CAMINO CATALAN. Catalan Way – The Quiet Route to Santiago de Compostela. SARAGOSSA.

Fotos: Barcelona: Sagrada Familia. Saragossa:Basilica Our Lady. Lleida: La Seu Vella. San Juan de la Pena. Puente La Reina: Brücke. Logrono: Kathedrale.

VON KATALONIEN nach Rioja und Navarra mit einem Abstecher nach Saragossa, Aragonien.

Neuer Wanderführer Camino Catalan. La Ruta Tranquilla hacla Santiago de Compostela von Callum J. Christie, Piolet-Verlag: spanisch, katalanisch, französisch, englisch.

 

1) Jakobsweg Le Perthus (Frankreich) über Girona nach Montserrat, dem berühmten Kloster; von dort weiter vgl. Route 4a) und/oder 4b).

 

2) Jakobsweg El Port de la Selva (Spanien) über Girona nach Montserrat; von dort weiter vgl. Route 4a) und/oder 4b).

 

3) Der Weg von Barcelona über Montserrat weiter nach Tarrega.

 

4) Von Tarrega

4a) weiter über den katalanischen Weg über Berbegal nach Huesca, San Juan de la Pena, dem berühmten Kloster abseits des Camino Aragones, bis Puente la Reina oder

4b) über den katalanischen Weg ins Landesinnere über Lleida nach Pina de Ebro und weiter über Saragossa und Tudela nach Logrono.

 

5) Der Camino von Les im Vall d`Aran nach Berbegal und weiter wie Route  4a) nach Puente la Reina.

 

6) Der Camino del Ebro von Tortosa (südlich Barcelona, nahe dem Ebro-Delta) über Pina de Ebro, weiter wie Route 4b) nach Logrono.

Quelle: gronze.com

 

Fotos

1. Reihe: Barcelona. Sagrada Familia von Antonio Gaudi; immer noch nicht final fertiggestellt.

2. Reihe: lks.: Saragossa. Basilika of Our Lady of the Pillar and the Ebro River.

2. Reihe: re.: Lleida. Kathedrale La Seu Vella.

Freigegebene Fotos vgl. oben.

3. Reihe: lks. San Juan de la Pena; re.: Kathedrale Logrono.

4. Reihe: Puente la Reina: Brücke und Pilgerzeichen eingangs des Ortes.

SARAGOSSA. Knotenpunkt im Wegenetz des Camino de Santiago

Madonna del Pilar. Vinzenz und Valerius von Saragossa/Valencia.

Einführung

Saragossa, die Hauptstadt Aragoniens, liegt zwar nicht an einem der großen bekannten Pilgerwege, gleichwohl nimmt die geschichtsträchtige Stadt für Jakobspilger, die sich den Blick für die Geschichte Spaniens, für den Katholizismus der iberischen Halbinsel nicht verstellen wollen, eine wichtig Rolle ein. Als Station im Wegenetz des Camino de Santiago. Hier trifft der Camino Catalan auf die Rua del Ebro, die wiederum als Zubringer zum Camino Frances gilt.

 

SARAGOSSA

Reich an Geschichte

Metropole Aragons am Ebro, südlich ca. 175 Kilometer von Logrono resp. Pamplona gelegen, von Huesca sind es ca. 73 km. Die Iberer nannten den Ort Salduba. Die ersten römischen Soldaten sind für das Jahr 23 vor Christus (BC) nachgewiesen. Kaiser Augustus (Gaius Octavius, 63 BC – 14 AD) ließ dort ein Militärlager errichten, er nannte es fortan Cäsaraugusta. Die Stadt wurde heimgesucht von zahlreichen Verfolgungen, ob nun von den Römern im Rahmen der „weltweiten“ Christenverfolgungen unter anderem unter Kaiser Diokletian im 3. wie auch im 4. und 5. Jahrhundert. Das Martyrium der hl. Engracia aus Portugal wird auf das Jahr 303 AD datiert.

 

In Folge etablierten sich als Herrscher die Sueben und die Westgoten – bis die Stadt 716 von den moslemischen Mauren eingenommen und vom Kalifen von Cordoba beherrscht wurden. Stellvertretend sei an dieser Stelle der Märtyrertod der hl. Natalie von Cordoba erwähnt. Sie starb zusammen mit ihrem Mann Aurelius durch die Hand moslemischer Sarazenen - vermutlich am 27. Juli 852. Erst in 1118 gelang es dem aragonesischen König Alfons I., die Stadt den Christen zurückzugeben – im Rahmen der Re-Conquista, der Rück-Eroberung. Auch die spätere Belagerung der napoleonischen Franzosen der Jahre 1808-1809 konnte die Bewohner nicht hindern, ihren katholischen Glauben zu leben, obschon ca. 50.000 Einwohner (die Hälfte der Stadt) ihr Leben lassen mussten. Seit dieser Zeit darf sich Zaragossa „siempre heroica“ nennen: stets heldenhaft.

 

SARAGOSSA

DIE STADT DER JUNGFRAU AUF DER SÄULE

Eine einzigartige Geschichte mit einem nicht zu übertreffendem Wunder des Jahres 40 nach Christus wird uns begegnen. Der weltweit älteste Marienwallfahrsort.

 

Saragossa aber auch die Stadt der großen Heiligen

Vinzenz und Valerius und von Saragossa resp. von Valencia. Vinzenz geboren im 3. Jh. in Osca, dem heutigen Huesca in Aragonien, gemartert und gestorben am 22. Januar 304 in Valencia. Aus verschiedenerlei Gründen wird Vinzenz verehrt in Saragossa, wo er den Hauptteil senes Lebens verbrachte, in Huesca, Valencia, Lissabon, Carcassonne (Frankreich) und im italienischen Poppi bei Arezzo.  Mehr lesen

Valerius als Patron von Saragossasa ist insoweit interessant, als dass er 301 n. Chr. an der Synode von Elvira, dem heutigen Stadtteil Albacin in Granada, teilnahm. Auch Valerius litt unter den Verfolgungen von Kaiser Diokletian durch Dacian, dem Statthalter von Valencia. Er starb 315 n. Chr., ohne wieder, trotz des Toleranzedikts von 313, in sein Bistum zurückkehren zu können. Mehr lesen

 

PAPST JP II. IN SPANIEN

In 1982 besuchte Papst Johannes Paul II. nicht von ungefähr im Rahmen seiner Spanienreise auch und gerade das Heiligtum von Saragossat; vgl. u.a. dazu die Webseite des Vatikan. Mehr hierüber in Kürze.

DIE MADONNA DEL PILAR erscheint dem heiligen Apostel Jakobus in Saragossa.

Historia del Apostol de Jesu Christo Santiago Zebedeo, Patron y Capitan General de las Espanas. Museo de las Peregrinaciones, Santiago de Compostela, von Alonso de Balboa gedrucktes Buch. Stich von Diego Astor, 1610.

 

DIE GESCHICHTE DES JAHRES 40 NACH CHRISTUS IM EINZELNEN. Jakobus, verzweifelt wegen seiner missionarischen Misserfolge, betet am Ufer des Flusses Ebro, am Ort der heutigen Stadt Saragossa. Plötzlich umgibt ihn ein helles Licht. Die darin deutlich zu sehende Jungfrau Maria, umgeben von Engeln, ermuntert ihn, die Evangelisierung fortzusetzen. Viele Menschen würden durch ihn, Jakobus, zum rechten Glauben kommen.

Auf Geheiß der Gottesmutter läßt Jakobus sodann an der Stelle der Erscheinung eine Kapelle bauen – inclusive der von Maria hinterlassenen Säule aus Jaspis (Edelstein). Auf der Säule befindet sich eine Madonnenstatue mit Kind. Und deshalb spricht man heute nach wie vor von der Jungfrau auf der Säule / Virgen del Pilar.  Maria lebte zu jenem Zeitpunkt physisch in Jerusalem, ihre leibliche Aufnahme in die himmlische Herrlichkeit hatte noch nicht stattgefunden. Nachdem Jakobus die Kapelle eingeweiht hat, kehrt er nach Jerusalem zurück, wo ihn im Jahr 44 nach Christus Herodes Agrippa enthaupten läßt. Damit wird Jakobus zum ersten Märtyrer der zwölf Apostel. Seine engsten Freunde und Jünger bringen den Leichnam ins heutige Spanien zurück. Die weitere Geschichte ist bekannt.

ECHTHEIT DES WUNDERS Mehrere Päpste gingen von der Echtheit des Wunders aus. Calixtus III. ermunterte die Gläubigen seiner Zeit im 15. Jahrhundert, nach Saragossa zu pilgern. Der Vatikan (die Heilige Ritenkongregation) bekräftigte 1723 die Authentizität der Erscheinung.

Mariensäule Unserer Lieben Frau auf dem Pfeiler. 

Am 2., 12. und 20. eines Monats wird das Gnadenbild ohne Mantel gezeigt; ansonsten wird der Mariensäule an jedem Tag ein anderer Mantel umgelegt. Rund um die Uhr wird die Heilige Messe gelesen. 

 

12. OKTOBER - DER TAG DER SCHUTZHEILIGEN JUNGFRAU MARIA. Papst Clemens XII. erlaubte 1730 den Spaniern die Feier des Festes „Unserer Lieben Frau auf dem Pfeiler / Virgen del Pilar“ - und zwar jeweils am 12. Oktober jeden Jahres in Saragossa, in Spanien wie in allen spanisch sprechenden Völkern Amerikas als Fest der gemeinsamen Abstammung, Kultur und Ideale. Die Mitglieder des "Opus Dei" feiern den Festtag in besonderer Weise. Ihr Gründer, Josefmaria Escriva, hatte als junger Seminarist täglich das Heiligtum besucht und die Gottesmutter Maria um ihre mütterliche Führung gebeten.

MARIENFEST DER NUESTRA SENORA DEL PILAR

Das Fest zu Ehren der Junfrau del Pilar soll die bedeutendste Fiesta Saragossas sein, der Hauptstadt von Aragón. Schon frühmorgens gibt es das Ritual der  Blumenniederlegung, wenn tausende Gläubige und Besucher aller Welt sich auf den Weg zur Plaza del Pilar machen und die Jungfrau und Gottesmutter Maria mit unzähligen Blumen und Sträußen beschenken. Einen Tag später findet das Ritual des Früchteopfers statt. In der Abenddämmerung dann die Prozession Rosario de Cristal durch die Straßen von Zaragoza.

 

SPÄTERE WUNDER

immer wieder werden Wunder  mit eben jener Mariensäule in Verbindung gebracht. Eines der eindrücklichsten ereignete sich während des Spanischen Bürgerkriegs.

Angriff der Kommunisten verpufft. Während des Spanischen Bürgerkriegs hatten kommunistische Republikaner der Volksfront versucht, bestehend aus Kommunisten, Stalinisten, Sozialisten und Anarchisten, gleich zu Beginn 1936 auch und gerade die Marienkirche in Saragossa in Schutt und Asche bombardieren wollen. Keine einzige Bombe neben der Kirche wie in der Kirche selbst, zum Beispiel im Chor, explodierte jedoch nachhaltig. Hinzugezogene Experten konnten nicht umhin zuzugeben, es müsse sich wohl um ein Wunder handeln. Der Angriff auf die Christenheit verpuffte also im wahrsten Sinn des Wortes. Grund für die Gläubigen, mehr denn je zum ältesten Marienwallfahrtsort der Welt zu pilgern, zu jeder Zeit werden hl. Messen zelebriert.

Wundersame Heilung eines Bettlers im 17. Jahrhundert. Gleichermaßen wird von einem Bettler aus Calanda (Aragon) berichtet, der im 17. Jahrhundert unaufhörlich an der Mariensäule gebetet hatte, da er als Beinamputierter keine Arbeit fand. Auf wundersame Weise war eines Tages sein Bein wiederhergestellt. Der Heilung folgte eine lange offizielle Untersuchung, festgehalten im Dokumentarwerk Navals inklusive der vollständigen Kopie des Prozesses, über 500 Seiten.

DIE BASILIKA DEL PILAR

kurz beschrieben

Basilika of Our Lady of the Pillar and the Ebro Rivers, Zaragoza.

 

Als nachweisbar gilt ein Kirchenbau des 9. Jahrhunderts. Da aber Saragossa, wie oben erwähnt, im 8. Jahrhundert von den (moslemischen) Mauren erobert worden war, muss der Kirchenbau spätestens unter westgotischer Herrschaft zwischen 466 bis 718 errichtet worden sein. Aus Dankbarkeit über die - ebenfalls oben beschriebene - Wiedereroberung in 1118 wurde sogleich über die bestehende Kirche eine neue, prachtvolle, romanische Kirche gesetzt. Die letzte Überarbeitung zum heutigen Bild wurde in der Zeit von 1681 bis 1754 umgesetzt, aufbauend auf den Bau des Jahres 1515 in gotischem Stil. Die Kathedrale zählt nach wie vor zu den bedeutendsten Spaniens. 

 

Zahlreiche Kuppeln (gedeckt mit farbigen Keramikplatten), überragt von der Mittelkuppel, und vier hohe Ecktürme bestimmen das Bild. Die Kathedrale verfügt, wie alle größeren Kirchen, über zahlreiche Seitenkapellen.

 

In der Santa Capilla (Heiligen Kapelle) sind die Szenen der Marienerscheinung dargestellt, reich ausgestattet mit Marmor und Silber. Das Zentrum wird bestimmt von der Alabasterstatue der Virgen del Pilar auf einer mit Silber beschlagenen Marmorsäule. Sie wird jeden Tag in einen anderen prächtigen Mantel gehüllt. Genau an jener Stelle, an der der Apostel Jakobus der Ältere seine Madonnenstatue aufgestellt hatte. Die Sacristia de la Virgen beherbergt Votivgaben zahlreicher Gläubiger inklusive kostbarer Kronen und Kleidungsstücke sowie Büsten von Heiligen.   

 

LINKSKOALITION WILL KATHEDRALE VERSTAATLICHEN

Im März 2018 beabsichtigte die neugewählte Linkskoalition der Autonomen Gemeinschaft Aragon, bestehend aus Sozialisten, den Linkspopulisten Podemos und der linksnationalen Regionalpartei Chunta Aragonesista, den Katholiken Saragossas und damit Spaniens einen weiteren Nadelstich zu versetzen auf ihrem Weg zur völligen Laizität des Landes, der Entchristlichung. Wie die oben bezeichnete Volksfrontregierung des Jahres 1935 wollten die Linken jetzt endgültig ihr Vorhaben umsetzen und die berühmte Basilika del Pilar, Konkathedrale des Erzbistums Saragossa, enteignen und verstaatlichen. Gott sei es gedankt ist der durchsichtige Versuch, vordergründig der Kathedrale ein allgemeingültiges Interesse zuzuschreiben, gescheitert.

WIE KANN DAS WUNDER DER ERSCHEINUNG MARIENS ERKLÄRT WERDEN?

Kommentar. Immer mehr jakobinische Routen

Basílica de Nuestra Señora del Pilar. Freigegebenes Foto.

Die Gottesmutter und Jungfrau Maria erscheint dem Apostel Jakobus zu ihren Lebzeiten mehrere tausend Kilometer entfernt in Saragossa des Jahres 40 nach Christus. Wie kann das erklärt werden?

 

Durch Bilokation (bilocatio). Es bedeutet das gleichzeitige Gegenwärtigsein einer lebenden Person an zwei verschiedenen Orten. Diese Marienerscheinung ist durchaus nicht als singuläre Erscheinung zu betrachten.

 

Gleiches wird von mehreren Heiligen berichtet wie beispielsweise von Antonio von Padua (portug. Franziskaner 1195-1231) und Franz Xaver (span. Jesuit 1506-1552). Für den Naturwissenschaftler ist Bilokation natürlich Unsinn. Hingegen der Gläubige sich möglicherweise automatisch an die Heilige Kommunion erinnert - an die gleichzeitige Gegenwart Christi in allen konsekrierten Hostien auf der ganzen Welt. Ein Mysterium.

      

Quellen u.a. kath-zdw.ch; Prof. Christoph Ohly via Radio Horeb; Rektor der Kölner Hochschule für Katholische Theologie.

Mai 2021. Ich denke, wir werden schon bald mit weiteren neuen Routen zu rechnen haben; der zur Zeit (Mai 2021) brachliegende Tourismus macht`s möglich, vielleicht auch nötig. Eine wie auch immer geartete Verbindung zum Camino de Santiago wird sich irgendwie herstellen lassen.

Einerseits verständlich, andererseits wird der Profanierung des Jakobusweges, des einstmals christ-katholisch grundierten Camino des hl. Apostels Jakobus, mehr denn je Vorschub geleistet. Fragt sich nur, wie lange die Veranwortlichen der Kathedrale von Santiago das mitmachen? Wahrscheinlich bleibt ihnen gar nichts anderes übrig.

 

Ich vertraue darauf, dass es irgendwann einen neuen Franz von Asissi (1181 bis 1226) geben wird, der die Menschen aufrüttelt und die katholische Kirche back to roots führt oder eine neue Katharina von Siena (1347 bis 1380) oder eine neue Teresa von Avila (1515 bis 1582), die beide einen unermeßlich positiven Einfluß auf die Kirche nehmen konnten - ungeachtet des vorherrschenden Zeitgeistes damals wie heute und des veröffentlichten Mainstreams der Leitmedien *) von heute. Ich bin zuversichtlich. Kirche mag in Europa, vor allem in Deutschland, zu einer x-beliebigen NGO verkommen, in Asien und Afrika jedoch, wie in Teilen von Nord- und Süd-Amerika, wird sie neue Früchte bringen, "expandieren" - getreu Jesu-Offenbarung und der Weitergabe des Glaubens durch die Apostel als die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche.

 

*) Ende April 2021 brachte der TV-Sender ZDFInfo wieder einmal eine Info heraus über das von den Mauren beherrschte mittelalterliche Spanien. Wieder einmal durchsetzt von Fake-News, auf die ich anderer Stelle Stellung nehmen werde. Zusammenfassung: Die Guten die (ins Land eingefallenen) Mauren, die weniger Guten die Christen.

 

Vgl. auch

JOURNAL-NEWS VOM 1. JANUAR.

AUSZUG AUS UNGEBREMSTER AUSBAU JAKOBINISCHER ROUTEN. Anton Pombo von Gronze.com hat wieder einmal den Finger in die Wunde gelegt. ...

So beabsichtige Galiciens Regierung, die Xunta de Galicia, dem Wegenetz sieben Routen hinzufügen; die Liste möglicher weiterer Routen muß sehr umfänglich sein.

 

• Miñoto-Ribeiro: in Portugal da Geria und in Galicien de los Arrieros genannt

• Künig: Alternative durch Lugo zum Aufstieg auf den O Cebreiro

• San Rosendo: über Bande und Celanova nach Qurense

• Mariñán: kurze Verbindungen mit den Camino Ingles

• Muros-Noia: mit Abzweigungen von Muro und Porto do Son

• Umgehungstraße nach Muxia über Brandomil

 

Hinten diesen Projekten stünden neben den Kulturvereinigungen vor allem die betreffenden Gemeinden und ihre Bürgermeister.

Mein Einwurf: Spanien, einst das katholische Land schlechthin, mutiert mehr denn je zum einem areligiösen Land, gefördert durch die sozialistische Zentralregierung unter Pedro Sanchez. Jetzt soll ausgerechnet ein christ-katholischer Camino de Santiago, ein Pilgerweg zum heiligen Apostel Jakobus herhalten, die Wirtschaft im Norden des Landes anzukurbeln. Schlimmer geht`s nimmer.

 

Pombo zweifelt an der dokumentierten Historizität dieser Wege, die die Macher dieser neuen Entwicklung behaupten; beispielhaft benennt er die beiden zuletzt aufgenommenen Wege A Guarda-Redondela (Portugals Küstenweg) und den Winterweg (Camino Invierno). In beiden Fällen sieht er gravierende dokumentarische Mängel. Er bezieht sich u.a. auf Prof. Dr. Paolo Caucci *) aus Perugia/Italien, Präsident der Confraternita di San Jacopo di Compostell (Internationales Expertenkomitee), der sogar die Implizierung einiger Straßen der sog. ersten Phase als nicht gerechtfertigt ansah. Als grobe Richtlinie, Pombo nennt es Formel, gelte, dass die über Jahrhunderte hinweg bestehenden Routen, letztlich über 1.200 Pilgerjahre, nicht nur über ein entsprechendes Gastgebernetzwerk verfügen müßten, sondern auch und gerade über zuverlässige Zeugnisse von Pilgern, diese Route auf ihren Weg nach Compostella genutzt zu haben.

 

Kurzum: Anton Pombo beklagt, dass das politisch beherrschte Marketing die Oberhand gewonnen habe, größere Städte wie Vigo unbedingt einzubinden, erfundene Tourismusprodukte und Jakobsmuschel-Kopfbedeckungen inklusive. Bedauernswert die ahnungslosen Pilger, denen auf diesen „neuen“ Jakobwegrouten ein Krankenhaus, eine Kapelle, eine Kirche mit einer Santiaguista-Widmung oder ein Stein des Templerordens präsentiert werde, um den geschichtlichen Bezug zum Camino de Santiago untermauern.

 

Pombo prognostiziert: Denn, wenn alles der Jakobsweg ist, wird schlußendlich nichts der Jakobsweg sein. Ein bessere deutsche Übersetzung wird mir noch einfallen.

*) korrespondierendes Mitglied der Deutschen St. Jakobus-Gesellschaft, Aachen.