La Catedral de El Salvador                                 Santo Domingo de la Calzada

Wir hatten das Pech, dass uns der Rezeptionist des Hotels nicht korrekt über die Öffnungszeiten der Kirche informierte. So verschliefen wir und standen vor verschlossenen Türen, konnten nur eine Kapelle besichtigen.

 

Das 11. Jahrhundert bestach vor allem durch den Bau so vieler großer, teils bombastischer Kathedralen, vor allem in Deutschland, Frankreich, Italien und auf der iberischen Halbinsel. Die Dombauhandwerkskunst stand in voller Blüte, die technischen Fertigkeiten hatten eine phänomenale Entwicklung genommen. Das wird heute leicht einmal vergessen, vielmehr im Gegenzug das Mittelalter als ein finsteres betrachtet und dabei übersehen, dass unser 20. Jahrhundert mit seinen beiden Weltkriegen (Stichworte: Holocaust, Hitler, Stalin) und aberzig Millionen Kriegstoten an Grausamkeit, Finsternis und Menschenverachtung nicht zu überbieten ist, war und sein wird.

 

Mit dem Bau der ersten Kathedrale wurde 1096 nach Christus begonnen. Schon acht Jahre später wurde sie eingeweiht. Die vorfindliche Kathedrale entstammt dem 15. Jahrhundert, erbaut in Form eines lateinischen Kreuzes. Es sind noch Reste einer romanischen Apsis des 11. Jahrhunderts vorhanden. Die Überreste des heiligen Domingo Garcias wurden um 1158 n. Chr. in ein dafür extra geschaffenes Alabastergrabmal umgebettet. Der siebzig Meter hohe Glockenturm steht mehrere Meter neben dem Gotteshaus.

 

Die Geschichte um das Hühnermirakel können Sie im Reisebericht WESTWÄRTS NACH GALICIEN nachlesen: Etappe 10: Santo Domingo de la Calzada. Eine Wirtstochter macht Geschichte. - Schade, dass wir den Hühnerkäfig nicht bestaunen konnten. Noch heute wird das Hühnerpaar täglich ausgewechselt.

 

Das Fest des heiligen Domingo wird in der Zeit vom 1. bis 15. Mai jeden Jahres gefeiert. Warum? Domingo Garcia (gestorben 12. Mai 1109) ist der Gründer der gleichnamigen Stadt. Er gilt als der Förderer der Wallfahrt nach Santiago de Compostela. Nachdem ihn das Kloster San Milan de Suso nicht als Mönch hatte akzeptieren wollen, ging er in die Pampa und führte ein Einsiedlerleben. Als ihm im Laufe der Zeit immer mehr verirrte Jakobuspilger über die unbefestigten Wege liefen, den vielen Straßenräubern ausweichend, widmete er ihnen fortan sein Leben, betreute sie, errichtete eine Herberge just an der Stelle, an der heute in der Stadt das komfortable Luxushotel Parador steht.

Anno Domini 1044 baute Domingo über den Oja eine Brücke und verkürzte somit die Gehdauer um bis zu drei Tagen, legte befestigte Straßen an (spanisch Calzada). Auch attestiert man ihm, den Vorgängerbau der Kathedrale errichtet zu haben. Später zählte König Alfons VI. zu seinen größten Bewunderern und Unterstützern und San Juan de Ortega (Etappe 13) zu seinem Schüler, ebenso ein Mönch und Brückenkonstrukteur; Etappe 13 weiß mehr. 

Fotos:

1. Reihe: Blick auf die Kirche mit Glockenturm.

2. Reihe: Kapelle.

              Hotel Paradores.

3. Reihe: Hotel Paradores.

              Pilgerdenkmal am Ortsausgang Richtung Belorado.