WISSENSWERTES VOM JAKOBSWEG

Albergue. Auf dem Weg von Belorado nach Villafranca Montes de Oca. Allem Anschein nach verlassen, oder? Wir haben es nicht überprüft.

Weitere Herbergen am Camino: 

Pamplona. San Anton. Bercianos del Camino. Astorga. Rabanal del Camino. Manjarin. Molinaseca. Melide. Santiago de Compostela.

Einführung

In unregelmäßigen Abständen informiere ich über die mich und hoffentlich auch Sie interessierenden Themen. Kritisches darf dabei nicht fehlen.

Spielte zu Beginn, ich spreche von der Jahrtausendwende und unserem ersten Jakobsweg in 2006, nur der Camino Frances eine Rolle: wenn schon - denn schon, habe ich heute den Blick geweitet: nicht nur auf den Camino Aragones, nicht nur auf den Caminho Portugues, nicht nur auf den Camino Primitivo, ja: auch auf die deutschen Wege.

Fotos: 

St.-Jakobus-Kirche in Lutten, nahe Vechta: 5. Etappe 2017 Visbek-Vechta.

lks.:Jakobusfigur mit Muschel, Tasche und Schwert

re.: Jakobuskerze: "Hl. Jakobus - bitte für uns. "

2017: Spanische und französische Bischöfe schreiben den Gastgebern der Jakobswegpilger 

Aktuelle denn je

Auch wenn die Hauptpilgersaison schon fast vorüber ist, hier ein Artikel spanischer und französischer Bischöfe an die Gastgeber der Wallfahrer, der auch in 2018 seine Aktualität nicht verlieren dürfte.

 

Zitat: „Wer Pilger auf dem Weg zum Grab des heiligen Jakobus beherbergt, der sollte sich nicht nur um deren leibliches Wohl kümmern, sondern auch deren seelisches. Wie? Das erklären die Bischöfe Spaniens und Frankreichs in einem neuen Schreiben.“

http://de.catholicnewsagency.com/story/richtig-pilgern-am-jakobsweg-bischofe-schreiben-den-gastgebern-der-wallfahrer-2106

2017:  Fluglinien der Lufthansa nach Bordeaux und Santiago de Compostela

Der von der Deutschen St. Jakobusgesellschaft herausgebene Jakobusbrief September 2017 berichtet, ich zitiere:

 

"Die Linienfluggesellschaft Lufthansa hat sich auf den zunehmenden Pilgerverkehr eingestellt. Sie bietet zweimal wöchentlich Direktflüge von Frankfurt/Main nach Bordeaux-Mérignac an. Das Angebot richtet sich an Pilger, die im Südwesten Frankreichs in den Camino Francés oder den Camino del Norte einsteigen möchten. Die Abflüge ab Frankfurt/Main erfolgen jeweils donnerstags und sonntags um 16 Uhr; die Flugzeit beträgt 1 Stunde und 45 Minuten. Die Rückflüge nach Frankfurt starten an den selben Tagen jeweils um 18.25 Uhr. Santiago de Compostela wird von der Lufthansa dreimal in der Woche aus Frankfurt/Main angeflogen."

 

Quelle: http://deutsche-jakobus-gesellschaft.de/startseite.html

September 2017 - Santiago:                               Eine Stadt für - kulinarische - Geniesser

Also nicht nur für Pilger und Wallfahrer, so beschreibt es der heutige „Welt“-Artikel. Die beliebte Rua do Franco, zu Deutsch Frankenstraße, nicht benannt nach dem Diktator Franco, wird allgemein nur Tapas-Meile genannt. Hier werden galicische Köstlichkeiten verspeist: Neben der bekannten Jakobsmuschel die Messer-, Herz- oder Venusmuschel, Krabben, Seespinnen, frittierter Kabeljau und frisch gebackenes Rosinenbrot, dazu reichlich Weißwein. Keine Völlerei, wenige Betrunkene (…)

Des Autors Marko Martin prägender Satz (unterhalb eines Fotos): „Genusspilger: In der Altstadt des Wallfahrtsortes reihen sich Tapasbars und Restaurants aneinander wie Perlen am Rosenkranz.“ An anderer Stelle: “Der hier überall spürbare Sinn für Form und Stil ist gewiss nicht klerikal - und bleibt dennoch traditionsbewusst.“

 

Wer mehr lesen möchte, nicht über Kulinarisches, der besorge sich die Ausgabe der „Welt“ vom 16. September 2017, REISEN, Seiten 44/45, Titelüberschrift „Wallfahrt für GENIESSER“.

26. August 2017: "Dass alle Wege nach Santiago führen, ist eine Herausforderung."

Johannes Paul II. hatte einen großen Anteil an der Wiederentdeckung des Jakobswegs, meint Hubert Pöppel von der Uni Regensburg. Interview mit der "Tagespost". *)

Einführung: Auf dem Jakobsweg zu pilgern verbindet: Fromme und kirchenferne Zeitgenossen machen sich seit Jahren auf den Weg, Buch und Film thematisieren das Phänomen und auch Päpste pilgerten an das Apostelgrab. An der Universität Regensburg betrachteten Teilnehmer aus Spanien, Mexiko, Peru und Deutschland kürzlich zusammen mit Experten aus Spanien, Frankreich und Deutschland in einem Workshop die Geschichte des Jakobswegs und seine Bedeutung für Kunst, Literatur, Religion und die europäische Identität. Über die Impulse dieses ersten Treffens für die Compostela Group of Universities, einem weltweiten Netzwerk von rund 70 Universitäten, sprach Regina Einig mit Hubert Pöppel. Er lehrt am Forschungszentrum Spanien an der Universität Regensburg.

 

Frage: Der Jakobsweg scheint seit Jahren der Deutschen liebster Pilgerweg zu sein:
Gibt es aus Sicht des Wissenschaftlers noch Forschungsbedarf?


Ob der Jakobsweg rein zahlenmäßig unser liebster Pilger- und Wallfahrtsweg ist, daran zweifle ich. Rom, Jerusalem, Lourdes, Fatima, Altötting und Kevelaer fallen mir da als mächtige Konkurrenten ein. Richtig ist aber sicher, dass über die Reise zum Heiligen Jakobus ans Ende der Welt, wie das Mittelalter meinte, am meisten geschrieben wird. Von Pilgern, von Wissenschaftlern und vielleicht auch von Kritikern. Dass aus wissenschaftlicher Sicht so viel geschrieben wird, bestätigt für sich genommen schon den Forschungsbedarf. Ich sehe diesen zum Beispiel in der Frage der kirchen- und sozialgeschichtlichen Kontexte der Zeit der Auffindung des Grabes Anfang des 9. Jahrhunderts, oder in der kultur- und mentalitätsgeschichtlichen Frage nach den Motiven der Pilger im Mittelalter, und natürlich auch bei dem so erstaunlichen Phänomen des Wiederauflebens der Jakobspilgerei in jüngster Zeit.

Frage: Teilen Sie die in Spanien häufig zu hörende Einschätzung, niemand habe die Jakobswege durch Spanien gründlicher erforscht als die Deutschen?

Ganz ohne Zweifel hat die Deutsche St.-Jakobus-Gesellschaft mit ihren seit dreißig Jahren erscheinenden und inzwischen über zwanzig Bänden umfassenden Jakobus-Studien ein gerüttelt Maß zu unserem heutigen Wissen über den Jakobsweg beigetragen. Die Namen Klaus Herbers und Robert Plötz stehen stellvertretend dafür. Der Erlanger Mittelalterhistoriker Klaus Herbers hat überdies durch seine Herausgebertätigkeit wichtiger Quellen internationales Renommee erlangt. Und in jüngerer Zeit hat sich der Kieler Romanist Javier G´omez-Montero durch eine Vielzahl von ganz unterschiedlichen Publikationen zum Jakobsweg hervorgetan. Doch jetzt kommt ein großes Aber: Die Forschung zum Jakobsweg ist genauso international wie der Weg selbst. In Italien hat Paolo Caucci ein Leben lang über Santiago gearbeitet, in Frankreich Adeline Rucquoi, viele in Spanien. Also Ja und Nein: Ja, die Deutschen haben viel geforscht und, mit Hape Kerkeling, auch viel zum Boom des Jakobswegs beigetragen. Und nein, die Einschätzung der Spanier würde ich trotzdem eher als ein nett gemeintes Kompliment ansehen. Wissenschaft ist per se nicht an Grenzen gebunden, und die zu Santiago erst recht nicht.

Frage: Welchen Anteil hatte Johannes Paul II. bei der Wiederentdeckung des Jakobswegs Anfang der achtziger Jahre?

Einen ungeheuer großen Anteil. Schon Franco hatte versucht, den Weg wieder zu beleben, nachdem es mindestens zwei Jahrhunderte sehr ruhig um ihn geworden war. Aber der erste Besuch eines Papstes in Santiago de Compostela wurde als so etwas wie eine offizielle Anerkennung und internationale Öffnung angesehen. Direkte Auswirkungen auf die Pilgerzahlen hatte dies jedoch noch nicht. Den Jakobsweg als Massenphänomen gibt es erst seit den neunziger Jahren, und dies ist ein Ergebnis mehrerer Faktoren und
Initiativen: die Ausrufung zum ersten europäischen Kulturweg, der Weltjugendtag, die Neuausschilderung des Weges beziehungsweise der Wege, die Ernennung zum Weltkulturerbe und, dazwischen, fast möchte ich sagen: leider, wurde auch das Buch von Paolo Coelho zu einem bestimmenden Faktor für den Boom.

Frage: Inwieweit kann der Jakobsweg als identitätsstiftend für Europa heute gelten?

Wenn der Europarat einen Weg zum ersten europäischen Kulturweg deklariert, wenn die UNESCO einen Ort zum Weltkulturerbe erklärt, wenn die Europäische Union einer Stadt die Gelegenheit gibt, sich als Kulturhauptstadt zu präsentieren, dann hat dies Gewicht. Eine Stadt, ein religiös-kulturell historisches Phänomen wird dadurch zu einem privilegierten Teil der Geschichte des heutigen Europas. In dieser Erzählung über das Werden Europas hat der Jakobsweg natürlich zu Recht seinen Platz. Neben, um ein paar vielleicht willkürliche Beispiele zu nennen, Rom, Karl dem Großen, dem Dreißigjährigen Krieg, der Aufklärung und den maßgeblich von Deutschen verursachten Katastrophen des 20. Jahrhunderts.  Wirklich identitätsstiftend kann der Jakobsweg für Europa allerdings nur sein, wenn er etwas anzubieten hat. Das einstmals Zentrale, das Proprium des Jakobsweges, die Verehrung des Apostels kann das nicht mehr sein. Für unser Studierendentreffen in Regensburg haben wir als mögliches identitätsstiftendes Element, das der Jakobsweg anzubieten hat, das gemeinsame und friedliche Überschreiten von Grenzen in den Mittelpunkt gestellt – und damit sind nicht allein die innereuropäischen Grenzen gemeint.
Also nicht Mauern errichten, sich abschotten, sich einigeln. Im Gegenteil: selbst hinausziehen, Europa und die Welt erlaufen und erfahren, und gleichzeitig den neuen Pilgern, den Reisenden, Flüchtenden und Vertriebenen, auf irgendeine Weise Gastfreundschaft anbieten.

Frage: Wie erklären Sie sich den Anachronismus in Europa: In den säkularisierten Gesellschaften des Westens laufen der Kirche die Mitglieder weg, aber auf dem Jakobsweg scheinen sich alle problemlos einfinden zu können?

Die Mittelalter- und Frühneuzeitexperten auf unserem Treffen haben sehr schön herausgearbeitet, dass die Pilger früherer Zeiten zwar ohne Zweifel als Gläubige zum heiligen Apostel Jakobus gepilgert sind. Das war sozusagen der gemeinsame Nenner von allen. Aber zusätzlich hatte auch damals schon fast jeder und jede von ihnen noch andere Motive. Die Anbahnung von Handelskontakten, diplomatische Angelegenheiten oder eine Art Bildungsreise zu absolvieren wären Motive für die reicheren und höherstehenden Pilger. Der heimatlichen Enge zu entgehen, die Welt und andere Leute kennenzulernen, einfach auszusteigen aus dem mühseligen Trott oder simple Neugier könnte man für die ärmeren anführen. Nehmen Sie jetzt aus diesen Motivbündeln früherer Zeiten das Gemeinsame und Verbindende heraus; die, sagen wir es einmal etwas überspitzt und polemisch, amtskirchlich empfohlene Verehrung von Reliquien mit dem Ziel des Erwerbs eines vollen Ablasses. Sie werden sehen, es bleibt ein sehr heterogenes Gemisch übrig, das durchaus Ähnlichkeit mit den Gründen hat, warum wir in die Welt hinausziehen. Und setzen Sie jetzt da hinein die Sehnsucht nach Spiritualität oder, noch schwächer, die Sinn- und Bedeutungssuche des Einzelnen, der immer wieder auf sich selbst verwiesen wird. Ich glaube, die daraus resultierenden, ganz unterschiedlichen, nicht mehr auf einen wirklich definierten Kern und Nenner zu bringenden Motivbündel der heutigen Pilger erklären ganz gut das Phänomen, das Sie ansprechen.

Frage: Ist der Massentourismus – insbesondere auf dem französischen Camino – eine Belastung für die Kulturschätze oder eher eine Chance?

Barcelona wehrt sich völlig zu Recht gegen den Massentourismus. Mallorca wehrt sich mit noch viel größerem Recht gegen den Sauftourismus. Aber in beiden Fällen sprechen wir von Millionen Besuchern auf vergleichsweise kleinem Raum. Der Camino Franc´es ist 800 Kilometer lang. Er verträgt ganz sicher 200000 oder auch 300000 Pilger und Touristen pro Jahr. Ja, die Verbindung von Pilger- und Kulturreise, um eines der Motivbündel der letzten Frage herauszuschälen, wäre beziehungsweise ist sogar ein gelungenes Beispiel für einen sanften, nachhaltigen, sich selbst tragenden und die Städte auf dem Weg wirtschaftlich fördernden Tourismus. Dass alle Wege nach Santiago führen und es dann zu bestimmten Zeiten in der Stadt eng, laut und hektisch werden kann, ist sicherlich eine Herausforderung. Aber auch da haben uns die Mittelalterexperten auf unserem Treffen aufgeklärt: Schon in alten Zeiten gab es genau dieses Phänomen, und beklagt haben sich die Pilger, also diejenigen, die das mutmaßliche Problem verursacht haben. Nichts Neues also unter dem Sternenweg.

Frage: Welche Thesen/Resultate des Symposions halten Sie persönlich für besonders wichtig?

Dass die Rückbesinnung auf den Jakobsweg uns dazu führen kann, Grenzüberschreitungen und Multikulturalität als etwas Bereicherndes anzusehen, und dass wir lernen können, mit heterogenen Auffassungen von Religionen, von Religiösem und von spirituellen Erfahrungen produktiv umzugehen.

 

*) "Die Tagespost - Katholische Zeitung für Politik, Gesellschaft und Kultur.

www.die-tagespost.de"

 

April 2017 - Spuren des Gekreuzigten in Oviedo. Ein Grund mehr, den Camino Primitivo zu pilgern.

Spanische Wissenschaftler weisen Übereinstimmungen des Schweißtuchs von Oviedo mit dem Turiner Grabtuch nach.

 

Berlin (DT) Spanischen Wissenschaftlern aus der Katholischen Universität Murcia (UCAM) und dem Spanischen Zentrum für Grabtuchforschung (CES) ist kürzlich mittels eines neuartigen Rasterelektronenmikroskops der Nachweis gelungen, dass das Schweiß- oder Bluttuch von Oviedo und das Grabtuch von Turin dieselbe Person umhüllten. Dass die Maße der Abdrücke auf dem Turiner Grabtuch und dem Schweißtuch von Oviedo übereinstimmen, hatte bereits Michael Hesemann in seinem 2010 erschienenen Buch „Das Bluttuch: Wissenschaftler auf den Spuren der Auferstehung“ unterstrichen.

 

Das „Santo Sudario“ (Schweißtuch) befindet sich seit 1113 in der San-Salvador-Kathedrale im nordspanischen Oviedo. Es trägt kein Bild, sondern Blut- und Wasserflecken, die durchaus von einem Gekreuzigten stammen könnten.

Wer mehr lesen will, bitte sich die katholische Tageszeitung Die Tagespost vom 15. April 2017 besorgen. 

Zum Camino Primitivo selbst bitte entsprechende Seite anklicken.

2017 - Kathedrale Kathedrale Santiago            Light a candle to Santiago the Apostle

Welcher Christ, ob Katholik und/oder Protestant, hat nicht schon irgendwann einmal in einer Kirche eine Kerze angezündet, ein Gebet für sich und/oder seine Lieben, auch für Verstorbene, gesprochen.

 

Die Kathedrale von Santiago de Compostela bietet dies auf virtueller Basis an. Warum nicht! Der englische Text auf https://velas.catedraldesantiago.es/en  lautet:

 

"Lighting a candle to Santiago the Apostle is completely free and the candle will remain lit for 48 hours. The Cathedral of Santiago invites you to share it, so others keep it lit for longer.

The Camino de Santiago (Way of Saint James) is a path to your inner self."  

 

"Lighting a candle is a gesture of spirituality around the world. Take a moment to think about your intentions for lighting a virtual candle: saying a prayer, honouring your loved ones who habe passed away, in solidarity with a cause, a promise, a personal intention or to congratulate a friend." 

 

Grob übersetzt: Eine Kerze für den Apostel Jakobus anzuzünden, kostet nichts; sie wird für 48 Stunden brennen. Die Kathedrale lädt Sie ein, sie (die Kerze) mit anderen zu teilen, sodass sie dann länger brennen kann.

Der Jakobsweg ist ein Weg zum inneren Selbst.

Eine Kerze anzuzünden ist eine Geste der Spiritualität - weltweit. Denk einen Moment über deine Intentionen nach, wem und/oder was du mit der virtuellen Kerze verbindest: ein Gebet, ein ehrenvolles Gedenken an Verstorbene, oder in Verbindung mit einem bestimmten Grund: einem Versprechen, für sich selbst oder um einem Freund zu gratulieren. 

Mein Tipp:                                                           Highlights abseits des Camino de Santiago nicht links liegen lassen

Warum nur Strecke machen? Warum nicht den Blick weiten für die Pilger und Ordensleute vergangener Jahrhunderte am CAMINO ARAGONES und deren noch heute beeindruckenden Sakralbauten?

  • Kloster San Juan de la Pena

  • Sanctuarium Franz Xaver in Javier

  • Rocaforte: Franz von Assisi

  • Santa Maria de Eunate: Ein Kleinod

Warum nicht Foz de Lumbier bei der Planung des Camino Aragones berücksichtigen? Auf der Strecke zwischen Sangüesa und Monreal? Die Schlucht mit den riesigen Greifvögeln ist es wert. Sie werden es nicht bereuen!

 

Nachstehend meine Links:

 

Kloster San Juan de la Pena

http://www.jakobspilger-westwaerts.de/jakobswege-gestern-und-heute/lourdes-somportpass-camino-aragon%C3%A9s/

 

Franz Xaver in Javier / Foz de Lumbier

http://www.jakobspilger-westwaerts.de/jakobswege-gestern-und-heute/lourdes-somportpass-camino-aragon%C3%A9s/abseits-des-camino-aragon%C3%A9s-javier-foz-de-lumbier/

 

Rocaforte: Franz von Assisi

http://www.jakobspilger-westwaerts.de/jakobswege-gestern-und-heute/lourdes-somportpass-camino-aragon%C3%A9s/entlang-dem-camino-aragon%C3%A9s-rocaforte-monreal/

 

Santa Maria de Eunate

http://www.jakobspilger-westwaerts.de/jakobswege-gestern-und-heute/lourdes-somportpass-camino-aragon%C3%A9s/santa-maria-de-eunate/

Pilgerführer im Vergleich                                Camino Frances

Um gleich mit der Tür ins Haus zu fallen. Für mich ist das Handbuch von Dietrich Höllhuber das beste, übersichtlichste und informativste. DUMONTaktiv nennt es Wandern auf dem Spanischen Jakobsweg. Dr. Dietrich Höllhuber ist gleichermaßen zusammen mit Dr. Werner Schäfke verantwortlich für die Herausgabe des DUMONT Kunstreiseführers Der Spanische Jakobsweg - Landschaft, Geschichte und Kunst auf dem Weg nach Santiago de Compostela. Mir liegt die 6. aktualisierte Auflage 2008 vor. Wer sich auf seinen Jakobsweg intensiv vorbereiten möchte, wird viel Freude an diesem Buch haben. Man merkt den studierten Autoren an, dass sie ihre Fachgebiete Geographie, Geschichte, Germanistik, Kunstgeschichte, katholische Theologie verstehen, beherrschen.

 

Was zeichnet Höllhubers Wanderführer für mich aus? Je Etappe gibt es einen kurzen Überblick über den Charakter der Strecke, also ob schwer, mittelschwer oder leicht; über die Gehzeit; über Länge und Anstieg; über die gegebenen Markierungen; über Einkehr und Verpflegung; über Verkehrsanbindungen. Weitere Informationen runden den ersten Eindruck ab. Seinen Wegbeschreibungen habe ich bislang jedes Mal vertrauen können. Das jeweilige Höhenprofil ergänzt die extra für dieses Buch entwickelten präzisen Wanderkarten; für größere Orte gibt`s eine Straßenkarte. Eine jede Etappenbeschreibung endet mit speziellen Informationen zu den Sehenswürdigkeiten, zur Geschichte, zu den Kathedralen und natürlich zu den Pilgerherbergen mit ihren Fazilitäten , zu den Hotels resp. Hostales und den Jugendherbergen.

 

Ich will nicht verhehlen, dass das Gros der Pilger, so die Äußerungen in den Pilgerforen, das Outdoor-Handbuch Spanien: Jakobsweg Camino Frances - Der Weg ist das Ziel von Raimund Joos beziehungsweise den Rother Wanderführer von Cordula Rabe Spanischer Jakobsweg bevorzugt; letzterer neuerdings auch mit GPS-Tracks zum Download. Mir persönlich ist das Handbuch von Cordula Rabe zu unübersichtlich. Während der Pilgertour möchte ich nicht erst lange suchen und blättern müssen. Das Outdoor Handbuch ist abgestellt auf kleinere, kürzere Streckenabschnitte, geht im Detail auf die Nebenstrecken ein, ebenso auf die Anforderungen für die Radpilger. Der geschichtliche und religiöse Hintergrund wird zurückhaltend dargestellt, das Wandern steht im Vordergrund.

 

Eine gute Alternative scheint mir John Brierleys Handbuch zu sein: Jakobsweg - Camino de Santiago. Der weltberühmte Pilgerweg - Information und Inspiration für die äußere und innere Reise; auf Deutsch zuletzt 2014 vom Schweizer Terzium Verlag editiert - erstmalig 2003 in Schottland erschienen. Brierley benennt nicht nur die üblichen Distanzen, er geht auch auf die höhenbereinigten Entfernungen ein. Eine interessante Variante. Mit 286 Seiten sehr umfangreich und relativ schwer. Ich nutzte weiland seinen sehr kurz gehaltenen Pilgerführer, sein Kartenwerk, damals noch viersprachig, auf dem Caminho Portugues von Porto nach Santiago de Compostela.

Compostela - Pilgerurkunde

August 2016 - Pilgerforum

Die Freunde des Jakobswegs wollen die Mindestdistanz für den Erhalt der Pilgerurkunde / Compostela von 100 km auf 300 Kilometer anheben. Mehr darüber für diejenigen, die der spanischen Sprache mächtig sind:

http://www.lavozdegalicia.es/noticia/santiago/2016/08/16/fraternidad-camino-santiago-crea-lista-negra-atentados-contra-patrimonio/0003_201608S16C2991.htm

Kilometerstein 100 verschwunden

Kilometerstein 100 zwischen Brea und Morgade. So sah er im Frühjahr 2006 aus.

 

Was ist passiert? Irgendeinem beflissenen Behördenangestellten muss es ein Dorn im Auge gewesen sein, dass der KM-Stein 100 an der falschen Stelle steht. Ja und?

Und überhaupt: es wird jetzt offenbar alles verbeamtet. Wo soll man denn nach der Ankunft vor der Kathedrale in Santiago - völlig kaputt, glücklich es geschafft zu haben - den Rucksack abstellen, wenn man denn ihn nicht mehr ins Gotteshaus mitnehmen darf? Ich denke, die Herrschaften vom Domkapitel sind ein wenig weltfremd.

 

Zurück zum Kilometerstein und den Pilgerführern.

Cordula Rabe spricht in ihrem Wanderführer (Ausgabe 2013) von 105 km, die an sich noch zu bewältigen wären. John Brierley (ebenfalls 2013) hat auf seinem Weg einen Stein mit 99,5 km ausgemacht und ihn in seinem Pilgerführer eingezeichnet.

Aktuell (Juni 2016) gibt es laut Tele5-Sendung OGOT Kilometersteine mit den Erfernungsangaben 100,746 - 100,485 - 99,930. Welcher Unsinn! Oder sollte ich gar von Frevel sprechen?

 

Was waren das noch Zeiten, ich habe sie erlebt, als man den Kilometerstein 100 noch - zusammen mit der mitpilgernden Ehefrau - in Ruhe betrachten und Fotos schießen konnte; obwohl, geärgert hatten wir uns weiland schon - über den verschmierten Stein.

Nevertheless, Dietrich Höllhuber hat uns dann ein wenig aufgemuntert - in finde seinen Pilgerführer von DUMONTaktiv ohnehin am besten.

 

Er schreibt in seinem Pilgerführer Spanischer Jakobsweg, Ausgabe 2006: "Ein recht feuchtes Wegstück verbindet durch ein Tälchen mit dem Weiler Brea und dem Kilomerstein 100 (raus mit dem Champagner aus dem Rucksack!). Von der auf diesen Weiler folgenden Anhöhe ist schon Portomarin zu sehen, was man (falls man keinen Champagner zur Hand hatte) im nächsten Weiler feiern kann, denn in Morgade gibt es eine (ganz auf Pilger eingestellte) Bar." Wohl wahr.

Es war kein Champagner, wohl aber einige Gläser Rotwein abends im Hostal am Kaminfeuer, vertieft in einem Gespräch mit Paul aus dem kanadischen Toronto.

Fotos Frühjahr 2006

1. Reihe: Kilometerstein 100 zwischen Brea und Morgade.

2. Reihe: Bar + Hostal in Morgade (wir beides genossen);

              kurz hinter Morgade. 

Pilgerstatistik 2016 - 278.224 Pilger

Das Pilgerbüro in Santiago de Compostela berichtet auf seiner Website. 

 

Aus Spanien:  44,71 %.

Aus Deutschland 14,00 %. 

 

Pilger jünger als 30 Jahre: 27 %.

Mit dem Fahrrad: 8%; Rollstuhl: 0,04%; zu Pferd: 0,14%.

 

Religiös motiviert: 44 %;

religiös und kulturell: 48 %;

nur kulturell motiviert: 8 %.

 

ZU DEN MOTIVEN

Das 2017 von der St. Jakobusbruderschaft Trier editierte Buch "Abenteuer Pilgern" hat u.a. die soziologisch-psychologischen Aspekte des modernen Pilgerns erforscht. Namhafte Theologen, Psychologen und Uni-Professoren haben sich daran beteiligt. Dem zufolge sollten obige vom Pilgerbüro in Santiago ermittelten Beweggründe  etwas hinterfragt werden. Denn, während auf dem Weg allerorten zu hören ist, man ginge/pilgere auf jeden Fall nicht aus religiösen Gründen, kehrt sich das offensichtlich am Desk des Pilgerbüros um - in Erwartung der Compostela. Für den  August 2017 nannte das Pilgerbüro folgende Motive: 44,75% Religiosa / 44.48% Religiosa-cultural und Solo cultural 10,71%.

 

vgl. auch Menüpunkt PILGERPASS. PILGERLIEDER. STATISTIKEN

Camino de Santiago - Hell leuchtendes Mittelalter

Gonzalo Torrente Ballester, galicischer Erzähler und Dramatiker (1910-1999) in seinem köstlich zu lesenden Pilgerlesebuch >Santiago de Compostela< aus 1948:

 

"(...) Denn das Mittelalter war herrlich; seine Menschen hatten tief in ihren Herzen einen glühenden Glauben, und von ihm entflammt errichteten sie Burgen und Klöster." 

 

Vom finsteren Mittelalter sprechen heute doch nur Ignoranten aus ihrer arroganten Betrachtungsweise als Nachgeborene.

 

Lesen Sie mehr auf den Seiten JAKOBSWEGE. GESTERN UND HEUTE. > Hell leuchtendes Mittelalter. Pilgerwege mittelalterlicher Zeitzeugen. Ergänzendes finden Sie unter ÜBER UNS > Religiöses. Katholizität.