PILGERSTATISTIK PILGERBÜRO SANTIAGO            - Eine Auswahl

Manjarin. Verlassenes Bergdorf, 1450 m. Kurz hinter dem Eisenkeuz, dem Cruz de Ferro. Herberge mit alter Templertradition.

Einstimmung

Die nachfolgenden Statistiken sind im wesentlichen der Webseite des Pilgerbüros von Santiago de Compostela entnommen; vgl. dazu auch den Menühauptpunkt PILGER AUF DEN SPUREN > Struktur der Homepage > Stichworte. Aktuelles > Wissenswertes. Aktuelles.  

Registrierte Pilger aller Caminos (2)

1970-2016

 

  • 1970: 68; 1982 (1): 1.860; 1989: 5.760
  • 1993: (1): 99.436; 1998: 30.126; 1999 (1): 154.613;
  • 2000: 55.004; 2001: 61.418; 2002: 68.952; 2003: 74.614; 
  • 2004 (1): 179.944; 2005: 93.924; 2006: 100.377;
  • 2007: 114.026; 2008: 125.133; 2009: 145.877; 
  • 2010 (1): 274.794; 2011: 179.919;  2012: 192.488
  • 2013: 215.880; 2014: 237.886. 2015: 262.458. 2016: 278.224

    (1): Heilige Compostelanische Jahre, wenn der 25. Juli auf einen Sonntag fällt. 

    (2): Camino Frances, Camino del Norte, Caminho Portugues, Via de la Plata,

    Camino Ingles, Camino Primitivo, Andere Caminos, Muxia-Finisterre,

    Camino Inverno.    

Pilgerzahlen                                            ausgesuchte spanische Jakobswege              

Jahr     Camino Frances      Caminho Portugues     Via de la Plata        Gesamt

2006     82.407  -  82,1%        6.467  -  6,44%                 3.523  - 3,51%          100.377

2011     132.653 - 72,3%       22.062 - 12,3%                 8.061  - 4,40%           183.366

2012     134.979 - 70,1%       25.628 - 13,31%               8.163  - 4,24%          192.488

2016     183.366 - 65,9%       52.193 - 18,76%               9.083  - 3,26%          278.224

 

Meine Analyse. Das Interesse am CF nimmt ab zu Gunsten des CP. Die %-Anteile der Via de la Plata bleiben in etwa auf einem niedrigen Niveau konstant. Warum? Der Weg ist mit seinen rund 1.000 km zu lang, teils zu einsam, offensichtlich gerade für Frauen, wie uns eine Mitpilgerin in 2006 berichtete, die Infrastruktur noch nicht so ausgebaut. Zurück zum Camino Frances. Sicherlich wird es "Wiederholungstäter" geben, wir waren es ja auch, die neben dem CF auch andere Caminos kennenlernen wollten. Andererseits scheuen viele die "Autobahn" des CF, zumindest auf Teilstrecken, will sagen, er ist vor allem auf den letzten Hundert km überlaufen, und weichen deshalb aus. Wie wird`s weitergehen?

Startpunkte Camino Frances in 2006 / 2015

Orte                                                                  KM 2006 2015
Saint-Jean-Pied-de-Port 802 16,15% 11,83%
Roncesvalles 774 9,27% 2,82%
Pamplona 729 3,33% 1,97%
Leon 316 6,88% 4,38%
Astorga 265 4,21% 2,31%
Ponferrada 209 5,83% 3,21%
O Cebreiro 154 6,57% 3,94%
Sarria 116 16,15% 25,68%

Sarria wird als Startpunkt immer beliebter. Steigerung gegenüber 2006 knapp 10%-Punkte. Maßgeschneidert für diejenigen an, die nicht viel Zeit erübrigen können, gleichwohl in den Besitz der Pilgerurkunde (Compostela) kommen wollen. Vor allem die Zahlen für die Pyrenäenorte Saint Jean und Roncesvalles sind rückläufig.

Warum der Rückgriff auf 2006? In jenem Jahr sind meine Frau Elke und ich das erste Mal auf dem CF gepilgert; zuletzt in 2014 auf dem Camino Aragones. Die gestiegenen Pilgerzahlen sprechen für sich. Auch der Caminho Portugues bleibt nicht unverschont. In 2011 gab`s noch viele "einsame" Etappen. 

Wie unterwegs in 2006?

Zu Fuß: 81,48 %                                              - Vergleich 2016: 91%

Mit dem Fahrrad: 18,22 %                           -  8%

Hoch auf dem Pferd: 0,29 %                        -  0,14%

Mit dem Rollstuhl: 0,01 %                            -  0,04%

 

Hinzuzufügen sind die Rikschas. Auf unseren Caminos haben wir zwei gesehen: Ein Ehepaar mit einem Baby und zwei radfahrenden Kleinkindern und Jahre später eine Mutter mit einem Baby.  

Verteilung nach Geschlechtern - 2016

männlich 52% - weiblich  48% 

Pilgerstatus in 2006

Studenten                 - 20,79 %

Angestellte                -16,29 %

freie Berufe              - 13,22 %

technische Berufe    -12,01 %

Rentner                     - 11,84 %

Lehrer                          - 8,25 %

Facharbeiter                  - 5,16 %

Beamte                        - 4,62 %

 

Ist es nicht bemerkenswert, dass der Anteil der Studenten am größten war? Und relativ wenige RentnerInnen unterwegs waren? 

Pilger nach Motivation - 2016

Religiöse und kulturelle Motive: 48%

Nur religiöse Motive: 44%

Kulturelle Motive: 8% 

 

Die Zahlen scheinen mir sehr euphemistisch zu sein. Warum? Um die Compostela zu erhalten, scheint es vielen Pilgern/Wanderern angebracht zu sein, entsprechend zu votieren. Auf dem Weg hört sich das ganz anders an. Da wird häufig das Gegenteil deklamiert und auch in den Pilgerforen heißt es sehr häufig, dass man (selbstverständlich) nicht religiös sei. 

Nationen in 2016

Länder       Gesamt 278.224
         Anteil in %  
Spanien 44,71      
Italien 16,00      
Deutschland 14,00      
USA 10,00      
Portugal 9,00      
Frankreich 6,00      
Großbritanien 4,00      
Irland 4,00      
       

Nicht mitgerechnet sind die vielen Pilger, die sich nicht in Santiago de Compostela haben registrieren lassen, die nur Teilstrecken gegangen sind, also vorher abgebrochen haben, aus welchen Gründen auch immer. Nicht wenige Pilger dritteln zudem ihren Camino: steigen beispielsweise in Burgos wieder ein, pilgern nur bis Leon und erreichen somit das eigentliche Ziel im Folgejahr.

Altersverteilung in %

2006    2007   2009   2010   2011   2016

 

bis 30 Jahre:                        32           30              30           29            28            27

30—60 Jahre:                      56           57              57           58            58            55

über 60 Jahre:                     12           13              13           13            14            18

 

Hier zeichnet sich offenbar ein Trend ab. Die über 60-Jährigen nehmen zu, die bis 30-Jährigen dementsprechend ab.