CAMINO DE SAN SALVADOR. Der Weg des Erlösers. Gebirgsweg von Leon nach Oviedo.

Einführung

König Alfonso II. el Casto (der Keusche) dürfte weiland im 9. Jahrhundert auf seinem Weg zum Grab des Apostels Jakobus den direkten Weg von Oviedo nach Compostela genommen haben und nicht den Umweg über Leon; vgl. dazu die Webseite CAMINO PRIMITIVO.

 

DER CAMINO DES ERLÖSERS

verdankt seinen Ursprung den mittelalterlichen Pilgern

Viele mittelalterliche Pilger ließen es sich nämlich nicht nehmen, einen vermeinlichen Umweg auf sich zu nehmen. Also den Camino Frances in Leon zu verlassen in Richtung Oviedo, um dort in der Kathedrale von San Salvador insbesondere das Schweißtuch Jesu zu besuchen, es zu verehren.

Wer sich genau das mittelalterliche Lied "Wer das elent bawen wel" des 13. Jahrhunderts anhört/durchliest, wird auf die Strophe 23 stoßen:

  • Den „Finstern Stern" wollen wir lan stahn und wollen zu Salvator eingahn,
    groß Wunderzeichen anschauen: So rufen wir Gott und Sanct Jakob an
    und unser liebe Frauen.

Von daher macht der tradierte Satz Sinn, der da lautet:

  • "Wer nach Santiago geht und nicht nach Salvador (Oviedo), ehrt den Diener (Jakobus) und nicht den Herrn (Jesus Christus)."

 

Wer allerdings heute auf seinem Camino Frances nach Santiago de Compostela den Abstecher von Leon aus wagt, muss entweder sehr gläubig sein, viel Zeit haben und/oder zu den ganz toughen Pilgern gehören; es sei denn, er/sie nutzt den gut 120 Kilometer langen Weg als singulären Wanderweg.

 

Der Camino de San Salvador fordert eine gute Kondition, nahezu auf jeder Etappe. Es geht ins Kantabrische Gebirge. Die Infrastruktur ist mit dem Camino Frances nicht zu vergleichen. Sie sollten wander- und gebirgserprobt sein.

Etappen. Pilgerurkunde. Sehenswürdigkeiten

SALVADORANA. Die besondere Pilgerurkunde.

Der Camino de San Salvador besticht durch sein besonderes Dokument, das SALVADORANA, das in Oviedo denjenigen Pilgern ausgehändigt wird, die den Weg des Erlösers nachweislich gegangen sind; entweder ausgehändigt in den Herbergen oder in der Kathedrale von Oviedo. Das Dokument entspricht der bekannten Compostela von Santiago de Compostela.

 

BERGWANDERWEG

Der schwierige Bergwanderweg entschädigt mit grandiosen Bildern: Gebirge, Fauna und Flora. Unterbrochen von einigen sehenswerten Kirchen resp. Kapellen wie der Santa Eulalia de Uxo, zwischen Pola de Lena und Mieres, mit romanischem Portal und romanischer Apsis. Der Barockbrunnen von Llocos wie die romanische Brücke in Olloniego/Lluniego nebst dem Schloss mit Turm lassen die Interessierten dort verweilen.

Der Pilger durchquert 19 Orte, die typische Pilger-Dienstleistungen anbieten und zwar in der Regel alle 6,4 km - mit Ausnahme der Strecken von La Pola de Gordon nach Poladura mit 14,3 km, die harte Bergstrecke zwischen Poladura de la Tercia und Pajares mit 9,4 km und schlussendlich der lange Abstieg von Pajares nach Campomanes mit 16,8 km.

Mieres del Camino ist mit 27.000 Einwohnern die größte Ortschaft des Caminos. Im Vergleich dazu Leon: 135.000 und Oviedo: 217.000.

 

DAS WETTER

Auf den hohen Ebenen des Kantabrischen Gebirges, bis zu 1.568 Meter, ist auch im Frühling und Herbst mit Schnee und Nebel zu rechnen, selbst im Sommer kann es schneien. Man sollte tunlichst die Wetterprognosen beachten und gut ausgerüstet sein. Ein spanischer Pilgerführer spricht sogar davon, nicht unbedingt alleine zu gehen oder wenigstens Bekannte/Freunde/Verwandte auf dem Laufenden zu halten.

 

HÖHEPUNKT

Absoluter Höhepunkt ist die vor-romanische Kirche Santa Cristina de Lena, knapp 40 km von Oviedo entfernt - auf der Strecke zwischen Campomanes und Pola de Lena. Der Anstieg zu ihr ist nicht ohne. Sie wird verortet in die Zeit von König Ramiro, 9. Jahrhundert.

Start in Leon am Pilgerkreuz, Plaza San Marcos und/oder an der Kathedrale.

 

Region Kastilien/Leon

Leon - La Robla: 27,3 km

teils sehr schmal und sehr steil

 

La Robla - Buiza: 14,9 km

Buiza - Pajares: 22,6 km (offizielle Straße)

oder Abzweig in Villamanin: dann 24,3 km

 

Asturien

Puerto de Pajares - Pola de Lena: 23,9 km

Pola de Lena - Oviedo/Uvieu: 31,4 km

Gesamtweg: 121,8 km

Fotos

1. Reihe: Plaza San Marcos.

              Kathedrale Leon Santa Maria de Regla mit ihren unglaublich schönen

2. Reihe: Fenstern.

3. Reihe: San Isidoro

              Pfarrkirche Eulalia de Uxo; 12./13. Jh., neo-romanisch.

4. Reihe: Santa Cristina de Lena, 9. Jh. *)  Foto:

5. Reihe: Santa Cristina, Innenraum

              Iglesia de Santuallano.

6. Reihe: Oviedo. Kathedrale El Salvador.

 

 

*) Santa Cristina de Lena: präromanische Kirche der Christina von Bolsena  geweiht, einer Märtyrerin, die er Legende  zufolge im 3. Jahrhundert in der italienischen Stadt Bolsena gelebt und als junges Mädchen für ihren Glauben gestorben sein soll. Ursprünglicher Patron der Kirche war vermutlich der heilige Torquatus von Acci.

Die Kirche gehört zum UNESCO-Welterbe und gilt als eine der bedeutendsten, heute noch erhaltenen Kirchen des  Asturischen Stils: Grundriss rechteckig mit quadratischen Anbauten und 32 Strebepfeilern. Im Innenraum eine Trennwand zum Altarraum mit Hufeisenbögen auf dorischen Säulen mit korinthischen Kapitellen. Darüber Ornamente.