AKTUELLES AUS KIRCHE UND GESELLSCHAFT

Rom. Petersdom. Jesus Christus begleitet von den Aposteln.

Gedenktafel des Hl. Papstes Pius X.

Einführung

In unregelmäßigen Abständen informiere ich über die mich und hoffentlich auch Sie interessierenden Themen aus Kirche, Gesellschaft und Politik. Kritisches darf dabei nicht fehlen. Voltaire wird folgender Satz zugeschrieben: „Ich bin zwar anderer Meinung als Sie, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass Sie Ihre Meinung frei aussprechen dürfen.“

Wer glaubt, bei den seit Jahren andauernden Querelen und teils unguten Diskussionen innerhalb der katholischen Weltkirche handelte es sich um Neues, der irrt. Sogenannte liberale, konservative und/oder traditionsbewusste Katholiken disputierten schon immer. Ebenso: Wer glaubt, wir lebten in einem besonders schwierigen Zeitalter, der irrt gleichermaßen. Diese Diskussionen gab es zu jeder Zeit, zum Beispiel im 5. Jahrhundert mit Bischof Augustinus.   

Zu den Erneuerern der Kirche (u.a. Papst Franziskus) vgl. den Anhang1

April 2018. Papstschreiben Gaudete et Exsultate

Ein Angriff auf die Tradition?

Die päpstlichen Apostolischen Schreiben werden nach den Anfangsworten benannt, in diesem Fall entsprechend einem Zitat Jesu Christi  aus den Seligpreisungen:  „Freut euch und jubelt“- gerichtet an jene, die um seinetwillen verfolgt oder gedemütigt werden .“

 

Da von kompetenter Seite schon sehr viel über das am 9. April veröffentlichte Schreiben verbreitet worden ist, möchte ich an dieser Stelle auf das zweite Kapitel zurückkommen, in dem Papst Franziskus sich gegen den „Gnostizismus“ und „Pelagianismus“ wendet. Wen meint er? Wer sind die Gnostiker? Die mit einem speziellen Wissen ausgestatteten sich überlegen fühlenden Intellektuelle? In seinem Text heißt es, dass sie „in Bildungszentren Philosophie und Theologie lehren.“

 

Wen subsumiert der Papst unten den Begriff (Neo-)Pelagianer? (Pelagius, 350-420 n. Chr., lehnte die Erbsündenlehre ab, lebte asketisch, prangerte weiland die Unmoral der Gläubigen an). Wen meint der Papst? Vielleicht meint Franziskus ja nicht nur die Piusbrüder und die Petrusbruderschaft, sondern auch und gerade diejenigen Gläubigen, die sich weiter, wie die vorgenannten Gruppierungen, der „Alten Messe“ verpflichtet fühlen. Seine Definition der Neopelagianer: alle, die Überlegenheitsgefühle hegen, „weil sie bestimmte Normen einhalten oder einem gewissen katholischen Stil der Vergangenheit unerschütterlich treu sind.“

 

Warum nennt er nicht Ross und Reiter? Seine fast schon als denunziatorisch zu bezeichnenden Verdächtigungen können nur als Angriff auf Papst em. Benedikt XVI. gewertet werden, der sich im besonderen Maße der Tradition und der Kirchenväter - und lehrer verbunden fühlt. Bekanntlich beförderte er schon als Kardinal von München-Freising die Gründung der Priesterbruderschaft St. Petrus im Jahre 1998.

Quelle: Artikel von Michael Karger in der „Tagespost“ vom 12. April 2018: „In jesuitischer Tradition“.

2018. Überlieferte Messe aller Zeiten. Übungsseminar in Großbritannien.

Teilnehmer: Priester, Seminaristen, Diakone, Ministranten, etc. aus sieben britischen Diözesen.

www.lmschairman.org/2018/04/lms-priest-training-public-liturgies.html

Quelle: www.summorum-pontificum.de

Vergleich Novus Ordo Missae (Neue Messe) mit der überlieferten Messe aller Zeiten (Ordo Missae)

Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils 1962-1965!?

Unbedarfte könnten meinen, dass sich nur Äußerlichkeiten geändert hätten, wie zum Beispiel die an manchen Stellen der Heiligen Messe gebeteten und/oder gesungenen lateinischen Texte oder die Ostung des Altares mit der gemeinsamen Blickrichtung von Priester/Zelebrant und Gläubigen gen Osten zur Sonne hin: hin zu Jesus Christus.

 

Das zu unterstellen, wäre geradezu töricht. Dem „normalen“ Kirchgänger werden die substantiellen Veränderungen gar nicht aufgefallen sein, weil sie nicht nur nicht korrekt kommuniziert worden sind, nein, sie sind teils auch nach und nach quasi einer schleichenden Inflation gleich sukzessive - locker ausgedrückt - den Gläubigen untergeschoben worden.

 

Die im Oktober 1967 den Bischöfen in Rom erste experimentweise vorgeführte Neue Messe fand nicht die volle Zustimmung der Synode; von Kardinal Alfredo Ottaviani (erster Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre) und Kardinal Antonio Bacci dann auch ansatzweise in ihrem Schreiben vom 25. September 1969 an Papst Paul VI. zum Ausdruck gebracht.

 

Schon in 1967 hieß es: „(Hier) will man mit der gesamten Theologie der Messe ‚tabula rasa‘ machen. Im Grunde nähert man sich hier der protestantischen Theologie, die das Messopfer zerstört hat.“

 

Es nützte alles nichts. Die Theologen, ob die katholischen und/oder die hinzugezogenen protestantischen, setzen sich radikal durch. Wer nicht spurte, machte sich verdächtig wie die Piusbrüder unter Erzbischof Lefebvre, die von Anfang an nicht alle Beschlüsse des Zweiten Vatikanums mittragen wollten/konnten und die bisherige überlieferte „Messe aller Zeiten“ unverdrossen weiter zelebrierten.    

 

ÄNDERUNGEN

Zu einem späteren Zeitpunkt werde ich im Detail auf die Änderungen eingehen. Hier nur einige wenige essentielle Änderungen:

 

  • VOM MESSOPFER ZUR MAHLFEIER:

  • „Das Herrenmahl oder die Messe ist die heilige Zusammenkunft oder die Versammlung des Volkes Gottes, das unter dem Vorsitz eines Priesters zusammenkommt, um das Gedächtnis des Herrn zu feiern."

  • Der letzte Zweck: Das Lobopfer an die Heiligste Dreifaltigkeit gemäß der ausdrücklichen Erklärung Christi ist verschwunden.

  • Der unmittelbare Zweck der Messe, der des Sühnopfers, ist abgebogen.

  • Nur noch bei der Wandlung sollen sich die Gläubigen hinknien.

  • Der Altar, jetzt zum Volk gerichtet, wird als Tisch bezeichnet. Anders sieht er auch nicht mehr aus. Viele geosteten Hochaltäre und auch Seitenaltäre sind nach 1970/72 zerstört worden.

  • Übrigens, die Altäre der Protestanten sind in der Regel weiterhin geostet, auf jeden Fall nicht „gedreht“ worden.

  • Das doppelte Confiteor (Schuldbekenntnis) wurde abgeschafft.

  • Der Messkanon wurde prinzipiell abgeschafft, dafür 4 (vier) Hochgebete zugelassen, wobei das zweite als kürzestes und nichtssagendes allgemein präferiert wird.

  • Das Schlussevangelium nach Joh 1,1-14 wurde ersatzlos gestrichen.

  • Das „Ite missa est“ („Geht, Ihr seid gesendet) zum Schluss der Messe heißt jetzt: "Geht in Frieden."

Papst em. Benedikt XVI.: Gott ist die Liebe.    Papst Franziskus: Gott ist barmherzig.  

Unterschiedlicher kann es gar nicht sein 

Papst Franziskus betont in allen seinen Ansprachen, Reden und Predigten, die Barmherzigkeit Gottes in die Welt zu tragen, an die Ränder der Gesellschaft. Soweit so gut.  Die Barmherzigkeit ist allerdings nur ein Teilaspekt Gottes, nicht das ganze Gottesbild. Der Papst befördert mit dieser seiner Sicht eine pharisäische Heilssicherheit, die allenthalben bei den Gläubigen anzutreffen ist, wonach alle Menschen automatisch erlöst seien - Hölle und Satan perdu. Ein Beispiel aus jüngster Zeit: https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2018-04/franziskus-ansprache-gemeinschaft-emmanuel-audienz.html

 

Hingegen betont Papst em. Benedikt XVI. in allen seinen Schriften, Büchern, Ansprachen, Predigten die Liebe Gottes: GOTT IST DIE LIEBE. Einen allumfassendere Beschreibung des trinitarischen Gottes (Gott Vater, Gott Sohn, Gott Heiliger Geist) kann es gar nicht geben. Sie ist in der Tat einzigartig, weil in keiner anderen Religion wiederzufinden. Im Vergleich dazu der Koran. Alle 114 Suren beginnen mit dem Satz: „Im Namen des barmherzigen und gnädigen Gottes“.

 

Gott ist die Liebe. Unter diesem Rubrum ist die besondere, einzigartige Theologie des Joseph Ratzinger zu verstehen - angelegt als Theologieprofessor in den 60ziger Jahren, weiter ausgeführt als Erzbischof/Kardinal von München-Freising resp. als Chef der vatikanischen Glaubenskongregation und noch einmal fein ziseliert/formuliert in seiner Jesus-Trilogie der Jahre 2007 bis 2012, in der er gerne betont, dass ihm der Evangelist Johannes besonders am Herzen liege - beginnend mit dem Prolog des Joh-Evangeliums 1,3: „Alles ist durch das Wort (Logos) geworden“  und dem 1. Johannesbrief 4,16b: “Gott ist die Liebe“ (bitte weiterlesen). Er verschweigt aber keinesfalls die synoptischen Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas, in denen Jesus auch sehr deutlich zum Ausdruck bringt, dass es eben keinen Automatismus für die Aufnahme in die himmlische Herrlichkeit gibt. Im Gegenteil: vgl. dazu Markus 12, 37b-40.

2018. Martin Mosebach: DIE 21 - Eine Reise ins Land der koptischen Martyrer

Der Autor beschreibt die Erlebnisse seiner Reise des Jahres 2017 zu den Familien der 21 ägyptischen Wanderarbeiter, die 2015 aufgrund ihres koptischen Glaubens in Libyen vom IS getötet worden sind. Das ins Internet gestellte Video ist noch heute präsent.

 

Was uns von der koptischen Kirche unterscheidet, ist deren Glaubensfestigkeit. Sie, die Kopten sind nach wie vor in der Tradition verwurzelt, beginnend mit den Kirchenvätern, sie waren nicht einer Reformation im 16. Jahrhundert und nicht eines Konzils im 20. Jahrhundert unterworfen, einhergehend mit dem heute geradezu körperlich festzumachenden  Glaubensverfall in der westlich-katholischen Kirche. Ein Satz auf Seite 59 mag das verdeutlichen. Da sagt der koptische Bischof der oberägyptischen Stadt Samalout, nahe dem Martyrerdorf El-Or: “Dies hier ist keine westliche Kirche in einer westlichen Gesellschaft. Wir sind die Kirche der Martyrer. Ich gehe kein besonderes Wagnis ein, wenn ich behaupte, kein Kopte in Oberägypten würden den Glauben verraten.“

Unbedingt lesen. Erschütternd.

Maria Magdalena - Die erste Päpstin

Halbnacktes Covergirl der "Welt" - Karsamstag 2018

Mit aller Macht und dem Einsatz mehrerer Redakteure nimmt sich die „Welt“ den Osterglauben der Christen zur Brust. Konzentriert und konsequent in den Ausgaben am Gründonnerstag, am Karsamstag, am Ostersonntag. Das Ziel wird im jeweiligen Artikel unumwunden formuliert: nämlich eine neue Lesart der Geschehnisse resp. Umdeutung von Jesu Tod. Jesu Auferstehung sei ohnehin eine Fabel.

 

Beispiel 1: Hannes Stein am 29. März: Es war ganz anders - Jesus Christ Superstar (…) Aber am Ende ging alles entsetzlich schief. Der Messias hing hilflos an dem römischen Galgen und versuchte, die Nägel herauszuziehen, aber die Nägel steckten fest, das Wunder blieb aus.“

Beispiel 2 in derselben Ausgabe von Peter Seewald: Hat`s geschmeckt, Judas? - Der Theologe Anselm Schubert behauptet: 416 Jahre vor Christi Geburt könnte das Vorbild für das letzte Abendmahl stattgefunden haben. Es war ein wüstes Gelage.“

 

Beispiel 3: Lucas Wiegelmann, Ostersamstag (31. März 2018) mit dem Aufmacher: „Unheilige Schrift“ - dazu das Abbild einer halbnackten Frau, das Maria Magdalena darstellen soll. Auf Seite 25 - Literarische Welt - der Artikel mit der Überschrift: Die erste Päpstin - Deutsche Forscher wollen die letzten Rätsel des apokryphen Evangeliums nach Maria Magdalena entschlüsseln. Wäre es Teil der Bibel geworden, sähe die Kirche heute anders aus.“

Was hier quasi als Sensation angekündigt wird, ist ein völlig alter Hut. Es gibt zig apokryphe (sog. verborgene) Schriften aus der Zeit von etwa 200 bis 400 nach Christus, die nicht in den Kanon (27 Schriften: 4 Evangelien + Briefe von Paulus u.a.) aufgenommen wurden. Gleichwohl wurden sie von Anbeginn an bis heute ausgiebig  studiert, analysiert, bewertet. Vgl. dazu Prof. Klaus Bergers Zusammenstellung aus 1999: „Das Neue Testament und frühchristliche Schriften.“ Das vermeintlich geheime Evangelium der Maria Magdalena ist nur eines von vielen wie u.a. die Evangelien von Thomas und Petrus, der Ägypter, des Philippus, etc. Sehr bekannt ist auch die Didache (Lehre des Herrn, für Heidenchristen gegeben durch die zwölf Apostel), etc.

 

Beispiel 4: Dirk Schümer, Ostersonntag (1. April), Welt am Sonntag: "Gerechtigkeit für Judas." Mit der Geschichte vom biblischen Verräter kam der Antisemitismus in die Welt."

Welch`ein Unsinn! Wer die Apostelgeschichte nur ein wenig kennt, der weiß um die ersten schlimmen Verfolgungen, die die Jesus-Anhänger (Christen) seitens der jüdischen Mehrheitsgesellschaft zu erleiden hatten. Ansonsten über mehrere Seiten Ergüsse destruktiver Phantasiegebilde. So ist für ihn Italiens größter Poet - Dante - ein Hassliterat. Umgekehrt wird ein Schuh daraus.

März 2018. 5 Jahre Papst Franziskus

2018. Die geheime Geschichte der Christentums

Buchempfehlung: Der Skandal der Skandale von Manfred Lütz

Diplom-Theologe, Chefarzt, Verfasser mehrerer Bestseller.  Erzählt auf der Basis des heutigen Stands der Wissenschaft.

 

> Taugt das Christentum noch als geistiges Fundament Europas?

> Was ist dran an all den Skandalen des Christentums?

> Kreuzzüge?

> Hexenverbrennungen?

> Päpstin Johanna?

> Die Wahrheit über die Inquisition.

> Über die schwarze Legende.

> Über die Abschaffung der Sklaverei.

> Über Christen und Juden, et ecetera.

 

Erschienen 2018 im Verlag Herder, Freiburg.

Bucheinband: "Glückwunsch zu dieser gewaltigen Leistung, die viele Leser verdient, Christen wie Nichtchristen." - Prof. Dr. Dr. Heinz Schilling, Neuzeit-Historiker.

 

vgl. Menü-Hauptpunkt ÜBER UNS > RELIGIÖSES > GESCHICHTLICHES NEU BEWERTET. 

Februar 2018. Warum der berühmte Schauspieler Alec Guiness katholisch wurde?

Ich sehe ihn besonders in seiner Rolle als Oberstleutnant Nicholson im 1957 herausgekommenen Film „Die Brücke am Kwai“. Er war der Kommandeur der von den Japanern gefangengenommenen Briten, widersetzte sich letztlich erfolgreich den Befehlen des japanischen Lagerkommandanten, und versuchte, seinen Soldaten ihren Stolz und ihre Würde zu bewahren helfen. Ein toller Film.  

https://de.catholicnewsagency.com/story/dieses-wunder-machte-obi-wan-kenobi-zum-katholiken-0273?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=weekly_newsletter

16.02.18. Frühmesse des Papstes: „Wie behandle ich meine Angestellten?“

Januar 2018. Christliche Ex-Muslime werfen Papst Franziskus Blauäugigkeit vor.

Papst Franziskus zum Vaterunser

"Und führe uns nicht in Versuchung"

Papst Franziskus kritisiert bisherige jahrhundertalte Vaterunser-Bitte, begrüßt die Neuerung in Frankreich. Der Regensburger Bischof Voderholzer warnt vor einer Verfälschung der Worte Jesu. Mehr dazu unter Catholic News https://de.catholicnewsagency.com/story/vaterunser-auf-franzosisch-was-franziskus-von-der-neuen-version-halt-2627

 

Auch der bekannte deutsche Bochumer Theologe Prof. Thomas Söding widerspricht. Das Vaterunser drücke nicht aus, dass Gott die Menschen in Versuchung führt. Der Beter sage "und führe uns nicht in Versuchung" in der Gewissheit, schon längst von Gott erhört worden zu sein, noch bevor die Bitte ausgesprochen ist. "Ich spreche sie nicht, weil ich Angst habe, sondern weil ich Vertrauen habe." Gott sei kein Monster, die Bitte stelle ein Bekenntnis dar, dass Gott barmherzig sei. Die jetzige, seit Jahrhunderten übliche deutsche Übersetzung sei ganz nah dem griechischen resp. lateinischen Original.

vgl. auch Die Tagespost vom 09.12.17 und Radio Vatikan: http://de.radiovaticana.va/news/2017/12/08/d_%E2%80%9Ef%C3%BChre_uns_nicht_in_versuchung%E2%80%9C_ist_pr%C3%A4zise_%C3%BCbersetzung/1353652

 

13.12.2017. Und was sagt Papst em. Benedikt XVI. zu der sechsten Bitte des Vaterunser? In dem im Jahre 2000 veröffentlichten Buch "Gott und Welt" wich der damalige Kardinal Joseph Ratzinger und Glaubenspräfekt der vom Autor Peter Seewald gestellten Frage nicht aus:

https://charismatismus.wordpress.com/2017/12/13/was-papst-benedikt-zur-umstrittenen-versuchungs-bitte-im-vaterunser-sagte/

Obdachlose und Flüchtlinge

Landesbischof Bedford-Strohm: Es ist genug für alle da!            „Keine der bisherigen Sozialleistungen musste zugunsten der Flüchtlinge gekürzt werden!“

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, meint, es sei genug für alle da. So geschrieben in der „chrismon", dem evangelischen Magazin, Ausgabe 12.17; Beilage vom 27.11.17 u.a. in der „Welt“.

 

Worte helfen nicht weiter, und auch nicht der Verweis auf diejenigen, die reich gesegnet sind, ihrer sozialen Verantwortung gerecht zu werden. Die wieder angestoßene Neiddebatte ist völlig überflüssig. Solange sich die Kirchen nicht mit gleicher Verve für die Abgehängten unserer Gesellschaft einsetzen, finanziell, caritativ und vor allem medial, also zum Beispiel für die Obdachlosen, solange empfinde ich die Begründung „Keine der bisherigen Sozialleistungen musste zugunsten der Flüchtlinge gekürzt werden“ zynisch.

 

Jede/r sollte einmal die Verantwortlichen seiner Kommune, seiner Stadt nach finanzieller Unterstützung der Obdachlosen befragen! Nach finanzieller Unterstützung der Tafeln! Nach „billigem“ Wohnraum, etc. Antwort: Kein Geld. Und dennoch deklamiert der Landesbischof: „Es ist genug für alle da!“

 

Ich denke, die Verantwortlichen der Kirchen mit Bischof Bedford-Strohm und Erzbischof Reinhard Kardinal Marx an der Spitze sollten vorangehen, das Brustkreuz offensiv tragen, und sich  tagtäglich engagieren,  wie  Jesus es weiland tat für die Armen in Israel, also für die Armen, für die Abgehängten, für die Obdachlosen in unserer Gesellschaft vor Ort - finanziell und medial.

11. 2017. Michel Houellebecq, franz. Philosoph, 

über eine bemerkenswerte Wiederkehr des Katholizismus in Frankreich.

https://philosophia-perennis.com/2017/11/05/michel-houellebecq-katholizismus-und-kulturelle-erneuerung-in-frankreich/

Literaturbegeisterte werden sein Buch kennen, das in 2015 in allen namhaften Gazetten rezensiert worden ist, nämlich sein Buch über die "Unterwerfung" unter den Islam. Ein Bestseller.

Eigenen Angaben zufolge hat er sich jetzt, wir sprechen von 2017, desillusioniert u.a. wegen Europas kultureller Schwäche aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Lesen Sie selbst. 

Zensur in Deutschland

Focus Online am 1.11.2017

Wer hierzulande zur katholischen Lehre steht, zahlt einen hohen Preis. ZDF-Moderator Claus Kleber verglich den Katechismus der Katholischen Kirche mit der Scharia.

www.focus.de/politik/experten/gastbeitrag-wer-hierzulande-zur-katholischen-lehre-steht-zahlt-hohen-preis_id_7785815.html

Warum geben sich geweihte Priester in der Öffentlichkeit nicht mehr zu erkennen?

Die meisten Ordensleute scheuen sich nicht

Nur wenige Priester sind am Priesterkragen zu erkennen, fast keiner trägt mehr die Soutane, in Norddeutschland sowieso nicht. Für mich ganz eindeutig ein Ergebnis des Zweiten Vatikanischen Konzils 1962/65. 

Irgendwann in Bremen im Herbst 2017: Per Zufall gerate ich in eine heilige Messe;  offensichtlich die Feier einer Gemeinschaft. Kurz nach der Beendigung des Gottesdienstes sehe ich den Priester, den Zelebranten hörbar schwatzend vom Altarraum dem Ausgang zustreben; angezogen ein grellfarbiges Sakko mit buntem Oberhemd und noch grellerer Krawatte. Irgendwie bezeichnend, oder?

2017. Im Bistum Osnabrück erstmals seit hundert Jahren keine einzige Priesterweihe

Priesterbruderschaft Sankt Petrus verzeichnet dagegen Zuwächse

Bitte dazu den Artikel in Summorum-Pontificum lesen - Ausgabe 18. Mai 2017.

http://www.summorum-pontificum.de/

Warum ist das so? Woran liegt das? Die christuszentrierten Priesterbruderschaften und einige Orden haben offensichtlich keine Nachwuchssorgen, unten mehr.

 

Priesterbruderschaft Sankt Petrus

Die Petrusbruderschaft untersteht der 1988 errichteten Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei. Sie liest die "Messe aller Zeiten", verwendet also die liturgischen Bücher der überlieferten Form des Römischen Ritus von 1962, also diejenigen vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Im Jahre 2003 erfolgte die endgültige, kirchenrechtliche Anerkennung der Satzungen durch den Heiligen Stuhl - durch Papst Johannes Paul II.

Das Durchschnittsalter der Priester der Bruderschaft beträgt 38 Jahre. Durchschnittlich werden jährlich 12 Neupriester geweiht, in 2017 waren es 19.

Nun fragt man sich, warum wollen so wenige junge Männer Priester in den von den Bischöfen geleiteten Diözesen werden? Warum nicht im Bistum Osnabrück?

In der katholischen Kirche brodelt es

Das Numinose ist es, was den Glauben ausmacht, nicht die leichte Konsumierbarkeit seiner Wahrheit.

Papst Allerlei

Beliebig, gefällig, anbiedernd: An einen Pontifex maximus erinnert der ­Zeitgeistpapst Franziskus immer weniger. Inzwischen fragt er sich sogar selber, ob er der Grundfür eine Spaltung der Kirche sein könnte. Von Matthias Matussek

Mehr darüber via

www.weltwoche.ch/ausgaben/2017-14/artikel/papst-allerlei-die-weltwoche-ausgabe-142017.html

 

Der bekannte Spiegel-Kolumnist Jan Fleischhauer kommentierte diesen Artikel - kritisch positiv - in der Online Ausgabe des Spiegel am 17.04.2017.

Der Nicht-Katholik schrieb bemerkenswerte Sätze: „Das Numinose ist es, was den Glauben ausmacht, nicht die leichte Konsumierbarkeit seiner Wahrheit. Wenn etwas die Religion auszeichnet, dann die Behauptung des Arkanen, also eines Bereiches, der Vernunft und Aufklärung entzogen ist. (…) Wenn die Kirche das auflöst, was sie von den weltlichen Sinnstiftungsangeboten unterscheidet, wozu braucht es dann noch die (katholische) Kirche.“ 

Oktober / November 2016                          Deutsche Bischöfe verstecken ihr Brustkreuz

Deutsche Bischöfe versteckten ihr Brustkreuz bei ihrem Besuch der Al-Aksa Moschee auf dem Tempelberg in Jerusalem. Aus Respekt vor den Muslimen, so hieß es. Dazu Kardinal Walter Brandmüller im Focus 46/2016: Ist Houellebecqs Horrorvision "Unterwerfung" schon heute wahr? 

Houellebecqs hatte in 2015 einen Bestseller geschrieben, der sehr eindrücklich beschreibt, wie der Islam "Frankreich übernimmt" - ausgehend von den Eliten des Landes, die sich willfährig unterwerfen.

Übrigens: Papst Benedikt XVI. wie Papst Franziskus haben ihr Brustkreuz bei ihren Besuchen in Jerusalem nicht versteckt.

Anhang zu 1:

Der hl. Antonius Maria Zaccaria (Gedenktag 5. Juli), Ordensgründer und Priester in Mailand, gilt als der große Erneuerer der Kirche im 16. Jahrhundert. Er wollte im Klerus wieder den Geist des Evangeliums wecken. Auch verbreitete er die Verehrung des heiligsten Altassakrament.

Die Bibelstelle Matthäus 7,15 ff. ist mehr denn je  aktuell, wo Jesus sagt: 

 

Hütet euch vor den falschen Propheten; sie kommen zu euch wie (harmlose) Schafe, in Wirklichkeit aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Erntet man etwa von Dornen Trauben oder von Disteln Feigen? Jeder gute Baum bringt gute Früchte hervor, ein schlechter Baum aber schlechte. Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte hervorbringen und ein schlechter Baum keine guten. Jeder Baum, der keine guten Früchte hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen. An ihren Früchten also werdet ihr sie erkennen. Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt. Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, sind wir nicht in deinem Namen als Propheten aufgetreten und haben wir nicht mit deinem Namen Dämonen ausgetrieben und mit deinem Namen viele Wunder vollbracht? Dann werde ich ihnen antworten: Ich kenne euch nicht. Weg von mir, ihr Übertreter des Gesetzes!

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Hl. Augustinus (354-430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
über die Wiederkunft Christi, Predigt 19, 7.8

Brüder, wenn ich heute einen höre, der sich Gott gegenüber so äußert: „Herr, wie sind doch diese Zeiten hart; was für ein schwieriges Zeitalter, das wir erleben!“, [...] Mensch, ist etwa der, der dich nicht zurechtweist, tausendmal härter als die Zeit, in der wir leben? Du, der du dem Luxus hinterher seufzt, allem, was nur Nichtigkeit ist, dessen Begehrlichkeit unersättlich ist, der du einen schlechten Nutzen aus dem ziehst, was du begehrst, du wirst nichts erhalten. [...]

Lasst uns wieder heil werden! Lasst uns umkehren! Der Herr wird kommen. Nur weil er noch nicht gekommen ist, macht man sich über ihn lustig; doch wird er nicht lange auf sich warten lassen, und dann wird es keinen Raum mehr geben, um sich über ihn zu belustigen. Brüder, lasst uns umkehren! Eine bessere Zeit wird kommen, nur nicht für jene, die unrecht leben. Die Welt altert und wird immer gebrechlicher; wir aber, werden wir wieder jung? Auf was warten wir also? Erwarten wir keine anderen Zeiten, als jene, von denen uns das Evangelium spricht. Sie sind keineswegs böse, da doch Christus kommt! Wenn sie uns hart vorkommen und schwer zu bestehen, wird Christus kommen, um uns aufzuhelfen [...]

Brüder, die Zeiten müssen hart sein. Warum nur? Damit man nicht die höchste Erfüllung hier auf Erden sucht. Das ist unser Heilmittel: dieses Leben muss stürmisch sein, damit wir uns am anderem festmachen. Wie das? So hört [...] Gott sieht die Menschen, wie sie sich erbarmungswürdig in den Fesseln ihrer Wünsche und weltlichen Sorgen winden, die ihren Seelen den Tod bringen; daher kommt der Herr zu ihnen wie ein Arzt mit seinem Heilmittel

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Ich wünschte mir, Papst Franziskus würde alle Strömungen zusammenfassen, einfach nur Brückenbauer sein, also Pontifex maximus: mit Liebe und Verständnis auf seine Mitbrüder im Amt zugehen, gleichermaßen auf die Gläubigen, nicht dem Zeitgeist folgen. Nicht nur wiederholt deklamieren, dass in der Kirche zuviel getratscht, über andere geredet werde; nein: mit gutem Beispiel vorangehen. Auch berechtigte Kritik verfehlt ihr Ziel, wenn sie dem Mainstream folgt. *) „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun, das tut ihnen auch. Das ist das Gesetz und die Propheten“, heißt es bei Matthäus (7, 12).

 

*) Exemplarisch sei hier an dieser Stelle auf Papst Franziskus` Weihnachtsansprache an die Kurie vom Dezember 2014 verwiesen. Danach geißelte der Papst den "spirtuellen Alzheimer" in der Kurie, prangerte fünfzehn Krankheiten an, darunter Schizophrenie, Größenwahn und Geschwätzigkeit: www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/papst-franziskus-kritisiert-kurie-spirituelles-alzheimer-a-1009975.html

Der Beifall des veröffentlichten Mainstream war ihm sicher. War es aber auch klug und von christlicher Nächstenliebe durchdrungen, die eigenen Mitarbeiter öffentlich in dieser Form so abzuwatschen? 

Der englische Schriftsteller Gilbert Keith Chesterton (1874 - 1936) sagte richtigerweise: "Die katholische Kirche ist die einzige Institution, die den Menschen vor der Sklaverei bewahrt, ein Kind seiner Zeit zu sein."