Die Burgruine und das berühmte Santiagokreuz.

CLAVIJO und NAJERA

Schlacht von Clavijo, 9. Jahrhundert

Der Abstecher nach Clavijo lohnt, auf jeden Fall für den geschichtlich Interessierten. Für den Pilger dürfte nahezu ein zusätzlicher Tag draufgehen. Von Logrono sind es zu Fuß knapp 3 Stunden mit 15,1 km; mit dem Auto ist das Ganze in 27 Minuten zu schaffen.

Überreste der Burg von der Schlacht von Clavijo. 

 

Der heilige Jakobus soll der Legende zufolge am 23. Mai 884, andere Quellen sprechen von 834 oder 844, als edler Ritter auf einem weißen Ross die entscheidende Wende herbeigebracht und König Ramiro zum Sieg gegen die muslimischen Sarazenen verholfen haben. Hernach musste, König Ramiro zufolge, jeder Christ eine Zahlung an die Basilika des Apostels abliefern, ebenso nach jedem Sieg über die Sarazenen einen Beuteanteil. Legende, Mythos, Fälschung oder Wahrheit? Wer weiß das schon genau?

 

"Der apostolische Matamoros wird zum kriegerischen Patron Spaniens, so nennen ihn sechsmal die Urkunden des Königreichs Leon zwischen 866 und 927, und so beschreibt ihn im 13. Jahrhundert König Alfons der Weise in seiner Cronical General. Er wird zum Schutzherrn eines Spanien, das - wie im 16. Jahrhundert Miguel de Cervantes berichtet - seinen Truppen Santiago y cierre Espana erwählte"; so schreibt es Norbert Wolf auf Seite 161 seines Buches Die Macht der Heiligen und ihrer Bilder, 2004, Reclam. Die von König Ramiro I. gewonnene Schlacht von Clavijo nahe Logroño besiegelte auf jeden Fall das Ende des dortigen Jungfrauentributs.

 

Was hatte es mit der Tributforderung auf sich? Der islamische Herrscher Abd ar-Rahmann II. hatte sie erhoben, um in die christlichen Länder einfallen zu können, davon ausgehend, dass ihm die dortigen Herrscher keine hundert Jungfrauen zur Verfügung stellen würden. Welche der jungen christlichen Frauen wollte sich wohl den Sarazenen zur Verfügung stellen oder gar nach Bagdad zum Kalifen weitergeschenkt werden? 

 

Nachtrag - Mai 2018.

Comarca del Valle del Iregua Clavijo - Castillo

Es ist offensichtlich nicht möglich, so das Hinweisschild am Rande der Burg, das exakte Alter der Burg zu bestimmen. Es gibt Gründe anzunehmen, dass der Bau dieser Burg, so wie sie sich uns entgegenstellt, von den Mauren beeinflusst worden ist. Andererseits könnten es sich auch um die Befestigungsanlagen der Christen des 11. Jahrhunderts handeln.

Eine andere Annahme geht zurück auf Count Fernan Gonzales, der hier um 960 nach Christus von Garcia Sanchez, König von Navarra, gefangen gehalten wurde, nachdem er zunächst in Pamplona festgesetzt worden war. Es soll hierüber entsprechende Aufzeichnungen geben. vgl. auch Punkt JAKOBSWEGE. GESTERN UND HEUTE > Reconquista. Mauren. Matamoros. (bitte scollen) 

Burgos. Kathedrale. Jakobus auf dem weißen Pferd als Matamoros.

Es gibt ebenso Grund zur Annahme, dass sich hier, also auf demselben Grund, eine Burg früheren Datums befunden hat - in gleicher Konstruktion und Bauweise. Das wiederum würde zu der Legende passen, wonach der Apostel Jakobus am 23. Mai 834 (oder 844), auf einem weißen Pferd reitend, die Schlacht gegen die Mauren entscheidend beeinflusst hat. Damit konnte König Ramiro von Asturien die sich schon abzeichnende Niederlage abwenden und die Mauren mit ihrem Befehlshaber Abd dar-Rahman besiegen. Der Konflikt hatte sich zugespitzt, nachdem sich König Ramiro geweigert hatte, weiterhin den Mauren Tributzahlungen zu leisten resp. dem Emir von Cordoba einhundert (100) junge Mädchen für dessen Harem zur Verfügung zu stellen.

Fakt ist, die Burg dürfte zu seiner Zeit quasi als uneinnehmbar gegolten haben. Auch heute ist der Weg nach oben nicht gerade locker zu nehmen; man sollte schon trittfest sein. Dafür entschädigen einerseits die Reste der Burg zu bestaunen und andererseits der Blick in die Weite.  

Najera - 11. Jahrhundert

Najera ist berühmt für seine Legende aus 1004. König Garcia war auf der Jagd, als er plötzlich eine Höhle mit einem Abbild der Jungfrau Maria fand. Er wertete diesen Fund als gutes Omen in seinem Kampf gegen den Islam, sodass er im Folgejahr eine Kirche bauen ließ.

Das Kloster wurde 1052 gegründet, brachte es zu großem Reichtum nebst vielen großen Besitztümern. Es durchlebte schwierige Zeiten, wie im 13. und 14. Jh. Im 15. Jahrhundert, es wird als großartiges bezeichnet, wurde eine neue Kirche gebaut. Das Kloster konnte sich von der Abhängigkeit Clunys in Frankreich lösen.

Das 19. Jh. war gekennzeichnet durch kriegerische Handlungen, Plünderungen, die Geistlichen wurden vertrieben, das Kloster schien 1835 (für immer) verlassen. 1889 wurde das Gebäude zum Nationalen Historischen Monument erhoben. 1895 restaurierten franziskanische Mönche das Kloster und begründeten einen Convent.

 

Domenico Laffi, 1670/73

Nájera ist eine der schönsten Städte, die in dieser Region zu sehen ist. Die Brücke über den breiten Fluss verbindet zwei Stadtteile. Alle sind sehr fleißig, errichten viele Gebäude und Kirchen. (…) Wir kauften Brot und Wein, denn gerade in Spanien solltest du nicht ohne beides eine Stadt verlassen.

Fotos

Reihe 1: Pilgerweg Najera. Von Navarrete kommend über die Brücke.

             Durch den Torbogen Richtung Azofra.

Reihe 2: Wappen. Historische Schule. Santa Maria de Real.

             Monasterio (Kloster). Museum.

Reihe 3: Museum zur Erinnerung der mittelalterlichen Könige. 

Reihe 4 und folgende: Klosteranlagen ausgangs Najera.