Iglesia Santa Maria de la Vega y del Cruzifijo Santiago el Mayor und San Pedro Apostol                 Puente la Reina/Gares

Iglesia Santa Maria de la Vega y del Cruzifijo

Die Kreuzkirche, an sich eine Marienkirche, steht an der Calle Cruzifijo am östlichen Stadtrand, kurz hinter Obanos, von Pamplona kommend. Ein Kloster und eine Herberge grenzen sich an. 

 

Der spätromanisch-gotische Bau wird den Templern zugeschrieben. Nach dem Untergang des Ordens ging der Besitz an die Johanniter über. Das Hospiz verfiel. Im 15. Jh. wurde die romanische Kirche aus dem 12. Jh. um ein zweites gotisches Schiff erweitert. Kirche und Kloster wurden zur Zeit der Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts und der Bürgerkriege stark beschädigt. In den Archivolten und Kapitellen sind zahlreiche Figuren zu sehen, die verschiedene Laster darstellen als moralische und theologische Unterweisung der Pilger; ebenso die Fratzen der Dachkonsolen im Bereich der Apsis. Die von mir offensichtlich nicht beachtete Marienfigur aus Urdanzo wird auf das 12. Jahrhundert datiert.

 

Berühmt ist die Kirche wegen ihres gotischen Y-Kreuzes. Es soll sich um ein Geschenk eines  deutschen Pilgers aus dem Rheinland des 

14. Jahrhunderts handeln. Das Kreuz zeigt einen erschöpften Christus mit nach oben ausgestreckten Armen, wie ein Ypsilon. In Furelos, kurz vor Melide, werden wir einen Christus sehen, dessen rechter Arm (kurioserweise) nach unten auf die Erde gestreckt ist; vgl. dazu REISEBERICHT WESTWÄRTS Etappe 32: Vater. Mutter. Drei Kinder. Zwei Fahrräder. Eine Rikscha.

Fotos

Y-Kreuz aus dem 14. Jh.; Spitzbogiges Stufenportal, 13. Jh.

Iglesia Santiago el Mayor

Das Gotteshaus liegt mitten in der Ortschaft an der schmalen, mittelalterlich anmutenden Calle Mayor. Erstmals erwähnt in 1142, um 1542 im Renaissancestil renoviert. Die am Portal (1. Hälfte 13. Jh.) abgebildeten Szenen der Schöpfungsgeschichte und der Geburt Christi sind ihrer Verwitterung wegen nur noch schwer erkennbar; der Turm wurde der Kirche im 18. Jahrhundert nach Plänen des großen Baumeisters Ventura Rodriguez angegliedert. Als Vorbild wurde die Bauplastik von Santa Maria de Real in Sangüesa (Camino Aragones) genannt.

 

Zwei Apostelfiguren stehen im Focus des Betrachters, Bartholomäus aus Stein und Jakobus der Ältere aus Holz, 14. Jahrhundert, von dem hier ein Foto auf seine Besonderheit hinweist. Wegen seiner dunklen Hautfarbe wird der Apostel auch Santiago “Beltza” genannt, baskisch für  Jakobus der Schwarze. Besonderes Augenmerk sollte darüberhinaus der Größe der Figur und der Darstellung als Pilger mit Stab und Muschel, seiner Augen und seines Bartes gewidmet sein. Der Hauptaltar entstammt den Jahren 1665 bis 1667; im 18. Jahrhundert wurde er noch einmal dem Zeitgeschmack angepasst. Hinter den Gemälden mit der Erscheinung Marias vor dem hl. Jakobus und der Enthauptung verbergen sich die Reliquien u.a. der hll. Placio und Pardo und des Lignum Cruzis. Quelle für beide Kirchen u.a.: Bettina Martens. Der spanische Jakobsweg. Ein Kunst- und Kulturführer. Reclam, 2011.

 

Fotos

1. Reihe: Außenansicht.

              Hauptportal aus romanischer Zeit, mit vielen figürlichen Reliefs.

2. Reihe: Altarretabel, 1665-1667, monumentales vergoldetes Schnitzwerk

              Hl. Apostel Jakobus als Pilger, 14. Jh.

Iglesia San Pedro Apóstol

Neben den beiden von uns besuchten Kirchen ist weiterhin erwähnenswert die Iglesia San Pedro am Westrand der Ortschaft nahe der Arga gelegen. Nach links führt der Camino de Santiago Richtung Estella/Lizarra. Die Kirche unterstand im 12. Jahrhundert dem Kloster von Leyre (Camino Aragones). Der heutige Bau mit dem schlichten Portal ist dem 16. Jahrhundert zuzurechnen, die Altäre dem 18. Jahrhundert.

 

Brücke und Kirche sind insoweit miteinander verbunden, als dass sie eine wundersame, gemeinsame Geschichte teilen: Bis 1848 stand auf der höchsten Stelle der Brücke eine Marienstatue – die Virgen del Txori, geschützt von einer winzigen Kapelle. Ein Vögelchen putzte nämlich immer wieder mit seinem Schnäbelchen das Gesicht der Jungfrau, und so nannte man die Statue eben (baskisch) Jungfrau des Vögelchen. Im Zuge einer Prozession wurde dann aber 1848 die Statue für immer in die Kirche San Pedro verbracht. Und von dem Zeitpunkt an kam das Vögelchen - selbstredend - nie wieder.