AUTONOME PROVINZ LA RIOJA

Sansol.  Wegweiser. Der kleine, an sich unscheinbare Ort wurde 1176 durch König Sancho VI. el Sabio gegründet. Der Name Sansol wird auf den Märtyrer San Zoilo aus Cordoba zurückgeführt, auch Patron des vormaligen Klosters in Carrión de los Condes ausgangs des Ortes.

Einstimmung                                                           La Rioja

Nach dem Fall des Westgotenreiches im 8. Jahrhundert geriet das Land unter maurischer (muslimischer) Herrschaft; ab dem 10. Jahrhundert Spielball der Königreiche Navarra und Kastilien. Die Protagonisten, die Könige Alfons VII. von Kastilien und Sancho VI. von Navarra, einigten sich im 12. Jahrhundert dahingehend,  dass Navarra ab 1177 einen Großteil der Rioja an Kastilien abtreten musste.

 

Im Verlauf der Verwaltungsreform in 1833 gab man der verbliebenen Provinz den Namen Logroño.  Nach Beendigung der Franco-Herrschaft wurde ihr wieder der Name La Rioja zugestanden. Zwei Jahre später, 1982, wurde sie zu einer autonomen Gemeinschaft mit eigenem Statut innerhalb des spanischen Staates erhoben. Die Region zählt zu den kleineren Spaniens mit lediglich 320.000 Einwohnern, davon in Logroño selbst über 150.000. Das den Pilgern bekannte Najera weist eine Einwohnerzahl von 8.300 auf.

Der Rioja-Wein                                          Bestandteil des Pilgermenüs

Die Provinz La Rioja ist, nomen est omen, bekannt für ihren Rioja-Wein. Mehr als 20.000 Winzer produzieren dort vornehmlich Rotwein, aber auch zu ca. 15% Rose- und Weißweine. Das Weinanbaugebiet zählt zu den bedeutendsten Europas. Zum abendlichen Pilgermenü gehört ein Rioja-Wein einfach dazu, meistens gleich als Flasche geordert.

 

In der Hospederia San Martin in Santiago de Compostela, gegenüber der Kathedrale, ist die Flasche Rotwein im Preis des Pilgermenüs inkludiert, allerdings nur je Tisch, sodass sich Pilger allein aus diesem Grund an verschiedene Tische setzen. Vielleicht ein Tipp für Sie? Wer weiß?

Informatives für den Pilger 

Nach der Überquerung des Ebroflusses betritt der Pilger die Provinzhauptstadt Logroño. Mittlerweile eine Stadt mit über 150.000 Einwohnern. Von besonderem Interesse sollten sein die Catedral de Santa Maria de la Redonda, die Iglesia San Bartholome und die Santiagokirche mit der Figur des Matamoros. Ich habe der Stadt ansonsten nicht so viel abgewinnen können, zu städtisch, zuviel Rummel.

Von hier geht`s durch die Rioja-Weinberge via Navarrete, Poyo de Roldan, Najera, Azofra, Santo Domingo de la Calzada bis nach Redecilla del Camino. Einundsechzig Kilometer. Die autonome Region Castilla y León schließt sich an.

Durch die Rioja

Auf dem Weg von Los Arcos nach Logroño, der Provinzhauptstadt.

 

Stundenlang ist fast keiner weit und breit zu sehen, und was noch wichtiger ist, es ist still. Kein Geplapper. 

 

Genauso hatten wir es uns vorgestellt. Zeit zum Meditieren: Nichts Existentielles, nein, nur den Gedanken freien Lauf lassen oder gar nicht denken; Fauna und Flora beobachten.

 

Jedoch: Auf der 19. Etappe von Carrion de los Condes nach Calzadilla de la Cueza wird alles anders sein. Das Geschnattere raubte einem die Sinne. Lesen Sie mehr in unserem Reisebericht WESTWÄRTS NACH GALICIEN, Seite 64.

Der Liber Sancti Jacobi / Codex Calixtinusein lateinisch verfaßter Pilgerführer des 12. Jahrhunderts schreibt unheilvoll: "(...) und hinter Los Arcos (...) fließt ein Strom, dessen Wasser den Pferden und Mannen, die aus ihm trinken, den Tod bringt." (3)   

 

Ritter Arnold von Harff geht 1499 auf die heutige Provinzhauptstadt Logrono ein: " (...) nach Logrono 1 Lieu (Entfernungsangabe), einer Stadt des Königs von Spanien. Hier reitet man über eine steinerne Brücke. Der Fluss heißt Ebro. Dort endet das Königreich von Navarra. In Logrono untersucht man dich, ob du Handelsgüter bei dir hast. Für sie musst du Zoll zahlen." (2)