Iglesia Nuestra Senora de la Asunción                 Navarrete. Botafumeiro.

Navarrete. Stadtbild mit der Kirche Mariä Aufnahme in den Himmel. Santa Maria de la Asunción. Die Ursprünge des Ortes gehen bis in das 11. Jahrhundert zurück - Grenznähe zu Navarra. König Alfonso VIII. ließ dank großzügiger Privilegien den Ort in 1195 wiederbevölkern. Sodann in den nachfolgenden Jahrhunderten Zankapfel mächtiger Adelsgeschlechter. In der Altstadt säumen Häuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert die Hauptstraße, die den Charme der Stadt ausmachen, so Bettina Marten in ihrem Kunst- und Kulturführer aus 2011 (Reclam).

 

In der Tat, kein normaler Tourist und/oder Pilger erwartet eine solche Kirche diesen Ausmasses in einem 3.000-Seelen-Ort; genauer gesagt das größte Altarretabel in der Region La Rioja.

Mit dem Bau der Pfarrkirche wurde 1553 n. Chr. unter Juan de Vallejo begonnen und 1645 durch Juan Perez de Solarte oder Pedro de Aguilera beendet. Sie besteht aus drei Schiffen, der Hauptaltar entstammt Ende des 17. Jahrhunderts (von Fernando de la Pena 1694 - 1698 ?) und zählt mit seinen vergoldeten salomonischen Säulen zu den bedeutendsten Barockaltären in der Provinz Rioja. In der Sakristei soll ein Triptychon (dreigeteiltes Gemälde oder Relieftafel) mit Darstellungen der Maria und der hll. Petrus und Johannes zu sehen sein.

 

Zurück zum Altarretabel. Es steigt bis zum Gewölbe auf, überall nur Gold, das einen schon fast erschlagen möchte. Unzählige Dekors mit Säulen, Weintrauben, Trauben, stilisierten Blüten, einer Friedenstaube und mehreren Reliefszenen. Wendet der Betrachter seinen Blick nach oben, so sieht er die Jungfrau Maria - begleitet von einer Heerschar von Engeln - gen Himmel schweben. Einige von ihnen zupfen an ihren Instrumenten. Sehenswert die Heiligen in den Bildnischen mit ihrer roten Gewandfarbe, hingegen der Apostel Jakobus, mit einem Stab in der linken Hand, in einer zurückhaltend grauen Farbe zu sehen ist. Ein Buntglasfenster zeigt ihn als Maurentöter, als Matamoros.

 

BOTAFUMEIRO - WEIHRAUCHWERFER

Seit Weihnachten 2018 ist ein silberner Weihrauchwerfer installiert; er wird zehn Mal im Jahr in Szene gesetzt; natürlich nicht so groß und schwer als derjenige in Santiago den Compostela, etwa 20kg. Vor allem am Tag des Jakobus, dem 25. Juli und des hl. Rochus am 16. August blitzt sein Können auf. Quelle für die Infos zum Altarretabel und Botafumeiro. Andreas Douve. 111 Orte am Jakobsweg. Emons Verlag, 2022. 

 

Domenico Laffi, der italienische Reiseschriftsteller und Priester, erwähnt den Ort in seiner Reisebeschreibung (A.D. 1670) "Viaggio in Ponente a San Giacomo di Galitia e Finisterrae." In James Halls englischer Übersetzung "A Journey to the West" heißt es auf Seite 127: "(...) We left the town and made for Navarrete, two leagues away. (...) It has a large, splendid church, which ist well maintained and well administered. (...) and then carried on towards Najera, three leagues away."

"Wir verließen die Stadt und machten uns auf nach Navarrete, zwei Meilen entfernt. (...) Es hat eine große, prächtige Kirche, die gut gepflegt und gut verwaltet ist. (...) und dann weiter nach Najera, drei Meilen entfernt."

Seine Etappe hatte ihn von Logrono über Navarrete nach Najera geführt, 26 Kilometer.  Mehr über Laffi finden Sie unter JAKOBSWEGE. GESTERN UND HEUTE > Hell leuchtendes Mittelalter. Pilgerwege mittelalterlicher Zeitzeugen. Weg des Domenico Laffi.  

Fotos:

Noch Ende des 17. Jahrhunderts erwiesen die Gläubigen Navarretes ihre Referenz der Gottesmutter und Jungfrau Maria mit einer der prachtvollsten Kirchen der Gegend und nannten sie Mariä Himmelfahrt (Aufnahme in die himmlische Herrlichkeit); scheuten keine Kosten: keine Verschwendung! Des weiteren gedachten sie der großen Kirchenlehrerin und Ordensgründerin Teresa von Avila, Spanien; großes Vorbild für Joseph Ratzinger/Papst Benedikt XVI.