PUENTE LA REINA/GARES: Puente Regina. Calle Mayor. Y-Kreuz. Santiago Peregrino Beltxa

Puente la Reina. Brücke der Königin. Puente de Arga oder Puente Regina. Knotenpunkt des Camino de Santiago.

Puente la Reina

In Puente la Reina (baskisch: Gares), seit 1090 ist der Ort französischer Siedler dokumentiert, treffen zwei Pilgerwege des Camino de Santiago zusammen. Es sind der Navarrische Weg von St.-Jean-Pied-de-Port und der Aragonische Weg, der seinen Anfang hoch oben auf dem Somportpass nimmt.

Berühmt ist die Stadt in erster Linie wegen seiner gleichnamigen mittelalterlichen Brücke - der Brücke der Königin; vgl. Fotos oben und unten. Auch soll sich Karl der Große nach seiner siegreichen Schlacht gegen die Mauren in Cizur hier aufgehalten haben. Mehr zu diesem Kleinod und seinen Kirchen im Reisebericht - Etappe 5.

Puente la Reina. Calle Mayor, Hauptstraße mittelalterlichen Ursprungs.

 

Arnold von Harff, 1499

Von Guendulain nach Puente la Reina, einem Städtchen, drei Lieux einen Berg hoch und wieder hinab, über eine steinerne Brücke.

 

Hermann Künig von Vach, 1495

Nach zwei Meilen kommst du nach Ponteregina (Puente la Reina) (…). Auch findest du eine hübsche Brücke da stehen. 1

 

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Etappe 5 - Puente la Reina. Matsch. Wind. Klimascheide.

 

RÜCKBLICK

Noch angetan von dem anstrengenden Pilgerweg von Pamplona kommend, von den ersten Eindrücken der kleinen Stadt mit dem Pilgerdenkmal, so gegen 13Uhr, dem ersten Frischmachen im Hotel Jakue nebst Herberge, empfing uns eine traumhaft ruhige, mittelalterlich anmutende Calle Mayor. Spät nachmittags, es war ein Sonnabend, traf sich die Jugend zum Tanz auf dem Marktplatz, die älteren Herrschaften taten es ihnen auf der Calle Mayor gleich. Herrlich und berührend anzusehen. Jahre später in 2014 ist von dem nichts mehr zu spüren. Das Hotel ist übervoll mit teils lamentierenden Pilgern ("Warum ist meine Wäsche noch nicht gewaschen?"), es gibt nichts mehr a`la carte zu essen, nur noch Pilgermenüs am Abend, Massenbetrieb, komplettiert durch eine Gruppe Oldtimerenthusiasten, die gleichwohl mein Autofahrerherz höher schlagen lassen. Die Stadt ist gleichermaßen wuselig, die Calle Mayor, in grellem Licht eingetaucht, quasi abgesperrt, von Musikern und ihren Begleiterinnen, sie bereiten ein Rockconzert vor, die Bühne ist bereits augebaut. 

 

In der Tat, in Puente la Reina beginnt die Pilger-Autobahn. Was habe ich weiland geflucht, auf dem steilen Anstieg nach Maneru, im prasselnden Regen nach Cirauqui, eingesunken im Matsch, jeder Schritt eine Tortur; aber, that makes the difference: Uns hörte niemand zu, wir mussten dadurch - nomen est omen -, weit und breit war kein Pilger zu sehen. Commerzialisierung ist das Zauberwort, Segen und Fluch zugleich. Immerhin, die Kirchen sind noch leerer, keiner stört beim Meditieren, beim gedanklichen Eintauchen in das Mittelalter, beim Fotografieren. 

 

Ich erinnere mich an Gonzalo Torrente Ballesters Worte, galicischer Erzähler und Dramatiker des vergangenen Jahrhunderts, vgl. auch Punkt WISSENSWERTES/AKTUELLES: "Denn das Mittelalter war herrlich; seine Menschen hatten tief in ihrem Herzen einen glühenden Glauben, und von ihm entflammt errichteten sie Burgen und Klöster (und Kirchen)." - Wir hingegen glauben nicht mehr an Gott, nicht mehr an den Auferstandenen, wir glauben an den Klimawandel, ans Mülltrennen, ans Fahrradfahren, an veganes Essen, an sparsames Heizen, wir ersetzen Religion durch Lifestyle und Gebete durch Yoga, und alles aufgeladen mit einem Schuß Moralismus.

Fotos

Reihe 1: Pilgerdenkmal am Ortseingang. Hier beginnt der Camino Frances; an 

             sich in Obanos, kurz vor Puente la Reina.

             Dreisterne-Hotel Jakue. Im Keller eine private Herberge mit 28 Betten.

Reihe 2: Blick auf die Albergue Padres Reparadores und Iglesia del Crucifijo.

             Altarretabel der Kirche.

Reihe 3: Gotisches Y-Kreuz aus dem 14. Jahrhundert.

             Heiligenfigur Santiago Peregrino Beltxa.

Reihe 4: Ortsmitte an einem Samstag.

             Jung und Alt vergnügen sich.

Reihe 5: Auf dem Weg zur Kirche San Pedro Apostol.

             Puente de Arga. Am nächsten Tag Richtung Estella.

Reihe 6: Acht Jahre später.

             Der Ort hat seinen mittelalterlichen Reiz verloren.