CAMINHO PORTUGUES

Ponte de Lima. Mittelalterliche Brücke über den Lima. 1368 n. Chr. fertig gestellt. 277 m lang und 4 m breit.

Einstimmung

Lissabon. Castelo S. Jorge. 

  

Jahre waren seit unserem ersten Camino Frances vergangen. Immer wieder kreisten unsere Gedanken um den Jakobsweg.

 

Nach der Lourdesreise im Januar 2010, der Marienwallfahrtsort liegt bekanntlich direkt am Camino, am Pyrenäenweg von Narbonne kommend, war dann die Entscheidung gefallen: Wir kombinieren den schon immer im Focus gehabten Besuch von Fatima, der weltberühmte Marienwallfahrtsort liegt ohnehin quasi in Reichweite des portugiesischen Jakobswegs, mit dem Caminho Portugues und Lissabon. 

Rückblick auf unseren Caminho Portugues

Giao nahe Porto.

 

In 2011 war es dann soweit; der Umweg über Lissabon lohnte, weil eine der schönsten Städte weltweit. Mit einer großen Geschichte, viel Kultur und noch mehr Sehenswürdigkeiten.

 

Der Mietwagen führte uns gleichermaßen von Lissabon nach Batalha und seinem Kloster (Weltkulturerbe) aus dem 14.-16. Jahrhundert nahe Fatima. Nur der Besuch von Coimbra ließ sich nicht einplanen.  

 

Es ist nicht zielführend, nachträglich Vergleiche anstellen zu wollen. Wir waren verwöhnt von unserem ersten Camino Frances in 2006. Diesen Spirit konnten wir nur langsam aufbauen. Vielleicht lag es auch daran, dass wir in Sichtweite des Flughafens von Porto, in Giao, starteten. Der Weg von Lissabon über 600 km war im Zeitmanagement nicht vorgesehen. Das Taxi setzte uns wunschgemäß also in Giao ab. Das angrenzende industriell geprägte Flughafenareal bot sich nicht an. 

Fast kein Pilger zu sehen, keine Jakobswegzeichen, nur ein einziger gelber Pfeil. Die erste Strecke nur der Landstraße entlang mit dem starken Verkehr tat ein übriges. Und dann die Kontakte und Beobachtungen. Bis auf wenige Ausnahmen waren, so hatte es den Anschein, vornehmlich Wanderer unterwegs: Senioren, die sich im europäischen Wanderwegenetz gut auskannten, wenig bis nichts mit der Religion am Hut hatten.

Nur eine Handvoll junger Leute. Dafür größere Reisegruppen, zumeist Damen, die pro Tag einige wenige Kilometer zu wandern hatten, gut ausgestattet mit Stab, Hut und einem Rucksäckchen; der Bus wartete jeweils an für sie geeigneten Stellen. In Kirchen, Kapellen hatte man, wenn sie denn geöffnet waren, herrlich viel Platz, Raum, Ruhe, weil leer; die "Pilger" saßen derweil draußen vor den Restaurants. 

 

Dr. Robert Plötz bemerkte treffend anlässlich des 25jährigen Bestehens der Deutschen St. Jakobus-Gesellschaft e.V., Aachen im Februar 2012: "Der 'Jakobsweg' ist zum Label, zur gewerblichen Marke verkommen." Kommerz und Tourismus stehen also jetzt im Vordergrund, aus Sicht der Einheimischen nachvollziehbar.

Gleichwohl, jeder wird für sich auf irgendeine Art und Weite motiviert sein, gerade diesen Jakobsweg zu gehen - auf mittelalterlichen Spuren und eben nicht im Mittelgebirge oder in den Alpen. Kurzzeitig betrüblich wird es, wenn in den Hostals "plötzlich" keine zu buchenden Zimmer mehr zur Verfügung stehen, weil eine Pilger-Reisegesellschaft sich angesagt hat, wenn Buspilger historische Stätten in Beschlag nehmen, laut schwatzend, oder wenn Pilger wenige Hundert Meter vor der Pilgerherberge dem Taxi entsteigen und den geschafften, müden Pilgern die günstigen Schlafplätze wegnehmen. Wie auch immer: Jedes Problem ist lösbar.

Abstecher nach Fatima

Wandfliesen mit der Jungfrau Maria und den drei Hirtenkindern Francisco, Jacinta und Lucia aus Fatima. Dieses Motiv ist an vielen Hauswänden zu sehen.

 

Der Umweg zu einem der berühmtesten Marien-Wallfahrtsorte nach Fatima lohnte. Für Norddeutsche und/oder religiös unmusikalisch Geprägte sehr wahrscheinlich befremdlich. Gleichwohl, die dort gelebte Volksfrömmigkeit ist beachtlich und beeindruckend.

 

 

PÄPSTE IN FATIMA

Nicht von ungefähr fühlten sich die Päpste Pius XII., Paul VI., Benedikt XVI. und aus nachvollziehbaren Gründen besonders Johannes Paul II. von diesem Ort und seinen Ereignissen des Jahres 1917 in den Bann gezogen. Alle genannten Päpste waren von Haus aus marianisch geprägt, blieben es ein Leben lang. Pius XII. wurde am 13. Mai 1917 zum Bischof geweiht, Johannes Paul II. sollte am 13. Mai 1981 um 17:17h einem Attentat zum Opfer fallen. Er ließ später die Kugel in die Fatimakrone einarbeiten.

 

Wer mehr wissen möchte, dem sei das Buch von  Michael Hesemann "Das Fatima-Geheimnis - Marienerscheinungen, der Papst und die Zukunft der Menschheit" empfohlen. Zur Einstimmung bitte den Pkt. Marienwallfahrtsorte am Camino - Fatima anklicken.