Albergue. Auf dem Weg von Belorado nach Villafranca Montes de Oca. Allem Anschein nach verlassen. Weitere Herbergen am Camino: Pamplona.  San Anton.  Bercianos del Camino.  Astorga.  Rabanal del Camino.  Manjarin.  Molinaseca.  Melide.  Santiago de Compostela.

WISSENSWERTES VOM JAKOBUSWEG

Einführung

In unregelmäßigen Abständen informiere ich über alles, was mit dem Jakobusweg zu tun hat. Kritisches darf dabei nicht fehlen.

Spielte zu Beginn, ich spreche von der Jahrtausendwende und von unserem ersten Jakobsweg in 2006, nur der Camino Frances eine Rolle, ist heute der Blick geweitet: namentlich auf den Camino Aragones, den Caminho Portugues, den Camino Primitivo, auf die deutschen Jakobuswege.

Fotos: 

St.-Jakobus-Kirche in Lutten, nahe Vechta: 5. Etappe 2017 Visbek-Vechta.

lks.:Jakobusfigur mit Muschel, Tasche und Schwert

re.: Jakobuskerze: "Hl. Jakobus - bitte für uns."

Unterkünfte an den Caminos

Herbergen, Wegbeschreibungen, Etappen, Entfernungen:  spanische Webseiten

Herbergen, Etappen verschiedener Caminos:                         deutsche Webseite

http://www.jakobus-info.de/jakobuspilger/96-spain.htm

Camino Frances: 31 Etappen

Camino Primitivo: 13 Etappen

Camino Vasco: 8 Etappen

Camino del Norte: 32 Etappen

Via de la Plata: 26 Etappen

Camino Sanabres: 13 Etappen

Camino Portugues: 6 Etappen

Camino Catalan por San Juan de la Pena: 14 Etappen

Camino Baztanes: 6 Etappen

Camino Ingles: 7 Etappen

Camino de San Salvador: 5 Etappen

Epilogo a Fisterra y Maxia: 5 Etappen

Rückblick 9. November 1982

Große Rede Papst Johannes Pauls II. in Santiago  

"Kehr um, Europa! Sei wieder du selbst! Besinne dich auf deinen Ursprung!

Belebe deine Wurzeln wieder!"

Und weiter sagte der Papst:

"Die Pilgerfahrt nach Santiago war eines der wichtigsten Elemente zur Förderung des gegenseitigen Verständnisses so unterschiedlicher Völker wie der Lateiner, Germanen, Kelten, Angelsachsen und Slawen. (…) Sie brachte die Menschen einander näher, verband und einigte sie. Jahrhundert und Jahrhundert begegneten sich auf der Pilgerreise Menschen als Zeugen Christi, die sich zum Evangelium bekannten und dabei zu verschiedenen Nationen entwickelten."

Zum vollständigen Text: http://www.jakobspilger-westwaerts.de/jakobspilger-westw%C3%A4rts/johannes-paul-ii-am-9-november-1982-in-santiago-ich-sehe/

 

Ich füge hinzu: Auch der heutige Jakobsweg ist ohne den im Mittelalter begründeten Pilgerweg nicht zu erfassen, nicht zu erklären - ohne Geschichte keine Zukunft. 

Der heilige Jakobus in Spanien.                      Basilika del Pilar in Saragossa wird nicht verstaatlicht.

Erste Marienerscheinung der Geschichte: 40 nach Christus

Das berichteten vor kurzem (März 2018) einige Medien. Die bei den Regionalwahlen der Autonomen Gemeinschaft Aragon als Siegerin hervorgegangene Linkskoalition, bestehend aus den Sozialisten PSOE, Linkspopulisten Podemos und der linksnationalen Regionalpartei Chunta Aragonesista, gilt nicht von ungefähr als antiklerikal. Wie schon die Volksfront, bestehend aus den Sozialisten und Kommunisten wie Anarchisten, des Jahres 1935 wollten die Linken jetzt endgültig ihr Vorhaben umsetzen und die berühmte Basilika del Pilar, Konkathedrale des Erzbistums Saragossa, enteignen und verstaatlichen. Gottseidank ist der durchsichtige Versuch, vordergründig der Kathedrale allgemeingültiges Interesse zuzuschreiben, gescheitert.

 

Was interessiert uns nun dieser Vorgang? Er ist beileibe ja nicht singulär.

Nun, er hat direkt mit dem Apostel Jakobus zu tun und damit mit dem Camino de Santiago.

 

Ein Abstecher nach Saragossa lohnt allemal: am Ebro gelegen, Metropole Aragons, liegt jeweils südlich ca. 175 Kilometer von Logrono resp. Pamplona entfernt, von Huesca ca. 73 km.

 

Der Überlieferung zufolge erschien hier die Gottesmutter und Jungfrau Maria am 2. Januar 40 nach Christus, also noch zu ihren Lebzeiten, dem Apostel Sant`iago, also Jakobus dem Älteren, mutmaßlich durch Bilokation. Unterschiedlichen Quellen zufolge hat sie einerseits den Apostel gebeten, nicht sogleich entmutigt die Mission Spaniens abzubrechen, andererseits wird sie ihn nach Jerusalem gerufen haben, um am ersten Apostelkonzil (zw. 44 und 49) teilnehmen zu können. Bekanntlich wurden zu jener Zeit in Jerusalem bahnbrechenden Weichen für die Kirche gestellt. vgl. auch  www.jakobspilger-westwaerts.de/jakobswege-gestern-und-heute/auf-den-spuren-des-heiligen-jakobus/ resp. www.jakobspilger-westwaerts.de/über-uns-katholizität-geschichtliches/religiöses-katholizität/die-konzilien/

 

Basilika del Pilar

Die Kathedrale mit Namen Catedral-basilica de Nuestra Señora del Pilar de Zaragoza (kurz Virgen del Pilar genannt) heißt übersetzt „Unsere Liebe Frau von der Säule.“

Warum? Weil die Jungfrau Maria dem Apostel auf einer Säule erschienen sein soll. Die älteste Kapelle, allerdings nicht verifizierbar, soll Jakobus selbst gebaut haben. Als nachweisbar gilt jedoch ein Kirchenbau des 9. Jahrhunderts. Da aber Saragossa im 8. Jahrhundert von den (muslimischen) Mauren erobert worden ist, muss der Kirchenbau spätestens unter westgotischer Herrschaft zwischen 466 bis 718 errichtet worden sein. Im Zuge der Reconquista des Jahres 1118 eroberten die christlichen Herrscher Aragons die Stadt Saragossa zurück.  Aus Dankbarkeit wurde sogleich über die bestehende Kirche eine neue, prachtvolle, romanische Kirche gesetzt. Die letzte Überarbeitung, zum heutigen, barocken Bild, wurde in der Zeit von 1681 bis 1754 umgesetzt. Die Kathedrale zählt nach wie vor zu den bedeutendsten und größten Spaniens. Quelle: www.katholisches.info

2018. Kathedrale Santiago de Compostela

Restaurierung der Skulpturen der Obradoiro-Fassade 

http://catedraldesantiago.es/restauracion-de-las-esculturas-de-la-fachada-del-obradoiro/

Google-Übersetzung

Der Fortschritt in der Restaurierung des Kamms der Fassade des Obradoiro erlaubt, das Ergebnis der Wiederherstellung seines bildhauerischen Teils zu sehen. In den letzten Wochen sind die Restaurierungsarbeiten der Skulpturen des Apostels Santiago, der niedergeschmetterten Könige zu seinen Füßen, seiner Schüler Theodore und Athanasius und der Engel, die das Set umrahmen, beendet. Die Restaurierung der Figuren von Santa Susana, San Juan Evangelista, Santiago el Menor und Santa Bárbara, die sich auf der Balustrade der Widerlager im unteren Teil befinden, wird ebenfalls abgeschlossen.

Die Skulpturen wurden einer umfassenden Restaurierung unterzogen, die es ermöglichte, die ursprüngliche Pracht teilweise wiederherzustellen, während gleichzeitig die Auswirkungen der Abnutzung und der Wirkung des Regens beseitigt wurden und Elemente wieder aufgenommen wurden, die sich verschlechtert hatten.

Die Skulpturengruppe stammt aus dem Jahr 1746, als sie an der Fassade der Bildhauer Gregorio Fernández und Antonio Vaamonde installiert wurde. Beide Künstler haben auch die Bildnisse von Zebedeo und María Salomé entworfen, die sich am Fuße der Türme befinden. Ebenfalls 1746 schuf der Bildhauer Francisco Fernández Montero die Bilder der vier Engel, die die Seiten des Baldachins schmücken, in dem sich die Statue des Apostels befindet. Wie Historiker darauf hinweisen, würde Juan Antonio García de Bouzas diese Statuen in Weiß mit einigen Elementen in Gold, wie Kronen, Bordones und Palmen, malen. All dies würde dazu beitragen, den Kult des Apostels Santiago in einem apothetischen Werk von großer Vertikalität zu fördern, das als großer Triumphbogen der jakobinischen Erhabenheit konzipiert ist.

Deutsche St. Jakobus-Gesellschaft, Aachen

Pilgerberatung

Entweder telefonisch oder per E-Mail. Mehr darüber via:

http://deutsche-jakobus-gesellschaft.de/pilgerberatung/

 

2017: Brief spanischer und französischer Bischöfe an die Gastgeber der Jakobswegpilger 

Aktueller denn je

Auch wenn die Hauptpilgersaison schon fast vorüber ist, hier ein Artikel spanischer und französischer Bischöfe an die Gastgeber der Wallfahrer, der auch in 2018 seine Aktualität nicht verlieren dürfte.

 

Zitat: „Wer Pilger auf dem Weg zum Grab des heiligen Jakobus beherbergt, der sollte sich nicht nur um deren leibliches Wohl kümmern, sondern auch deren seelisches. Wie? Das erklären die Bischöfe Spaniens und Frankreichs in einem neuen Schreiben.“

http://de.catholicnewsagency.com/story/richtig-pilgern-am-jakobsweg-bischofe-schreiben-den-gastgebern-der-wallfahrer-2106

Santiago de Compostela                                    

Eine Stadt für - kulinarische - Geniesser

Also nicht nur für Pilger und Wallfahrer, so beschreibt es der heutige „Welt“-Artikel. Die beliebte Rua do Franco, zu Deutsch Frankenstraße, nicht benannt nach dem Diktator Franco, wird allgemein nur Tapas-Meile genannt. Hier werden galicische Köstlichkeiten verspeist: Neben der bekannten Jakobsmuschel die Messer-, Herz- oder Venusmuschel, Krabben, Seespinnen, frittierter Kabeljau und frisch gebackenes Rosinenbrot, dazu reichlich Weißwein. Keine Völlerei, wenige Betrunkene (…)

Des Autors Marko Martin prägender Satz (unterhalb eines Fotos): „Genusspilger: In der Altstadt des Wallfahrtsortes reihen sich Tapasbars und Restaurants aneinander wie Perlen am Rosenkranz.“ An anderer Stelle: “Der hier überall spürbare Sinn für Form und Stil ist gewiss nicht klerikal - und bleibt dennoch traditionsbewusst.“

 

Wer mehr lesen möchte, nicht über Kulinarisches, der besorge sich die Ausgabe der „Welt“ vom 16. September 2017, REISEN, Seiten 44/45, Titelüberschrift „Wallfahrt für GENIESSER“.

Spuren des Gekreuzigten in Oviedo

Ein Grund mehr, den Camino Primitivo zu pilgern.              

Spanische Wissenschaftler weisen Übereinstimmungen des Schweißtuchs von Oviedo mit dem Turiner Grabtuch nach.

 

Berlin (DT) Spanischen Wissenschaftlern aus der Katholischen Universität Murcia (UCAM) und dem Spanischen Zentrum für Grabtuchforschung (CES) ist kürzlich (2017) mittels eines neuartigen Rasterelektronenmikroskops der Nachweis gelungen, dass das Schweiß- oder Bluttuch von Oviedo und das Grabtuch von Turin dieselbe Person umhüllten. Dass die Maße der Abdrücke auf dem Turiner Grabtuch und dem Schweißtuch von Oviedo übereinstimmen, hatte bereits Michael Hesemann in seinem 2010 erschienenen Buch „Das Bluttuch: Wissenschaftler auf den Spuren der Auferstehung“ unterstrichen.

 

Das „Santo Sudario“ (Schweißtuch) befindet sich seit 1113 in der San-Salvador-Kathedrale im nordspanischen Oviedo. Es trägt kein Bild, sondern Blut- und Wasserflecken, die durchaus von einem Gekreuzigten stammen könnten.

Wer mehr lesen will, bitte sich die katholische Tageszeitung Die Tagespost vom 15. April 2017 besorgen. 

Zum Camino Primitivo selbst bitte entsprechende Seite anklicken.

Kathedrale Santiago de Compostela                 

Light a candle to Santiago the Apostle

Welcher Christ, ob Katholik und/oder Protestant, hat nicht schon irgendwann einmal in einer Kirche eine Kerze angezündet, ein Gebet für sich und/oder seine Lieben, auch für Verstorbene, gesprochen.

 

Die Kathedrale von Santiago de Compostela bietet dies auf virtueller Basis an. Warum nicht! Der englische Text auf https://velas.catedraldesantiago.es/en  lautet:

 

"Lighting a candle to Santiago the Apostle is completely free and the candle will remain lit for 48 hours. The Cathedral of Santiago invites you to share it, so others keep it lit for longer.

The Camino de Santiago (Way of Saint James) is a path to your inner self."  

 

"Lighting a candle is a gesture of spirituality around the world. Take a moment to think about your intentions for lighting a virtual candle: saying a prayer, honouring your loved ones who habe passed away, in solidarity with a cause, a promise, a personal intention or to congratulate a friend." 

 

Grob übersetzt: Eine Kerze für den Apostel Jakobus anzuzünden, kostet nichts; sie wird für 48 Stunden brennen. Die Kathedrale lädt Sie ein, sie (die Kerze) mit anderen zu teilen, sodass sie dann länger brennen kann.

Der Jakobsweg ist ein Weg zum inneren Selbst.

Eine Kerze anzuzünden ist eine Geste der Spiritualität - weltweit. Denk einen Moment über deine Intentionen nach, wem und/oder was du mit der virtuellen Kerze verbindest: ein Gebet, ein ehrenvolles Gedenken an Verstorbene, oder in Verbindung mit einem bestimmten Grund: einem Versprechen, für sich selbst oder um einem Freund zu gratulieren. 

Highlights abseits des Camino de Santiago nicht links liegen lassen

Camino Aragones

Warum nur Strecke machen? Warum nicht den Blick weiten für die Pilger und Ordensleute vergangener Jahrhunderte am CAMINO ARAGONES und deren noch heute beeindruckenden Sakralbauten?

  • Kloster San Juan de la Pena

  • Sanctuarium Franz Xaver in Javier

  • Rocaforte: Franz von Assisi

  • Santa Maria de Eunate: Ein Kleinod

Warum nicht Foz de Lumbier bei der Planung des Camino Aragones berücksichtigen? Auf der Strecke zwischen Sangüesa und Monreal? Die Schlucht mit den riesigen Greifvögeln ist es wert. Sie werden es nicht bereuen!

 

Nachstehend meine Links:

 

Kloster San Juan de la Pena

www.jakobspilger-westwaerts.de/jakobswege-gestern-und-heute/lourdes-somportpass-camino-aragon%C3%A9s/

 

Franz Xaver in Javier / Foz de Lumbier

www.jakobspilger-westwaerts.de/jakobswege-gestern-und-heute/lourdes-somportpass-camino-aragon%C3%A9s/abseits-des-camino-aragon%C3%A9s-javier-foz-de-lumbier/

 

Rocaforte: Franz von Assisi

www.jakobspilger-westwaerts.de/jakobswege-gestern-und-heute/lourdes-somportpass-camino-aragon%C3%A9s/entlang-dem-camino-aragon%C3%A9s-rocaforte-monreal/

 

Santa Maria de Eunate

www.jakobspilger-westwaerts.de/jakobswege-gestern-und-heute/lourdes-somportpass-camino-aragon%C3%A9s/santa-maria-de-eunate/

Meine Highlights des Camino Frances

Pfarrkirche in Puente de Furelos

birgt einen Schatz: ein Kruzifix der besonderen Art.

www.jakobspilger-westwaerts.de/reisebericht-westwärts/32-etappe-vater-mutter-drei-kinder-zwei-fahrräder-eine-rikscha/

 

www.jakobspilger-westwaerts.de/kathedralen/pfarrkirche-san-juan-de-furelos/

 

Kathedrale Burgos, Ad mille flores, El Cid....

 

Leon. Jedes Glasfenster verwandelt sich...

Wird das Licht zum Wort oder das Wort zum Licht?"

 

Meseta pur...

Pilgerführer im Vergleich                                Camino Frances

Um gleich mit der Tür ins Haus zu fallen. Für mich ist das Handbuch von Dietrich Höllhuber das beste, übersichtlichste und informativste. DUMONTaktiv nennt es Wandern auf dem Spanischen Jakobsweg. Dr. Dietrich Höllhuber ist gleichermaßen zusammen mit Dr. Werner Schäfke verantwortlich für die Herausgabe des DUMONT Kunstreiseführers Der Spanische Jakobsweg - Landschaft, Geschichte und Kunst auf dem Weg nach Santiago de Compostela. Mir liegt die 6. aktualisierte Auflage 2008 vor. Wer sich auf seinen Jakobsweg intensiv vorbereiten möchte, wird viel Freude an diesem Buch haben. Man merkt den studierten Autoren an, dass sie ihre Fachgebiete Geographie, Geschichte, Germanistik, Kunstgeschichte, katholische Theologie verstehen, beherrschen.

 

Was zeichnet Höllhubers Wanderführer für mich aus? Je Etappe gibt es einen kurzen Überblick über den Charakter der Strecke, also ob schwer, mittelschwer oder leicht; über die Gehzeit; über Länge und Anstieg; über die gegebenen Markierungen; über Einkehr und Verpflegung; über Verkehrsanbindungen. Weitere Informationen runden den ersten Eindruck ab. Seinen Wegbeschreibungen habe ich bislang jedes Mal vertrauen können. Das jeweilige Höhenprofil ergänzt die extra für dieses Buch entwickelten präzisen Wanderkarten; für größere Orte gibt`s eine Straßenkarte. Eine jede Etappenbeschreibung endet mit speziellen Informationen zu den Sehenswürdigkeiten, zur Geschichte, zu den Kathedralen und natürlich zu den Pilgerherbergen mit ihren Fazilitäten , zu den Hotels resp. Hostales und den Jugendherbergen.

 

Viele Pilger, so die Äußerungen in den Pilgerforen, bevorzugen offensichtlich das Outdoor-Handbuch von Raimund Joos beziehungsweise den Rother Wanderführer von Cordula Rabe.  Ich persönlich habe beide ausprobiert, bin aber immer wieder auf den Pilgerführer von Dumont zurückgekommen. Meiner Meinung nach hat sich der Outdoorführer auch nach Tode des Co-Autors Michael Kasper verändert. Das Handbuch von Cordula Rabe ist mir zu unübersichtlich. Während der Pilgertour möchte ich nicht erst lange suchen und blättern müssen. Das Outdoor Handbuch von Raimund Joos ist abgestellt auf kleinere, kürzere Streckenabschnitte, geht auf die Anforderungen für die Radpilger ein. Der geschichtliche und religiöse Hintergrund wird zurückhaltend dargestellt - man merkt dem Autor an, dass er hier fremdelt - ausgerichtet am Mainstream. Das Wandern steht eindeutig im Vordergrund.

 

Eine gute Alternative scheint mir John Brierleys Handbuch zu sein: Jakobsweg - Camino de Santiago. Der weltberühmte Pilgerweg - Information und Inspiration für die äußere und innere Reise; auf Deutsch zuletzt 2014 vom Schweizer Terzium Verlag editiert - erstmalig 2003 in Schottland erschienen. Brierley benennt nicht nur die üblichen Distanzen, er geht auch auf die höhenbereinigten Entfernungen ein. Eine interessante Variante. Mit 286 Seiten sehr umfangreich und relativ schwer. Ich nutzte weiland seinen Pilgerführer auf dem Caminho Pourtugues von Porto nach Santiago de Compostela: kurz gehalten wie unsere Tour, gutes Kartenwerk, damals noch viersprachig.

Kilometerstein 100 verschwunden

Kilometerstein 100 zwischen Brea und Morgade. So sah er im Frühjahr 2006 aus.

 

Was ist passiert? Irgendeinem beflissenen Behördenangestellten muss es ein Dorn im Auge gewesen sein, dass der KM-Stein 100 an der falschen Stelle stand. Ja und?

 

Cordula Rabe spricht in ihrem Wanderführer (Ausgabe 2013) von 105 km, die an sich noch zu bewältigen wären. John Brierley (ebenfalls 2013) hat auf seinem Weg einen Stein mit 99,5 km ausgemacht und ihn in seinem Pilgerführer eingezeichnet.

Aktuell (Juni 2016) gibt es laut Tele5-Sendung OGOT Kilometersteine mit den Erfernungsangaben 100,746 - 100,485 - 99,930. Welcher Unsinn! 

 

Was waren das für Zeiten, als man den Kilometerstein 100 noch - zusammen mit der mitpilgernden Ehefrau - in Ruhe betrachten und fotografieren konnte; obwohl, geärgert hatten wir uns weiland schon - über den verschmierten Stein. Nevertheless, Dietrich Höllhuber hat uns dann ein wenig aufgemuntert. Ich finde seinen Pilgerführer Spanischer Jakobsweg DUMONTaktiv ohnehin am besten.

 

Hier seine prägnante Beschreibung, Ausgabe 2006: "Ein recht feuchtes Wegstück verbindet durch ein Tälchen mit dem Weiler Brea und dem Kilomerstein 100 (raus mit dem Champagner aus dem Rucksack!). Von der auf diesen Weiler folgenden Anhöhe ist schon Portomarin zu sehen, was man (Anmerkung: falls man keinen Champagner zur Hand hat) im nächsten Weiler feiern kann, denn in Morgade gibt es eine (ganz auf Pilger eingestellte) Bar." Wohl wahr.

Wir begnügten uns - völlig zufrieden mit uns und der (Pilger-)Welt - mit einigen Gläsern Rotwein: abends im Hostal Morgade am Kaminfeuer. Das gute Gespräch mit Paul aus dem kanadischen Toronto tat ein Übriges.

Fotos Frühjahr 2006

1. Reihe: Kilometerstein 100 zwischen Brea und Morgade.

2. Reihe: Bar + Hostal in Morgade (wir beides genossen);

              kurz hinter Morgade. 

Pilgerstatistik 2017 - 301.006 Pilger

Das Pilgerbüro in Santiago de Compostela berichtet auf seiner Website. Wird es in 2018 wieder einen Rekord geben? Zur Mitte des Jahres mehr.

 

VERTEILUNG 2016

Aus Spanien:  44,71 %.

Aus Deutschland 14,00 %. 

 

MOTIVE

Religiös motiviert: 43,46 %;

religiös und kulturell: 47,39 %;

nur kulturell motiviert: 9,15 %.

 

ZU DEN MOTIVEN

Das 2017 von der St. Jakobusbruderschaft Trier editierte Buch "Abenteuer Pilgern" hat u.a. die soziologisch-psychologischen Aspekte des modernen Pilgerns erforscht. Namhafte Theologen, Psychologen und Uni-Professoren haben sich daran beteiligt.

 

Folgt man den Forschungsergebnissen sollten die vom Pilgerbüro in Santiago ermittelten Beweggründe  hinterfragt werden. Denn, während auf dem Weg allerorten zu hören ist, man ginge/pilgere auf jeden Fall nicht aus religiösen Gründen, kehrt sich das offensichtlich am Desk des Pilgerbüros in Erwartung der Compostela, der Pilgerurkunde um.

 

vgl. auch Menüpunkt PILGERPASS. PILGERLIEDER. STATISTIKEN

Camino de Santiago - Hell leuchtendes Mittelalter

Gonzalo Torrente Ballester, galicischer Erzähler und Dramatiker (1910-1999) in seinem köstlich zu lesenden Pilgerlesebuch >Santiago de Compostela< aus 1948:

 

"(...) Denn das Mittelalter war herrlich; seine Menschen hatten tief in ihren Herzen einen glühenden Glauben, und von ihm entflammt errichteten sie Burgen und Klöster." 

 

Vom finsteren Mittelalter sprechen heute doch nur Ignoranten aus ihrer arroganten Betrachtungsweise als Nachgeborene.

 

Lesen Sie mehr auf den Seiten JAKOBSWEGE. GESTERN UND HEUTE. > Hell leuchtendes Mittelalter. Pilgerwege mittelalterlicher Zeitzeugen. Ergänzendes finden Sie unter ÜBER UNS > Religiöses. Katholizität.

Korrespondierende Webseiten                               von Interesse

Bitte oben in der Haupt-Menüzeile anklicken!

PILGERWISSEN: Pilgerbüro, Pilgerpass und -urkunde, Compostela, Pilger-Gottesdienste, Herbergen, An- und Abreise, Gebete und Lieder, Pilgerstatistik ... 

   

KATHEDRALEN: Dreißig Gotteshäuser vom Camino Aragones und Camino Frances in der persönlichen Betrachtung. 

 

REISEBERICHT WESTWÄRTS: 34 Etappen plus Prolog und Einstimmung. Unter Berücksichtigung der Reiseberichte mittelalterlicher Pilger.

 

CAMINO FRANCES: Teilstrecken des Camino Frances. Politische und wirtschaftliche Hintergrundinformationen zu den Autonomen Regionen wie Navarra, Rioja und Galicien.

 

JAKOBSWEGE. GESTERN UND HEUTE: Auf den Spuren des Heiligen Jakobus. Die Ritterorden. Reconquista. Pilgerwege mittelalterlicher Zeitzeugen. Hell leuchtendes Mittelalter. Deutsche, französische, spanische, portugiesische Jakobswege. Marien-Wallfahrtsorte am Camino.

 

WIR. KATHOLIZITÄT. HISTORISCHES:  Die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche. Das Glaubensbekenntnis der Kirche. Die Konzile. Frühmittelalterliche Theologie. Spanische Könige im Mittelalter. Weltweite Christenverfolgung heute. 500 Jahre Martin Luther.

LESENSWERTES: Kreuzzüge, Spanischer Bürgerkrieg. Leyenda negra.

ZUM ENTSPANNEN UND MEDITIEREN INS KLOSTER. Moordeicher Ehepaar schreibt...