PILGERLIEDER                                                       Auf dem Weg. Hymne zum Apostel Jakobus.      Wer das elent bawen wel.

Atapuerca. Herberge. Kurz vor Burgos.

Einstimmung zum Lied                                          Auf dem Weg

Das Pilgerlied "Auf dem Weg" ist der von den Pallottinern herausgegebenen Zeitschrift  des Katholischen Apostolats KA „das Zeichen“ - Ausgabe 01/Januar 2015 entnommen.

 

Es ist im Nachklang des XX. Weltjugendtages 2005 in Deutschland entstanden. Die nachstehend von Pater Norbert M. Becker verfassten Zeilen können wir bedenkenlos auf unseren Jakobsweg beziehen, dabei das Wort Wallfahrt ersetzen durch Pilgertour:

 

Alles, was da nun besungen wird, liegt für einen Pilger im Bereich des Möglichen. Niemals kann dieses Lied jedoch als anstehendes Erlebnis-Programm für eine Wallfahrt (Pilgertour) gesungen werden, also mit der Einstellung: Wenn ich mich zu einer Wallfahrt (Pilgertour) aufmache, dann wird automatisch dies und jenes geschehen! Doch kann dieses Lied helfen, die inneren Antennen des Glaubens zu schärfen in dem Sinn, dass ein Pilger oder ein Wallfahrer offen ist für Erlebnisse der Veränderung, des Neubeginns oder von vorher nicht erahnter „Verwandlungen.“

Wer sich mit einer besonderen Motivation des Glaubens oder unter dem Kreuz als Segens- und Heilszeichen auf den Weg macht, der darf gespannt sein auf innere Bewegungen und Lebenszeichen, die etwas mit positiver Veränderung, Heilung und Wandlung zu tun haben.

 

AUF DEM WEG

Text und Musik: P. Norbert M. Becker MSC (Herz-Jesu-Missionare)

 

Auf dem Weg lernen wir die Welt mit neuen Augen sehn: Aufbruch ins Leben, Wagnis und Gewinn.

Jeder Schritt trägt uns weiter, die Bewegung tut uns gut, unser Denken wird frei

auf dem Weg,

auf dem Weg, auf dem Weg, auf dem Weg.

 

Auf dem Weg lösen sich die Fesseln der Vergangenheit: Freiheit der Seele, neu erlebt und klar.

Mancher Schmerz geht vorüber, alte Bilder werden heil, unser Fühlen wird stark

auf dem Weg,

auf dem Weg, auf dem Weg, auf dem Weg.

 

Auf dem Weg werden unsere Gedanken zum Gebet: Stimme des Herzens, ungeschminkt und wahr.

Im Vertrauen auf seine Nähe sprechen wir mit Gott, unser Beten wird neu

auf dem Weg,

auf dem Weg, auf dem Weg, auf dem Weg.

 

Auf dem Weg hören wir die Frohe Botschaft wieder neu: Worte des Lebens, zugesagt und treu.

Die Begegnung mit Gottes Wort erweckt in uns den Geist, unser Glauben wird tief auf dem Weg,

auf dem Weg, auf dem Weg, auf dem Weg.

Die offizielle Hymne zum Apostel Jakobus

Die Himno Official al Apostol Santiago ertönte in früheren Zeiten, in den Heiligen Jahren täglich, wenn das Weihrauchfass, Botafumeiro, durch das Querschiff der Kathedral geschwungen wurde.

Heute wird ein modifizierter Text gesungen. Quelle: Elisabeth Alfering..

 

Senor Santiago, du Schutzpatron von Spanien, du treuer Freund des Herrn!

Wo wir gemeinsam hier an deinem Grabe als Pilger gläubig steh'n!
Denn in die dunkle Nacht auf dieser Erde, da brachtest du das Licht,
voll Liebe, Frieden und Gerechtigkeit aus Jesu ewigem Reich.

Licht du von Christus, du schriebst uns in die Sterne den Weg, der uns erleuchten kann mit Macht. Und dein Camino, er führt nach Compostela führt uns zu Christus, führt zur besseren Welt.
Dass sich auf Erden des Herrn Gebot erfülle, mit dem Er dich hierher entsendet hat.
Lasse die Menschen in allen Kontinenten der wahren Kindschaft Gottes würdig sein.

Gloria, Santiago, Apostel und Patron! lass uns Dir folgen auf deinem Weg zum Herrn!
Zu Dir Santiago, da flehen wir von Herzen, gib' uns den Glauben, den du vorgelebt!
Und bitte du für uns bei Gott dem Herrn, dass er uns Frieden schenke!
Dass er uns Frieden schenkt!

Sonstige Pilgerlieder

Ich empfehle den von Elisabeth Alferink via www.bibelwerk.de herausgegebenen spirituellen Wegbegleiter "Gebet - und Liederbuch für Jakobspilger."

Mittelalterliches Pilgerlied, 13. Jahrhundert      Wer das elent bawen wel - Wer in die Fremde ziehen will.                               

Wörtliche Übersetzung

1. Wer in die Fremde ziehen will, der mache sich auf und sei mein Geselle und begleite mich wohl auf den Straßen St. Jakobs! Er benötigt zwei Paar Schuhe, und eine Schüssel und eine Flasche.

2. Einen breiten Hut soll erhaben, ohne Mantel soll er nicht gehen, der soll mit Leder besetzt sein, ob es nun schneie, regne oder der Wind wehe, damit ihm die Luft nichts anhaben kann.

3. Sack und Stab muss er auch mit nehmen, und er soll darauf achten, vorher gebeichtet und gebüßt zu haben! Wenn er in das welsche Land kommt, findet er keinen deutschen Priester.

4. Wenn er einen deutschen Priester findet, dann weiß er nicht, wo er sterben oder sein Leben lassen soll. Stirbt er im welschen Land, so begräbt man ihn an der Straße.

5. So ziehen wir durch das Schweizer Land, sie heißen uns herzlich willkommen, teilen mit uns ihre Speise, sie beherbergen uns, geben uns warme Decken und erklären uns den Weg.

6. So ziehen wir durch die welschen Länder, die uns Brüdern unbekannt sind. Das Ausland müssen wir durchziehen. Wir rufen Gott und Sankt Jakobus an, und Unsere Liebe Frau.

7. So ziehen wir durch Armagnac, man gibt uns nichts als Apfelwein. Über die Berge müssen wir steigen. Gäbe man uns genug Äpfel und Birnen, wir äßen sie wie Feigen.

8. So ziehen wir durch Savoyen, man gibt uns weder Brei noch Wein, unsere Beutel/Mägen sind schon ganz leer. Wenn ein Bruder zum anderen kommt, erzählt er ihm böse Geschichten.

9. So ziehen wir durch die Provinz Pont St. Esprit, man gibt uns Brot und guten Wein, wir leben in Saus und Braus. Den Languedoc und Spanien, die loben alle Brüder.

10. Es gibt fünf Berge im welschen Land, die sind uns Pilgern wohlbekannt: Der erste heißt Roncesvalles, und wenn ein Bruder ihn überquert, so wird er dabei mager.

11. Der andere heißt Santa Christina, der Puerto San Adrian ist sein Gegenstück, sie sind sich fast gleich und wenn ein Bruder sie überquert, verdient er das Himmelreich.

12. Der vierte heißt Rabanalpass, ihn queren die Brüder und Schwestern schnell, der fünfte heißt Cebreiro-Pass, wo viele gute Menschen aus deutschem Land begraben sind.

13. Der spanische König besitzt eine Krone und hat schon drei Krankenhäuser bauen lassen zu Ehren des Heiligen Jakob. Und wenn ein Bruder dorthin muss, so erhält er eine höfliche und gute Behandlung.

Die Strophen 14 - 23 erzählen die Geschichte von dem Spitalmeister von Burgos, der über 400 Pilger zu Tod brachte und erst durch eigenhändige Nachprüfung des Königs überführt und samt Tochter gehenkt wurde.

 

24. Bruder, werde nicht langsamer! Es sind nur noch 40 Meilen zu laufen bis zur großen Jakobs-Kirche. Vierzehn Meilen weiter findest du Cap finis terrae (das Ende der Welt).

25. Am Ende der Welt bleiben wir dann lange stehen und gehen dann nach San Salvador de Oviedo, uns ein großes Wunder ansehen. Dort beten wir zu Gott und dem Heiligen Jakob und zu Unserer Lieben Frau.

26. In d. Kirche d. Hl. Jakobs wird Schmerz und Schuld vergeben und Gott wird uns gewogen sein von seinem höchsten Thron herab! Wer dem Heiligen Jakob dient, dem lohnt es der Allmächtige.