Fürst Pelayo mit dem Siegeskreuz. Höhle/Felsengrotte in Covadonga.

COVADONGA abseits des Camino de la Costa

Covandonga: Grundstein eines Europa, dessen christliche Wurzeln seine Geschichte und Kultur prägen                                                     

Papst Johannes Paul II. in seiner Rede am 21. August 1989 in Covadonga.

Vorbemerkungen

Warum lohnt sich der Abstecher vom Camino del Norte/Camino de la Costa ins asturische Covadonga? In die Bergwelt des Nationalparks Picos der Europa? Immerhin sind es rd. 30 km von Nueva an der Küste. Der Name Covadonga bringt uns das Geschehen näher. Er entstammt dem Lateinischen Coba Dominica, was soviel bedeutet wie Höhle der Herrin.

 

Und eben diese Höhle, diese Mariengrotte, in der die Gottesmutter Maria - die Jungfrau von Covadonga - La Virgen de Covadonga - seit Jahrhunderten verehrt wird (nicht angebetet, wie vielfach geschrieben steht), habe, so sagt es die Legende, Fürst Pelayo zum Sieg seiner Asturier gegen die moslemischen Mauren verholfen, somit die Unabhängigkeit Asturiens verteidigt, das spanische Christentum bewahrt, letzlich maßgeblich die Geschichte Spaniens beeinflusst.

 

Die moslemische Geschichtsschreibung stuft die Schlacht als unbedeutend ein; na klar, weil wider Erwarten seitens der Mauren verloren, wie vierzehn Jahre später ihre Niederlage gegen Karl Martell 732 in Tours/Poitiers. Die Skeptiker, so manche historisch-kritische Exegeten und vor allem dem Christentum nicht Wohlgesonnene bestreiten entweder die Existenz der Schlacht überhaupt oder stufen die Begebenheit als einen kleinen, unbedeutenden Kampf ein - frei nach Motto: Was nicht sein darf, darf auch nicht geschehen sein. 

Covadonga in Asturien

FÜRST PELAYO UND DIE RE-CONQUISTA VOR 1300 JAHREN

  • Wer sich intensiver mit dieser historisch belegten Schlacht auseinandersetzen will, schlage bitte den Menüpunkt JAKOBSWEGE. GESTERN UND HEUTE > Reconquista. Mauren. Matamoros. Muslimische Feldzüge in Europa auf.
  • Ebenso den lesenswerten "ZEIT"-Artikel vom 8. September 1978 von Brigitta Salvatori: "Wo Pelayo die Mauren Mores lehrte. In Asturiens Bergen entstand das spanische Königreich."
  • Die katholische Wochenzeitung DIE TAGESPOST berichtete am 13. September 2018 nicht nur vom Besuch des spanischen Königspaars in Covadonga, der Autor Jose Garcia streifte gleichermaßen den geschichtlichen Hintergrund des Jahrestages. Titelüberschrift: "Heute zählt der Dialog." Mehr hierüber unten.

 

MALERISCH GELEGENER MARIEN-WALLFAHRTSORT

  • Heilige Höhle mit Felsengrotte und Marienkapelle. Erbaut vom asturischen König Alfons I. (739-757) aus Dankbarkeit des Sieges Fürst Pelayos 718/722 gegen die Mauren im Zuge der Reconquista Spaniens.
  • Heiligenfigur / Standbildnis der La Virgen de Covadonga - Jungfau von Covadonga. Von den Einheimischen in asturisch kurz La Santina genannt.
  • Sarkophag mit den Reliquien des asturischen Nationalhelden Pelayo.

 

WASSERFALL - MÜNZTEICH - GLÜCKSBRUNNEN

  • Der Wasserfall des rio Deva unterhalb der heiligen Grotte / Cueva Santa ist ein weiterer Besuchermagnet. Seine „Fluten“ stürzen in einen Münzteich. So mancher sodann geäußerte Wunsch dürfte wohl in Erfüllung gegangen sein.
  • Das betrifft gleichermaßen den dort befindlichen Glücksbrunnen, der sich sein kristallklares Wasser aus dem Monte Auseva mit seinem tiefen Höhlensystem holt. Die heilige Quelle soll der hl. Jungfrau von Covadonga geweiht sein. Insbesondere heiratswillige junge Frauen versprechen sich vom getrunkenen Wasser eine baldige Heirat innerhalb der nächsten 12 Monate. Es soll hin und wieder geklappt haben.

 

BASILIKA

  • Erbaut zwischen 1877 bis 1901. Zwei hohe Kirchtürmen prägen das imposante Bild.
  • Im Innenraum befinden sich wertvolle Kunstschätze.
  • Vor der Basilika steht die wuchtige Statue des Nationalhelden Asturiens, Fürst Pelayo. Sieger über die Mauren eingedenk der Hilfe Mariens und des Siegeskreuzes, das heute in der Kathedrale von Oviedo aufbewahrt wird.
  • Wer zum richtigen Zeitpunkt kommt, wird asturische Volksgruppen in bemerkenswert schönen und bunten Trachten bewundern können, stolz ihren tiefen katholischen Glauben zeigend.

 

LEGENDE VON COVADONGA

  • Im Jahre 718 verfolgte der Fürst Pelayo in den Bergen einen vermeintlichen Unruhestifter, der in einer Höhle Zuflucht gesucht hatte. Als Pelayo vor der Höhle stand, um den Unruhestifter festzunehmen, versperrte ihm plötzlich ein greiser Eremit den Weg. Jener lebte schon seit vielen Jahren in der Einsamkeit der Höhle von Covadonga, meditierend nahe des dort befindlichen alten Marienbildnisses. Überrascht von der  Güte und der warmherzigen Stimme des Eremiten, ihm doch das Leben und die Freiheit  zu schenken, und angetan von der anmutenden Stille des Ortes, es war  ein heiliger Ort, betrat der Fürst die Höhle in friedlicher Absicht. Wer diese Höhle beträte, so der Eremit daraufhin, befände sich in der Obhut der Mutter Gottes. Der Eremit, der in seinen himmlischen Visionen die Zukunft sah, prophezeite Pelayo, dass auch er einmal hier Zuflucht finden würde. Der Eremit schenkte Pelayo ein Kreuz aus Eichenholz. Dieses werde ihn führen und unter dem Schutz der Mutter Gottes würde er zu hohem Heldenruhm gelangen.
  • Dieser Legende zufolge soll es Fürst Pelayo gelungen sein, einige Jahre später mit Hilfe einer Marienerscheinung, der Prophezeiung des Eremiten und der Kraft des Kreuzes den ersten Sieg über die Mauren und somit die Rück-Eroberung (Re-Conquista) des Landes für das Christentum zu gewinnen - 718 (722) in der legendären Schlacht von Covadonga. Die maurische Invasion wurde ein für alle Mal gestoppt und zurückgedrängt. Das „Siegeskreuz“ des Fürsten, das von König Alfons III. mit Gold und Edelsteinen versehen wurde, wird heute in der Kathedrale von Oviedo aufbewahrt. Folgerichtig ist somit auch das Wappen von Asturien mit dem Siegeskreuz versehen. Jedes Jahr am 8. September feiert man zusammen am Tag Asturiens / Dia de Asturias das Fest der Virgen de Covadonga, der Jungfrau von Covadonga, wie aktuell in 2018 das spanische Königspaar mit seinen beiden Töchtern.  

König Felipe VI. und Königin Letizia 2018 in Covadonga

Covadonga. 8. September 2018. Das Königspaar in der Höhle. Foto: Spanisches Königshaus.

 

  • Aus Anlaß des Gedenkens an die Schlacht von Covadonga vor 1300 Jahren in 718 (722) nach Christus und der 100-Jahr-Feier der päpstlichen kanonischen Krönung des marianischen Standbilds.
  • Im Folgenden beziehe ich mich auf den oben erwähnten Artikel in der TAGESPOST vom 13. September 2018.
  • Erzbischof Jesus Sanz Montes von Oviedo zum Königspaar: "In der heiligen Pforte in Form einer Höhle wartet die gekrönte Gottesmutter auf die Pilger."

RÜCKBLICK UND AUSBLICK

  • In Covadonga befand sich bereits zur Zeit der Westgoten ein marianisches Heiligtum. Im Jahr 589 waren die Westgoten vom Arianismus (Jesus Christus als Gottes Sohn sei nicht wesensgleich mit Gott Vater) zum Katholizismus übergetreten.
  • Die Re-Conquista Pelayos gilt als Startschuß für die Gründung der nachfolgenden christlichen Königreiche im spanischen Kernland.
  • Im Jahr 1918 hatte Papst Benedikt XV. die kanonische Krönung des Standbildes von Unserer Lieben Frau von Covadonga unter Anwesenheit des damaligen Königs Alfons XIII. und seiner Gemahlin Victoria Eugenia genehmigt.
  • Einhundert Jahre (2018) später nun der Besuch seines Urenkels König Felipe VI. mit Ehefrau Letizia, der seiner ältesten Tochter und Thronerbin Leonor den ersten offiziellen Auftritt als 36. Fürstin von Asturien ermöglichte. Diesen Titel tragen alle Thronfolger Kastiliens resp. Spaniens seit 1388.
  • Die besondere Beziehung des Königshauses wird unterstrichen durch die Besuche von Königin Isabell II. in Covadonga in 1858, ihrer Nachfolger Alfons XII. in 1877 und Alfons XIII. in 1918 und 1928.
  • Die spanische (sozialistische) Regierung glänzte an diesem Tag im wesentlichen durch Abwesenheit, lediglich der Landwirtschaftsminister war gekommen.

 

PAPST JOHANNES PAUL II. IN COVADONGA

  • Papst Johannes Paul II. feierte an diesem heiligen Ort am 21. August 1989 eine heilige Messe, meditierte vor der Muttergottes mehr als vierzehn Minuten.
  • In seiner Predigt nannte er Covadonga einen "Grundstein eines Europa, dessen christliche Wurzeln seine Geschichte und Kultur prägen"; vgl. dazu auch seine große Europa-Rede anlässlich seines Besuches in Santiago de Compostela im November 1982.
  • Bereits 1952 hatte der spätere Papst Johannes XIII., Kardinal Angelo Roncalli, die Höhle besucht.

 

DER ERZ-BISCHOF ZUR EIGENEN IDENTITÄT

  • Erzbischof Jesus Sanz Montes in seiner Predigt in Bezug auf das Miteinander mit den anderen Religionen:
  • Heute hat die Reconquista andere Kämpfe auszutragen, andere Herausforderungen. Wir wollen mit allen in einen Dialog treten, aber ausgehend von einer Kultur, welche die eigene Identität weder verrät, noch auflöst.

Fotos. Alle freigegeben.

Reihe 1: Fürst Pelayo vor der Basilika.

Reihe 2: Die Grotte mit dem Wasserfall.

Reihe 3: Der Marienaltar. Sarkophag des Fürsten.