PROVINZHAUPTSTADT LEON

Kathedrale Santa Maria de Regla. San Isidoro. Pantheon. Plaza San Marcos. Impressionen. Umweg San Salvador, Oviedo.                      

Einstimmung

Siehe Menüpunkt Provinzhauptstadt Burgos.  

León

Der mittelalterliche Pilger wird sich die Zeit genommen haben, León (leonesisch: Llión) in Ruhe zu durchstreifen, staunend ob der Fülle der Sehenswürdigkeiten, einen Vorgeschmack hatte er ja schon in Burgos genießen dürfen. Der heutige Pilger wird höchstens eine zusätzliche Übernachtung einlegen, wie wir: zu wenig. Er wird sich auch nicht mit dem Gedanken auseinandersetzen, einen Abstecher/Umweg nach Oviedo einzuplanen. Unten mehr. 

Altstadt León.

GESCHICHTLICHER ABRISS: Leon ist mit der 7. Legion des Augustus, der „Legio septima gemina pia felix“, verbunden. Sie hatte im 1. Jahrhundert am linken Ufer der Bernesga ihr Lager bezogen. Es sind noch Teile einer Mauer aus dem 3. Jahrhundert, die das Lager begrenzte, erhalten und zwar an der Ost- wie teilweise an der Westseite. Im 4. Jahrhundert eröffnete der Westgote Leuwigild den Reigen der Eroberung Hispanias. Die Mauren beendeten die Herrschaft der Goten im 8. Jahrhundert. Nicht für lange Zeit, denn schon Anno Domini 755 entriss Alfonso I. von Asturien die Stadt den Arabern. Ordono II. (914-24) verlegte seine Hauptstadt von Oviedo hierher, nannte sich fortan König von León. Almanzor, der berühmte maurische Heerführer, zerstörte bekanntlich im Jahre 983 nicht nur Santiago de Compostela, sondern auch große Teile der Stadtmauer von León. König Alfonso V. (999-1028) eroberte 1022 die Stadt endgültig zurück. Die Muslime waren für immer vertrieben. Kurzzeitig von Ferdinand I. von Kastilien mit seinem Reich vereinigt, dann von 1157 bis 1230 selbständig, verlor die Stadt ab 1230, weil endgültig an Kastilien angeschlossen, ihren Nimbus als Hauptstadt.

Das hinderte die Bürger nicht, 1199 den Grundstein für die neue Kathedrale Santa Maria de Regla zu legen. Ein Wunderwerk der Baukunst. Dazu mehr im Reisebericht, Etappe 23, und unter der Rubrik Kathedralen. Auch die Basilika San Isidoro nebst angeschlossenem Pantheon ist eine ausführliche Besichtigung wert, wie das Casa de Botines, einem Frühwerk von Antoni Gaudi, wie das Kloster San Marcos, heute ein Fünfsternehotel und, und und.

LEON HEUTE. In León, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in der Autonomen Gemeinschaft Kastilien-León, wohnen derzeit rund 128.000 Einwohner. Die Stadt ist für ihre Feierlichkeiten und Prozessionen besonders zu Ostern bekannt, noch berühmter ist die Karfeitagsprozession mit ihren drei Gruppen, die Johannes, Maria und Christus darstellen. 

Liber Sancti Jacobi, 12. Jh.

Dann muss man in der Stadt León die ehrwürdigen Reliquien des hl. Bischofs, Bekenners und Doktors Isidor besuchen, der eine fromme Regel für die kirchlichen Kleriker schuf, das spanische Volk mit seinen Lehren erfüllte und die ganze hl. Kirche mit seinen blumenreichen Büchern erfreute. 3

 

Hermann Künig von Vach, 1495

Nach zwei Meilen folgt Leoeyn, eine Stadt, die schon recht groß ist. Darin findest du genügend Spitäler. Gehe in das Spital Sant Thonges wenn es sich ergibt. Auch kann man dort Jakobus-Zeichen kaufen. 1

 

Arnold von Harff, 1499

(…) León. Das ist eine der vier Hauptstädte Spaniens. Dort steht ein sehr schöner Dom Zu Unserer Lieben Frau de Regula. 2

 

Domenico Laffi, 1673

(…) wir begaben uns nach Lione, in 3 Leguas Entfernung, wo wir gegen Mittag ankamen (…) wandten uns sofort an den Bischof, damit er uns die Dimissoriale unterschreibt (…) gingen zur Kathedrale, die sehr schön und alt ist, aber nicht so wie die von Burgos. 5

 

21. Jahrhundert

(...) Staunend stehen wir vor dem Hauptportal der Kathedrale, dem Portal des Jüngsten Gerichts mit Christus als Weltenherrscher und der Mutter Gottes mit dem Jesuskind im Arm. (...) 

Fotos:

1. Reihe: Iglesia de Santa Maria del Camino. Innehalten auf dem Pilgerweg zur  

              Kathedrale: Nur noch wenige Meter.

              Heilige Messe an einem Wochentag.

2 Reihe:  Kathedrale Santa Maria de Regla. 

              Fensterpracht von insgesamt 1.800 qm Glasfläche.

3. Reihe: Mauer aus dem 3. Jahrhundert.

4. Reihe: Pantheon. Basilika San Isidoro.

              Säulengang.

5. Reihe: Säulengang Pantheon.

              Elegantes Geschäftshaus in der City.

6. Reihe: Casa de Botines. Werk des Jugendstil-Architekten Antonio Gaudi.

              Hinweisschild an der Plaza San Marcelo.

7. Reihe: Renaissance Palacio de los Guzmanes, 16. Jahrhundert.

              Calle Ancha nahe Plaza de Regla. Haus der Sparkasse.

8. Reihe: Ausschnitt Königliche Ritterfigur.

               Paradores San Marcos.

9. Reihe: Hoteleingang Paradores.

              Säulengang Museo San Marcos. 

10.Reihe:San Marcos. Kirche.

              Marienaltar.

11.Reihe:Pilgerdenkmal gegenüber von San Marcos.

              Blick von der Brücke des Rio Barnesega auf die Montes auf dem   

              Pilgerweg nach Hospital de Orbigo. 

12.Reihe:Pilgerwegzeichen.

              Reminiszenz an meine Route 66-Tour in 2005.

Umweg Leon - San Salvador, Oviedo

"Gehst Du nach Santiago und nicht nach San Salvador, so besuchst Du den Diener und vergisst den Herrn."

Die Strophe 25 des mittelalterlichen Lieds "Wer das elent bawen wel" (13. Jh.) beschreibt gleichermaßen die Wichtigkeit des Umwegs nach Oviedo

"Den Finstern Stern wellen wir lan stan und wellen zu Salvater ein gan, groß wunderzaichen an schawen; so ruofen wir got und sant Jakob an, und unser liebe Frawen." Den finstern Stern lassen wir stehn und gehen nach San Salvador große Wunderzeichen anzuschauen. So rufen wir Gott und Sankt Jakob an und Unsere Liebe Frau. 

Warum also den Umweg nehmen?

Die Erlöserkirche, Catedral El Salvador, beherbergt wertvolle Reliquien in der Heiligen Kammer, der Camara Santa: die Heilige Truhe, das Engelskreuz, das Siegeskreuz und vor allem das Schweißtuch Jesu. Mehr hierüber via Camino Primitivo.

 

Zum Weg, dem Camino San Salvador.

Man verlässt Leon kurz hinter dem Parador Hotel und folgt der betreffenden Ausschilderung. 4-6 Tage wird man einplanen müssen für rund 120 Fußkilometer. Die Webseite der American PILGRIMS on THE CAMINO spricht von einer spektakulären Landschaft. Noch nicht überlaufen, relativ gut ausgeschildert, ausreichende Unterkunftsmöglichkeiten. Über die Bruderschaft St. James kann gegen Spende ein Online-Ratgeber  bezogen werden.