menschen einander näher, verband und einigte sie."

WER TRIFFT SICH? Beispiel 2019

Studenten (18% von 347.578 Pilgern und Pilgerinnen). Lehrer (7,16%). Ruheständler (13,23%). Beamte (5,36%). Hausfrauen (1,91%). Manager (1,81%). Künstler (0,94%). Arbeitslose (1,25%). Priester (0,47%). Ordensleute, Mönche, Nonnen (0,36%). Landwirte (0,36%). Soldaten (0,14%). Profisportler (0,16%). Schauspieler/Künstler (0,94%). Arbeiter (1,16%). Freie Berufe (14,23%). Angestellte (23,81%). Techniker (9,67%).

 

AUF DEM CAMINO ZÄHLT NUR DER MENSCH

Alle Pilger sind gleich. Alle Pilger sind unabhängig von der gesellschaftlichen Stellung, unabhängig von der kulturellen Prägung, unabhängig von Religion, Sprache, Alter, Geschlecht, Beruf, Kleidung, GPS- und Mobile-Ausstattung. Nicht das Sein zählt, nicht das Haben. Das macht menschliche Begegnung einfach. Ob der Pilger Gott sucht oder einfach nur sich selbst, ob er überhaupt Menschen treffen will oder bewußt die Einsamkeit sucht für das Gespräch mit Gott. Margit Fischer-Blatt fügt in ihrem Essay in der Tagespost vom 10. März 2020 - Der Weg hat ein Ziel - folgende schöne Gedanken hinzu:

Es gibt keine Hierarchien, wohl aber die "Vollmacht", das Charisma der Glaubenskraft, Hilfsbereitschaft und Achtsamkeit, mit der Menschen einanderstärken.

... regt zum Meditieren an.

Werde der, der du bist. Auf dem Weg. In der Pilgermesse.

WERDE DER, DER DU BIST. So übersetzte Friedrich Nietzsche (Philosoph; 1844 - 1900) für seinen Zarathrusta die Maxime des griechischen Denkers Pindar (522 - 446 vor Christus): "génoi' oíos essí mathón".

 

Become such as you are, having learned what that is.

BEGINNE ZU ERKENNEN, WER DU BIST.

Welcher Abschnitt des Camino Frances als der der Meseta bietet sich denn besser an, darüber nachzudenken, was du eigentlich willst, welche Ziele noch auf dich warten, wie du zu Hause deinen Nächsten begegnen willst.

 

ECHTER CAMINO AUF DER MESETA

Einsamkeit. Eintönigkeit. Hitze. Gleichmut. Keine Abwechslung. Stille.

  • Die Stille ist der Ort des Wortes Gottes, und der Pilger muss auf dem Weg seiner Pilgerschaft meditieren, wie es auch die Pilger von Emmaus taten. 
  • Im Wort Gottes begegnen wir einer Art und Weise, uns verschiedene menschliche Erfahrungen aufzeigen zu lassen auf der Suche nach dem Guten und der Wahrheit,
  • und um die Zusammenhänge zu erkennen,

so Erzbischof Julian Barrio, Santiago de Compostela, in seinem Pastoralbrief zum Heiligen Compostelanischen Jahr 2010.

 

STILLE genießen

Bruno von Köln (1027 bis 6. Oktober 1101) gibt den Kartäusern *) das Geschenk der großen Stille.

  • Sie schweigen. Die Lippen sind verschlossen.
  • Der Mensch kann mit verschlossenen Lippen nur den Buchstaben "M" sagen.
  • Die Erfahrung göttlicher Wirklichkeit läßt sich nicht in Worte fassen.
  • Und wenn die Lippen sich öffnen, beginnen sie, mit Worten das Unsagbare zu stammeln:
  • Jesus Christus hat das Reich Gottes verkündet.

 

Mitten in der Nacht rufen sie (die Kartäuser) zu Gott:

  • Herr, öffne meine Lippen. Damit mein Mund Dein Lob verkünde. - Psalm 51,17.
  • Kommt, laßt uns jubeln vor dem Herrn. - Psalm 95.
  • Und dann öffnen sie ihre Lippen zum großen Lobgesang.

Quelle: Betrachtungen von Hermann Rieke-Benninghaus, 2020. *) Kartäuser: Ordo Cartusiensis - von Bruno gegründet mit äußerst strenger Lebensweise/Askese. Der Film Die große Stille aus 2005, ausgezeichnet mit dem bayerischen Filmpreis 2005 und dem europäischen Filmpreis 2006, dokumentiert das Leben der Mönche recht anschaulich; gedreht in der Großen Kartause bei Grenoble.

 

GEBET AUS SÜDAFRIKA betrachten

LASS MICH ACHTSAMER GEHEN, HERR!

  • "Lass mich achtsamer gehen, Herr.
  • Entlaste das eilige Schlagen meines Herzens durch das Stillwerden meiner Seele.
  • Lass meine hastigen Schritte stetiger werden mit dem Blick auf die weite Zeit der Ewigkeit.
  • Gib mir inmitten der Verwirrung des Tages die Ruhe der ewigen Berge.
  • Löse die Anspannung meiner Nerven und Muskeln durch die sanfte Musik der singenden Wasser, die in meiner Erinnerung lebendig sind.
  • Lass mich die Zauberkraft des Schlafes erkennen, die mich erneuert.
  • Lehre mich die Kunst des freien Augenblicks.
  • Lass mich achtsamer gehen, um eine Blume zu sehen, ein paar Worte mit einem Freund zu wechseln, einen Hund zu streicheln, ein paar Zeilen in einem Buch zu lesen.
  • Lass mich achtsamer gehen, Herr, und
  • gib mir den Wunsch,
  • meine Wurzeln tief in den ewigen Grund zu senken, damit ich empor wachse zu meiner wahren Bestimmung."

Quelle: Webseite Bistum Mainz

 

SICH SELBST ERKENNEN - AUF DEM JAKOBSWEG

Jesu Anspruch "Tut Buße! Kehrt um!" ist weitgehend in Vergessenheit geraten; bei Klerikern, Bischöfen wie Priestern, bei den Gläubigen. Warum? Man stört sich an der Begrifflichkeit "Buße". Man setzt Buße mit Strafe gleich. Völlig falsch. Richtig verstanden, so die wörtliche Übersetzung des griechischen Wortes Μετάνοια für Buße, bedeutet Buße Um-Denken, den Blick wenden, Sinnesänderung: Sich selbst sehen, wie man ist. Sich selbst ins Gesicht sehen müssen.

 

Und dieser Weg zur Selbsterkenntnis fängt an mit der zumindest temporären Abkehr von der Welt, die uns auf sich fokussiert und uns hindert, uns selbst wahrzunehmen.

 

Notger Slenczka,

Professor für Systematische Theologie an der evangelisch-theologischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin, führt weiter aus, dass wir diesen Weg schmerzhafter Selbsterkenntnis gerne bei anderen sehen, manifestiert in den politischen und kirchlichen und persönlichen Tribunalen der Gegenwart. Nein, nicht andere zur Selbsterkenntnis treiben, so dass alle sehen, wie sie sind. Er schließt mit den schönen Worten: "Ego te absolvo." - Christi Leib, für dich (für mich) gegeben, zur Vergebung der Sünden. Oder: "Der Gekreuzigte ist auferstanden." Quelle: Die Welt, 27. März 2021, S. 2. Fasten, eine Gebrauchsanweisung.

ÜBER DIE CHRISTENVERFOLGUNG VON HEUTE nachdenken, die keiner im Westen wahrhaben will. Über 300 Mio. Christen weltweit.

Matthäus-Evangelium 10, 16-23.

VORBEMERKUNGEN

Der geneigte Leser, die geneigte Leserin wird unschwer festgestellt haben, dass mir die Thematik WELTWEITE CHRISTENVERFOLGUNG besonders zusetzt. Kirche, Gläubige, Medien und Politik (EU-Kommission inklusive) scheuen dieses Thema, wie der Teufel das Weihwasser. Das hat Gründe, wenn man sich vor Augen führt, in welchen Staaten in Nahost, Afrika wie Arabien die Christen besonders leiden.

Ein Kirchenbeauftragter für einen ARD-Regionalsender ließ sich von mir erst  dann überzeugen, als ich ihm die Zitate des Präsidenten des Jüdischen Weltbundes Ronald S. Lauder zumailte; vgl. Interview im "Spiegel" in 2014 abdruckte.

 

"SPIEGEL"-AUSGABE 50.2014

(…) Wenn aber gleichzeitig unzählige Christen

in Israels Nachbarländern umgebracht werden, bleiben die Straßen (in Deutschland) leer, die Politiker schweigen, die Leitartikler der Zeitungen haben scheinbar wichtigere Dinge zu kommentieren.

Und wo sind all die Rockstars und Schauspieler,

die ständig im Namen der Menschenrechte von ihren Regierungen verlangen, Israel mit Sanktionen zu belegen, wenn es um das Morden in Syrien und im Irak geht?

 

Martin Niemöllers berühmtes Zitat 

kommt mir oft in den Sinn:

  • „Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen,
  • ich war ja kein Kommunist.
  • Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen,
  • ich war ja kein Sozialdemokrat.
  • Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, 
  • ich war ja kein Gewerkschafter.
  • Als sie mich holten,
  • gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“

 

(…) Junge Mädchen werden IS-Kämpfern als Sexsklavinnen gegebenChristen werden gekreuzigt.  (…) Vor 75 Jahren schaute die Welt weg. Heute muss sie mutig handeln, bevor es zu spät ist.

PREPARE FOR PERSECUTION - Deutsche Übersetzung unten

Catholic Daily Reflections - July 8, 2022
Friday of the Fourteenth Week of Ordinary Time

 

Jesus said to his Apostles: “Behold, I am sending you like sheep in the midst of wolves; so be shrewd as serpents and simple as doves. But beware of men, for they will hand you over to courts and scourge you in their synagogues, and you will be led before governors and kings for my sake as a witness before them and the pagans.  Matthew 10:16-18

 

"Imagine yourself being a follower of Jesus at the time He was preaching.  Imagine that there is much excitement about Him and great hopes that He will be the new King and is the Messiah.  There would be much hope and excitement about what is to come.  

But then, out of the blue, Jesus gives this sermon.  He says that His followers will be persecuted and scourged and that this persecution will continue over and over.  This must have made His followers stop and seriously question Jesus and wonder if it was worth following Him.

 

The persecution of Christians has been alive and well throughout the ages.  It has happened in every time and in every culture.  It continues to be alive today.  So what do we do with that?  How do we respond?

 

Many Christians can fall into the trap of thinking that Christianity is all about simply “getting along.”  It’s easy to believe that if we are loving and kind then everyone will also love us.  But that’s not what Jesus said.

 

Jesus made it clear that persecution is going to be a part of the Church and that we should not be surprised when this happens to us.  We should not be surprised when those within our culture step on us and act maliciously.  When this happens it is easy for us to lose faith and to lose heart.  We can get discouraged and feel like turning our faith into a hidden life we live.  It’s hard to live our faith openly knowing that the culture and world does not like that and won’t accept it.

 

The examples are all around us.  All we have to do is read the secular news to be made aware of a growing hostility toward the Christian faith.  For that reason, we need to heed Jesus’ words today more than ever.  We need to be aware of His warning and have hope in His promise that He will be with us and will give us the words to say when we need it.  More than anything, this passage calls us to hope and confidence in our loving God.

 

Reflect, today, on how ready and willing you are to face the hostility of the world.  You should not react with similar hostility, rather, you must strive to have courage and strength to endure any and every persecution with the help, strength and wisdom of Christ.

 

PRAYER. Lord of perfect strength, give me strength, courage and wisdom as I live my faith in a world hostile to You.  May I respond with love and mercy in the face of harshness and misunderstanding.  Jesus, I trust in You."

 

DEUTSCHE ÜBERSETZUNG - CATHOLIC DAILY REFLECTIONS

"BEREITEN SIE SICH AUF DIE VERFOLGUNG VOR"

Jesus sagte zu seinen Aposteln: „Siehe, ich sende euch wie Schafe inmitten von Wölfen; seid so schlau wie die Schlangen und einfältig wie die Tauben. Aber hüte dich vor Menschen, denn sie werden dich den Gerichten ausliefern und dich in ihren Synagogen geißeln, und du wirst um meinetwillen vor Statthalter und Könige geführt werden als Zeuge vor ihnen und den Heiden.“  Matthäus 10:16-18

 

Stellen Sie sich vor, Sie wären ein Nachfolger Jesu zu der Zeit, als er predigte. Stellen Sie sich vor, dass es viel Aufregung um ihn gibt und große Hoffnungen, dass er der neue König und der Messias sein wird. Es würde viel Hoffnung und Aufregung darüber geben, was kommen wird.  

 

Aber dann hält Jesus aus heiterem Himmel diese Predigt. Er sagt, dass seine Nachfolger verfolgt und gegeißelt werden und dass diese Verfolgung immer und immer wieder andauern wird. Das muss seine Nachfolger dazu gebracht haben, innezuhalten und Jesus ernsthaft in Frage zu stellen und sich zu fragen, ob es sich lohnt, ihm nachzufolgen.

 

Die Verfolgung von Christen war zu allen Zeiten lebendig und gut. Es ist zu jeder Zeit und in jeder Kultur passiert. Es ist bis heute lebendig. Also was machen wir damit? Wie reagieren wir?

 

Viele Christen können in die Falle tappen, zu denken, dass es beim Christentum nur darum geht, „auszukommen“. Es ist leicht zu glauben, dass jeder uns auch lieben wird, wenn wir liebevoll und freundlich sind. Aber das hat Jesus nicht gesagt.

 

Jesus machte deutlich, dass Verfolgung ein Teil der Kirche sein wird und dass wir uns nicht wundern sollten, wenn uns das passiert. Wir sollten uns nicht wundern, wenn Menschen in unserer Kultur auf uns zugehen und böswillig handeln. Wenn dies geschieht, verlieren wir leicht den Glauben und den Mut. Wir können entmutigt werden und Lust bekommen, unseren Glauben in ein verborgenes Leben zu verwandeln, das wir leben. Es ist schwer, unseren Glauben offen zu leben, wenn man weiß, dass die Kultur und die Welt das nicht mögen und nicht akzeptieren werden.

 

Die Beispiele sind überall um uns herum. Wir brauchen nur die weltlichen Nachrichten zu lesen, um auf eine wachsende Feindseligkeit gegenüber dem christlichen Glauben aufmerksam zu machen. Aus diesem Grund müssen wir Jesu Worten heute mehr denn je Beachtung schenken. Wir müssen uns seiner Warnung bewusst sein und auf sein Versprechen hoffen, dass er bei uns sein und uns die Worte geben wird, die wir sagen können, wenn wir sie brauchen. Mehr als alles andere ruft uns dieser Abschnitt zur Hoffnung und zum Vertrauen auf unseren liebenden Gott auf.

 

Denken Sie heute darüber nach, wie bereit und willens Sie sind, sich der Feindseligkeit der Welt zu stellen. Sie sollten nicht mit ähnlicher Feindseligkeit reagieren, sondern müssen sich bemühen, Mut und Kraft zu haben, um jede Verfolgung mit der Hilfe, Kraft und Weisheit Christi zu ertragen.

 

GEBET: Herr der vollkommenen Stärke, gib mir Kraft, Mut und Weisheit, während ich meinen Glauben in einer Dir feindlich gesinnten Welt lebe. Möge ich angesichts von Härte und Missverständnissen mit Liebe und Barmherzigkeit reagieren. Jesus, ich vertraue auf dich.

ÜBER GOTTES NATUR STAUNEN

Traumhafter Sonnenaufgang hinter Morgade - kurz vor sieben Uhr.

 

Staunend Gottes Natur erleben. Selbst der eingefleischte Atheist (gr.: atheos: gottlos; an sich und in sich schon ein Widerspruch, denn: indem er, der Atheist, die Existenz eines Gottes verneint oder verleugnet, hat er sich ja schon mit Gott auseinandergesetzt) wird nicht umhinkönnen, sich irgendwann der Frage zu widmen, wessen Werk er da eigentlich bestaunt: eines Nichts, „keine Ahnung“, „auf jeden Fall keines Gottes!?“ - Er wird nachdenken müssen.

 

Das soll uns Gottgläubige an den trinitarischen, dreifaltigen Gott (bitte scrollen) mit Gott Vater, Gottes Sohn Jesus Christus und Heiliger Geist jetzt nicht weiter tangieren.

 

Mein Natur-Schlüsselerlebnis darf ich der Etappe von Rabanal del Camino nach Molinaseca zuschreiben, genauer gesagt den endlos schönen Minuten hinauf zum Cruz de Ferro – in 2006. Ich zitiere aus der 26. Etappe.

 

„Schnell sind die Rucksäcke gepackt, die Wanderstiefel geschnürt, das tags zuvor aufgeladene Mobile in die Tasche gesteckt. Es ist dunkel. Na klar, ist ja auch erst viertel vor sechs. Klar auch, dass es um diese Uhrzeit kein Frühstück gibt. Keiner stört uns. Hoffentlich finden wir den Weg nach Molinaseca.

 

Elke schreitet voran, sie hat die besseren Augen, sie genießt die Stille, ich konzentriere mich auf den Weg — über die einsamen Montes de León. Die Gedanken nehmen ihren Lauf. Elke erzählt mir von ihren Beweggründen, sie hat ihren Gott längst gefunden, sie will ihm danken. Ich gebe zu, mir schwirrt der Kopf: Gottsuche, Vernunft, Selbstfindung, 7-Jahres-Rhythmus.

 

Ein tiefes Gefühl durchströmt mich, wie schön kann doch die Welt sein, wie schön Fauna wie Flora. Gut, dass keine Bergbahn hieraufführt. Zum ersten Mal in meinem Leben achte ich penibel darauf, nicht einmal eine Ameise zu zertreten. Man wird ja immer wieder gefragt, Was hat dir denn der Weg gebracht, bist du ein anderer Mensch geworden?“ Ich weiß, diese beiden Stunden des Meditierens, der Gespräche mit Elke, auf dieser speziellen Etappe, weit und breit keine lärmenden Touristen, werden mir immer gegenwärtig bleiben. Danke.

 

Das Cruz de Ferro liegt in Sichtweite vor uns, nach zwei Stunden und 342 Höhenmetern auf 1504 m; für mich der Höhepunkt schlechthin. Zu Hause werde ich meine Fotoshow mit der Musik von Emerson, Lake & Palmer: Fanfare for the Common.“

 

Franziska Harter drückt es in ihrem Aufsatz

für die Tagespost vom 21. Juli 2022 poetischer aus. Sie zitiert dabei Robert Stephenson Smyth Baden-Powell, dem Begründer der Pfadfinder: Gott habe den Menschen „neben den gedruckten Büchern und außer der Offenbarung noch das große Buch der Natur zu lesen gegeben.“ Die Berührung mit der Natur, ihrer Schönheit und überwältigenden Größe bringe Demut und Ehrfurcht hervor und schaffe damit eine Grundlage für die Gottesbewegung.

 

Frau Harter spricht die Familie an, speziell die Kinder, ich die Jakobspilger, für die ihr persönlicher Camino letztlich auf ein Ziel ausgerichtet ist, das Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela, was keinesfalls ausschließt, auch und gerade den Weg als Ziel zu betrachten: Auf den Wind in den Bäumen zu lauschen, auf raschelnde Blätter, auf das Rauschen eines Baches, auf Vogelgezwitscher. Einfach einmal stehenbleiben, hören, meditieren, schauen, die Natur bewußt wahrnehmen, die Meseta in ihrer kargen Schönheit ….: Staunendes Schweigen, ein Gebet sprechen. Warum nicht am Abend beim Pilgermenü die Mitpilger in Deine, in Ihre Gedanken einbeziehen, sie darauf ansprechen? Staunendes Schweigen. Verlegenheit. Gekünsteltes Auflachen!? Macht doch nichts. Der Samen ist gelegt, auch wenn man/frau es nicht sofort bemerkt.

 

Ganz sicher wird nämlich eine/r der Lärmenden nachts beim Hinübergleiten in den Schlaf über Sie, über Dich und Deine Gedanken nachdenken: ob der Jakobsweg wohl doch nicht nur aus Fun und Pilgermenü inkl. Rotwein besteht? Sehnsu

MIT PETRUS UND PAULUS in die nächste Etappe

Jesus übergibt Petrus den Schlüssel. Perugino und Helfer, ca. 1481/82. Fresko 335x550 cm, Sixtinische Kapelle, Vatikanstadt.

 

"Und ich sage dir nun: Du bist Petrus. Auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen. Ich will dir die Schlüssel des Himmelreiches geben. Was immer du auf Erden binden wirst, soll (auch) im Himmel gebunden sein, und was immer du auf Erden lösen wirst, soll(auch) im Himmel gelöst sein." - Mt. 16,18,19.

Apostelgeschichte (Apg) 12,1-11. + Brief des Apostels Paulus an Timotheus (Tim) 4,6-8.17-18. Matthäus-Evangelium Mt 16,13-19.

 

Proclaiming the Gospel - Wednesday, June 29, 2022

Solemnity of Saints Peter and Paul, Apostles

 

 “And so I say to you, you are Peter, and upon this rock I will build my Church, and the gates of the netherworld shall not prevail against it.”  Matthew 16:18 

 

"The Church, throughout the ages, has been hated, misunderstood, slandered, ridiculed, and even attacked. Though sometimes ridicule and rebuke come as a result of the personal faults of Her members, most often the Church has been and continues to be persecuted because we have been given the mission of clearly, compassionately, firmly, and authoritatively proclaiming, with the voice of Christ Himself, the truth which liberates and sets all people free to live in unity as children of God. 

 

Ironically, and sadly, there are many in this world who refuse to accept the Truth. There are many who instead grow in anger and bitterness as the Church lives out Her divine mission. 

 

What is this divine mission of the Church? Her mission is to teach with clarity and authority, to pour forth God’s grace and mercy in the Sacraments, and to shepherd God’s people so as to lead them to Heaven. It is God who gave the Church this mission and God who enables the Church and Her ministers to carry it out with courage, boldness and fidelity. 

 

Today’s Solemnity is a very appropriate occasion to reflect on this sacred mission.  Saints Peter and Paul are not only two of the greatest examples of the Church’s mission, but they are also the actual foundation upon which Christ established this mission. 

 

First, Jesus Himself in today’s Gospel said to Peter, “And so I say to you, you are Peter, and upon this Rock I will build my Church, and the gates of the netherworld shall not prevail against it. I will give you the keys to the Kingdom of Heaven. Whatever you bind on earth shall be bound in Heaven; whatever you loose on earth shall be loosed in Heaven.” 

 

In this Gospel passage, “the Keys to the Kingdom of Heaven” are given to the first pope of the Church. St. Peter, the one entrusted with the divine headship of the Church on Earth, is given the authority to teach us all we need to know in order to attain Heaven.  It’s clear from the earliest days of the Church, that Peter passed these “Keys to the Kingdom,” this “ability to authoritatively bind and loose,” this divine gift that today is called infallibility, on to his successor, and he on to his successor and so forth until today. 

There are many who get angry at the Church for clearly, confidently and authoritatively proclaiming the liberating truth of the Gospel. This is especially true in the area of morality. Often, when these truths are proclaimed, the Church is attacked and called every sort of slanderous name in the book. 

 

The primary reason that this is so sad is not so much that the Church is attacked, Christ will always give us the grace we need to endure persecution.  The primary reason this is so sad is that most often those who are the angriest are, in fact, those who need to know the liberating truth the most. Everyone needs the freedom that comes only in Christ Jesus and the full and unaltered Gospel truth that He has already entrusted to us in Scripture and that He continues to make clear to us through Peter in the person of the Pope. Furthermore, the Gospel does not ever change, the only thing that changes is our ever deeper and clearer understanding of this Gospel. Thanks be to God for Peter and for all of his successors who serve the Church in this essential role. 

 

St. Paul, the other Apostle we honor today, was not himself entrusted with the keys of Peter, but was called by Christ and strengthened by his ordination to be an Apostle to the Gentiles. St. Paul, with much courage, traveled throughout the Mediterranean to bring the message to all he met. In today’s Second Reading, St. Paul said of his journeys, “The Lord stood by me and gave me strength, so that through me the proclamation might be completed and all the Gentiles might hear” the Gospel. And though he suffered, was beaten, imprisoned, ridiculed, misunderstood and hated by many, he was also an instrument of true freedom to many. Many people responded to his words and example, radically giving their lives over to Christ.

We owe the establishment of many new Christian communities to St. Paul’s tireless efforts. When facing the opposition of the world, Paul said in today’s epistle, “I was rescued from the lion’s mouth. The Lord will rescue me from every evil threat and will bring me safe to his heavenly kingdom.” 

 

Both St. Paul and St. Peter paid for their faithfulness to their missions with their lives. The First Reading spoke of Peter’s imprisonment; the epistles reveal Paul’s hardships. In the end, both became martyrs. Martyrdom is not a bad thing if it is the Gospel for which you are martyred. 

 

Jesus says in the Gospel, “Fear not the one who can bind your hand and foot, rather fear him who can throw you into Gehenna.” And the only one who can throw you into Gehenna is yourself because of the free choices you make. All we ultimately need to fear is wavering from the truth of the Gospel in our words and deeds. 

 

The truth must be proclaimed in love and compassion; but love is not loving nor is compassion compassionate if the truth of the life of faith and morals is not present. 

 

On this feast of Saints Peter and Paul, may Christ give all of us, and the entire Church, the courage, charity, and wisdom we need to continue to be the instruments that set the world free.

 

Lord, I thank You for the gift of Your Church and the liberating Gospel it preaches.  Help me to always be faithful to the truths You proclaim through Your Church.  And help me to be an instrument of that truth to all in need of it.  Jesus, I trust in You."

... beeinflusst/e die Gesellschaft

... von Anfang an; beginnend im 9. Jahrhundert, verstärkt im 11./12. Jahrhundert. ... das ganze christliche Europa und darüber hinaus umfassend und ergreifend -  bis heute.

 

Architektur, Bildhauerkunst, Baumeister, Musik, Wissenschaft, Literatur, Politik und Wirtschaft. Alle gesellschaftlichen Bereiche sind erfasst, ob man es nun wahrhaben will oder nicht.

... konfrontiert mit der Geschichte

Beispiel Hospital de Orbigo auf dem Weg von Leon nach Astorga:

Ritter Suero de Quionones kämpft 1434 mit pilgernden Rittern.

 

Beeindruckend die mittelalterliche Brücke mit 20 Bögen. Warum nicht einige Minuten stehenbleiben? Drei

geschichtliche Ereignisse gilt es zu erinnern.

 

a) Berühmt geworden

durch den leonesischen Ritter Suero de Quinones. Er soll während des Heiligen Jahres 1434 in der Zeit vom 10. Juli bis 9. August auf dieser Brücke alle vorbeikommenden pilgernden Ritter herausgefordert und, so heißt es, dreihundert Lanzen siegreich geritten haben. Er tat dies aus seiner Verpflichtung einer Dame gegenüber. Die Besiegten wiederum verpflichtete er, fortan keine Pilger mehr zu berauben, sodass diese weiter ungehindert nach Santiago reisen konnten. Er selbst pilgerte im Anschluss der Wettkämpfe zum Sant`iago nach Compostela. Das Blaue Band der Dame mit der Liebeserklärung an ihren Ritter soll in der Reliquienkapelle von Santiago aufbewahrt sein.

 

b) Eintausend Jahre zuvor

soll sich 434 n. Chr. auf der Brücke ein fürchterliches Gemetzel abgespielt haben. Die Westgoten schlachteten die hier lebenden Sueben ab.

c) Und schlußendlich hatte König Alfons III. (9./10. Jh.) die Brücke als Schauplatz für seinen Kampf gegen die Mauren genutzt; während die Bewohner des Landstrichs sie seit römischer Zeit als Teil einer Viehtrasse ansahen.

Lasst uns also pilgern

Hieronymus Münzer, 15. Jahrhundert

"Wie sehr ist dieser heilige Ort (Santiago de Compostela) zu verehren, in dem die heiligsten Gebeine des Apostels, die Gott in seinem Fleisch berührten, begraben liegen. Deshalb erstrahlt der große Jakobus in Galicien durch Wunder, und er erstrahlt ebenso an anderen Orten."

 

Lass uns also pilgern - im wahren Pilgergeist:

  • Unterdrückung der Laster
  • Abtötung des Fleisches
  • Hervorhebung der Tugenden
  • Vergebung der Sünden
  • Buße der Reumütigen
  • Weg der Gerechten
  • Liebe zu den Heiligen
  • Glaube an die Auferstehung
  • Ferne von der Hölle
  • und Gewährung des Himmelreichs

Quelle: Der Reisebericht des Hieronymus Münzer. Ein Nürnberger Arzt auf der Suche nach der Wahrheit in Westeuropa (1494/95). Narr Francke Attempto Verlag, Tübingen 2020.

 

Aaron C. Leaman, 2017

Der Autor der Doku LOOKING FOR INFINITY: EL CAMINO. Auf der Suche nach Unendlichkeit ergänzt "seinen Kollegen" aus dem 15. Jh.:

  • "If you walk as a tourist,
  • shopping all the time spending money,
  • you will be the same person, no changes.
  • Then El Camino was worthless.
  • It`s an incredible experience."

 Mehr über diesen Film vgl. Webseite LITERATUR. DVD. KINOFILME.

VORBEREITUNG der Pilger und Pilgerinnen

Einfach losgehen, wird selten funktionieren. Eine gute Vorbereitung ist wichtig. Welche Motivation treibt mich an? Der Weg verändert. "Wer nach Santiago pilgert, kann nicht gleiche bleiben."

 

Bitte nachschlagen unter:

 

THEMEN IM ÜBERBLICK

Bitte zunächst dazu oben links in der vertikalen Spalte den Menüpunkt WEBSEITEN JAKOBSWEG anklicken.

 

Erläuterungen

Santiago el Mayor. Rom. Iglesia de Santa Maria de Montserrat. Kirche der Spanier.

 

Erläuterungen

*) gemeint ist in diesem Fall die Kathedrale von Santiago. Zu sehen ist das Santiaguino do Monte von Padron - Caminho Portugues. Text einer TV-Sendung entnommen.

 

1 Bitte weiterlesen im REISEBERICHT WESTWÄRTS  (Haupt-Menüzeile oben) Etappe 25: Nadel und Faden. Wichtige Utensilien des Jakobswegs.

 

2 Große europäische Rede des Papstes in Santiago anlässlich des Heiligen Compostelanischen Jahres 1982; vgl. Menüpunkt JAKOBSWEGE.GESTERN UND HEUTE Johannes Paul II. am 9. November 1982: „Ich sehe….“

 

3 Rede/Pastoralbrief des Erzbischofs von Santiago de Compostela Julian Barrio Barrio zum Heiligen Compostelanischen Jahr 2010. Die deutsche Übersetzung des Pastoralbriefes, zu beziehen vom Bischöflichen Ordinariat der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Hauptabt. IV, trägt den Titel: PILGER DES GLAUBENS UND ZEUGEN DES AUFERSTANDENEN CHRISTUS.

 

4 Pilgergruß E ultreia. Elisabeth  Alferink gibt in ihrem Büchlein "Auf den Spuren des Jakobus", 2006, Verlag Katholisches Bibelwerk Stuttgart, folgende Erklärung: "Möglicherweise entstammt der Ursprung dem Griechischen. Dann würde die Vorsilbe „eu“- gut und das Wort „latreia“ - Gottesdienst oder Dienst bedeuten. Die gesamte Pilgerschaft wird damit als Gottesdienst verstanden." Macht Sinn.

Ein anderer Buchautor beruft sich auf einen spanischen Herbergsverwalter, der darlegte, dass der Gruß "Ultreya" dem mittelalterlichen Latein des Liber Sancti Jacobi/Codex Calixtinus (12. Jh.) zu entnehmen sei. Es meine soviel wie: weiter beherzt voraus, mit der Pilgerreise fortfahren.

 

5 Ansprache Papst Benedikt XVI. am 6. November 2010 in Santiago de Compostela; vgl. Menüpunkt PAPST BENEDIKT XVI. UND DER JAKOBSWEG.

 

6 Erzbischof Julian Barrio von Santiago 2018 in Straßburg (CNA ...).