DIE RITTERORDEN. VERFOLGTE PILGER.

Burgos. El Cid. Rodrigo Diaz de Vivar (um 1043 - 10.07.1099). Ein kastilischer Ritter der Reconquista, Protagonist der Wiedereroberung Spaniens von den Mauren. Der Name El Cid entstammt dem Arabischen und bedeutet soviel wie "Mein Herr." Berühmte Verfilmung 1961 mit Charlton Heston und Sofia Loren. 

Einführung

Die bekanntesten Ritterorden, Templer wie Johanniter (heute die Malteser), entstanden im 11./12. Jahrhundert zur Verteidigung des Heiligen Landes, des Königreichs Jerusalem. Der Orden der Johanniter (Hospitaliter), offizieller Name Ritterlicher Orden Sankt Johannis vom Spital zu Jerusalem, spielte auf der iberischen Halbinsel keine Rolle. Nach der Vertreibung aus dem Heiligen Land setzten die verbliebenen Ritter nach Rhodos über und kämpften dort weiter gegen die Muslime.

 

Auf den Templerorden, exakter Name Arme Ritterschaft Christi und des salomonischen Tempels, gehe ich im Detail ein, ebenso auf den Santiago-Orden. Aufgabe beide Ritterorden, wie auch des Calatrava-Ordens, wurde zunehmend der Kampf gegen die Muslime, wobei sich die Päpste verbal einschalteten. So hatte Papst Clemens III. 1188 den Erzbischof von Toledo händeringend gebeten, sich um die Einheit der Christen in der Hispania zu kümmern, ein großes Heer gegen die Muslime aufzubieten.   

Situation im mittelalterlichen Spanien                 Die Ritterorden retten das christliche Europa

Calatrava-Orden. 1158 von Abt. Raimundo Serrat im Königreich Kastilien gegründet. Ursprünglich, um die Burg Calatrava vor den Mauren zu schützen. Eine Aufgabe, die zunächst 1147 den Templern übertragen worden war.

 

Wir neigen heute dazu, das Mittelalter vorschnell zu beurteilen. Zunächst sollte man sich der Mühe unterziehen, sich mit der Geschichte dieses Zeitraumes auseinderzusetzen, als es die Trennung von Kirche und Staat, wie wir sie heute kennen, nicht gab.

 

Aus aller Herren Länder brachen Menschen auf, um am Grab des heiligen Apostels Jakobus in Compostela zu beten. Diese Pilger, jährlich Hunderttausende und mehr, sollten und mussten geschützt werden: vor Dieben, Wegelagerern, Räubern, aber auch und gerade vor den Mauren, die bekanntlich weit ins damalige Spanien eingedrungen waren. Die spanischen Ritterorden waren infolge ihres Auftrags weniger dem Papst denn dem jeweiligen König verpflichtet.

 

Man kann mit Fug und Recht annehmen, dass Spanien ohne die Ritterorden wahrscheinlich muslimisch geblieben wäre. Sie und die Heere der Könige drängten die Mauren bis nach Nordafrika zurück. Der spanische Historiker Claudio Sanchez-Albornoz geht noch weiter und deklamiert unmissverständlich, dass ohne den spanischen Widerstand, ohne die Reconquista Europa von den Muslimen überrannt worden wäre, ohne Karl Martells Sieg über die Mauren in Poitiers/Tours des Jahres 732 schmälern zu wollen. 

 

Die nordafrikanische Heimat eines der größten Kirchenlehrers und Philosophen hingegen blieb für immer dem Christentum verloren, lange Zeit Wiege des katholisch-christlichen Glaubens. Ich spreche von (Bischof) Augustinus von Hippo. Er lebte, wenn er sich nicht in Rom oder Mailand aufhielt, von 354 bis 430 nach Christus im heutigen Algerien.  

 

Die Appelle Papst Clemens`III., vgl. letzter Satz in der Einführung, verhallten, die Reiche Spaniens blieben zerstritten. Die muslimischen Almohaden fügten den Christen sieben Jahre später im Juli 1195 in der Schlacht vom Alarcos eine empfindliche Niederlage zu. Alfons IX. von Leon hatte sogar Kontakt zu den Almohaden aufgenommen und ein Bündnis gegen Kastilien angestrebt. Letztich einigten sich die Könige und es kam sodann zu einer erfolgreich agierenden antimuslimischen Allianz. König Alfons II. von Aragon war dieserhalb extra zuvor nach Santiago de Compostela gepilgert - offensichtlich wurden seine Gebete vom Herrn erhört.

 

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Dort finden Sie mehr über den Santiagoorden, über die Templer, über die verfolgten Jakobspilger mit Querverbindungen zu den Kreuzzügen, sowie über die Mauren, die Reconquista und den berühmten Matamoros.