CAMINHO PORTUGUES

Einstimmung

Jahre waren seit unserem ersten Camino Frances vergangen. Immer wieder kreisten unsere Gedanken um den Jakobsweg.

 

Nach der Lourdesreise im Januar 2010, der Marienwallfahrtsort liegt bekanntlich direkt am Camino, am Pyrenäenweg mit seinem Ausgangsort Narbonne, war dann die Entscheidung gefallen: Wir kombinieren in 2011 den schon immer im Focus gehabten Besuch von Fatima, der weltberühmte Marienwallfahrtsort liegt ohnehin quasi in Reichweite des portugiesischen Jakobswegs, mit dem Caminho Portugues und dem Besuch der Metropolen Lissabon und Porto. Es hat sich gelohnt.

Lissabon. Castelo S. Jorge. 

Die Metropole gilt nicht umsonst als eine der schönsten Städte mit vielen Sehenswürdigkeiten. Beispiel das Castelo S. Jorge.  Wikipedia beschreibt sie kurz und bündig wie folgt. Das Castelo de São Jorge ist eine Festungsanlage mit integrierter Burgruine in Lissabon und gehört zu den vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Die Burg wurde von den Mauren gebaut, die sie 1147 an Alfons den Eroberer verloren. Es wurde danach jahrhundertelang als Königsburg genutzt.

 

LISSABON

Heiliger Antonius - Heinrich der Seefahrer - Vasco da Gama

Neben Vasco da Gama (1469 bis 1524, Foto unten rechts) und Heinrich dem Seefahrerer (1394 bis 1460; Foto 1. Reihe lks.) wartet Lissabon mit einer weiteren berühmten Persönlichkeit auf. Es ist der heilige Antonius, der einzige portugiesische Kirchenlehrer, geboren um 1195 in Lissabon, bekannt geworden als Antonius von Padua, dort gestorben 1231. Der Monat Juni steht ganz im Zeichen dieses großen Heiligen, sein katholischer Gedenktag ist der 13. Juni. Die Kirche Santo Antonio liegt nahe dem Dom von Lissabon. In der Krypta betete Papst Johannes Paul II am 12. Mai 1982, so die auch in Deutsch verfaßte Tafel. Als in 1755 über Lissabon das fürcherliche Erdbeben hereinbrach, blieb einzig die Krypta und eine Statue des Heiligen wie durch ein Wunder verschont. Wer mehr über diesen Großen lesen will, seine große Wirkung erbrachte er in Italien, schlage bitte das Heilgenlexikon auf. 

 

Das Antoniusgebet lautet:"Wenn ihr Wunder wollt, geht zum heiligen Antonius. Auf seine Fürbitte hin flieht die Pest, der Irrtum und der Tod. Der Schwache wird stark, der Kranke wird gesund." Quelle: Die Tagespost vom 12. Juni 2020, Andreas Drouve: Der den Fischen predigte.

Fotos aus 2011

demnächst mehr. Unten rechts: Grab Vasco da Gama (Entdecker 1468-1524)

PORTO

Fotos *)

1.-3. R.:  Igreja dos Clerigos. Barock. Zwischen 1732 und 1750 von einem

              italienischen Architekten erbaut - für die Bruderschaft Irmandade dos

              Clerigos Pobres.

4. Reihe: Torres dos Clerigos. Wahrzeichen Portos, höchster Kirchenturm

              Portugals, 76 m, 225 Stufen.

              Kathedrale von Porto. Se Catedral. Bischofskirche, seit 1996

              Weltkulturerbe. Baubeginn 12 Jh. romanisch, 14. Jh. gotischer

              Kreuzgang. Umgestaltung im 17. und 18. Jh.: Barock, Rokoko.

*) Fotos aus 2019. Gero Schulze, Dänemark.

RÜCKBLICK auf unseren Caminho Portugues

Giao nahe Porto.

 

In 2011 war es dann soweit; der Umweg über Lissabon lohnte, weil weltweit eine der schönsten Städte. Mit einer großen Geschichte, viel Kultur und noch mehr Sehenswürdigkeiten.

 

Der Mietwagen führte uns gleichermaßen von Lissabon nach Batalha und seinem Kloster (Weltkulturerbe) aus dem 14.-16. Jahrhundert nahe Fatima. Nur der Besuch von Coimbra ließ sich nicht einplanen.  

 

Es ist nicht zielführend, nachträglich Vergleiche anstellen zu wollen. Wir waren verwöhnt von unserem ersten Camino Frances in 2006. Diesen Spirit konnten wir nur langsam aufbauen. Vielleicht lag es auch daran, dass wir in Sichtweite des Flughafens von Porto, in Giao, starteten. Der Weg von Lissabon über 600 km war im Zeitmanagement nicht vorgesehen. Das Taxi setzte uns wunschgemäß also in Giao ab. Das angrenzende industriell geprägte Flughafenareal bot sich nicht an. Fast keine Pilger zu sehen, keine Jakobswegzeichen, nur ein einziger gelber Pfeil. Die erste Strecke nur der Landstraße entlang mit dem starken Verkehr tat ein übriges.

 

Nevertheless. Es waren schöne Tage, heiße Tage, nasse Stunden nur ganz wenige darunter, anstrengende Tage, wir haben geflucht, der Herrgott möge es verzeihen, wir meditierten, lachten miteinander, wir bewunderten die portugiesische und spanische Kinderliebe, wir haben schöne Orte/Plätze, beeindruckende Kirchen betreten dürfen, viele religiöse Symbole an den Wohnhäusern registriert. Die Marienfrömmigkeit ist sprichwörtlich, natürlich geprägt von den Ereignissen von Fatima 1917, einer Zeit, als die portugiesische Regierung nahezu alles tat, den Katholizismus an den Rand zu drücken, wie heuer in Spanien. Zeiten wiederholen sich eben doch. 

 

Wir lernten - nolens volens - Menschen kennen, interessante, nette, freundliche darunter, unter anderem einen Ortsbürgermeister aus der Nähe Wolfsburgs, eine Seniorchefin einer Großbäckerei aus Schleswig-Holstein, zwei junge sympathische Burschen aus Andorra, eine Buspilgertruppe gesehen, eine fünfköpfige Familie aus der Eifel gesprochen, eine zehnköpfige Gruppe einer evangelischen Bruderschaft war darunter, die sich zumeist abschottete, und last but not least mit Harold (er schenkte mir seine Zweitmütze, weil ich die meinige irgendwo liegengelassen hatte, und es war doch so heiß) und Irene, einem kanadischen Ehepaar aus Alberta, viele Gedanken ausgetauscht, aber eben auch Wanderer kennengelernt , die die Infrastruktur des Caminhos wie selbstverständlich für sich reklamierten.

Abstecher nach Fatima

Wandfliesen (Azulejos) mit der Jungfrau Maria und den drei Hirtenkindern Francisco, Jacinta und Lucia aus Fatima. Dieses Motiv ist an vielen Hauswänden zu sehen.

 

Der Umweg zu einem der berühmtesten Marien-Wallfahrtsorte nach Fatima lohnte. Für Norddeutsche und/oder religiös unmusikalisch Geprägte sehr wahrscheinlich befremdlich. Gleichwohl, die dort gelebte Volksfrömmigkeit ist beachtlich und beeindruckend.

 

 

PÄPSTE IN FATIMA

Nicht von ungefähr fühlten sich die Päpste Pius XII., Paul VI., Benedikt XVI. und aus nachvollziehbaren Gründen besonders Johannes Paul II. von diesem Ort und seinen Ereignissen des Jahres 1917 in den Bann gezogen. Alle genannten Päpste waren von Haus aus marianisch geprägt, blieben es ein Leben lang. Pius XII. wurde am 13. Mai 1917 zum Bischof geweiht, Johannes Paul II. sollte am 13. Mai 1981 um 17:17h einem Attentat zum Opfer fallen. Er ließ später die Kugel in die Fatimakrone einarbeiten.

 

Wer mehr wissen möchte, dem sei das Buch von  Michael Hesemann empfohlen: "Das Fatima-Geheimnis - Marienerscheinungen, der Papst und die Zukunft der Menschheit." Zur Einstimmung bitte den Pkt. Marienwallfahrtsorte am Camino - Fatima anklicken.