CORREDOIRAS: Felsiger Untergrund.  Morgensonne                                                        KM-STEIN 100: Schmierfinken. Sektkorken   

LIGONDE: Cruceiro. Kelten. Pilgerhospiz bis 1753

Corredoiras in der Morgensonne, eine dreiviertel Stunde hinter Morgade zwischen Sarria und Portomarin.

Corredoiras

Corredoiras sind (halsbrecherische) Wege aus großen Felssteinen, teils noch mittelalterlichen Ursprungs. Ein traumhafter Sonnenaufgang entschädigte für die Mühen. In Riege de Ambros gab`s die gleichen, nur mit dem Unterschied, dass wir an jenem Tag schon zig Kilometer in den Knochen hatten und nicht mehr die frischesten waren.

 

Kilometerstein 100

Kilometerstein 100. Weiler Brea/Morgade.

 

Nur noch (rund) einhundert Kilometer bis zum Ziel Santiago de Compostela. DuMont empfiehlt, die Sektkorken knallen zu lassen. Der arg verschmierte Markierungsstein lädt nicht gerade dazu ein. Schmierfinken gibt es halt überall.

 

Der Stein soll mittlerweile versetzt worden sein. Irgendeinem Bürokraten muss es gestört haben, dass die Entferungsangabe nicht - mehr - hundertprozentig stimmt; es muss alles seine Ordnung haben.

 

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REISEBERICHT WESTWÄRTS NACH GALICIEN

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Ligonde

Cruceiro de Ligonde. Steinkreuz vor Ligonde. 

 

Der archaisch anmutende Kreuzstock, tatsächlich datiert auf 1670, widerspiegelt sehr schön die Traditionen Galiciens. Auf der einen Seite die Pieta (Maria mit dem toten Jesus) und auf der anderen Christus am Kreuz mit einem Totenkopf zu Füßen. 

 

Schon die Kelten verehrten die verstorbenen Seelen - speziell an Wegkreuzungen. Die Galicier übernahmen dieses Ritual und stellten die beidseitig skulptierten Kreuze dort auf, wo die Trauergemeinde auf ihrem Weg zum Friedhof vorbeikommen mussten.

 

Die Geschichte des Ortes ist bis auf das 10. Jahrhundert zurückzuverfolgen. Der Wiener Pfarrer Christoph Gunzinger, der 1654 nach Santiago aufbrach, erwähnt Ligonde und die Kirche Santiago de Lestodo. Dort gab man ihm nur schwarzes, grobes, fast ungenießbares Brot zu essen. Noch im Jahre 1753 konnten sich hier die Pilger in einem Hospiz ausruhen und verpflegen lassen. Kaiser Karl V. hat in Ligonde um 1520 eine Rast eingelegt; später auch sein Sohn Philipp II. von Spanien. Die Pfarrkirche Santiago mit dem romanischen Portal zu besuchen, ist uns damals nicht eingefallen.