Fatima: Buchempfehlungen / Bewegungen        Das Sonnenwunder aus der Sicht eines Journalisten

Buchempfehlungen

Wer sich intensiv mit den Geheimnissen von Fatima beschäftigen möchte, dem empfehle ich, sich einer der nachstehend benannten Fatima-Bewegungen anzuschließen resp. zum Nachlesen sich in folgende Publikationen zu vertiefen:

 

Das Fatima-Geheimnis

Marienerscheinungen, der Papst und die Zukunft der

Menschheit

Autor: Michael Hesemann, 2002; 5. Auflage 2010:

 

Fatima in Wort und Bild - Weg einer Botschaft des Himmels durch die Zeit

Autor/Herausgeber: Fatima-Weltapostolat der Deutsch-Schweiz, 2. überarbeitete Auflage aus 2010.

 

Die Seherin von Fatima

Autor: Tarciso Kardinal Bertone (Giuseppe de Carli) aus 2007/2009. Mit einem Vorwort von Papst Benedikt XVI.  

 

FATIMA - Geschenk und Geheimnis

Autor: Ulrich Filler, Pfarrer; erschienen zur 100Jahrfeier in 2017.

 

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Alle vorgenannten Autoren werden sich der vier von Schwester Lucia verfassten "Erinnerungen" bedient haben - niedergeschrieben aus Gehorsam gegenüber ihrem Bischof, u.a. in 1925, 1935, 1941, 1944.

Wer tief in die Gedanken- und Lebenswelt dieser drei bemerkenswert frommen jungen Kinder eintauchen möchte, der kommt an dem nachstehend benannten Buch der Sr. Lucia nicht vorbei. Kinder, die vieles durchleiden mussten, von ihrer Umwelt und sogar seitens ihrer Eltern und Behörden (inklusive Festsetzung im Gefängnis), und die dennoch standhaft geblieben sind. Vieles wird den heutigen "aufgeklärten" Christen fremd erscheinen: ihre täglichen Gebete des Ave Maria, der Rosenkränze, ihre Bußübungen für die Sünder aus Liebe zum Heiland, ihre heiligmäßige Aura, ihr Bemühen, auch die "kleinsten" Sünden zu vermeiden resp. zu beichten. Mit viel Empathie und Liebe beschreibt Sr. Lucia ihre beiden jüngeren Verwandten, Jacinta und Franciso.

 

Lesen Sie selbst: 

SCHWESTER LUCIA SPRICHT ÜBER FATIMA

Erinnerungen mit einer Einführung von P. Dr. Joachim M. Alonso CMF, gest. 1981

11. Auflage, Februar 2017.

 

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FATIMA-BEWEGUNGEN

Fatima-Aktion, D-88353 Kisslegg-Immenried. Kostenlose Zeitschrift FATIMA RUFT.www.fatima-aktion.de

 

Fatima-Weltapostolat (ehemals Blaue Armee Mariens)

D-6100 Petersberg/Fulda. Internationale Rosenkranz-Gebetsgruppe.

www.fatima-weltapostolat.de/

 

Bote von Fatima

D-93047 Regensburg. Monatliche Fatima-Zeitschrift. www.bote-von-fatima.de

 

Fatima-Freundeskreis

Portugal-2496-908 Fatima. Regelmäßige Informationen.

 

Fatima-Weltapostolat der Deutsch-Schweiz.

Schweiz-8134 Adliswil. Öffentlicher Verein päpstlichen Rechts. https://fatima.ch

Wie zur Mittagszeit die Sonne in Fatima tanzte  Das Sonnenwunder

Nachstehender Artikel inklusive Foto komplett entnommen der Zeitschrift BETENDES GOTTESVOLK. Zeitschrift des Rosenkranz-Sühnekreuzzuges um den Frieden der Welt.

Ausgabe 2015/2 Nr. 262.

 

Erstaunliche Ereignisse - Wie zur Mittagszeit die Sonne in Fatima tanzte.

Die Zeitung „O Século“ veröffentlichte einen Artikel von Avelino Almeida, worin dieser beschreibt, was er auf der Cova da Iria am 13. Oktober 1917 gesehen hatte (Datum der Redaktion 13. Oktober 1917). Publ.: DCF, III-1, Doc. 87.

 

Die Erscheinungen der Jungfrau – Worin die Zeichen des Himmels bestehen – Viele Menschen behaupten, es sei ein Wunder geschehen – Krieg und Frieden.

 

Lúcia, 10 Jahre, Francisco, 9 Jahre, und Jacinta, 7 Jahre, behaupten, dass sie auf der Heide von Fatima im Bezirk Vila Nova de Ourém mit der Jungfrau gesprochen hätten.

 

In der Einleitung zeichnet der Autor, ein Journalist, ein buntes Bild der Massen, die sich zur Heide von Fatima, wo sich das „Wunder“ nun schon zum sechsten Mal ereignen soll, begeben, mit ihnen der Autor des Artikels. Menschen jeglicher Herkunft und jeglichen Standes, Gläubige, Skeptiker, Ungläubige und bloß Schaulustige, zu Fuß, per Fahrrad, per Kutsche, per Kalesche, per Ochsenkarren, per Auto oder per Bus (die beiden letzten damals eher noch eine Seltenheit) bewegen sich in Richtung Cova da Iria, nicht achtend des immer heftiger strömenden Regens, viele ohne Regenschutz, die Bauern ärmlich gekleidet und oft barfuß.

Durchnässt erreichen sie nach vielen Wegstunden – vom Bahnhof sind es etwa 20 km – den Ort, wo nach Ankündigung der Hirtenkinder das „Wunder“ erneut stattfinden soll.

 

Quer über die Heide von Fatima, wo angeblich die Jungfrau den Hirtenkindern aus dem Dörfchen Aljustrel erschienen war, führt die Straße nach Leiria, zu deren beiden Seiten die Fahrzeuge, die die Wallfahrer und Schaulustigen hierher gebracht hatten, abgestellt sind. Irgendjemand hat mehr als hundert Fahrzeuge gezählt und es wäre unmöglich, die verschiedenen Wagen zu zählen, die die Straße blockierten. ...

Aber die Mehrzahl der Pilger, tausende von Menschen, die viele Meilen weit aus der Region gekommen waren und zu denen sich Gläubige aus allen möglichen Provinzen – Alentejo, Algarve, Minho und Beira – gesellten, umstanden die kleine Steineiche, die sich, wie die Hirtenkinder sagten, die Erscheinung als Sockel gewählt hatte und die wie der Mittelpunkt eines großen Kreises, an deren Rand sich andere Schaulustige und weitere Gläubige niedergelassen hatten, wirkte. Von oben von der Straße aus betrachtet, ergab das Ganze einfach ein fantastisches Bild. Viele der bedächtigen Bauern mit ihren riesigen Regenschirmen sangen geistliche Lieder, beten Dutzende Rosenkränze, während sie ihren bescheidenen Proviant verzehren.

Nicht ein einziger scheut davor zurück, seinen Fuß in den morastigen Lehm zu setzen, um das Glück zu erleben, die Steineiche, über die man eine Art primitiven Torbogen errichtet hatte, von dem zwei Laternen baumeln, aus der Nähe zu sehen. Abwechselnd singen Gruppen das Lob der Jungfrau. ...

 

Und die Hirtenkinder? Lúcia, 10 Jahre, und ihre beiden kleinen Kameraden, Francisco, 9 Jahre, und Jacinta, 7 Jahre, sind noch nicht da. Sie werden etwa eine halbe Stunde vor der angekündigten Erscheinung eintreffen. Nun bringt man die beiden Mädchen, die blumengeschmückte Hüte tragen, zu der Stelle, wo sich der Torbogen erhebt. Es regnet unausgesetzt, aber niemand stört sich daran. Auf der Straße bringen Fahrzeuge noch verspätete Pilger herbei. Gruppen von Gläubigen knien im Morast nieder. Lúcia bittet sie, ja befiehlt ihnen, die Schirme zu schließen. Der Befehl wird weitergegeben, alle folgen, ohne zu zögern, und ohne den geringsten Widerstand. Menschen gibt es hier, viele Menschen, sie sind wie in Ekstase. Sie sind ergriffen, das Gebet stockt ihnen auf den ausgetrockneten Lippen, sie haben die Hände gefaltet. Menschen, die das Übernatürliche zu fühlen, ja zu berühren scheinen. Das Mädchen behauptet, dass die Jungfrau abermals mit ihm gesprochen habe und der Himmel, der soeben noch ganz düster war, beginnt sich plötzlich, hoch oben über den Köpfen, aufzuhellen. Der Regen hört auf und man spürt, dass die Sonne die am Morgen noch so traurige Winterlandschaft mit ihrem Licht überfluten wird.

 

Leidenschaftslose Berechnungen von Intellektuellen in jeder Hinsicht fern aller mystischen Einflüsse ergeben eine Menge von circa 30-40.000 Menschen. Viele der Pilger versichern, dass die angekündigten Zeichen gleich sichtbar sein werden. Und man wohnt einem einmaligen Schauspiel bei, welches für jemand, der nicht selbst dabei war, unvorstellbar ist. Von oben von der Straße aus, wo hunderte Wagen beisammen stehen, und in denen sich hunderte Personen befinden, die nicht mehr die Möglichkeit hatten, sich auf den lehmigen Boden zu knien, sieht man, wie sich die riesige Menge der Sonne zuwendet, die nun frei von allen Wolken im Zenit steht. Das Gestirn erinnert an eine dunkle silberne Scheibe, die man ohne die geringste Anstrengung fixieren kann. Sie brennt nicht, sie blendet nicht. Es ist, als wäre es eine Sonnenfinsternis. Doch da erhebt sich plötzlich ein tosendes Geschrei und man hört, wie die Menschen, die ganz nahe stehen, schreien:

„Ein Wunder! Ein Wunder!“

 

Mit weit aufgerissenen Augen blickt das Volk, dessen Haltung an biblische Zeiten gemahnt, bleich und erschrocken und mit entblößtem Haupt in den blauen Himmel. Die Sonne zitterte, machte nie gesehene heftige Bewegungen fern aller kosmischen Gesetze – die Sonne „tanzte“, nach einem typischen Ausdruck der Bauern.

Auf dem Autobus aus Torras Novas steht ein hochbetagter Mann, dessen Statur und Gesichtsausdruck – gleichzeitig sanft und energisch – an Paul Déroulède erinnert, betet, den Blick auf die Sonne gerichtet, mit lauter Stimme von Anfang bis Ende das Credo. Auf meine Frage, wer das sei, antwortet man mir, das sei João Maria Amado de Melo Ramalho da Cunha Vasconselos. Dann sehe ich, wie er sich an die Umstehenden, die den Hut auf dem Kopf behalten hatten, wendet, sie mögen diesen doch abnehmen vor einer solch außergewöhnlichen Demonstration der Existenz Gottes. Ähnliche Szenen wiederholen sich an anderen Stellen, und eine Frau ruft mit tränenerstickter Stimme: „Wie bedauerlich! Es gibt hier Männer, die vor solch einem unglaublichen Wunder den Hut nicht abnehmen!“

 

Und dann fragen sie einander, ob auch sie gesehen hätten, was sie selbst gesehen haben. Die meisten antworten, dass sie das Zittern, das Tanzen der Sonne gesehen hätten; andere wiederum erklären, sie hätten direkt in das lächelnde Gesicht der Jungfrau gesehen und schwören, dass die Sonne sich wie ein Rad bei einem Feuerwerk um die eigene Achse gedreht habe und dass sie so tief heruntergesunken sei, dass sie mit ihren Strahlen die Erde verbrannt habe… Einige sagten sogar, dass sie gesehen hätten, wie sie immer wieder die Farbe gewechselt habe.

 

Es ist etwa 15 Uhr.

Der Himmel ist frei von Wolken und die Sonne folgt ihrem Lauf mit ihrem gewöhnlichen Leuchten und niemand wagt es, direkt in sie hineinzublicken. Und die Hirtenkinder? Ein Mann trägt Lúcia, die mit der Jungfrau spricht, am Arm. Das Mädchen kündigt mit theatralischen Gesten an, dass der Krieg zu Ende sei und dass unsere Soldaten zurückkehren werden. Dennoch vergrößert eine derartige Nachricht bei den Zuhörern den Jubel nicht. Das himmlische Zeichen bedeutete ihnen alles. Die beiden rosenbekränzten Mädchen ziehen die ganze Aufmerksamkeit auf sich, einige versuchen sogar, den „kleinen Heiligen“ die Hände zu küssen. Die eine von ihnen, Jacinta, ist dem Zusammenbruch näher als dem Tanz, aber das, wonach alle gelechzt hatten – das Zeichen vom Himmel –, genügt, um sie zufrieden zu stellen, um sie in ihrem Köhlerglauben zu festigen. Straßenverkäufer bieten Postkarten mit dem Porträt der Kinder und andere Bildchen mit einem Soldaten des portugiesischen Expeditionskorps an, welcher „in Gedanken an die Hilfe ihrer Beschützerin für die Rettung des Vaterlandes versunken ist“, sowie auch eine Karte mit dem Erscheinungsbild der Jungfrau. Das war bestimmt ein gutes Geschäft und sicherlich gelangten mehr Münzen in die Taschen der Händler und in die Sammelbüchsen für die Hirtenkinder, als in die hingestreckten Hände der Leprakranken und Blinden, die sich um die Pilger drängten, indem sie durchdringende Schreie ausstießen.

 

Rasch löst sich die Menge auf, ohne Schwierigkeiten und ohne einen Schatten von Unordnung und ohne dass irgendwelche Wachpatrouillen nötig gewesen wären. Die Pilger, die sich am raschesten zurückziehen, indem sie außerhalb der Straße laufen, sind jene, die als erste angekommen waren, zu Fuß und barfuß, die Schuhe vor sich her tragend oder herabhängend von ihren langen Pilgerstäben. Und die Patres? Einige waren an dem Ort erschienen und gesellten sich lächelnd mehr zu den neugierigen Schaulustigen als zu jenen Pilgern, die nach himmlischer Gunst strebten. Vielleicht gelang es dem einen oder dem anderen nicht, die Genugtuung zu verheimlichen, die sich so oft in den Gesichtern der Triumphierenden zeigt.

Bleibt noch abzuwarten, wie sich die zuständigen Kreise äußern werden über den makabren Tanz der Sonne, der heute in Fatima Hosannarufe aus der Brust der Gläubigen hervorbrechen ließ und natürlich beeindruckte, was mir glaubwürdige Personen, Freidenker und andere Menschen, die sich keineswegs für religiöse Fragen interessieren und die dennoch auf die berühmte Heide herbeigelaufen waren, versicherten.

Avelino de Almeida, Übersetzt von Friedrich Wally