PILGERN AUS DER SICHT VON... 

Kurz vor Torres del Rio - auf dem Weg von Los Arcos nach Logroño. Vor uns Benediktiner-Pater Adalbert aus Tschechien. Einige Minuten zuvor hatte er uns noch seinen persönlichen Segen gespendet. Auf der Straße.

Einstimmung

"Wir sind in der Welt nur auf der Durchreise, auf der Pilgerschaft. Der Berg der Verklärung, die Kathedrale des Apostels Jakobus, steht für die Sehnsucht nach einer zukünftigen Welt, in der keiner mehr weinen muss, außer vor Freude. Was bleibt, sind die Bilder eines Himmels, der sich zuweilen öffnet."   

 

In irgendeiner Form kommen alle der nachstehend aufgeführten Protagonisten diesem Satz und seiner Aussagekraft nahe. Kein Wunder.

Papst Benedikt XVI.                                  Pilgerreise - ein Bild für das Leben

Das Jahr des Glaubens 2012/2013 eröffnete Papst Benedikt XVI. in seiner Predigt am 11. Oktober 2012 unter anderem mit den Worten:

 

"Das Jahr des Glaubens ist eine Pilgerreise durch die Wüsten der heutigen Welt. (...) 

Die Reise ist ein Bild für das Leben, und der weise Reisende ist derjenige, der die Kunst des Lebens gelernt hat und sie mit anderen teilen kann - wie es den Pilgern auf dem Weg nach Santiago oder auf anderen Pilgerwegen geht, die nicht zufällig in diesen Jahren wieder in Mode gekommen sind."

 

Und weiter sagte der Heilige Vater: "Wie kommt es, dass heute so viele Menschen das Bedürfnis haben, diese Wege zu gehen? Ist es vielleicht, weil sie dort den Sinn unseres Erdendaseins erahnen? (...)"

 

Quelle: Vatikan-Zeitung (deutsche Ausgabe) L`Osservatore Romano  

Papst Franziskus                                                  Sind wir Pilger, oder irren wir herum?

In Kontinuität zu seinem Vorgänger spricht Papst Franziskus am 14. September 2013 die Teilnehmer der internationalen Wallfahrt des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem wie folgt an:

 

„Sie erleben die Erfahrung der Pilgerfahrt, die ein großartiges Symbol des menschlichen und christlichen Lebens ist. Jeder von uns kann ‚Umherirrender‘ oder ‚Pilger‘ sein: entweder Umherirrender oder Pilger. (…) Sie sind Zeugen für den tiefen Sinn und für das Licht, das der Glaube bringt.“

 

In der Adventszeit 2013 richtete Franziskus seine Botschaft an alle Gläubigen:

"An allen Tagen des Advents beten wir in der Präfation der Messe darum, dass wir, die Kirche, wie Maria im Warten wachsam seien. Wachsamkeit ist die Tugend des Pilgers:  Ich frage mich: Warten wir, oder sind wir verschlossen? Sind wir wachsam, oder sitzen wir sicher in einer Herberge am Weg und wollen nicht mehr weitergehen?

Sind wir Pilger, oder irren wir herum? Darum lädt uns die Kirche ein, 'Komm' zu sagen – damit unsere Seele in diesen Tagen im Warten wachsam sei. Haben wir Platz für den Herrn, oder haben wir nur Platz für`s Fest, zum Einkäufe machen, zum Krachschlagen? Ist unsere Seele offen, oder hat sie einen Zettel an ihrer Tür: Bitte nicht stören?“ - Quelle: Vatikan-Zeitung L`Osservatore Romano 22.12.13. 

 

ECKDATEN VITA PAPST FRANZISKUS

Am 17.12.1936 in Buenos Aires geboren als Sohn italienischer Einwanderer, bürgerlicher Name Jorge Mario Bergoglio. Dreiunddreißig Jahre später am 13. Dezember 1969 zum Priester geweiht, von 1973 bis 1979 Provinzial (Leiter) der argentinischen Provinz des Jesuitenordens, von 1980 bis 1986 Rektor/Professor der Theologischen Fakultät von San Miguel. Am 27. Juni 1992 zum Bischof geweiht, seit 1998 Erzbischof in Buenos Aires, am 21. Februar 2001 von Papst Johannes Paul II. zum Kardinal erhoben, schlussendlich am 13. März 2013 zum Papst gewählt.

Erzbischof Julian Barrio Barrio - 2010                  Pilger des Glaubens und Zeugen Jesu Christi

Der Erzbischof von Santiago de Compostela skizzierte in seinem Pastoralbrief zum Heiligen Compostelanischen Jahr 2010 * die Pilgerschaft wie folgt:

 

„So ist der Weg nach Santiago für den, der im Geist und in der Wahrheit pilgert, ein geeigneter Ort, um mit Gott ins Gespräch zu kommen; er ist ein Zeichen, das ihm hilft, sich von Gott geschaffen durch Christus befreit zu fühlen, und er ist eine Erfahrung, in der der Pilger lernt, zu geben und zu empfangen.“

 

„Der Weg, verstanden als Übergang von einem Ort zum anderen oder als ein Prozess von einer Situation zur nächsten, ist eingeschrieben in den genetischen Kodex des ganzen Menschen. Der Weg zeigt sich als Lebensnotwendigkeit.“ 

 

„Auf dem Weg und an seinem Ziel konnte er auch das Zeugnis der früheren Pilger wahrnehmen.“

 

„Die Stille ist der Ort des Wortes Gottes, und der Pilger muss es auf dem Weg seiner Pilgerschaft meditieren, wie es auch die Pilger von Emmaus (Lk 24,33-35) taten. Im Wort Gottes begegnen wir einer Art und Weise, uns verschiedene menschliche Erfahrungen aufzeigen zu lassen auf der Suche nach dem Guten und der Wahrheit, und um die Zusammenhänge zu erkennen."

 

„Wenn der Pilger zu den Seinen nach Hause zurückkehrt, in seine Gemeinde und in seine Berufswelt, werden sicher viele sein Verhalten beobachten und in ihm die wirksame Gegenwart der Liebe Gottes wahrnehmen, die er ohne Zweifel auf dem Weg der Pilgerschaft erfahren hat und die am Grab des Apostels ihre Vollendung fand…“

 

*) Pilger des Glaubens und Zeugen des Auferstandenen Christus - Pastoralbrief des Erzbischofs von Santiago de Compostela im Heiligen Compostelanischen Jahr 2010; Herausgeber der deutschen Übersetzung: Bischöfliches Ordinariat der Diözese Rottenburg-Stuttgart (www.drs.de) 

 

Diözese Rottenburg-Stuttgart                              Das christliche Profil schärfen

Das Bischöfliche Ordinariat der Diözese Rottenburg–Stuttgart schreibt im Vorwort zu dem Brief des Erzbischofs von Santiago de Compostela:

 

„Allen, denen die prägende Kraft der Pilgerschaft auf dem Jakobsweg mehr bedeutet als bloßes Sich-Bewegen in einem europäischen Wegenetz, ist dieser Pastoralbrief zu empfehlen als Handreichung, um zur 'größeren Wahrheit' des Jakobsweges und des Pilgerns überhaupt zu finden und das christliche Profil als eine 'Existenz des Unterwegsseins' zu schärfen.“  

Pfarrer Eugenio Garibay Baños aus Najera      Pilger, wer ruft Dich?

Pfarrer Eugenio Garibay Baños aus dem spanischen Najera kreierte das mittlerweile berühmt gewordene Lied Pilger, wer ruft dich?, zu lesen auf einer Tafel am Rande des Jakobswegs zwischen Navarrete und Najera:

 

„Staub, Schlamm, Sonne und Regen, das ist der Weg nach Santiago. Tausende von Pilgern und mehr als tausend Jahre.

 

Wer ruft dich? Pilger! Welch`geheime Macht lockt dich an? Weder ist es der Sternenhimmel, noch sind es die großen Kathedralen. Weder die Tapferkeit Navarras, noch der Rioja-Wein, nicht die Meeressfrüchte Galiciens, und auch nicht die Felder Kastiliens.  

 

Pilger, wer ruft dich? Welch`geheime Macht lockt dich an? Weder sind es die Leute unterwegs, noch sind es die unendlichen Traditionen. Weder Kultur und Geschichte, noch der Hahn Sto. Domingos, nicht der Palast von Gaudi, und auch nicht das Schloß Ponferradas.

 

All`dies sehe ich im Vorbeigehen, und dies zu sehen, ist Genuss, doch die Stimme, die mich ruft, fühle ich viel tiefer in mir.  Die Kraft, die mich vorantreibt. Die Macht, die mich anlockt, auch ich kann sie mir nicht erklären. Dies kann allein nur Er dort oben!  (E.G.B.).“

Ignatius von Loyola - 15./16. Jahrhundert  Gründer des Jesuitenordens                                Das Gewissen bereiten

Ignatius von Loyola (1491-1556).

 

Aus seinem Buch "Bericht des Pilgers" - Abschnitt Pilgerfahrt nach Jerusalem.

 

Zitat: "(…) Und während sie, wie es üblich war, auf ihren Eselchen nach Jerusalem (am 4. September 1523) ritten, und zwei Meilen bevor sie nach Jerusalem kamen, sagte ein Spanier – ein Edler, wie es schien -, mit Namen Diego Manes genannt, mit großer Andacht zu allen Pilgern:

 

'Da sie von hier aus binnen kurzem zu der Stelle kämen, von der aus man die Heilige Stadt sehen könne, wäre es gut, dass sich alle in ihrem Gewissen bereiteten und dass sie in Stillschweigen gingen (…)' " - vgl. auch Haupt-Menüpunkt ANDERE PILGERWEGE. Der Ignatiusweg.

 

Diese Schilderung erinnert an die Worte von Domenico Laffi Anno Domini 1670, knapp einhundertfünfzig Jahre später, als er voll von Freude den Bergzug des Monte de Gozo erreichte - vom Berg der Freude das so herbeigesehnte Santiago offen vor sich liegen sah; vgl. dazu die letzte Etappe des REISEBERICHTs WESTWÄRTS NACH GALICIEN.

Johann Wolfgang von Goethe, 1749 - 1832

"Europa ist auf der Pilgerfahrt geboren und das Christentum ist seine Muttersprache!"

Benediktinerkloster Einsiedeln - 2013             Pilger sind Suchende

Die Homepage des schweizerischen Klosters Einsiedeln -  Einsiedeln ist einer der Hauptorte des Schweizer Jakobsweges - drückt es 2013 klassisch wie folgt aus: 

 

"Beim Pilgern nehmen Menschen sich Zeit, hören nach Innen und spüren im Gehen dem eigenen Lebensweg nach. 

 

Die Motive für eine Pilgerreise können sehr unterschiedlich sein. Einige suchen Antwort auf die großen Fragen nach dem Sinn, nach Gott und der Liebe, manche wollen nur ein Stück Freiheit wieder gewinnen, und oft ist der Grund für eine Pilgerreise den Menschen selbst verborgen und enthüllt sich erst auf dem Weg selbst.

 

Auch wenn die Gründe für den Aufbruch unterschiedlich sind, in vielem sind Pilger auf der ganzen Welt einander ähnlich: Sie sind Suchende, sie vertrauen auf die Kraft und Erfahrungstiefe alter Wege und Orte, sie nehmen sich Zeit, um ihrer Beziehung zu sich selbst und zu Gott Raum zu geben."

Paulo Coelho - 1999                                              Die meisten geben ihre Träume auf

"Ich bin viele Kilometer gewandert, um Dinge herauszufinden, die ich bereits wusste, die wir alle wissen, aber die so schwer anzunehmen sind. Gibt es etwas Schwierigeres für den Menschen, Herr, als herauszufinden, dass er die Macht erreichen kann? Diesen Schmerz, den ich jetzt in meiner Brust fühle und der mich schluchzen lässt und das Lamm erschreckt, gibt es, seit es Menschen gibt.

 

Nur wenige nehmen die Last des eigenen Sieges auf sich: Die meisten geben ihre Träume auf, wenn sie sich als erfüllbar erweisen. Sie weigern sich, den guten Kampf zu kämpfen, weil sie nicht wissen, was sie mit dem eigenen Glück anfangen sollen. So wie ich jetzt mein Schwert finden wollte, ohne zu wissen, was ich damit anfangen wollte.“

Quelle: Paulo Coelho, Auf dem Jakobsweg, Diogenes Verlag AG Zürich, 1999,2002. Vgl. auch Menüpunkt REISEBERICHT WESTWÄRTS < Prolog.

Robert Ward - 2004                                               Ich bin fasziniert

„Da war ich also. Ich hatte gerade eine der großen katholischen Wallfahrten geschafft. Ich hatte drei Wochen in Lourdes verbracht. Wie sollte ich als Atheist ein solches Verhalten rechtfertigen? Ich kann nur sagen, dass ich, solange ich mich erinnern kann, immer meine Nase gegen die Fenster des Glaubens gedrückt und versucht habe, einen Blick darauf zu erhaschen, was da drinnen vorgeht.

 

Ich bin von der Religion auf die Art fasziniert, wie man von etwas fasziniert ist, das man nicht hat. Und deshalb finde ich mich an Orten wie Lourdes und Santiago wieder.“

Quelle: Robert Ward, Pilgerwege eines Ungläubigen, Unterwegs zwischen Santiago, Fatima und Lourdes. Kreuz Verlag Stuttgart, 2004. Vgl. auch Menüpunkt links Aktuelle Literatur Pilgerreisen > Literatur für Gläubige und Ungläubige.

Gideon Lewis-Kraus - 2013                                    Es kommt auf die Rückkehr an

"Es kommt auf die Rückkehr an, denn erst da wird deutlich, ob es sich tatsächlich um eine erfolgreiche Suche gehandelt hat oder doch nur um eine Flucht." Quelle: Interview Literarische Welt, Ausgabe 05.10.13; vgl. auch Menüpunkt Aktuelle Literatur.

Herz-Jesu-Missionar P. Norbert Becker MSC - 2015 Pilger sind offen für Veränderungen 

„Alles, was da nun besungen1 wird, liegt für einen Pilger im Bereich des Möglichen. Niemals kann dieses Lied jedoch als anstehendes Erlebnis-Programm für eine Wallfahrt gesungen werden, also mit der Einstellung: Wenn ich mich zu einer Wallfahrt aufmache, dann wird automatisch dies und jenes geschehen! Doch kann dieses Lied helfen, die inneren Antennen des Glaubens zu schärfen in dem Sinn, dass ein Pilger oder ein Wallfahrer offen ist für Erlebnisse der Veränderung, des Neubeginns oder von vorher nicht erahnter 'Verwandlungen.'

 

Wer sich mit einer besonderen Motivation des Glaubens oder unter dem Kreuz als Segens- und Heilszeichen auf den Weg macht, der darf gespannt sein auf innere Bewegungen und Lebenszeichen, die etwas mit positiver Veränderung, Heilung und Wandlung zu tun haben.“

 

1 vgl. Hauptmenüpunkt PILGERPASS. HERBERGEN. STATISTIKEN > Pilgergebete und -lieder: Pilgerlied AUF DEM WEG.

Dante Alighieris Pilgerreise  - 14. Jahrhundert    Die Göttliche Komödie: Weil ich den rechten Weg verloren hatte.

Ein Prophet der Hoffnung

 

Wer kennt nicht Dante Alighieris (1265-1321) Divina Commedia / Die Göttliche Komödie? Mit seinen anstrengend zu lesenden 14.233 Versen, aufgegliedert in sogenannten Gesängen, beschreibt er seinen am Karfreitag des Jahres 1300 begangenen Jenseitsweg / Pilgerweg vom dunklen Wald in die Hölle (Inferno), durch den Läuterungsbereich (Purgatorium) bis ins Paradies (Paradiso). Er lässt sich unter anderem von Vergil, dem vorchristlichen römischen Dichter führen, wie von seiner verstorbenen geliebten Beatrice begleiten. Dabei begegnet er vielen Verstorbenen, vermeintlich Frommen wie weltlichen Herrschern, in der Hölle wie im Paradies. Auch korrupte Päpste schmachten in der Hölle.

Mit diesem seinem Wunderwerk der italienischen und Weltliteratur schlechthin hat Dante die italienische Sprache als Schriftsprache erst begründet.

 

Dante beginnt seine Jenseitsreise, seinen Pilgerweg mit folgenden Worten:

 

„Grad in der Mitte unsrer Lebensreise

Befand ich mich in einem dunklen Walde,

Weil ich den rechten Weg verloren hatte.“

 

Zwei Beispiele aus dem dritten Teil ‚Das Paradies‘, 33. Gesang 1. In ihm gibt er unter anderem das Gebet des hl. Bernhard wider, das dieser für Dante zu Maria spricht. Dante schaut das Licht Gottes, ihm dämmert das Geheimnis der Trinität, der heiligen Dreifaltigkeit. Und schlussendlich kehrt er zurück in den alten Kreislauf der menschlichen Sehnsucht.

 

Paradies 33, 1-7:

„Jungfrau und Mutter, Tochter deines Sohnes,

Vor allen Wesen groß und voll von Demut,

Du vorbestimmtes Ziel im ewigen Rate,

Durch dich allein ist die Natur der Menschen

So sehr geadelt, dass ihr Schöpfer selber

Es nicht verschmäht hat, ihr Geschöpf zu werden."(...)

 

Paradies 33,121:

“Wie arm ist doch die Sprache und wie kläglich

Für den Gedanken, und nach dem Geschauten

Ist der so groß, dass Worte nicht genügen.“

 

PAPST FRANZISKUS SCHRIEB AM 4. MAI 2015

zum 750. Jahrestag der Geburt Dante Alighieris 2 : „(…) dass Dantes Gestalt und Werk wieder verstanden und aufgewertet werden mögen - auch dazu, dass sie uns auf unserem persönlichen und gemeinsamen Weg begleiten mögen." Und weiter:

"Tatsächlich kann die Göttliche Komödie als eine große Reise, ja als eine wahre Pilgerfahrt verstanden werden (…). Sie stellt das Paradigma einer jeden authentischen Reise dar, auf der die Menschheit dazu aufgerufen ist, das hinter sich zu lassen, was Dante als ‚Plätzlein unseres grimmigen Gedränges‘ bezeichnet, um zu einem neuen Seinszustand zu gelangen, der durch Harmonie, Frieden und Glück gekennzeichnet ist. Das ist der Horizont eines jeden authentischen Humanismus.“

 

1 In der Übersetzung von Hermann Gmelin, Reclams Universal-Bibliothek, 1949/51/2006

2 lt. L’Osservatore Romano vom 15.05.15, Nummer 20, Seite 71

Martin Luther, 16. Jahrhundert

Martin Luther spottete über den Jakobsweg nach Santiago de Compostela:

" Narrenwerk."  

"Lauf nicht dahin, man weiß nicht, ob Sankt Jakob oder ein toter Hund daliegt."

 

Die Hardliner der damaligen Protestanten waren offensichtlich in Norwegen beheimatet: Die evangelisch-lutherische Volkskirche Norwegens stellte 1537 das Pilgern sogar unter Todesstrafe, es wird als Irrlehre angeprangert. Soviel zur vielgepriesenen von Luther propagierten Freiheit des Christenmenschen, die offensichtlich nur einseitig zu verstehen war/ist. Heute ist der St. Olavsweg, der Piglerweg in Norwegen von Oslo nach Trondheim in aller Munde. 

 

Martin Luther äußerte sich 1546 gleichermaßen zur Wallfahrt zum Heiligen Rock in Trier. Näheres unter dem Menüpunkt Reliquienverehrung. Gestern und Heute. (bitte scrollen).

TV-Dokumentation - 2003                                    Wir sind auf der Welt nur auf der Durchreise 

Der Sprecher brachte es in einer in 2003 gezeigten TV-Dokumentation genauso richtig wie folgt auf den Punkt:

 

"Wir sind in der Welt nur auf der Durchreise, auf der Pilgerschaft. Der Berg der Verklärung, die Kathedrale des Apostels Jakobus, steht für die Sehnsucht nach einer zukünftigen Welt, in der keiner mehr weinen muss, außer vor Freude. Was bleibt, sind die Bilder eines Himmels, der sich zuweilen öffnet."