PILGERSTATISTIK PILGERBÜRO SANTIAGO           Eine Auswahl

Manjarin. Verlassenes Bergdorf, 1450 m. Kurz hinter dem Eisenkeuz, dem Cruz de Ferro. Herberge mit alter Templertradition. Aufgenommen in 2006 und 2012.

Einstimmung

Die nachfolgenden Statistiken sind im wesentlichen der Webseite des Pilgerbüros von Santiago de Compostela entnommen; vgl. dazu auch den Menühauptpunkt PILGER AUF DEN SPUREN > Struktur der Homepage > Stichworte. Aktuelles > Wissenswertes. Aktuelles.  

Sie werden sich fragen, warum in den Statistiken immer wieder das Jahr 2006 auftaucht. Ganz einfach. Das war das Jahr unseres ersten Camino de Santigo.

Registrierte Pilger aller Caminos (2)

1970-2016

 

  • 1970: 68; 1982 (1): 1.860; 1989: 5.760
  • 1993: (1): 99.436; 1998: 30.126; 1999 (1): 154.613;
  • 2000: 55.004; 2001: 61.418; 2002: 68.952; 2003: 74.614; 
  • 2004 (1): 179.944; 2005: 93.924; 2006: 100.377;
  • 2007: 114.026; 2008: 125.133; 2009: 145.877; 
  • 2010 (1): 274.794; 2011: 179.919;  2012: 192.488
  • 2013: 215.880; 2014: 237.886. 2015: 262.458. 2016: 277.854
  • 2017: 301.036

    (1): Heilige Compostelanische Jahre, wenn der 25. Juli auf einen Sonntag fällt. 

    (2): Camino Frances, Camino del Norte, Caminho Portugues, Via de la Plata,

    Camino Ingles, Camino Primitivo, Andere Caminos, Muxia-Finisterre,

    Camino Inverno.    

Pilgerzahlen Iberische Halbinsel              

Jahr     Camino Frances      Caminho Portugues     Via de la Plata        Gesamt

2006     82.407  -  82,1%        6.467  -  6,44%                 3.523  - 3,51%          101.149

2011     132.653 - 72,3%       22.062 - 12,3%                 8.061  - 4,40%           183.378 2012     134.979 - 70,1%       25.628 - 13,31%               8.163  - 4,24%           192.458

2016     183.366 - 65,9%       52.193 - 18,76%               9.083  - 3,26%           277.854

2017     180.737                      59.233                               9.138                           301.036    

 

Weitere Caminos in 2017:

Portugues Küstenweg: 7.329 / Camino Ingles: 11.321 / Camino Primitivo: 13.685

Andere Caminos: 537 / Muxia-Finisterre: 665 / Camino Invierno: 555

  

Meine Analyse. Das Interesse am Camino Frances (CF) nimmt stetig zu Gunsten des Caminho Portugues (CP) ab. In 2011, das Jahr unseres Caminho Portugues, gab`s gleichwohl noch viele einsame Strecken/Etappen.

Die %-Anteile der Via de la Plata bleiben in etwa auf einem niedrigen Niveau konstant. Warum? Der Weg ist mit seinen rund 1.000 km zu lang, teils zu einsam, manchmal unangenehm, wie uns eine Mitpilgerin  berichtete; die Infrastruktur wird nach und ausgebaut.

Zurück zum Camino Frances. Die anderen Strecken werden attraktiver, investieren in die Infrastruktur, der CF hingegen schreckt immer mehr Pilger ab: er ist - nomen est omen - zu überlaufen, zumindest auf einigen Teilstrecken, in den Sommermonaten allemal. 

Startpunkte Camino Frances in 2006 / 2015

Orte                                                                  KM 2006 2015
Saint-Jean-Pied-de-Port 802 16,15% 11,83%
Roncesvalles 774 9,27% 2,82%
Pamplona 729 3,33% 1,97%
Leon 316 6,88% 4,38%
Astorga 265 4,21% 2,31%
Ponferrada 209 5,83% 3,21%
O Cebreiro 154 6,57% 3,94%
Sarria 116 16,15% 25,68%

Sarria wird als Startpunkt immer beliebter. Steigerung gegenüber 2006 knapp 10%-Punkte. Maßgeschneidert für diejenigen,  die nicht viel Zeit erübrigen können, gleichwohl in den Besitz der Pilgerurkunde (Compostela) kommen wollen. Die Pyrenäenorte Saint Jean und Roncesvalles verlieren an Zuspruch.

Wie unterwegs in 2006/2017?

Zu Fuß: 81,48 %                                              - Vergleich 2017: 92,1%: 278.490 Pilger

Mit dem Fahrrad: 18,22 %                           -  7,29%: 21.933

Hoch auf dem Pferd: 0,29 %                        -  0,14%:      417

Mit dem Rollstuhl: 0,01 %                            -  0,01%:        43

 

Hinzuzufügen sind die Rikschas. Auf unseren Caminos haben wir zwei gesehen: Ein Ehepaar mit einem Baby und zwei radfahrenden Kleinkindern und Jahre später eine Mutter mit einem Baby.  

Verteilung nach Geschlechtern - 2006/ 2017

männlich 59% / 50,88%: 153.169 Pilger

weiblich  41% / 49,12%: 147.867 

In einigen Jahren werden die Pilgerinnen dominieren. 

Pilgerstatus in 2006 / 2017

Studenten            20,79 %       18,76%: 56.478 Pilger

Angestellte          16,29 %       25,65%: 77.224

freie Berufe         13,22 %       11,01%: 33.139 

technische Berufe    12,01 %       10,66%: 32.099  

Ruheständler         11,84 %       12,50%: 37.894  

Lehrer                8,25 %        6,85%: 20.632

Beamte                4,62 %        6,00%: 18.048

Hausfrauen                          1,95%:  5.856 

Manager                             1,56%:  4.690

Arbeitslose                         1,43%:  4.317

Arbeiter                            1,23%:  3.700

Künstler                            0,95%:  2.845 

Priester                            0,44%:  1.377

Ordensberufe                        0,38%:  1.144 

Landwirte                           0,32%:    954

Der Anteil der Studenten hat abgenommen, der der

Angestellten stark zugenommen. Interessant, dass das Pilgerbüro nunmehr auch

andere Berufsgruppen erfasst.

Pilger nach Motivation - 2006/2017

Nur religiöse Motive: 2006 - 41,67% zu 2017 - 43,46%: 130.831 Pilger 

Religiöse und kulturelle Motive: 49,50% zu 47,39%: 143.662

Kulturelle Motive: 8,83% zu 9,15%: 27.543  

 

Die Zahlen scheinen mir sehr euphemistisch zu sein. Warum? Um die Compostela, die Pilgerurkunde zu erhalten, scheint es vielen Pilgern/Wanderern angebracht zu sein, entsprechend zu votieren. Auf dem Weg und in den Foren hört sich das realistischer an: man/frau sei (selbstverständlich) nicht religiös. 

Pilger-Nationen in 2017

Gesamtzahl aller in Santiago registrierter Pilger

301.036

 

davon aus

Spanien - 44,011%: 132.478 Pilger                

Italien - 16,06%: 27.073

Deutschland - 13,78%: 23.227 

USA - 10,40%: 17.522

Portugal - 7,68%: 12.940

Frankreich - 5,24%: 8.835

Irland - 3,94%: 6.643 

Großbritannien - 3,42%: 5.768

Brasilien - 3,03%: 5.113

 

Nüchtern betrachtet sind es gar noch so viele Deutsche, die sich auf den Weg machen; gemessen an der Einwohnerzahl von rund 80 Millionen ohnehin nicht.

Nicht mitgerechnet sind die vielen Pilger, die sich nicht in Santiago de Compostela haben registrieren lassen, die nur Teilstrecken gegangen sind, also vorher abgebrochen haben, aus welchen Gründen auch immer. Nicht wenige Pilger dritteln ihren Camino: steigen im Folgejahr beispielsweise wieder in Burgos ein, pilgern nur bis Leon und erreichen somit das eigentliche Ziel im dritten Jahr.

Altersverteilung in %

2006    2007    2010   2011   2016  2017

 

bis 30 Jahre:                        32           30              29            28            27         28

30—60 Jahre:                      56           57              58            58            55         55

über 60 Jahre:                     12           13              13            14            18         17

 

Der Anteil der bis 30-Jährigen nimmt wieder leicht zu.