„Als tiefes Schweigen das All umfangen hielt und die Nacht auf ihrem Weg die Mitte erreicht hatte, da kam, o Gott, dein allmächtiges Wort vom Himmel, von seinem Königsthron herab.“ -  Weish 18, 14 f.

KATHEDRALEN AM CAMINO

Einstimmung. La Virgen del Camino. Der Jungfrau Maria geweihte Gotteshäuser am Weg.

Die Auswahl der beschriebenen Kathedralen und Kirchen spiegelt unsere subjektive Auswahl wider. Mehrere der hier nicht genannten Gotteshäuser waren geschlossen - über die Jahre gesehen mit zunehmender Tendenz.

 

Viele Kirchen und Kapellen am Camino de Santiago sind der Madonna, der Jungfrau Maria geweiht, oder wie in der Überschrift vermerkt: Unserer Lieben Frau vom Weg / La Virgen del Camino. Nicht von ungefähr. Maria: Mittlerin aller Gnaden - Mediatrix omnium gratiarum.

 

Wie prinzipiell alle Päpste der Neuzeit, an erster Stelle nenne ich Pius XII., Johannes XXIII., Johannes Paul II., so ist auch Papst Benedikt XVI. ein großer Marienverehrer. Maria: Sitz der Weisheit - Sedes Sapientiae, so der Papst am 14. Dezember 2006. Warum? Benedikt XVI.: "Im Jesuskind, mit dem sie in nie endender stiller Zwiesprache stand, erkannte sie das menschliche Antlitz Gottes, sodass sich die geheimnisvolle Weisheit des Sohnes in den Geist und in das Herz der Mutter eingeprägt hat."

 

Der mittelalterliche Pilger

So ist nachvollziehbar, dass gerade der mittelalterliche Pilger, der die von den Steinmetzen jener Zeit kunstvoll in Szene gesetzten Figuren noch deuten konnte, sein unerschütterliches Vertrauen in die Gottesmutter setzte. Überall am Wegesrand sah er infolgedessen die Augen der Madonna, das Jesuskind im Arm, herabblicken von den Eremitagen, von den Kapellen, in den beeindruckend schönen und mächtigen Kathedralen.

 

Nicht auszuschließen, dass der mittelalterliche Pilger sich eines Bernhard von Clairvaux erinnerte, der seine Marienverehrung wie folgt zu Papier brachte:

  • "Maria nachfolgend, kommst du nicht ab vom Wege; sie bittend, wirst du nicht verzweifeln, sie festhaltend, wirst du nicht irregehen."

Bernhard von Clairvaux (1090-20.08.1153) war Gründerabt von Clairvaux, reformierte den Zisternzienserorden, ein großer Mariologe, als Kirchenlehrer der herausragende theologische Denker des Mittelalters schlechthin; bereits 1174 heilig gesprochen. 

 

Wer von uns modernen Menschen kann noch die Geschichte der Wandbilder, der Heiligenfiguren, Tiere, Altaraufsätze, Retabeln deuten, lesen? Wer von uns weiß um die Symbole der vier Evangelisten? 2 Wer kennt die Namen der Apostel? Wer weiß von den alttestamentarischen Propheten, von den Ältesten des Jüngsten Gerichts? Wer weiß um die mittelalterliche Christusdarstellung als Pantokrator, als Weltenherrscher? Vielleicht der religiös interessierte Kunststudent? Der theologisch Gebildete? Alles verschwimmt.

Alles wird zur profanen Kunst erklärt.

Nicht so von Peter Bieri (1944), Schweizer Philosoph und Schriftsteller, in seinem Roman Nachtzug nach Lissabon (2004), besser bekannt unter seinem Psyeudonym Pascal Mercier:

  • Ich möchte nicht in einer Welt ohne Kathedralen leben. Ich brauche ihre Schönheit und Erhabenheit.
  • Ich brauche sie gegen die Gewöhnlichkeit der Welt. Ich will zu leuchtenden Kirchenfenstern hinaufsehen und mich blenden lassen von den unirdischen Farben. Ich brauche ihren Glanz.
  • Ich will mich einhüllen lassen von der herben Kühle der Kirchen. Ich brauche ihr gebieterisches Schweigen.
  • Ich brauche es gegen das (…) geistreiche Geschwätz der Mitläufer. Ich will den rauschenden Klang der Orgel hören, diese Überschwemmung von überirdischen Tönen.
  • Ich liebe betende Menschen.
  • Ich brauche ihren Anblick. Ich brauche ihn gegen das tückische Gift des Oberflächlichen und Gedankenlosen.
  • Ich will die mächtigen Worte der Bibel lesen. Ich brauche die unwirkliche Kraft ihrer Poesie. Ich brauche sie gegen die Verwahrlosung der Sprache und die Diktatur der Parolen.
  • Eine Welt ohne diese Dinge wäre eine Welt, in der ich nicht leben möchte.

PORTALE - wichtig für die biblische Unterweisung

Portale – wichtig für die biblische Unterweisung der Gläubigen

Bsp.: Kathedrale Sainte-Marie Oloron, 12. Jh.

am französischen Jakobsweg.

 

Welche Pilgerin, welcher Pilger

nimmt sich die Zeit auf dem Camino,

solche Portale in Ruhe zu betrachten, zu entschlüsseln; stellvertretend genannt an dieser Stelle auch die der Kathedralen von Viana, Burgos, Leon und Santiago de Compostola, u.v.a.m.

Typisch für die damalige Zeit das romanische Portal mit zwei Toren und einer tragenden Säule. Darüber das Tympanon (ausgeschmücktes Bogenfeld von Portalen), in diesem Falle unterteilt in zwei kleinere Halbkreise aus Marmor gearbeitet. Damit gab es Raum für drei Darstellungen aus der Bibel - Neues wie Altes Testament. In den gewölbten Bögen (Archivolte, Arcus volutus) sind zig Personen zu betrachten. Im oberen Bereich dürfte König David als Harfenspieler dabei sein, im unteren Bogen Handwerker, wenn ich es richtig deute.

Zwei Skulpturen parallel zu den Halbkreisfeldern behandeln die Legende von dem menschenfressenden Drachen (Tarasque) der südfranzösischen Stadt Tarascon, der im 12. Jahrhundert von der hl. Martha (sie und ihre Schwester Maria hatten den Evangelisten Lukas und Johannes zufolge Jesus zu Gast in ihrem Haus)  letztlich bezwungen werden konnte. Der Überlieferung nach soll Martha im Jahr 48 gemeinsam mit ihren Geschwistern nach Frankreich geflüchtet sein; hat dann nahe Marseille ein Kloster gegründet und fortan ein asketisches Leben geführt. Sie reiste eben auch nach Tarascon. Ihre Reliquien wurden dort 1187 wiedergefunden. Alljährlich wird zu Pfingsten  Marthas Wirken mit einem Umzug gedacht.

Auf der linken Seite (zu Beginn des Bogens) ist dargestellt der Drache, dessen Opfer in das Himmelreich eintritt, dabei ein mit einem Gürtel verschlossenes Kleid trägt - in Form eines liegenden Kreuzes. Auf der rechten Seite ein Reiter, dessen Pferd einen bärtigen Mann, also einen Sünder niedertrampelt.

Nun der Blick auf die Kreuzesabnahme Christi,

Eyecatcher des Portals. Sie soll der byzantinischen Kunst nachempfunden sein. Zu sehen sind Josef von Arimathäa (Mitglied des Sanhedrins, Jünger Jesu), der den Leichnam abnimmt, sowie Nikodemus (Pharisäer, Mitglied des Hohen Rates am Tempel in Jerusalem, er diskutierte nachts mit Jesus, Joh 3,1-21) und die Gottesmutter Maria, die Jesu Hände ergreifen. Über dem Kreuz deutlich zu sehen Mond und Sonne. Die Figuren der zwei Halbkreise scheinen im 19. Jahrhundert eingefügt worden zu sein: links ein Heiliger mit zwei friedlichen Löwen und rechts ein Mann mit zwei angreifenden Drachen.

Fotos: Wikipedia

SPANISCHE KIRCHEN und KAPELLEN

Entlang des mittelalterlichen Pilgerwegs berühren sich mehrere Kunstströmungen. In erster Linie die der Romanik mit der Gotik; gelegentlich unterbrochen von Renaissanceanbauten, vom Barock, von klassizistischen Außenfassaden von bemerkenswerter Schönheit. Wie überhaupt zu konstatieren ist, daß sich die mittelalterliche Kunst Spaniens fast ausschließlich in Kirchen und Kapellen bestaunen läßt. Die großen Kirchenbauten des 13./14. Jhs. von Burgos, Leon, Logrono und Santiago wurden nicht nur von der Kirche selbst, sondern auch und gerade vom Adel und den zu Reichtum gekommenen Bürgern in Auftrag gegeben, das Königshaus hielt sich vornehm zurück.

 

Spanische Kirchen unterscheiden sich

von den in anderen Ländern anzutreffenden Gotteshäusern. Der Mönchs-Chor befindet sich in der Regel vor der Vierung im Mittelschiff. Er nennt sich Coro. In Deutschland befindet sich der Chor hinter der der Vierung, sodass man hier eigentlich von einem besseren Gesamteindruck des Mittelschiffs sprechen kann. In vormaligen Zeiten war den spanischen Gläubigen gar der Blick auf den Hauptaltar verwehrt, weil der hohe Coro, der Mönchs-Chor, den Blick versperrte. Als Ausweichlösung boten sich dafür die eigens dann an den sehr ausgeschmückten Außenseiten des Coro errichteten Trascoro-Altäre an.

Navarette.

Spanische Altarwände

Weiterhin sind die aufwändig gestalteten und übergroßen Altarwände / Retabeln zu nennen; oftmals in vertikale und horizontale Register gegliedert. Beispiele finden sich zuhauf: Astorga, Navarette, Miraflores, etc.

 

Solche Altarwände wurden später dann auf die Außenfassaden der Kathedralen beispielsweise von Los Arcos und Viana übertragen, wie auch auf das Stadttor von Burgos. Dietrich Höllhuber und Werner Schäfke sprechen in ihrem Jakobswegführer Landschaft, Geschichte und Kunst (6. aktualisierte Auflage 2008, Dumont Kunst) gar davon, daß der mittlere Fassadenteil der barocken Westfassade der Kathedrale von Santiago de Compostela als eine nach außen projizierte Altarwand aufgefaßt werden könne.

MITTELALTERLICHE BAUKUNST

Notre-Dame de Chartres. Basilica minor. Das Urbild der hochgotischen Kathedrale. Bauzeit von 1194 bis zur Weihe 24.10.1260. 130 Meter lang und 64 Meter breit.

 

Im Zuge der Einweihung des Vorgängerbaus hatte Karl der Kahle der Gemeinde von Chartes im Jahre 876 nach Christus eine sehr wertvolle Reliquie überreicht - die Tunika Sancta Camisia. Sie ist nach wie vor zu besichtigen.

 

Mittelalterliche Baukunst,

unübertroffen bis heute. Heute rätseln die Fachleute, wie es den Bauleuten im 11./12. Jahrhundert möglich war, gotische Kathedralen/Dome/Münster solchen Ausmaßes - wie Saint Denis nördlich Paris, Notre Dame in Chartres (Prototyp hochgotischer Baukunst), Notre Dame in Reims (hier feierten Charles de Gaulle und Konrad Adenauer ihre Versöhnungsmesse), Notre Dame in Amiens, Notre Dame in Paris, den Kölner Dom, die Münster von Straßburg und Freiburg, die spanischen  Kathedralen am Jakobsweg in Burgos, León und (bedingt) Santiago de Compostela - überhaupt in diese Höhe treiben, bauen zu können. Und sie stehen noch immer, die tragenden, gotischen Glasfenster-Konstruktionen, die Skyscraper des Mittelalters, Symbole der ewigen Vollendung. Höher als die Pyramiden in Ägypten, so groß wie die Freiheitsstatue und so schwer wie das Empire State Building in New York.

 

Nordamerikanische Fachleute vermuten dahinter einen geheimen Code aus der Bibel, heilige Zahlen auf Basis des Salomonischen Tempels (Baubeginn um 950 vor Christus) der Israeliten. Bei Gottes ewiger Baustelle in Barcelona, Antonio Gaudis Sagrada Familia (Grundsteinlegung in 1882), wird ähnliches vermutet.

 

Warum einen geheimen Code der Bibel vermuten? Alles ist nachzulesen bei dem biblischen Propheten Ezechiel, ab Kapitel 40: Der zukünftige Tempel. 1

Auch in der Geheimen Offenbarung des Johannes ist darüber zu lesen.

 

Festzuhalten ist, dass die Abmessungen, die Grundrisse in Form eines Kreuzes, aller Kathedralen einander gleichen. Immer das himmlische Jerusalem vor Augen. In den hohen Fenstern erscheint die siegreiche Kirche mit ihren Heiligen und Zeugen der Wahrheit. Jedes Glasfenster verwandelt sich in eine Quelle mit tausend Farben und voll von einer transzendentalen Nachricht: Wird das Licht zum Wort oder das Wort zum Licht?

 

Die Kathedrale - der neue salomonische Tempel.

Prof. Dr. Peter Stephan drückt es in seinem Vortrag vor der Hauptversammlung Pro Missa Tridentina am 18. Mai 2019 in Boppard wie folgt aus:

  • "Nicht zuletzt war der gotische Kathedralbau in der Logik seiner Konstruktion und in der Harmonie seiner geometrischen Grundfiguren, allen voran des Kreises als des Zeichens göttlicher Vollkommenheit, ein Abbild des vom göttlichen Logos erbauten Kosmos, in dem der Weltenbaumeister, wie das Buch der Weisheit feststellt, alles nach Maß, Zahl und Gewicht geordnet hat (Weih 11,2,22).
  • Die Kathedrale war der neue salomonische Tempel und damit ein Abbild jenes Hauses, das die göttliche Weisheit sich selbst durch die Menschwerdung in Jesus Christus erbaut hatte (Spr 9,1).
  • Der Leib Christi, das Corpus Catholicorum und der Baukörper der Kirche bilden also eine gedankliche Einheit."

 

Fazit: Unübertroffene, grandiose Baumeisterkunst (heute würde man von top Ingenieurskunst sprechen), grazile Riesen, ohne Hightech, ohne Computeranimationen, denen heute ohnehin viel zu viel Aufmerksamkeit und Bedeutung beigemessen wird. 

WENN DU ein GOTTESHAUS BETRITTST

Wer eine Kirche betritt, der ist im Glauben - für den mittelalterlichen Christen unabdingbar. Dieser Anspruch ist heute nicht mehr zu halten.

Jedoch: so mancher glaubensferne Mensch fühlt/e sich dermaßen von der Erhabenheit und Heiligkeit des sakralen Raumes angesprochen, dass er zum Glauben fand. Das Ankommen ist das Ziel - ein Vorgeschmack auf das himmlische Jerusalem.

 

"Wir, die Getauften, zusammen mit den Aposteln, fügen uns zusammen zur geistigen Kirche, die als mystischer Leib Christi unzerstörbar ist. Jede Kirche und jede Kapelle, wo auch immer sie stehen mag, klein oder groß als Kathedrale, besitzt diese unzerstörbare metaphysische Substantia." (Quelle: Prof. Dr. Peter Stephan am 18.05.2019 in Boppard vor der PMT-Hauptversammlung)

 

Paul Claudel. Vielleicht hat ja dies der berühmte französische Schriftsteller Paul Claudel in ganz besonderer Weise gespürt, als er 18-jährig am 25. Dezember 1886 das Weihnachtshochamt wie die Vesper in Notre-Dame besuchte, nicht aus religiösen Gründen,  dann das Magnifikat hörte (Mariengebet Meine Seele preist die Größe des Herrn ...; bitte scrollen) und sich bekehrte.

 

Andererseits gibt es viele Menschen, die eine Kirche als Museum betrachten, sich dementsprechend benehmen, laut schwatzen, unangemessen gekleidet sind.

 

In der Zeitschrift der Pallottiner, Ausgabe Juli/August 2015 (www.ka-zeichen.de), ist mir die wunderschöne Meditation von Hans Orths aufgefallen:

 

IM GOTTESHAUS

  • "Wenn du ein Gotteshaus betrittst, spürst du sofort die Weite des Raumes. Dein Blick geht zum Altar und weiter hinauf zu den bunten Fenstern und bis zum hohen, bemalten Deckengewölbe.
  • Ein leichter Duft von Weihrauch und Kerzentalg vermischt sich zu einem würzigen Aroma.
  • Du kniest dich in eine Bank, deine Lippen formen das "Vater unser" und das "Gegrüßet seist du, Maria...". Dann einige selbst zusammengewürfelte Bitt- und Dankes-Worte.
  • Die Weite des Gotteshauses tut gut; die Anwesenheit unseres Herrn im Tabernakel *) und die angenehme Stille rücken für eine Viertelstunde die Sorgen und Probleme des Alltags weit in den Hintergrund.
  • Du wirst ganz ruhig, fühlst dich leicht, frei und entspannt - und unendlich geborgen ..."  

 

*) Anmerkung: Heute oft nicht mehr im Hauptschiff plaziert, sondern in eines der Seitenschiffe verbannt - out of the view.

Weitere Fotos:

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ANLAGE

1 Die „Tora“ des Ezechiel - Der zukünftige Tempel.

Quelle: Neue Jerusalemer Bibel, Erstauflage 1985, 3. Auflage 2007, Verlag Herder.

Ez 40,2-4: „(…) In göttlichen Visionen brachte er (Anmerkung: der Herr) mich ins Land Israel und stellte mich auf einen sehr hohen Berg. In südlicher Richtung war auf dem Berg etwas wie eine Stadt erbaut. Dorthin brachte er mich. Da sah ich einen Mann, der aussah, als sei er aus Bronze (Anmerkung: ein Engel). Er hatte eine leinende Schnur und eine Messlatte in der Hand und stand im Tor. Der Mann sagte zu mir: Menschensohn, öffne deine Augen und Ohren, sieh und höre, und achte auf alles, was ich dir zeige. Denn du bist hergebracht worden, damit ich es dir zeige. Berichte alles, was du siehst, dem Haus Israel. (…)“

Ab Ez 40,5 bis 42,20 beschreibt der „Mann“ alle Tore, die Vorhöfe, die Nebenräume, die Tempelhalle mit genauen Maßangaben,;zum Beispiel die Tempelhalle: Pfeiler sechs Ellen, Breite der Türöffnung zehn Ellen, Seitenwände neben der Türöffnung je fünf Ellen. Länge der Tempelhalle vierzig Ellen, Breite zwanzig Ellen; Pfeiler der Türöffnung zum Allerheiligsten je zwei Ellen, Türöffnung sechs Ellen, Breite der Seitenwände neben der Türöffnung sje ieben Ellen, Länge zwanzig Ellen, Breite zwanzig Ellen.

Im Kommentar obiger Bibel heißt es: „Der letzte Teil des Buches Ezechiel (40-48) enthält einen ausgearbeiteten Verfassungsentwurf für die religiöse und politische Wiederherstellung des Volkes Israel in Palästina. (…) Diesen ganzen Teil wird der christliche Leser vom Ideal der Heiligkeit, und der Gegenwart Gottes her verstehen, das in der Kirche lebendig ist.“

 

Zu den Maßen, etc.

Ezechiel sagt ausdrücklich, dass er die ältere „große Elle“, auch königliche Elle genannt, verwendet. Selbige ist 52,5 cm lang; die gewöhnliche Elle dagegen nur 45,8 cm. Die Handbreite ist 8,7 resp. 7,6 cm, und, was für uns Pilger interessant sein dürfte:

der Tagesmarsch wird in Num 11,31 mit ca. 40 km angegeben. Die (römische) Meile umfasst 1000 Doppelschritte, etwa 8 Stadien = ca. 1,5 km. Ein Stadion (Einzahl von Stadien) ist ca. 185-200 m lang.

 

2 Symbole der Evangelisten

Matthäus: Mensch. Sein Evangelium beginnt mit der Darlegung der menschlichen Abkunft Jesu.

Markus: Löwe. Das Evangelium beginnt mit dem Täufer Johannes, dem "Rufer aus der Wüste"; Markus wird auch mit dem Löwen dargestellt, weil im Auftreten Jesu die messianische Zeit des Friedens beginnt, in der Kalb und Löwe nebeneinander auf der Weide leben können, weil der Löwe Gras frisst.

Lukas: Stier. Sein Evangelium beginnt mit dem Opfer des Zacharias; Lukas hat den Stier auch deshalb bei sich, weil Jesus am Kreuz geopfert wird und das Kalb bzw. der Stier als Opfertiere gelten.

Johannes: Adler. Aus ihm spricht der von oben kommende Geist am mächtigsten.

 

An Kanzeln und Kuppelzwickeln des Barock sind die Evangelisten-Symbole häufig mit den vier lateinischen Kirchenvätern Augustinus, Ambrosius, Hieronymus und Gregor dem Großen dargestellt, um so im Sinne der "Gegenreformation" die Kontinuität der Tradition, auf die sich die katholische Kirche berief, zu unterstreichen. Quelle kath.de.

 

Die Zwölf Apostel

Petrus, der Fels; Andreas, sein Bruder;  Jakobus der Ältere, derjenige von Santiago de Compostela, Sohn des Zebedäus und der Salome, Bruder des Johannes; Johannes, Bruder des Jakobus;  Phillipus; Bartholomäus (Nathanael);  Thomas (Didiymus); Matthäus (Levi); Jakobus, der JüngereJudas Thaddäus; Simon, der Zelot; Judas Iskariot, der Verräter; Matthias, der Nachfolger von Judas Iskariot.

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