Gebete für Pilger, Reisende und Flüchtlinge Volksmissale 1962 - Alte Messe

Diözese Speyer. August 2009. Tridentinische Messe. Freigegebenes Foto von Joachim Specht (Wikipedia).  

Einführung

Die katholische Kirche kennt infolge der Änderungen nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil neben den üblichen Sonntagsmessen (inkl. der Vorabendmesse am Samtag) mit den vorgeschriebenen Lesungen aus dem Alten und Neuen Testament der Lesejahre A, B und C diverse andere Gemeinsame Heiligenmessen (Commune Sanctorum) mit speziellen Gebeten. Das können Marienmessen für den Samstag sein, Votivmessen (Wunsch, Anliegen) für Heilige, zur Weihe von Ordensleuten, für die Einheit der Kirche, für Verstorbene, für den Papst, und eben auch für Pilger, Reisende und Flüchtlinge. 

 

Die nachstehend wiedergegebenen Gebete sind dem Volkmissale entnommen, dem römischen Messbuch nach der Ordnung von 1962 (latein/deutsch), herausgegeben von P. Martin Ramm FSSP. Sie können selbstverständlich auch außerhalb der Messfeier gesprochen werden.

Gebete während der Messfeier auf dem Weg

Introitus / Einzugsgesang

Erlöse mich, Herr, und erbarme Dich meiner, denn mein Fuß steht auf geradem Weg. In den Versammlungen will ich loben den Herrn. Alleluja, alleluja.

Ps ebd., 1: Schaff Recht mir, Herr, denn in meiner Schuld bin ich gewandelt; und hoffend auf den Herrn, werde ich nicht schwach. Ehre sei dem Vater. 

Psalm 25,11-12 (26,11-12; Ps 25,1 resp. 26,1).

 

Oration / Kirchengebet

Steh bei, Herr, unserem demütigen Flehen, und ordne den Weg Deiner Diener im Glück Deines Heils, damit sie in allen Wechselfällen auf diesem Weg und im Leben stets durch Deine Hilfe geschützt seien. Durch unseren Herrn.  

 

Lesung

Genesis 28,10-12.13-15.18 und 20-22. In jenen Tagen ging Jakob von Bersabee fort und zog nach Haran. (...) 

Es folgt der Text nach der Einheitsübersetzung von 1980: "Jakob zog aus Beerscheba weg und ging nach Haran. Er kam an einen bestimmten Ort, wo er übernachtete, denn die Sonne war untergegangen. Er nahm einen von den Steinen dieses Ortes, legte ihn unter seinen Kopf und schlief dort ein. Da hatte er einen Traum: Er sah eine Treppe, die auf der Erde stand und bis zum Himmel reichte. Auf ihr stiegen Engel Gottes auf und nieder. Und siehe, der Herr stand oben und sprach: Ich bin der Herr, der Gott deines Vaters Abraham und der Gott Isaaks. Das Land, auf dem du liegst, will ich dir und deinen Nachkommen geben. Deine Nachkommen werden zahlreich sein wie der Staub auf der Erde. Du wirst dich unaufhaltsam ausbreiten nach Westen und Osten, nach Norden und Süden und durch dich und deine Nachkommen werden alle Geschlechter der Erde Segen erlangen. Ich bin mit dir, ich behüte dich, wohin du auch gehst, und bringe dich zurück in dieses Land. Denn ich verlasse dich nicht, bis ich vollbringe, was ich dir versprochen habe. Jakob stand früh am Morgen auf, nahm den Stein, den er unter seinen Kopf gelegt hatte, stellte ihn als Steinmal auf und goss Öl darauf. Jakob machte das Gelübde: Wenn Gott mit mir ist und mich auf diesem Weg, den ich eingeschlagen habe, behütet, wenn er mir Brot zum Essen und Kleider zum Anziehen gibt, wenn ich wohlbehalten heimkehre in das Haus meines Vaters und der Herr sich mir als Gott erweist, dann soll der Stein, den ich als Steinmal aufgestellt habe, ein Gotteshaus werden und von allem, was du mir schenkst, will ich dir den zehnten Teil geben."

 

Gradule / Stufengesang mit Allelujavers

Wenn ich wandle inmitten von Todesschatten, fürchte ich kein Unheil, denn DU bist bei mir, o Herr. Dein Stock und Dein Stab, sie haben mich getröstet. Alleluja, alleluja. Mein Schritte leite nach Deinem Ausspruch, damit keinerlei Ungerechtigkeit über mich herrsche. Alleuja.

Psalm 22,4 (23,4). Ps 118,133.

 

Tractus / Psalmengesang

Seinen Engeln hat Gott deinetwegen geboten, dass sie dich behüten auf all deinen Wegen. Auf Händen werden sie dich tragen, dass du deinen Fuß nicht etwa an einen Stein stößt. Über Natter und Otter wirst du schreiten und Löwen und Drachen zertreten.

Psalm 90,11-13 (91-11-13).

 

Alleluja (Preisung, Verherrlichung)

Alleluja, alleluja. Meine Schritte leite nach Deinem Ausspruch, damit keinerlei Ungerechtigkeit über mich herrsche. Alleluja. Ich freute mich an dem, was man mir sagte: Zum Haus des Herrn wollen wir gehen! Alleluja. 

Psalm 118,133 und Ps 121,1

 

Evangelium / Frohe Botschaft

Matthäus 10,7-14. In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr hingeht, dann verkündet: Das Himmelreich hat sich genaht! (...)

Es folgt der Text nach der Einheitsübersetzung von 1980: "Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe. Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben. Steckt nicht Gold, Silber und Kupfermünzen in euren Gürtel. Nehmt keine Vorratstasche mit auf den Weg, kein zweites Hemd, keine Schuhe, keinen Wanderstab; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Unterhalt. Wenn ihr in eine Stadt oder in ein Dorf kommt, erkundigt euch, wer es wert ist, euch aufzunehmen; bei ihm bleibt, bis ihr den Ort wieder verlasst. Wenn ihr in ein Haus kommt, dann wünscht ihm Frieden. Wenn das Haus es wert ist, soll der Friede, den ihr ihm wünscht, bei ihm einkehren. Ist das Haus es aber nicht wert, dann soll der Friede zu euch zurückkehren. Wenn man euch aber in einem Haus oder in einer Stadt nicht aufnimmt und eure Worte nicht hören will, dann geht weg und schüttelt den Staub von euren Füßen."

 

Offertorium / Opfergesang

Vervollkommne meine Schritte auf Deinen Pfaden, damit meine Tritte nicht wanken. Neige Dein Ohr und erhöre meine Worte. Wirke Wunder Deiner Barmherzigkeit, der Du die rettest, die auf Dich hoffen, Herr.

Psalm 16,5 und 6-7 (17,5 und 6-7).

 

Secret (Stillgebet)

Lass dich versöhnen, Herr, durch unser Flehen und nimm diese Opfergaben, die wir Dir für Deine Diener darbringen, gnädig an, damit Du ihren Weg mit Deiner Gnade zuvorkommend leiten und nachfolgend begleiten wollest, auf dass wir uns an ihrem Handeln und ihrer Wohlfahrt, gemäß dem Beistand Deiner Barmherzigkeit, erfreuen können. Durch unseren Herrn.

 

Zur Kommunion

Du hast befohlen, Deine Gebote treu zu halten. Mögen doch meine Wege dahin gehen, Deine Satzungen zu halten. Alleluja.

Psalm 118,4-5 (119,4-5).

 

Postcommunio / Schlussgebet

Deine Sakramente, Herr, die wir empfangen haben, mögen Deine Diener, die auf Dich hoffen, behüten und gegen alle feindlichen Angriffe schützen. Durch unseren Herrn Jesus Christus, der mit Dir lebt und herrscht in Ewigkeit, Amen. 

 

Schlußevangelium

Johannes 1,1-14: Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort (...)

Im Nachfolgenden folgt der Text der Einheitsübersetzung 1980: Der Prolog: 1,1-15.

Im Anfang war das Wort, / und das Wort war bei Gott, / und das Wort war Gott.  

Im Anfang war es bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden / und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.  

In ihm war das Leben / und das Leben war das Licht der Menschen.  Und das Licht leuchtet in der Finsternis / und die Finsternis hat es nicht erfasst.

Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes.

Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen.

Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht.

Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, / kam in die Welt.  

Er war in der Welt / und die Welt ist durch ihn geworden, / aber die Welt erkannte ihn nicht.

Er kam in sein Eigentum, / aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.

Allen aber, die ihn aufnahmen, / gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, / allen, die an seinen Namen glauben,  die nicht aus dem Blut, / nicht aus dem Willen des Fleisches, / nicht aus dem Willen des Mannes, / sondern aus Gott geboren sind.

Und das Wort ist Fleisch geworden /

und hat unter uns gewohnt / und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, / die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, / voll Gnade und Wahrheit.

Der Pilgerweg ist beendet

Nach einer anstrengenden, strapaziösen Pilgertour steht der Pilger voller Ergriffenheit und Stolz über das Erreichte endlich vor der Kathedrale in Santiago de Compostela: Über achthundert Kilometer durch das heutige Spanien liegen hinter ihm. Über dreißig Etappen Faszinierendes,  Eindrucksvolles, Meditatives, Spirituelles, Traumhaftes, Leichtes, Anstrengendes, Schmerzhaftes, Liebevolles, Unvergessliches, Religiöses, Mystisches, Kulturelles, Geschichtliches.

 

Er durchschreitet über die Treppenstufen hinweg den Portico de la Gloria, den Portikus der Herrlichkeit, zündet im Gotteshaus vor der Marienstatue eine erste Kerze des Dankes an, tritt an den Altar des Heiligen Jakobus, spricht ein Gebet, umgreift auf der Rückseite des Altares Jakobus` Büste, feiert mit Hunderten von Gleichgesinnten und Gläubigen die Pilgermesse um 12:00h. Und was spricht eigentlich dagegen, die oben genannten Gebete des Volksmissale einfließen zu lassen, vielleicht in einer stillen Messe ohne den Trubel, der zumindest temporär mit der Pilgermesse verbunden sein mag; vielleicht in einer Missa Tridentina.

Missa Tridentina

Alte Messe. Tridentinische Messe.                                                          Heilige Messe in der außerordentlichen Form nach dem Römischen Ritus.

 

Die heilige Messe in der außenordentlichen Form nach dem Römischen Ritus wird natürlich mehr denn je auch in Spanien (http://www.unavocesevilla.com/misaenespana.htm) gefeiert; zum Beispiel nahe den Jakobswegen in Pamplona, Pontevedra, Sevilla, Cordoba, u.a.m.

 

Für den deutsch- und weltsprachigen Bereich schlagen Sie bitte folgende Seite von Pro Missa Tridentina auf: http://www.pro-missa-tridentina.de/heilige-messen/index.htm. Sie werden bestimmt in Ihrer Nähe eine Pfarrei finden, die diese Alte Messe anbietet. Sie werden tief beeindruckt sein.