PAMPLONA

Magdalenenbrücke. Puerta de Francia. Sanfermines - Ernest Hemingway - Plaza de Toros.

Einführung

San Fermines - Ernest Hemingway

Pamplona, Hauptstadt der Autonomen Region Navarra, ist die Stadt Ernest Hemingway`s und des Stierkampfs mit der alljährlich im Juli stattfindenden Treibjagd sechser Kampfstiere mit einem Gewicht von bis zu 600 Kilogramm. Es kommt immer wieder vor, dass die "mozos" mit ihrer weiß-roten Tracht, so werden die Läufer genannt, die vor und hinter den Stieren laufen, verletzt, von den Hornstößen durchbohrt werden, auch den Tod erleiden; in Pamplona zuletzt in 2009. Daneben gibt es die "corredores"; das sind professionelle Läufer, die täglich die Strecke absolvieren. Die zu bewältigende Strecke ist 875 Meter lang und führt bis zur Stierkampfarena. Mittlerweile reihen sich auch Frauen in die große Schar der Läufer ein, die zunehmend über 50% aus dem Ausland kommen.

 

Das Fest ist an sich zurückzuführen auf das Jahr 1324, quasi wiederbelebt dann in 1591, es ehrt den heiligen Firmin, eines Sohnes der Stadt aus dem 3. Jahrhundert nach Christus. Er ist weder Schutzheiliger der Stadt, das ist Saturninus von Toulouse, noch von der Region Navarra, das ist Franz Xaver, Mitbegründer des Jesuitenordens unter Ignatius von Loyola. Auf mittelalterlichen Märkten (ferias) hatten Hirten ihre Stiere von den Wiesen zur Plaza Mayor in Pamplona gebracht. Daraus entwickelten sich in Folge die Stierkämpfe, die corridas de toros.

 

Nicht zu trennen von der Treibjagd ist die religiös begründete Prozession, die am 7. Juli um 10:00h beginnt. 1 1/2-Stunden dauert das Spektakel, unterbrochen von kurzen Pausen, in denen die Teilnehmer zu Ehren ihres Patrons Lieder anstimmen. Sie endet an der Kirche San Lorenzo. Die Heilige Messe wird sodann in der Kirche des Hl. Fermin gehalten. Für nicht wenige Bürger der Stadt ist dieser religiöse Aspekt einer der wichtigsten des Festes.

 

Ernest Hemingway

Der Literaturpreisträger verherrlicht in seinem  in Pamplona geschriebenen  Bestseller "Fiesta" (1926 veröffentlicht) dieses Stiertreiben und die Stierkämpfe schlechthin.  Von 1923 bis 1959 besuchte Hemingway regelmäßig seine Stadt und sein Cafe Iruña, heute Cafe Hemingway genannt. 

Sein bevorzugtes Hotelzimmer im La Perla soll ständig ausgebucht sein, zumeist von seinen amerikanischen Bewundererinnen. Ob sie sich auch vergegenwärtigen, welche Rolle ihr Idol als Kriegsreporter während des Spanischen Bürgerkriegs gespielt hat?

In seinem Welterfolg Wem die Stunde schlägt aus 1940 verherrlicht er die marodierenden Volksfront-Partisanen. Mehr dazu unter Menüpunkt Spanischer Bürgerkrieg.

Pamplona - gestern und heute

Pamplona. Kathedrale Santa Maria la Real.

 

Domenico Laffi, katholischer Priester und Reiseschriftsteller des 17. Jahrhunderts aus Bologna/Italien, er besuchte dreimal Santiago de Compostela, war von dieser großen, gutgeführten Kathedrale begeistert. 

 

Er darf nicht nur die Missa solemnis, ein Hochamt lesen - eine feierliche Form der heiligen Messe -, begleitet von zwei Chören und vielen Musikern (Harfe, Zither, Spinett, Orgel); er sieht auch, wie währenddessen zwölf Pilgern geholfen wird, mit einem reichlich gedeckten Tisch, der in der Kirche aufgebaut ist; er bemerkt, wie andächtig die Spanier vor dem Allerheiligsten, der Monstranz, niederknien und beten, wie am Abend den Pilgern der Segen erteilt wird.

Die Bedeutung Pamplonas nahm durch die Lage am französischen Jakobsweg signifikant im 11. Jahrhundert zu. Fünf Jahrhunderte zuvor war Pamplona zum Zentrum der baskischen Christianisierung geworden, begünstigt durch den im 6. Jahrhundert begründeten Bischofssitz. Ansonsten ist die Geschichte weitestgehend identisch derer mit Navarra, eine Seite zuvor.

 

Derzeit leben in der Stadt rund 200.000 Einwohner, ungefähr die Hälfte Navarras. Neben drei Universitäten ist Pamplona für seine vielen Parks bekannt. Pamplona wird aber auch in Verbindung gebracht mit Karl dem Großen, seinem Kampf gegen die Basken und Mauren, und mit Ignatius von Loyola, dem Gründer des Jesuitenordens, dem der heutige Papst Franziskus angehört (hat).

 

In der Altstadt, rund um die Plaza de San Francisco beziehungsweise Plaza del Castillo, laden viele Bars und Restaurants zum Verweilen ein. NIrgendwo soll es mehr hiervon geben.

 

Empfehlenswert ist der Blick auf den AlabasterSarkophag Karls III. von Navarra und seiner Ehefrau Eleonore von Kastilien. 1392 ließ der König den romanischen Vorgängerbau des 12. Jahrhunderts, das Hauptschiff war eingestürzt, neu errichten — gotisch. Wer Zeit hat, sollte einige Minuten im Säulengang verweilen: Inne halten im inneren Beten, in der Kontemplation oder wie Teresa von Avila es nennt: im "Verweilen bei einem Freund."

Mehr Fotos vgl. Menüpunkt Kathedralen Santa Maria de Real

 

Hermann Künig von Vach, 1495

Danach kannst du gerne in eine Stadt einziehen, in der der König von Nafern lebt. In dieser Stadt gibt man zwölf Brüdern zu trinken und zu essen. Neben der Hauptkirche, das sollst du nicht vergessen, liegt auf der linke Seite das Spital zu Unserer Lieben Frau (...) Du findest auch ein Spital Sankt Maria Magdalena.

 

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Haupt-Menüpunkt REISEBERICHT WESTWÄRTS NACH GALICIEN

Etappe 4 - Auf Hemingways Spuren 

 

Fotos:

1. Reihe: Interessanter Brunnen. Auf dem Weg von Burlada nach Pamplona:

              Burlada. Vorort von Pamplona. 1097 erwähnt als Burusla. Sommersitz

              der Könige von Navarra Ende des 14. Jhs. Die Bruderschaft von San                    Juan Bautista versorgte ab dem 12. Jh. Pilger wie Durchreisende.

2. Reihe: Puente de la Magdalena, 12. Jahrhundert. Dazu zählte früher das

              schon 1174 erwähnte Hospital La Magdalena.

              Wegekreuz an der Brücke mit der Figur des hl. Jakobus.

3. Reihe: Ausschnitte Wegekreuz Puente de la Magdalena.              

4. Reihe: Stadtmauer Pamplona. Im 16. Jh. erneuert wie die Zitadelle

              als Vorposten des spanischen Königs gegen Frankreich.

              Puerta de Francia. Eingang der mittelalterlichen Pilger.

5. Reihe: Im weiteren Verlauf das nächste Tor zur Innenstadt.  

              Puerto Nuevo. Durchbruch der Mauern 1571 - veranlasst von

              König Felipe II. von Kastilien

6. Reihe: Irgendwo in der City.

              Plaza del Castillo.Das Herz der Stadt. Hier fanden von 1385 bis

              1844 (Bau der Arena) die Stierkämpfe statt. 

7. Reihe: Häuserfront der Plaza mit dem Cafe Iruna.

              Cafe.            

8. Reihe: Cafe Iruna. Berühmt durch Ernest Hemingway.

              Plaza de San Francisco. Offensichtlich geht man immer noch davon,

              dass Franz von Assisi hier gewesen ist. Bestimmte Exegeten

              bestreiten dies.

9. Reihe: Obelisk San Francisco.

               Rathaus Casa Consistorial. Derzeitige Fassde kombiniert spätes

              Barock des 18. Jhs. mit der Neoklassik, ebenso 20. Jh.

10.Reihe:Albergue Camino de Santiago. Done Jakue Bidea Aterpetxea.

              Gebäudeinschrift Herberge.

11.Reihe:Albergue. An diesem Morgen ging`s für uns ohne Frühstück los;

              um halb sechs Richtung Cizur Menor. Mittlerweile scheint die

              Herberge zu einem Hotel umgebaut worden zu sein. 

              Pilgerherberge Paderborn, eingangs Pamplona. An diesem Tag

              überfüllt, zig Rucksäcke vor dem Eingang.