CAMINO OLVIDADO. Der vergessene Weg.

Fotonachweise. Bild 1. Bild 2.

Einstimmung

CAMINO OLVIDADO - Der vergessene Weg

Der vergessene Camino beginnt an der Kathedrale von Santiago de Bilbao. Einen schöneren Point of Interest kann es doch gar nicht geben. Bilbao gilt von jeher als Dreh- und Angelpunkt vieler fluganreisender Pilger. Ein Grund mehr, sich mit diesem Weg näher zu beschäftigen. Ohne alternative Routen weist er eine Gesamtlänge von rund 516 km auf, inklusive jener Alternativen dann rund 676 Kilometer. In Villafranca del Bierzo fädelt er sich letztlich im Camino Frances ein.

 

Der Camino Olvidado, so wird er von den Autoren der Spanischen Föderation der Vereinigungen der Freunde des Jakobswegs aus Logrono (Federación Española de Asociaciones de Amigos del Camino de Santiago, 26001 Logroño (La Rioja) benannt, führt durch die südkantabrischen Täler. Er soll von einzigartiger Schönheit sein, womöglich sehr die Physis beanspruchend. Die nachstehend notierten 21 Etappen weisen eine durchschnittliche Länge von 24,6 km auf, von 16,67 km bis 39,41 km.

Die Etappen

  1. Etappe von Bilbao über Güenes - 26,13 km
  2. Etappe nach Nava de Ordunte - 23,2 km
  3. Etappe nach Espinosa de los Monteros - 34,55 km
  4. Etappe nach Pedrosa de Aldeporres - 28,3 km
  5. Etappe nach Arija – 25 km
  6. Etappe nach Olea – 31,28 km
  7. Etappe nach Aguilar de Campoo – 24,6 km
  8. Etappe nach Cervera de Pisuerga – 28,77 km
  9. Etappe nach Guardo – 39,41 km
  10. Etappe nach Puente Almuey – 18,82 km
  11. Etappe nach Cisternia – 21,48 km
  12. Etappe nach Bonar – 27,72 km
  13. Etappe nach La Robla – 33,69 km
  14. Etappe nach La Magdalena – 15,99 km
  15. Etappe nach Riello – 17,44 km
  16. Etappe nach Fasgar – 28,79 km
  17. Etappe nach Igüena – 18,58 km
  18. Etappe nach Labaniego – 18,77 km
  19. Etappe nach Congosto – 18,56 km
  20. Etappe nach Cabanas Raras – 20,11 km
  21. Etappe nach Villafranca del Bierzo – 16,67 km
  22. weiter über Cacabelos auf dem CF.

 

Die einzelnen Etappen werden auf der betreffenden Webseite der oben erwähnten Spanischen Vereinigung detailreich beschrieben.

Geschichtlicher Hintergrund

Zum geschichtlichen Hintergrund. Die Nachricht vom Auffinden des Apostelgrabes zu Zeiten von König Alfons II. löste bekanntlich in der Welt des christlichen Abendlands eine Euphorie nicht bekannten Ausmaßes aus. Massen von Pilgern machten sich ab dem 9. Jahrhundert auf den Weg nach Compostela, mitnichten nur auf dem Camino Frances.

 

Zunächst der kantabrischen Küste entlang, vor allem jene Pilger, die nicht über St. Jean „anreisten“, ebenso jene, die in den Häfen des Kantabrischen Meeres (Costa de Cantabria) anlandeten.

In Folge entdeckten sie die Pässe des kantabrischen Gebirges und das von den antiken Römern angelegte Straßensystem, wie gleichermaßen der vielen in Felsen gehauenen Einsiedeleien.

 

Als später das Königreich León die Grenze zu den Moslems sichern konnte, es hatte immer wieder entsprechende Überfälle gegeben, fokussierten sich die Pilger mehrheitlich auf den Camino Frances. Die Historia Silense (um 1100) stützt die These einiger Forscher, dass es einen älteren Weg jenseits des im Codex Calixtinus (um 1130) beschriebenen Camino Frances  gegeben haben muss.