Silhouette Astorga. Portal der Kathedrale Santa Maria. 

BISCHOFSSTADT ASTORGA

Asturica Augusta. Kathedrale Santa Maria.  Mantecados. Antonio Gaudi. Herberge San Javier.

Einführung

vgl. Einführung zur Provinzhauptstadt Burgos.

Astorga

König Ordoño I. Statue in Madrid, Andres de los Helgueros, 1759-53. Von 850 bis 866 König von Asturien. Er sorgte für die Sicherung und Wiederbesiedlung (Repoblacion) der entvölkerten, neu eroberten Gebiete unter anderem in Astorga und Leon (856).

EINE RÖMISCHE STADT. Astorga trug in der Römerzeit den Namen Asturica Augusta, Hauptstadt des südlichen Asturiens. Hier liefen vier große Straßen zusammen, darunter die sogenannte Silberstraße, die römische Nordsüdverbindung, die von Sevilla nach Galicien führt.

Plinius der Ältere nannte die Stadt „Urbs magnifica“ - großartige Stadt. Plinius, er lebte von 23/24 n. Chr. bis zum 25.08.79 (Tod aufgrund des Vulkanausbruchs des Vesuvs) agierte in Spanien von 70 bis 72 als römischer Procurator, zuständig für die Staatseinkünfte Roms. Wie viele seiner Zunft universal tätig als Jurist, Redner, Schriftsteller, Wissenschaftler, Offizier (nahm am Feldzug gegen die Germanen teil) und schließlich auch als Verwaltungsbeamter.

Astorga wurde sowohl von den Goten wie von den Arabern zerstört. König Alfons I. von Asturien eroberte die Stadt schon 753 im Rahmen der Reconquista zurück. Um 850 wurde ein Bischofssitz eingerichtet. Das Bistum zählt heute zu den größten Spaniens.  Im 9. Jahrhundert unter Ordoño I.  erlebte Astorga eine Blütezeit. Im 10. Jahrhundert wurde sie ein letztes Mal von den Muslimen verwüstet, diesmal vom Heerführer Almanzor.

Für die Pilger nahm Astorga eine wichtige Station ein, als letzte größere Stadt zwischen Leon und Compostela, außerdem unmittelbar vor dem Aufstieg zum Rabanal- und Manzanalpaß gelegen. Zahlreiche Hospitäler und Klöster sind beredtes Zeichen der Wichtigkeit der Stadt. Das größte war San Juan. Hier und/oder im Hospital von San Roque soll der heilige Franz von Assisi 1273 auf der Durchreise nach Santiago übernachtet und gleichermaßen das Kloster San Francisco gegründet haben.

Es gab die unterschiedlichsten Stadtviertel. Für die Franken, sie bauten sich ihre Kirche Maria von Rocamadour, wie zwei für die Juden mit einer Synagoge.

Die Stadtmauer scheint nach der Römerzeit erbaut worden zu sein, da aus Bruchsteinmauerwerk mit Ziegelresten bestehend, darunter römische Inschriften. Bischof Nuno ließ sie um 1230 restaurieren, Jahrhunderte nach der Zerstörung durch Almanzor. Die heutige Kathedrale wurde von 1471-1693 neu erbaut, der benachbarte Bischofspalast (heute ein Museum) in 1909 von Antonio Gaudi. Gaudi hat sich mit seinen Bauten in Leon wie in Barcelona mit der Kathedrale Sagrada Familia verewigt. Links neben der Kathedrale befand sich das Hospital San Juan. Da die Pilger immer die Hauptkirche besuchten, legte man die Hospitäler und Herbergen gern in der Nähe an.   

HEUTE BERÜHMT FÜR SÜSSES. Die Stadt, derzeit leben in ihr rund 11.400 Einwohner, blickt auf eine lange Tradition der Süßwarenherstellung zurück. Berühmt ist nicht nur die in allen Varianten kreierte Schokolade, vor allem das Blätterteiggebäck Hojadres und das feine Butterschmalzgebäck Mantecados hat es den Genießern angetan.

Nicht minder berühmt ist die Stadt ihres Bischofspalastes wegen. Hat ihn doch der große Baumeister Antonio Gaudi entworfen. Heute wird der Palast u.a. als Museum genutzt. Nur wenige Kilometer entfernt in Leon ist ein weiteres Werk/Gebäude von ihm zu bewundern - die Casa de Botines. Mehr über diesen Künstler im Reisebericht, Etappe 22.

Fotos:

1. Reihe: Blick vom Cruzero de San Toribo auf Astorga

              mit der antiken Mauer Asturica Augusta.

2. Reihe: Kathedrale Santa Maria. 

              Ausschnitt Portalbereich der Kathedrale.

3. Reihe: Seitenansicht Kathedrale Santa Maria.

              Bischofspalast Antonio Gaudi; heute eine Museum.

4. Reihe: Herberge San Javier.

              Aufenthaltsraum der Herberge.