MESETA / TIERRA DE CAMPOS                        Echter Camino                       

Auf dem Weg von Hornillos del Camino nach Castrojeriz. In der Ferne zu sehen die Herberge von Sambol. Der Reiseführer von DUMONT schreibt dazu:

Ob hier die alte Templertradition wieder aufgegriffen wird oder ein banaler Pantheismus 1 esoterisch überhöht wird, ist letztlich gleichgültig. Was zählt, ist, dass hier Freiwillige den Pilgern helfen.

Unser Zeitplan sah eine Übernachtung nicht vor.

Einstimmung                                                Iberische Meseta

 

Tardajos. Auf dem Weg von Burgos nach Hornillos del Camino. Sehr heiß damals. 

 

Die Meseta (spanisch für Tisch) ist eine Hochebene, ein Hochplateau, das durch Randgebirge begrenzt ist: im Norden durch die Kantabrischen Gebirge, im Süden durch die Sierra Morena; im Südwesten geht die iberische Meseta über in die Extremadura. Im Hochsommer kann das kontinentale Klima seine wahre Kraft entfalten: sengende Hitze, wenig Schatten, da fast keine Bäume.

 

Der Jakobspilger durchquert die Nordmeseta (etwa 650 bis 900 Meter hoch) und einen Teil der Tierra de Campos (von Fromista bis nach Carrion de los Condes) in Ost-West-Richtung. Das gesamte Gebiet umfasst in etwa die Provinz Kastilien-Leon. Auf der Nordmeseta wie auf der Tierra de Campos wird Getreide- und Weinbau, sowie Schafzucht betrieben.  

Bezogen auf den Camino des Santiago sprechen wir von einer Strecke Bereich kurz vor Hornillos del Camino (925 m) bis Mostelares (910m) kurz hinter Castrojeriz.

Tierra de Campos

Das Land der Felder, so die deutsche Übersetzung, liegt auf einer fruchtbaren Hochebene von durchschnittlich 720 m Höhe. Das kontinentale Klima ist im langen Winter sehr kalt, im kurzen Sommer sehr heiß. Den Bewohnern wird eine starke Identität nachgesagt. Ursprünglich von den Goten besiedelt, weshalb es auch als Campi Gothici oder Campi Gothorum bekannt ist. 

Die englischsprachige Ausgabe von Wikipedia beschreibt diese Region wie folgt "Land of Fields is a large historical and natural region or greater comarca that straddles the provinces of Leon, Zamora, Vallaloid and Palencia, in Castile and Leon. It is a vast, desolate plain with practically no relief, except for some wide undulations ot the terrain." Also völlig öde, ohne Gebirge, mit Ausnahme einiger Erhebungen. 

Informatives für den Pilger                              Echter Camino

Der Weg führt von Burgos via Tardajos, Rabe de las Calzadas, Hornillos del Camino, Hontanas, San Anton, Castrojeriz, Fromista, Carrion de los Condes, Calzadilla de la Cueza, Terradillos de los Templarios, Sahagun, Bercianos del Real Camino, El Burgo Ranero, Mansilla de las Mulas bis nach Leon, der Stadt mit der schönsten Kathedrale Spaniens. Einhundertsiebenundachtzig geschichtsträchtige Kilometer. 

 

ECHTER CAMINO

Acht Tage Faszination. Eintönigkeit, also echter Camino. Peter vom Saarland hingegen erzählte 2011 von Regen, Gewitter, Sturm und Hagel. Es gibt nicht wenige Wanderer, die von der Meseta abraten: nichts los, keine Abwechslung, langweilig halt. In den Pilgerforen gab`s heftige Diskussionen.

 

Echter Camino zwischen Calzada del Coto und El Burgo Ranero. Alle 9-10 Schritte ein Baum; extra vor nicht langer Zeit angepflanzt. Herrlich einsam.

 

 

"Die Stille ist der Ort des Wortes Gottes, und der Pilger muss auf dem Weg seiner Pilgerschaft meditieren, wie es auch die Pilger von Emmaus taten. Im Wort Gottes begegnen wir einer Art und Weise, uns verschiedene menschliche Erfahrungen aufzeigen zu lassen auf der Suche nach dem Guten und der Wahrheit, und um die Zusammenhänge zu erkennen“,10 so Erzbischof Julian Barrio Barrio, Santiago de Compostela, in seinem Pastoralbrief zum Heiligen Compostelanischen Jahr 2010.

 

Domenico Laffi, 1673:

(…) wir gingen in Richtung Brunello (El Burgo Ranero) mehr als 4 Leguas weit, (…) und suchten Unterkunft, aber sie war so ärmlich, dass wir auf dem Boden schlafen mussten, denn diese hier sind alle Schafhirten, die in diesem Ort aus strohgedeckten Hütten wohnen. 5

 

1 Erläuterung Pantheismus.

Vereinfacht ausgedrückt: Alles ist Gott. Demgegenüber der von der katholischen Lehre präferierte Panentheismus, wonach Gott umfassender als die Welt, als die Natur gedacht werden muss.