PUERTA DEL PERDON: Tor der Vergebung Gigantische Windräder                        

ESTELLA/LIZARRA: Residenzstadt der Könige Navarras. San Miguel. Conchas del Camino

Alto Puerto del Perdón. Auf dem Weg von Pamplona nach Puente la Reina.

Puerto del Perdon

Alto Puerto del Perdón, 735 m hoch, Sierra del Perdón. Passhöhe Tor der Vergebung. Metallenes Pilgerdenkmal, erstellt von den Jakobswegfreunden Navarras im Jahre 1996. Ehemals standen hier zwei Einsiedeleien. Ein Gedenkstein erinnert an die Kapelle der Nuestra Senora del Perdon/Unserer Lieben Frau Perdón. Ein Ort der Marienverehrung und vieler Wallfahrten. Auf dem Stein heißt es übersetzt: Wo sich der Sternenweg mit dem Weg des Kreuzes kreuzt. Die zweite Einsiedelei war dem hl. Christophorus geweiht.

 

Im Hintergrund sind gigantische Windräder zu sehen, der Windpark parque eolico, der weite Blick über das Becken von Pamplona und auf die Pyrenäen.

Die Sierra del Perdón trennt Navarra: im Norden das grüne, im Süden das trockene Mittelnavarra.

Estella/Lizarra

Estella. Mittelalterliche Brücke über den Rio Ega.

 

Estella la bella – Estella, die Schöne. Nicht von ungefähr haftete man der Stadt dieses Attribut an, der Flecken strotzt von schönen Prachtbauten, zumeist religiöser Art. König Sancho Ramirez leitete um 1090 n. Chr. den Bauboom ein, indem er französische Siedler, also die Franken, aufforderte, sich in Estella niederzulassen, alles im Sinne der zu erwartenden Kaufkraft der Jakobspilger. Auch heute kann man noch den Reichtum der Stadt erahnen, der im 13. Jahrhundert dem von Burgos vergleichbar gewesen sein soll.

 

So residierten im 12. Jahrhundert die navarrischen Könige in Estella. Der Königspalast Palacio de los Reyes de Navarra gilt als Zeugnis dieser Epoche ebenso mehrere bemerkenswerte Gotteshäuser: die frühgotische Kirche Iglesia del Santo Sepulcro (14. Jh.), die den Pilger gleich am Ortseingang empfängt, ihn hoffentlich ein wenig vor dem sehenswerten Portal verweilen lässt; sodann der Prachtbau Lizarras schlechthin, die spätromanische und älteste Kirche der Stadt San Pedro de la Rua aus dem 12. Jahrhundert. Treppe, Kreuzgang und Portal überraschen. Im Kirchenschatz werden noch immer Handschuhe und Messkännchen eines Bischofs aus Patras gezeigt, der auf dem Wege nach Santiago hier starb.

Die Andreasreliquie, die er bei sich führte, wird in einer barocken Seitenkapelle aufbewahrt. Es gibt keinen Hinweis auf das Todesjahr des Bischofs; möglicherweise ist es identisch mit einem 1270 in Acaya erwähnten Bischof aus Patras, der sich auf dem Weg nach Compostela befand.

 

Der benachbarte Platz von San Martin bietet durch seinen Brunnen, seine alten Bäume und die schönen Häuser aus der romanischen bis zur Renaissancezeit, die ihn umgeben, ein eindrucksvolles Bild.  

Vgl. dazu auch Haupt-Menüpunkt KATHEDRALEN.

 

Estella. Palast der Könige von Navarra aus dem 12. Jahrhundert, auch bekannt als Palast der Herzöge von Granada de Ega. Er ist der einzige erhaltene königliche Palastbau romanischen Ursprungs in Navarra, steht direkt am alten Camino de Santiago.

 

Hoch oben auf der linken Seite ist ein Relief/Kapitell zu sehen, das Rolands Kampf mit dem muslimischen Riesen Ferragut darstellt; vgl. Fotos unten.

Das Erdgeschoß ist eine offene Halle, die man durch Arkaden betritt, der erste Stock ist durch rundbogige Fenster mit Mittelsäulen gegliedert. Ein ähnlicher Aufbau ist an den romanischen Häusern des 12. Jahrhunderts im französischen Cluny zu sehen.

Estella. Stadttor Portal de Castilla. Von hier geht`s weiter Richtung Los Arcos. Camino de Logroño, so heißt die Straße.

 

Estella mit rund 14.000 Einwohnern verfügt über einen ansehnlichen Busbahnhof, angesteuert unter anderem von der Buslinie Estellesa aus Pamplona, weiterfahrend nach Logroño - stark von den Pilgern frequentiert. Altstadt wie Plaza San Martin weisen eine Vielzahl älterer, teils mittelalterlicher Bauten auf.

 

Derjenige Pilger, der nicht nur ans schnelle Weiterkommen denkt, wird sie genießen, auf jeden Fall weiterschlendern zum Rio Ega und noch verhaltener die mittelalterliche Brücke queren, um sich dann möglicherweise abends dem kulinarischen Highlight der Stadt, dem Verzehr des Spanferkels zu widmen.

 

Als Dessert wird er sich entweder den Rocas del Puy, den mit Schokolade überzogenen Haselnüssen und/oder den Conchas del Camino, den Jakobsmuscheln aus Schokolade zuwenden. Nicht alle Jakobspilger frönen nämlich dem Purismus.

 

Die französischen Siedler wie die fränkischen Pilger brachten üblicherweise  i h r e  eigenen Heiligen mit, in diesem Fall die Jungfrau Maria aus Puy, die Virgen del Puy, deren Fest jedes Jahr am 25. Mai gefeiert wird. Die am südlichen Ausgang der Stadt befindliche Kapelle der Madonna von Rocamadour zeugt davon, wie ebenso im Norden der Frankensiedlung, der Ega zugewandt, die Ruinen eines Dominikanerklosters aus dem 13. Jahrhundert. Eine Urkunde berichtet, dass die Pilger hier eine Geldspende erhielten.

Inwieweit sich noch heute die Carlisten im Mai jeden Jahres treffen, vermag ich nicht zu sagen. Die Autoren Vera und Hellmut Hell berichten davon in ihrem Buch aus 1964. Im Jahre 1833 wurde Don Carlos in Estella zum König proklamiert; auch befand sich hier das Hauptquartier der Carlisten in den Jahren von 1873-1876, bevor es von den Regierungstruppen erobert wurde.

Fotos:

1. Reihe: Santo Sepulcro. Romanisches Portal.

2. Reihe: San Pedro de la Rua.

              Iglesia San Miguel.

3. Reihe: San Miguel. Mutter Gottes.

              Altarausschnitt.

4. Reihe: Plaza San Martin. 

              Adelshaus - c/Mayor.

5. Reihe: Adelshaus in der Cala Mayor.

              Busbahnhof.