PILGERWEGE MITTELALTERLICHER ZEITZEUGEN. PILGERZEICHEN.

Mittelalterliche Landkarten. Aufgenommen in Los Arcos und Sahagun.

Einstimmung                                                         Wir sind auf der Welt nur auf der Durchreise!     Auf dem Weg zum Jerusalem des Westens!

"Der Pilgerweg des heiligen Jakob ist wie das Leben. Wir sind in der Welt nur auf der Durchreise. Der Berg der Verklärung (die Kathedrale in Santiago) steht für die Sehnsucht nach einer zukünftigen Welt, in der keiner mehr weinen muss, außer vor Freude. Was bleibt sind die Bilder eines Himmels, der sich zuweilen öffnet." Autor Unbekannt. 

 

Vgl. auch das letzte Buch der Bibel - die Offenbarung des Johannes, auch Apokalypse genannt, Offb 21: "Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann."

 

WER IST GEMEINT?

Für den mittelalterlichen Pilger stimmte der Satz. Er betrachtete sein Leben als Pilgerweg, beginnend mit der Taufe, ob er nun als Büßer, Bettler, Abenteurer oder Ritter nach Compostell zog. Als der in der Fremde Seiende. Nichts anderes bedeutet nämlich das Wort Pilger, das sich vom lateinischen peregrinus ableitet; Robert Plötz hingegen, vormaliger Präsident der Deutschen St. Jakobusgesellschaft, hat gute Gründe, den deutschen Begriff Pilger mit der romanischen Volkssprache in Verbindung zu bringen.  

 

Der mittelalterliche Pilger sah sich in der Nachfolge alt- und neutestamentlicher Figuren gut aufgehoben: Abrahams Fortgang ins verheißene Land; der Auszug der Israeliten aus Ägypten; der Weg des Stammvaters Jakob zurück nach Ägypten; die enttäuschten Jünger auf ihrem Weg von Jerusalem nach Emmaus; die Apostel, die von Jesus persönlich auf die Missionsreise geschickt worden sind. Sie alle waren auf dem Weg der Heilssuche und zur Erlösung.

 

Die mittelalterlichen Pilger zog es nach Rom, nach Jerusalem ins Heilige Land, mehr denn je zum Jerusalem des Westens, denn so nannte man zu der Zeit Santiago de Compostela. Dazu passt gut die Aussage von Peter Sabatier, einem französischen Weber, die er im Rahmen der Inquisition gegen die Katharer am 6. November 1318 in Montaillou machte:

 

"Ich bin ein guter und getreuer katholischer Christ (...) Letztes Jahr pilgerte ich mit meiner Frau zur Jungfrau von Montserrat (nahe Barcelona), und dieses Jahr ziehen wir nach Compostell."

Zitat entnommen dem Buch Deutsche Jakobspilger und ihre Berichte; Hrsg. Klaus Herbers, 1988, Gunter Narr Verlag Tübingen. 

Wege mittelalterlicher Zeitzeugen                    Liber Sancti Jacobi (Codex Calixtinus)

BITTE WEITERBLÄTTERN.

 

Der Liber Sancti Jacobi des 12. Jahrhunderts gilt als der erste lateinische Reiseführer des Camino de Santiago. Die deutschsprachigen Protagonisten Arnold von Harff und Herrn Künig von Vach aus dem 15. Jahrhundert stehen stellvertretend für die vielen zigtausend mittelalterlichen Pilger, die keine Mühe gescheut haben, diesen beschwerlichen Weg zu gehen, zu pilgern. Vom italienischen Priester und Reiseschriftsteller Domenico Laffi weiß man, dass er im 17. Jahrhundert gar dreimal nach Compostela pilgerte. Er ging sehr detailliert auf seine Erlebnisse ein.