MITTELALTERLICHER SEGEN                                von Tasche und Stab vor Antritt des Pilgerwegs

Einstimmung

Üblicherweise wurden die mittelalterlichen Jakobuspilger offiziell im Rahmen einer Heiligen Messe von der Gemeinde verabschiedet. Neben dem extra ausgesprochenen Pilgersegen (vgl. Menüpunkt PILGERPASS... > Pilgersegen)  stand die Übergabe von Tasche und Stab im Focus des Geschehens. Der Priester sprach in etwa die nachstehend formulierten Segenswünsche, nicht ohne zuvor die Pilger ermahnt zu haben, mit den Armen zu teilen, auf dem Weg zu fasten, keine Reichtümer anzuhäufen, sich von Laster und Begierden fernzuhalten, kurzum: zum Nehmen und Geben bereit zu sein:       

Segen der Tasche

Im Namen unseres Herrn Jesus Christus.

Nimm diese Tasche als Zeichen deiner Pilgerschaft,

damit du geläutert und befreit zum Grab des heiligen Jakobus gelangen mögest, 

zu dem du aufbrechen willst,

und kehre nach Vollendung deines Weges unversehrt

mit Freude zu uns zurück.

Dies gewähre Gott,

der lebt und herrscht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

Segen des Stabs

Nimm diesen Stab zur Unterstützung deiner Reise und deiner Mühen

für deinen Pilgerweg,

damit du alle Feindesscharen besiegen kannst,

sicher zum Grab des Jakobus gelangest

und nach Vollendung deiner Fahrt zu uns mit Freude zurückkehrest.

Dies gewähre Gott,

der lebt und herrscht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.  

Der Brauch hat sich bis heute erhalten. Nicht wenige Pilger lassen sich vom örtlichen Pfarrer segnen und den Pilgerpass abstempeln. Eine offizielle Verabschiedung im Rahmen einer Heiligen Messe dürfte die Ausnahme sein.