MONTE DE GOZO

Berg der Freude. Domenico Laffi. Johannes Paul II. Containerbauten.

Einstimmung

Wer im Mittelalter, auch noch in der beginnenden Neuzeit, als Erster auf dem Monte de Gozo ankam, den ersten Blick auf die Kathedrale des heiligen Jakobus werfen konnte, der wurde von seiner Gruppe zum Pilgerkönig ernannt. Dazu passt sehr gut der Pilgerbericht  des Domenico Laffi aus dem 17. Jahrhundert:

 

Domenico Laffi (1670/73): 

Als wir die Höhe eines Bergzuges mit Namen 'Berg der Freude' (Monte de Gozo) erreichten und das so herbeigeflehte Santiago offen vor uns liegen sahen, fielen wir auf die Knie, und die Freudentränen schossen uns aus den Augen. Wir begannen das 'Te Deum' zu singen, aber kaum brachten wir zwei oder drei Verse hervor, denn allzu sehr unterbrachen Tränen und Seufzer unseren Gesang und ließen das Herz erzittern. (6)

Berg der Freude

Monte del Gozo, Berg der Freude, Monxoi, Manxoi, Monte San Marcos. Alles richtige Bezeichnungen für den Ort, fünf Kilometer vor Santiago de Compostela gelegen, der alle Herzen schneller schlagen lässt, im Mittelalter wie auch heute, die Türme der Kathedrale in Sichtweite. Heute leider zu einem Rummelplatz mit viel Gastronomie mutiert. In 2006 noch ein Ort der Ruhe, jedenfalls an unserem Tag im Mai bei strahlendem Wetter.

Völlig entspannt hatten wir uns dem Denkmal Papst Johannes Pauls II. widmen und ein wenig meditieren und zurückblicken können, Stichwort Codex Calixtinus/Liber Sancti Jacobi des 12. Jahrhunderts: Pilger zu Pferde legten die letzte Strecke zu Fuß zurück. Wo könnte wohl die von Bischof Diego II. Gelmirez (11./12. Jh.) errichtete Iglesia Sta. Cruz gestanden haben? Es sind keine Reste mehr vorhanden.

Am Rande des Geschehens eine Bronzeskulptur zweier Pilger. Weiter zum monströsen Beherbungskomplex mit 800 Pilgerbetten in Containerbauten; Faszination futsch. 

Papst Johannes Paul II. auf dem Monte de Gozo

Monto de Gozo. Das Denkmal erinnert an den Besuch von Johannes Paul II. in 1982 resp. in 1989. Der Papst hatte die Jugendlichen der Welt zum Weltjugendtag nach Santiago eingeladen; er las hier 1989 eine Heilige Messe.

 

Das Denkmal soll auch an die Pilgerreisen des Heiligen Franz von Assisi im Jahre 1213 und Kardinal Giovanni Roncalli in 1957 erinnern, dem späteren Papst Johannes XXIII.

 

Vier überdimensional große Stierhörner (in alle Himmelsrichtungen zeigend) und das Kreuz beziehen sich auf ein Ereignis im 9. Jh., als die Hispanier es schafften, sich vom Joch der moslemischen Mauren zu befreien. Die von den Mauren hergerichteten Stiere, zwischen ihren Hörnern hatten sie brennenden Reisig gebunden, blieben plötzlich auf Anrufung des zu Hilfe gekommenen Apostels Jakobus stehen, aus den Flammen des Reisig hatte sich ein Kreuz geformt, der Leitstier kehrte um, die Herde überrannte die maurischen Krieger. Eine Legende.

 

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REISEBERICHT WESTWÄRTS NACH GALICIEN

Letzte Etappe - Sechs Männer schwenken ein Weihrauchfass.  

 

 

Fotos:

1. Reihe: Monte de Gozo. Noch einmal genügend Luft tanken.

              Pilgerdenkmal zu Ehren Papst Johannes Pauls II.

2. Reihe: Ausschnitt Pilgerdenkmal.

              Bronzeskulptur zweier Pilger

3. Reihe: Eingangsbereich der monströsen Herberge auf dem Monte      

              de Gozo.             

4. Reihe: Containerbauten der Herberge von San Marcos.

              Die letzte Wegstrecke nach Santiago. 

5. Reihe: Tor nach Santiago de Compostela.

              Nur noch wenige Meter.

          

Zwecks Vergrößerung der Fotos diese bitte anklicken, danke.