AN- UND ABREISE                                       

St. Jean. Bahnhof. Zweites Bild: Somportpass. Camino Aragones.

Einführung

Tipps und Hinweise en Detail erspare ich mir. Jeder weiß um die Möglichkeiten, die das Internet bietet. Wer es billig und anstrengend mag, der reist mit dem Überlandbus an. Wer die Zugfahrt vorzieht, hat den Vorteil, sich in Ruhe im Liegewagen auf die kommenden Tage einstellen zu können. Ansonsten bietet sich der Gabelflug an.

Pilgerforen helfen weiter

Die Internet-Pilgerforen sind an sich bestens geeignet, sich schlau zu machen. Es gibt keine diesbezügliche Frage, die nicht von irgendjemandem beantwortet werden kann, beispielsweise wenn der Start der Tour in Estella, Burgos oder Leon erfolgen soll. Leider hat pilgerforum.de seine Seiten seit April 2017 geschlossen, warum auch immer.

 

Erfahrungsgemäß sollte man den Rückflugtag von Santiago so bestimmen, dass man auf keinen Fall dem Terminstress verfällt und einige Etappen mit Bahn oder Bus überbrücken muss. Das wäre an sich sehr schade, ist gleichwohl gängige Praxis.



Für die "große" Strecke, üblicherweise von St.-Jean-Pied-de-Port oder vom Somportpass, beide in den Pyrenäen gelegen, benötigt man mindestens 30/35 Tage; wir lagen mit vierunddreißig Etappen für 802 Kilometer im Schnitt; je Tag also gut 23 Kilometer.

 

Die Strecke vom Somportpass mit dem Camino Aragones ist mit rund 860 km etwas länger. In den Hauptreisemonaten Juli/August ist auf dem Camino Frances der Bär los, nicht nur auf den letzten 100 Kilometern. Es wird schwierig, eine Unterkunft zu finden. Hinzu kommt die Hitze, die leicht unerträglich werden kann.

Anreise St. Jean-Pied-de-Port                                  Navarrischer Weg - Camino Frances

Die Anreise nach St. Jean ist problemlos: Von Bilbao mit dem Bus nach Bayonne, von dort weiter mit der Eisenbahn. Entweder übernachtet man in St. Jean, besichtigt die Zitadelle und die Kathedrale, und geht ausgeruht den nächsten Tag die volle, sehr anstrengende erste Etappe nach Roncesvalles (27 km bei 1250 m Anstieg) oder man entschließt sich, die Strecke zu teilen, geht nachmittags nach Huntto oder Òrisson, 6-8 km. Beide französischen Herbergen sind empfehlenswert, der Nachfrage wegen sollte das Bett rechtzeitig reserviert sein.

Anreise Col du Somport                                  Camino Aragones - Camino Frances

Es bieten sich mehrere Möglichkeiten.

a) Von Lourdes, dem Marien-Wallfahrtsort in den Pyrenäen, als Pilger auf dem Pyrenäenweg von Narbonne kommend. Für die Strecke von 122 km benötigt man in den Pyrenäen etwa 5 Tage; bei Regen und Matsch beschwerlich bis gefährlich.

Von Lourdes gibt es natürlich auch eine Zugverbindung bis Oloron.

 

b) Aus dem französischen Hinterland kommend mit dem Zug bis Ste.-Marie-Oloron. Von dort mit dem Bus, morgens oder mittags, zum Col du Somport, sodass man auf jeden Fall noch ein gutes Stück am selben Tag in Richtung Jaca auf dem Camino Aragones absolvieren kann.

 

c) Oder beispielsweise vom spanischen Flughafen Saragossa mit dem Bus oder Mietwagen (dürfte nicht billig sein) Richtung Somportpass.

 

d) Die Busverbindungen von Pamplona via Jaca zum Somportpass sind - je nach Gusto - etwas umständlich.

Rückkehr nach Hause

Die Webseite der Cathedrale von Santiago bietet folgendes Dankgebet an. Meine freie Übersetzung ist unten abgedruckt.

Dear Lord! Today I return home. I return happy and content. My heart is full of wonderful experiences. I never imagined that the Way of St. James could give so much meaning to my life. I most certainly leave a very different person than when I arrived. I am so thankful to you and to so many people that I have encountered and who have helped me. I ask that you allow me to repay you in the best way possible: to be a witness to the values of your Gospel and to be a devout follower of St. James. I humbly pray to you by the Passion, the Death and Resurrection of your Son Jesus Christ and the intercession of Mary and the Apostle St. James. Amen.

Lieber Gott. Heute werde ich glücklich und zufrieden nach Hause zurückkehren. Ich hätte nie gedacht, dass der Jakobsweg meinem Leben so viel Sinn hat geben können, mit diesen wundervollen Erlebnissen.

Ich verlasse Santiago als neuer Mensch, als ein anderer, als der ich vor Wochen den Camino begann. Ich bin Dir dankbar, dass ich so vielen Menschen begegnen durfte, die mir auch so manches Mal auf dem Camino haben helfen können. 

Aus Dankbarkeit verspreche ich Dir, künftig die Werte des Evangeliums hoch zu halten. Der heilige Jakobus wird mir helfen.

In Gedenken an den Tod und die Auferstehung Deines Sohnes Jesus Christus bete ich zu Dir und vertraue mich der Fürsprache der seligen Muttergottes Maria und des Apostels Jakobus an. Amen.