SANTO DOMINGO DE LA CALZADA: Hühnermirakel. Paradores. Pilgerbrücke. Pilgerdenkmal            SAN JUAN DE ORTEGA: Brückenkonstrukteur. Tagundnachtgleiche                

GRANON: Mittelalterlich

Ortsausgang Santo Domingo de la Calzada. Brücke mit 16 Bögen über den Rio Oja. Richtung Belorado. An dieser Stelle hatte Domingo 1044 seine erste Brücke gebaut.

Einführung                                                       Heilige prägen die Ortschaften

Santo Domingo de la Calzada und San Juan de Ortega tragen den Namen von Ordensleuten. Beide Mönche waren mittelalterliche Brückenbauer im wahrsten Sinn des Wortes, beide trugen zum Aufschwung des Jakobswegs bei, pushten ihn, wie man wohl heute sagen dürfte.

 

Santo Domingo de la Calzada ist berühmt für sein Hühnermirakel. San Juan de Ortega unter anderem für sein Lichtspiel in der Kirche und - heute - für die Gastfreundschaft des vormaligen, örtlichen Pfarrers.

Santo Domingo de la Calzada

Santo Domingo de la Calzada. Pilgerdenkmal am Ortsausgang.

 

Dem heiligen Dominikus von der Straße (1019-1109), also Santo Domingo de la Calzada, schreibt man unter anderem den Bau der Brücke über den Fluß Oja zu, kurz hinter dem Ortsausgang Richtung Belorado, 1044 nach Christus. Entsprechend der von Pedro de la Vega im 16. Jahrhundert (möglicherweise 1516) gedruckten Legendensammlung entstammt der Heilige der italienischen Ortschaft Villoria, wanderte sodann nach Spanien aus und kam in das Gebiet der Rioja. Die Äbte der Klöster von Valvanera und San Millan wiesen ihn ab, offensichtlich war er ihnen zu ungebildet, bis er die Bekanntschaft mit einem Eremiten machte. Die Lebensweise eines ansonsten nicht näher bezeichneten Bischofs namens Gregorio veranlasste ihn, nach dessen Tod an einen Ort zu gehen, an dem er mit den Armen Christi alles teilen konnte. Sein Weg führte ihn in das heutige Santo Domingo de la Calzada. Dort lebte Domingo zurückgezogen als Eremit in einem Wald am Ufer der Oja. Die Mühsal eines dort befindlichen Flußübergangs soll ihn bewogen haben, eben jene Brücke zu bauen resp. eine baufällige zu reparieren. Seine Einsiedelei wandelte er in ein Pilgerhospiz um, das die Urzelle der heutigen Stadt werden sollte. Pedro de la Vega berichtet zudem von vielen Wundern, die Domingo zugeschrieben werden.

 

Er befestigte Straßen, machte Ländereien fruchtbar. Es gilt als sicher, dass der Pilgerweg zwischen Najera und Redecilla auf Santo Domingo zurückgeht. Sein ganzes Bestreben lag in seinem Bemühen, den Pilgern nach Compostell ein sicheres Fortkommen zu ermöglichen. König Alfons VI. unterstützte ihn, besuchte ihn 1076, als er die Rioja besetzte und förderte durch Schenkungen die Hospizgründung. Im Jahre 1106 weihte der Bischof von Calahorra die Kirche zu Ehren des Erlösers und Marias ein. Santo Domingos Grab befindet sich im südlichen Querschiff. Die Kirche selbst, 1168 wurde mit dem Neubau begonnen, 1180 eingeweiht, ist eine der frühesten gotischen Bauten Spaniens. Der 1767 errichtete Glockenturm ist barocker Art.

 

Die Stadt wird ihrer Bedeutung für den Camino Frances wegen auch "Compostela von Rioja" genannt. Über das weltberühmte Hühnermirakel klärt Sie der Reisebericht auf. Etappe 10.

 

Hermann Künig von Vach, 1495

In den Spitälern ist man dir gern zu Diensten, ausgenommen im Spital des hl. Jakobus, da ist das Personal durchweg bösartig. Die Spitalfrau tut den Pilgern viele Gemeinheiten an, aber die Betten sind sehr gut. 

 

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Etappe 10 - Santo Domingo de la Calzada. Eine liebestolle Wirtstochter macht Geschichte.

Fotos:

1. Reihe: Auf dem Weg von Najera nach Santo Domingo de la Calzada.

              Ortsanfang von Santo Domingo.

2. Reihe: Hotel Paradores.

3. Reihe: Kathedrale mit Nebengebäude.

San Juan de Ortega

San Juan de Ortega. Eines der typischen Hinweisschilder.

 

Juan de Ortega (1080-1163), ein Schüler von Domingo, war nicht nur ein Diener Gottes, er war auch ein veritabler Brückenkonstrukteur. Seine ersten Brücken von Logroño und Najera ersparten den Pilgern des 11. Jahrhunderts mindestens drei Tage Gehzeit. Bettina Marten zufolge (Kunst- und Kulturführer zum sp. Jakobsweg, 2011, Reclam) wird der legendäre Kampf zwischen Roland und Ferragut an der Brücke von Najera, der Brücke San Juan Ortega, lokalisiert. 1866 wurde die alte Brücke durch eine neue ersetzt und 2003 verbreitert. 

Eine original erhaltene Brücke steht bei Ages. Königin Isabella die Katholische ließ 1474 ein prachtvolles Grabmal für ihn bauen. Es befindet sich in der Klosterkirche von San Juan de Ortega.

„Zweimal im Jahr zur Tagundnachtgleiche am 21. März und am 27. September wiederholt sich das Wunder des Lichts, das eine architektonische Meisterleistung des Mittelalters ist: Um 17Uhr beleuchtet ein Lichtstrahl die Verkündigungsszene auf dem Kapitell links neben der Apsis. Danach wandert der Lichtstrahl über die Geburt Christi zum Besuch der Heiligen Drei Könige, um nach zehn Minuten wieder für eine halbes Jahr zu verschwinden.“

 

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Etappe 13 - Domingo de la Calzada und Juan de Ortega. Zwei Mönche als Brückenkonstrukteure.

Fotos:

Kloster San Juan  de Ortega. Blick zurück auf San Juan de Ortega.

Granon

Granon. Kurz hinter Santo Domingo de la Calzada.

 

Stellvertrend für die vielen kleineren Orte am Camino hier ein Blick auf das mittelalterlich anmutende Granon. Die in 885 von König Alfonso III. erbaute Burg sollte vor den Angriffen der muslimischen Umayyaden schützen. Noch heute zeugen verschiedene Wappenschilden an den Wohngebäuden aus dem 16. und 17. Jahrhundert von der Bedeutung des Ortes, die dieser auch und gerade für die vorüberziehenden Pilger hatte und wohl noch hat: Waschplätze und Brunnen inklusive.

Für die von allen gelobte Pilgerherberge blieb uns leider keine Zeit. Der Terminplan sah anderes vor.

Auch die gotische Kirche, dem hl. Johannes dem Täufer geweiht, soll sehenswert sein, besonders der mit vielen Figuren ausgestattete Renaissance-Hochaltar. 

 

Zwanzig Minuten später verlässt der Pilger die Region La Rioja, wechselt nahtlos über in die Provincia Burgos, Metropole der Autonomen Gemeinschaft von Kastilien-Leon.