VERFOLGTE  CHRISTLICHE PILGER                                  

Pilgerwegzeichen.

Einführung

Tilman Tarach 1 deklamiert in seinem Buch "Der ewige Sündenbock - Israel", dass das "Goldene Zeitalter" im maurischen Spanien oft überschätzt werde. Er bestätigt meine seit jeher deutliche gemachte Auffassung, dass der Mythos von den toleranten Mauren nicht mehr zu halten ist. Ein Märchen. Eine Wunschvorstellung.

 

Prof. Rodney Stark untermauert meine These in seinem 2009 in den USA erschienenen Buch „God`s Battallions – The Case for the Crusades“ gleichermaßen in eindrucksvoller Weise;  in Deutschland erstmalig im April 2013 publiziert unter dem Titel: „Gottes Krieger – Die Kreuzzüge in neuem Licht.“ - vgl. auch Pkt. ÜBER UNS. > Erwähnenswertes. > Die Kreuzzüge - neu bewertet.

Juden und Christen - von den Mauren unterdrückt, verfolgt

In Tilman Tarachs Buch ist in einer Fußnote auf Seite 64 folgendes zu lesen:

"Das 'Goldene Zeitalter' im maurischen Spanien wird allerdings oft überschätzt. Zu Beginn der islamischen Herrschaft in al-Andalus waren die Juden zwar in der Tat geschützt, weil dies im Kampf gegen die Westgoten zweckdienlich war, sie waren als Dhimmis (Anmerkung von mir: Jüdische und christliche Schutzbefohlene, die den Muslimen Tribut zu leisten hatten = Monotheisten der sog. Buchreligionen) aber immer Bürger zweiter Klasse, die seit dem 11. Jahrhundert dann auch wieder erbarmungslos verfolgt wurden; das Judenpogrom von 1066 in Granada sowie das Leben des jüdischen Arztes und Gelehrten Mosche Ben Maimon (Maimonides) mögen insoweit als Beispiel dienen."

 

Wohlgemerkt, das spielte sich unter maurischer Herrschaft ab. Was hier im wesentlichen beispielhaft über die Juden gesagt worden ist, kann problemlos auch auf die Christen im maurischen al-Andalus/Spanien übertragen werden.  

 

DIE CHRISTENHEIT SCHLÄGT ZURÜCK

Neben seinem Hauptthema - KREUZZÜGE IN NEUEM LICHT - geht Prof. Rodney Stark im 2. Kapitel, das er "Die Christenheit schlägt zurück" nennt, insbesondere auf Karl Martells Sieg Anno Domini 732 ein. Historisch Interessierte wissen, dass zu der Zeit die Sarazenen/Mauren schon fast ganz Spanien/Hispania unterworfen hatten; vgl. auch den Menüpunkt Mauren. Reconquista. Matamoros.

Pilger, Verfolgte - Muslime/Mauren/Sarazenen Heiliges Land - Spanien/Hispania

Anschaulich thematisiert Stark im 4. Kapitel das uns hier interessierende Thema

Pilger und Verfolgte. Natürlich beschreibt er in erster Linie die Situation in Jerusalem, sie ist aber ohne Zweifel übertragbar auf das maurische Spanien, mit vielen von mir ergänzten Parallelen: 

 

VERGLEICH HEILIGES LAND VERSUS SPANIEN

  • Heiliges Land: Zerstörung des Heiligen Grabes durch fatimidische Muslime am 18. Oktober 1009.
  • Spanien: Zerstörung der Kathedrale von Santiago de Compostela in 997 durch den Heerführer Almanzor.
  • Heiliges Land: Mehr als 30.000 Kirchen wurden auf Geheiß des Kalifen al-Hakim geplündert, eingeäschert, Christen umgebracht, zur Konversion gezwungen. 
  • Spanien: Christen und Juden durften keine neuen Gotteshäuser / Synagogen bauen. Bischofssitze wurden an meistbietende Muslime verramscht.
  • Ihre Aussage vor Gericht zählte weniger als die eines Muslims. Ein männlicher Dhimmi durfte keine muslimische Frau berühren, ein Muslim sehr wohl christliche und jüdische Konkubinen halten.
  • Heiliges Land: Christen mußten zwecks Identifikation auf Geheiß des Kalifen ein fast zwei Kilo schweres Kreuz am Hals tragen,
  • die Juden ein ebenso schweres geschnitztes Kalb.
  • Spanien: Christen und Juden mussten zwecks Erkennung den "gelben Fleck" und einen bestimmten Gürtel tragen, den zunnar.
  • Heiliges Land: Christliche Pilger wie der Abt von Saint-Florent les Saumur, Gerald de Thouars, wurden 1022 hingerichtet,
  • 1026 ein Richard von Saint-Vanne zu Tode gesteinigt, weil er auf islamischem Gebiet die Messe gelesen hatte, etc.
  • 1064 geriet eine große Pilgergruppe unter der Führung von Bischof Gunther von Bamberg bei Caesarea in einen Hinterhalt. Zwei Drittel wurden getötet. Alles im Namen Allahs.
  • Spanien: Der heilige Raimund von Penyafort, 1175 bei Barcelona geboren, gründete im Jahre 1222 zusammen mit Petrus Nolaskus eigens den Merzedarierorden, um einige der 150.000 christlichen Sklaven aus muslimischer Gefangenschaft zu befreien.
  • In Cordoba mussten die christliche Könige den Harems der muslimischen Herrscher alljährlich 100 (einhundert) Jungfrauen abliefern.
  • Im 11./12. Jahrhundert werden die ersten Ritterorden gegründet, um sich der Mauren zu erwehren und den Jakobspilgern freies Geleit nach Compostell zu ermöglichen.
  • Heiliges Land: Die Franziskaner lassen sich in Jerusalem nieder: am Heiligen Grab resp.Abendmahlssaal, erbauen um 1350 ein Pilgerhospiz. König Jakob II. von Aragon (1327) gilt als finanzieller Förderer. Die Franziskaner galten lange Zeit als Beschützer des Zionsberges.

Sidestep. Europa -  finsteres Mittelalter.              Ein Märchen.

Besonders empfehle ich das Studium des Kapitels 3, in welchem Autor Rodney Stark nachvollziehbar beschreibt, dass der Islam, die Araber mitnichten den christlichen Europäern überlegen waren. Die meisten von uns plapperten Tradiertes nach und sprächen vom finsteren Mittelalter. Für Rodney Stark ein Mythos, ein Märchen.

 

Auf technischem Gebiet waren die Europäer ohnehin unschlagbar. Mögen sich die Muslime um die griechischen Texte gekümmert haben, die mittelalterlichen Franken retteten die Schriften der lateinischen Antike, konserviert in den Stuben der katholischen Klöster.

Fotos:

Eingang der Grabeskirche. Die Orthoxen bevorzugen es, von der Auferstehungskirche zu sprechen.

Blick auf Jerusalem nebst muslimischem Felsendom.

Das Buch von Rodney Stark ist im Haffmanns & Tolkemitt Verlag, Berlin zu beziehen. Ein empfehlenswertes Buch. Es wird Ihre bisherige Meinung auf den Kopf stellen.

 

Tilman Tarachs Buch gibt es in der Edition Telok Berlin, Freiburg, Zürich; 1. Auflage 2009, 5. aktualisierte Auflage 2016. Die hier beschriebenen den Juden über Jahrhunderte zugefügten Grausamkeiten sind nur schwer verdaubar.  

 

Vgl. auch die betreffenden Seiten 

 

REISEBERICHT WESTWÄRTS