Iglesia Santa Maria de la Asunción                   Viana

Kirche Mariä Himmelfahrt. Die Umbauten des 14., 16. und 18. Jahrhunderts veränderten das ursprüngliche Außenbild der Kathedrale aus der Zeit von 1250 bis ungefähr 1312 n. Chr. Das wuchtige Südportal mit der hohen Aushöhlung bis zum Dach und dem gleichermaßen imposanten Vordach aus 1570 zeigt oberhalb des Tores die Jungfrau mit dem Jesuskind, darüber die Kreuzigungsszene von Golgatha und oben abschließend die Himmelfahrt Mariens, ebenso das Gebet im Garten, die Verkündigung, die Geburt Christi. Der Zutritt zur Kirche erfolgt heute am ehemaligen Westportal, das im 14. Jh. Umbauten zum Opfer fiel. Das kleine Portal zeigt im Tympanon die Jungfrau mit dem Kind, flankiert von zwei Engeln. Quelle u.a.: Bettina Martens. Der spanische Jakobsweg. Ein Kunst- und Kulturführer. Reclam, 2011.

 

Korrekterweise müsste an sich von Marias Aufnahme in die himmlische Herrlichkeit gesprochen werden; als Glaubenssatz von Papst Pius XII. am

1. November 1950 verkündet. Das Fest wird am 15. August gefeiert, in der Ostkirche schon nach dem Konzil von Ephesus (431), in der römischen Kirche seit dem 7. Jahrhundert.  

 

Der Hauptaltar entstammt dem 17. Jahrhundert. Er zeigt zentriert die Virgen de la Asunción umgeben von den zwölf Aposteln.

 

Im erweiterten Eingangsbereich ist die Grabplatte von Cesare Borgia eingelassen. Die katholische Kirche steht zu ihren Verfehlungen. Der

Renaissancepapst Alexander VI. (16. Jh.) war an Skrupellosigkeit nicht zu
überbieten. Sein unehelicher Sohn Cesare Borgia (1475‐1507) brillierte auf allen Feldern, ob als Kardinal, Generalissimus, als Verschwender, als Stierkämpfer, etc. Seit 2007 sind seine sterblichen Überreste wieder  in der Kathedrale beigesetzt. Die Kirche verzeiht. Niccolo Machiavelli verarbeitete Borgias Geschichte in seinem Buch Der Fürst.  

Fotos:

1. Reihe: Iglesia Santa Maria.

              Grabplatte von Cesare Borgia.

2. Reihe: Eingangsbereich der Kirche.

3. Reihe: Hauptaltar mit Retabel.

              Muttergottes.

4. Reihe: Figuren der Jungfrau Maria.

 

San Pedro

Wenige Schritte entfernt befinden sich die Ruinen der ehemaligen Kirche San Pedro, 11. Jh. Die heute zu sehenden Reste werden mit der ersten Kirche des Ortes aus dem 13. Jh. in Verbindung gebracht. Das "Lissaboner" Erdbeben von 1755 hatte auch diese Kirche zerstört. Einige wenige Wandmalereien zeugen noch von der Kunst der mittelalterlichen Bauleute. 

Fotos:

1. Reihe: Ruine + Eingangsbereich.

2. Reihe: Mittelalterliche Wandmalereien.