PILGER AUF DEN SPUREN VERGANGENER ZEITZEUGEN NACH SANTIAGO DE COMPOSTELA

Westwärts nach Galicien

Der Zauber des Camino. Der Jakobsweg führt Menschen zusammen. Pilgerführer zum christlich grundierten Jakobsweg. Vorbereitung.

Einstimmung

"Wir sind in der Welt nur auf der Durchreise, auf der Pilgerschaft.

Der Berg der Verklärung steht für die Sehnsucht nach einer zukünftigen Welt, in der keiner mehr weinen muss, außer vor Freude.

Was bleibt, sind die Bilder eines Himmels, der sich zuweilen öffnet.

„Nicht der Weg ist das Schwierige, vielmehr ist das Schwierige der Weg“ - Soeren Kierkegaard, 1813-1855; dänischer Philosoph, christlicher Schriftsteller, Theologe.

 

Der Herr sprach zu Abra(ha)m: "Geh fort aus deinem Land, aus deiner Verwandschaft ... in das Land, das ich dir zeigen werde. ... Ein Segen sollst du sein." Genesis 12,1.

WER NACH SANTIAGO DE COMPOSTELA PILGERT, KANN NICHT DER GLEICHE BLEIBEN

Die Webseite möchte Menschen erreichen, für die der Jakobusweg eine Lebensphilosophie bleibt.

 

Menschen, die sich von der ursprünglich christlichen Vergeistigung dieses Pilgerwegs angesprochen fühlen.

 

Menschen, die sich die Frage stellen, warum ausrechnet dieser im Mittelalter begründete christlich-katholische Camino de Santiago auch noch heute die modernen von der Aufklärung geprägten Menschen fasziniert.

Menschen, die sich von den Worten Papst Johannes Pauls II. 2  berühren lassen: Von Santiago aus ruf ich dich, altes Europa, liebevoll auf: Finde wieder zu dir selbst, kehre zu deinen Ursprüngen zurück.“ 6

 

Menschen auf der Pilgerschaft zum Grab des Apostels Jakobus des Älteren nach Compostela, wie Millionen der vergangenen Jahrhunderte.

 

Menschen, die das Pilgern auf dem Jakobusweg gleichsam als eine Fortsetzung der Pilgerschaft der Kinder Adams, der Kinder Abrahams,  des Patriarchen Jakob (Sohn des Isaak und der Rebekka) begreifen.

 

Menschen, die sich an die Pilgerschaft Jesu zum Tempel von Zion erinnern; an Jesu Christi Worte: Geht zu allen Völkern.

 

Menschen, die sich mitnehmen lassen wollen auf einem achthundert Kilometer langen Weg von den Pyrenäen nach Galicien. 

Menschen, die mitfühlen ob der körperlichen Anstrengungen, die dieser Weg nach Santiago letztlich abfordert. 

 

Menschen, die die Einsamkeit genießen. „Die Stille ist der Ort des Wortes Gottes, und der Pilger muss es auf dem Weg seiner Pilgerschaft meditieren, wie es auch die Jünger von Emmaus (Lk 24,33-35) taten. (…) Auf der Suche nach dem Guten und der Wahrheit, und um die Zusammenhänge zu erkennen.“ 3

 

Menschen, die sich faszinieren lassen von unterschiedlichen Landschaften, von mittelalterlich anmutenden Dörfern und Plätzen. Menschen, die sich neugierig den wuchtigen, imposanten und zugleich wunderschönen Sakralbauten nähern.

 

Menschen, die vorurteilslos in die Kultur und in die Geschichte Spaniens eintauchen und gleichermaßen wissen wollen, wie sich das  heutige Spanien dem mittelalterlich begründeten Jakobusweg stellt.

 

Menschen, die ihre Pilgerschaft nicht als eine Flucht, nicht als Selbstzweck begreifen, nicht selbst zum Ziel machen.

 

Menschen, die ihre Pilgerschaft als Suche nach der größeren Wahrheit  verstehen.

Pilger und Pilgerinnen, die sich die Fähigkeit des Staunens bewahrt haben: "Wer nach Santiago pilgert, kann nicht gleiche bleiben."5

Sie alle finden den Weg nach Compostela.

 

E ultreia! E sus eia! Deus aia nos y Sant`iago.

Weiter!4 Auf geht’s! Gott steh uns bei und Sankt Jakob!

 

Buen Camino - Totus Tuus

Peter Schulze

DER ZAUBER des CAMINO DE SANTIAGO

DER JAKOBSWEG ÜBT EINE UNGEBROCHENE FASZINATION AUS.

Millionen Menschen gingen den Camino de Santiago. Millionen werden es weiterhin tun. Sie kommen aus Europa, von Übersee, von allen Kontinenten. Viele sehen in dem Jakobusweg den eigentlichen Vorläufer der Einheit Europas.

 

Niemand kann sich dem Zauber des Weges entziehen, ob nun die Langstreckenwanderer oder die religiös motivierten Pilger. Der Camino bleibt unvergessen. Gerade die der Kirche (noch) Fernstehenden können sich von den Worten des Erzbischofs von Santiago, Juan Barrio Barrio, angesprochen fühlen, allemal vom letzten Satz; zu Papier gebracht in seinem Brief zum Compostelanischen Jahr:

 

  • So ist der Weg nach Santiago für den, der im Geist und in der Wahrheit pilgert, ein geeigneter Ort, um mit Gott ins Gespräch zu kommen;
  • er ist ein Zeichen, das ihm hilft, sich von Gott geschaffen durch Christus befreit zu fühlen.
  • Und er ist eine Erfahrung, in der der Pilger lernt, zu geben und zu empfangen.

 

ACHTHUNDERT strapaziöse KILOMETER

liegen vor dem Pilger mit schroffem Hochgebirge, sattgrünen Ebenen, grandiosen Landschaften. Faszinierende Gegensätze moderner Städte mit abgelegenen Dörfern, wo die Zeit stillgeblieben scheint.

 

ACHTHUNDERT KILOMETER von NAVARRA

durch La Rioja, via Burgos und León, den Provinzstädten von Kastilien-León, durch unendlich scheinende Getreidefelder der Meseta, der heißen spanischen Hochebene, durch das Land der Maragatos, über die Montes de León mit dem Cruz de Ferro, auf dem Camino duro, dem harten Weg nach O Cebreiro, durch mittelalterlich anmutende, verarmte Bauerndörfer ins hügelige, grüne, bewaldete, häufig regnerische Galicien, zum Grab des Apostels Jakobus.

 

ACHTHUNDERT KILOMETER reich an HISTORIE,

Geschichten, Heiligenlegenden, sichtbar in den romanischen und gotischen Gotteshäusern. Immer dabei im Fokus der Pilger die Jungfrau Maria und der pilgernde Jakobus zur Ehre Jesu Christi, dem Weltenherrscher, dem Pantokrator, umrahmt von seinen Aposteln, Jüngern, Evangelisten und den Protagonisten des Alten Testaments.

 

ACHTHUNDERT PILGERKILOMETER FASZINIERENDES,

Eindrucksvolles, Meditatives, Spirituelles, Traumhaftes, Leichtes, Anstrengendes, Schmerzhaftes, Liebevolles, Unvergeßliches — bis zum Grab des heiligen Jakobus nach Santiago de Compostela.

 

 

ALLEN PILGERN GEMEINSAM ist die ERGRIFFENHEIT

und Dankbarkeit, wenn sie dann schlussendlich mit Tränen in den Augen vor der Kathedrale von Santiago de Compostela stehen, inmitten anderer Pilger, die mit ihnen einige Strecken gegangen sind, erfüllt vom Erlebten des Weges, ergriffen vom Erreichten. Später dann im Pilgergottesdienst staunend das Weihrauchfaß (Botafumeiro) beobachten.

Mit einem Male ist alle Mühsal vergessen, das stundenlange Gehen, das Drücken des Rucksacks, die Schmerzen, die Fußblasen, die Hitze, der peitschende Regen, die Berge, das Geröll, das "sinnlose" Dahintrotten, die Gedanken über den vorzeitigen Abbruch, das Schnarchen der Mitpilger, der "Kampf" um einen Herbergsschlafplatz, das laute Geschnattere auf dem Weg.

 

Jetzt, nach der Pilgermesse in der Kathedrale, zählt in der Gesamtschau nur noch die Zufriedenheit über das Erreichte.

Und dennoch: "Warum"?

Warum lassen sich so viele areligiös geprägte Menschen auf das Wagnis ein, den christlich grundierten Jakobsweg zu gehen?

Matagrande. Auf dem Weg von Atapuerca nach Burgos. Nur wenige Pilger beachten das Kreuz.  Vielleicht war es zu früh zu meditieren. Vielleicht an anderer Stelle.

 

Warum lassen sich also viele areligiös geprägte Menschen auf das Wagnis ein, den katholisch grundierten Jakobsweg zu gehen? Nicht wenige gehen ja den kompletten Französischen Weg von St.-Jean-Pied-de-Port aus.

 

WARUM? Auf Schritt und Tritt, 800 Kilometer lang, im Fokus katholische Kirchen, Kathedralen, Kreuze, Kapellen, katholische Pilgerherbergen, Reste katholischer Kloster- Ruinen, Templer-Burgen, etc.

Nach Meinung vieler Sachbuch-Autoren sei doch der Apostel nie in Spanien gewesen, geschweige denn lägen seine Gebeine in der Krypta der Kathedrale in Compostela.

 

SCHAUEN wir uns die üblichen

PILGERFÜHRER an.

Für die meisten Pilger das Medium schlechthin, überhaupt etwas über den Apostel Jakobus zu erfahren. Umso trauriger, dass sich alle Autoren offensichtlich nicht die Mühe gemacht haben, selbst zu recherchieren, vielmehr Tradiertes bereitwillig übernommen haben.

 

Dietrich Höllhuber – DumontAktiv

berichtet mit wohlgesetzten Worten von den Wundern des Camino de Santiago. Für ihn habe sich zwar das Ritual des Pilgerns im Detail geändert, die Grundformen seien aber in mehr als tausend Jahren gleich geblieben.

 

Raimund Joos – Outdoor

arbeitet sich gerne an der katholischen Kirche ab, Stichwort Machtanspruch. Er bewertet, bleibt nicht objektiv: „Die Form der spirituellen Motivation hat sich mit der Zeit natürlich gewandelt. Religiöser Zwang und Höllenangst spielen heute wohl nur noch in bedauerlichen Einzelfällen eine Rolle.“ Anmerkung: Die frühen Pilger waren christgläubig unter Implizierung einer intensiven Marienverehrung.

 

Cordula Rabe – Rother

gibt einen guten und sehr ins Detail gehenden mehr oder weniger neutral grundierten Überblick der Geschichte des Jakobswegs. Sie vermeidet persönliche Anmerkungen.

 

John Brierley – Terzium

mutet seinen Lesern viele tradierte Fehlinformationen zu, beispielhaft manifestiert in seinen ausgesprochen negativ grundierten Äußerungen betreffend der Templer resp. Königin Isabella die Katholische. Er versteigt sich gar zu der Behauptung, die Mauren seien liberale Herrscher gewesen, sodass die Christen ihren Glauben während der moslemischen Herrschaft völlig frei praktizieren konnten, während die christlichen Westgoten die erste Judenvertreibung initiiert hätten.

 

Ein einziges Wort genügt der Beschreibung: Aberwitz – teils Geschichte total auf den Kopf gestellt. Fokussiert sich der Pilger allerdings ausschließlich auf Brierleys Pilgerwegsbeschreibungen, so wird er profitieren.

 

WARUM ALSO?

Der Jakobsweg führt Menschen zusammen ...

... auf einzigartige Art und Weise: Junge, Ältere, Christgläubige, Nichtgläubige, alle Berufsgruppen ...

JAKOBSWEGE. UNESCO-WELTKULTURERBE.

WELTERBE DER MENSCHHEIT

  • Spanischer Hauptweg seit 1993.
  • Französische Pilgerstraßen nach Santiago seit 1998.
  • Weitere spanische Pilgerrouten seit 2015.

 

 

 

PAPST JOHANNES PAUL II.

am 9. November 1982 in SANTIAGO DE COMPOSTELA

  • "Die Pilgerfahrt nach Santiago war eines der wichtigsten Elemente zur Förderung des gegenseitigen Verständnisses so unterschiedlicher Völker,
  •  (…) Sie brachte die Menschen einander näher, verband und einigte sie."

WER TRIFFT SICH?

Studenten (in 2018: 18% von rd. 300.000 Pilgern). Lehrer (7%). Ruheständler (12%). Hausfrauen. Manager. Künstler. Arbeitslose. Priester. Ordensleute. Landwirte. Soldaten. Profisportler. Schauspieler. Beamte. Arbeiter. Selbstständige. Angestellte. Techniker.

Auf diesem Weg, dem Camino de Santiago, zählt nur der Mensch, die Pilgerin, der Pilger; unabhängig von der gesellschaftlichen Stellung.

... regt zum Meditieren an

Echter Camino auf der Meseta. Einsamkeit. Eintönigkeit. Hitze. Gleichmut. Keine Abwechslung. Stille.

  • Die Stille ist der Ort des Wortes Gottes, und der Pilger muss auf dem Weg seiner Pilgerschaft meditieren, wie es auch die Pilger von Emmaus taten. 
  • Im Wort Gottes begegnen wir einer Art und Weise, uns verschiedene menschliche Erfahrungen aufzeigen zu lassen auf der Suche nach dem Guten und der Wahrheit,
  • und um die Zusammenhänge zu erkennen“,

so Erzbischof Julian Barrio Barrio, Santiago de Compostela, in seinem Pastoralbrief zum Heiligen Compostelanischen Jahr 2010.

... beeinflusst die Gesellschaft

Von Anfang an. Beginnend im 9. Jahrhundert, verstärkt im 11./12. Jahrhundert. Das ganze christliche Europa und darüber hinaus ergreifend -  bis heute.

 

Architektur, Bildhauerkunst, Baumeister, Musik, Wissenschaft, Literatur, Politik und Wirtschaft. Alle gesellschaftlichen Bereiche sind erfasst, ob man es nun wahrhaben will oder nicht.

... konfrontiert uns mit der Geschichte

Hospital de Orbigo. Beeindruckend die mittelalterliche Brücke mit 20 Bögen. Warum nicht einige Minuten stehenbleiben? 

Drei geschichtliche Ereignisse gilt es zu erinnern.

Berühmt geworden durch den leonesischen Ritter Suero de Quinones. Er soll während des Heiligen Jahres 1434 in der Zeit vom 10. Juli bis 9. August auf dieser Brücke alle vorbeikommenden pilgernden Ritter herausgefordert und, so heißt es, dreihundert Lanzen siegreich geritten haben. Er tat dies aus einer Verpflichtung einer Dame gegenüber. Die Besiegten wiederum verpflichtete er, fortan keine Pilger mehr zu berauben, sodass diese weiter ungehindert nach Santiago reisen konnten. Er selbst pilgerte im Anschluss der Wettkämpfe zum Sant`iago nach Compostela. Das Blaue Band der Dame mit der Liebeserklärung an ihren Ritter soll in der Reliquienkapelle von Santiago aufbewahrt sein.

 

Eintausend Jahre zuvor soll sich 434 auf der Brücke ein fürchterliches Gemetzel abgespielt haben. Die Westgoten schlachteten die hier lebenden Sueben ab. Und schlußendlich hatte König Alfons III. (9./10. Jh.) die Brücke als Schauplatz für seinen Kampf gegen die Mauren genutzt; während die Bewohner des Landstrichs sie seit römischer Zeit als Teil des Viehtrasse Camino de la Canada ansahen.

VORBEREITUNG der PILGER

Einfach losgehen, wird selten funktionieren. Eine gute Vorbereitung ist wichtig. Aber sehen Sie selbst, an was Sie denken sollten. Der Menü-Punkt TRAVEL-INFOS  informiert Sie im Detail ebenso wie WISSENSWERTES UND AKTUELLES VOM JAKOBSWEG. 

THEMEN IM ÜBERBLICK

Bitte zunächst dazu oben links in der vertikalen Spalte den Menüpunkt WEBSEITEN JAKOBSWEG anklicken.

 

Erläuterungen

Santiago el Mayor. Rom. Iglesia de Santa Maria de Montserrat. Kirche der Spanier.

 

 

Erläuterungen

*) gemeint ist in diesem Fall die Kathedrale von Santiago. Zu sehen ist das Santiaguino do Monte von Padron - Caminho Portugues. Text einer TV-Sendung entnommen.

 

1 Bitte weiterlesen im REISEBERICHT WESTWÄRTS  (Haupt-Menüzeile oben) Etappe 25: Nadel und Faden. Wichtige Utensilien des Jakobswegs.

 

2 Große europäische Rede des Papstes in Santiago anlässlich des Heiligen Compostelanischen Jahres 1982; vgl. Menüpunkt JAKOBSWEGE.GESTERN UND HEUTE Johannes Paul II. am 9. November 1982: „Ich sehe….“

 

3 Rede/Pastoralbrief des Erzbischofs von Santiago de Compostela Julian Barrio Barrio zum Heiligen Compostelanischen Jahr 2010. Die deutsche Übersetzung des Pastoralbriefes, zu beziehen vom Bischöflichen Ordinariat der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Hauptabt. IV, trägt den Titel: PILGER DES GLAUBENS UND ZEUGEN DES AUFERSTANDENEN CHRISTUS.

 

4 Pilgergruß E ultreia. Elisabeth  Alferink gibt in ihrem Büchlein "Auf den Spuren des Jakobus", 2006, Verlag Katholisches Bibelwerk Stuttgart, folgende Erklärung: "Möglicherweise entstammt der Ursprung dem Griechischen. Dann würde die Vorsilbe „eu“- gut und das Wort „latreia“ - Gottesdienst oder Dienst bedeuten. Die gesamte Pilgerschaft wird damit als Gottesdienst verstanden." Macht Sinn.

Ein anderer Buchautor beruft sich auf einen spanischen Herbergsverwalter, der darlegte, dass der Gruß "Ultreya" dem mittelalterlichen Latein des Liber Sancti Jacobi/Codex Calixtinus (12. Jh.) zu entnehmen sei. Es meine soviel wie: weiter beherzt voraus, mit der Pilgerreise fortfahren.

 

5 Ansprache Papst Benedikt XVI. am 6. November 2010 in Santiago de Compostela; vgl. Menüpunkt PAPST BENEDIKT XVI. UND DER JAKOBSWEG.

 

6 Erzbischof Julian Barrio von Santiago 2018 in Straßburg (CNA ...).