MÖNCHSWEG - Mit Leib und Seele

Radfahrer auf den Spuren mittelalterlicher Mönche von Bremen bis nach Dänemark

Bremen. Rathaus. Weser-Renaissance. Zwischen der Reformation 1517 und dem dreißigjähren Krieg 1648 erlebte der Norden einen Bauboom, der den  Weser-Renaissancestil in vielen Städten zum Ausdruck brachte.

Einstimmung

Eintausend (1000) Kilometer Pilgern auf den Spuren derjenigen Mönche, die im Mittelalter das Christentum in den Norden gebracht haben. Ich nenne hier beispielhaft den heiligen Ansgar (801-865), der als Erzbischof von Bremen und Hamburg gleichermaßen in Dänemark verehrt wird.

Bremen. St.Petri-Dom. Evangelisch-lutherisch.

 

Am Dom zu Bremen beginnt der offizielle Pilgerweg. Es lohnt der Abstecher zur St. Johannis Kirche (St. Johann) im Schnoorviertel. Hier steht auch ein Plakatständer, dem wichtige Informationen zum Mönchsweg zu entehmen sind. Fotos unten.

 

Die Gemeinde kann zurückblicken auf die Gründung eines Franziskanerklosters im Jahre 1225 nebst Basilika. 1380 wurde das Gotteshaus durch eine dreischiffige gewölbte Hallenkirche ersetzt, weil mittlerweile zu klein geworden.

 

Die Reformation sorgte 1528 für für die Schließung des Klosters. Erst 1806 erlaubte der Rat der Stadt den Katholiken, wieder ihre Heilige Messe feiern zu dürfen. Am 17. Oktober 1823 wurde das Gebäude erneut als katholischer Sakralbau eingeweiht. Zwischenzeitlich (17. Jahrhundert) war es den Hugenotten zur Verfügung gestellt gewesen, auch Napoleons Soldaten hausten hier. Bis in die Neuzeit hatten es die Katholiken in Bremen nicht leicht. Noch mein Vater berichtete mir von gewissen Anfeindungen. Ein katholischer Unternehmer stellte zu jener Zeit bewusst katholische Arbeitnehmer ein, sie hatten auf dem üblichen Arbeitsmarkt weniger Chancen.

 

St. Petrus. Stadtpatron Bremens.

Eingangs der Böttcherstraße am Haus des Schütting befestigt. I

 

Inschrift: St. Petrus. Stadtpatron Bremens. Fragment einer Steinplastik um 1480. Aus dem Schütting-Vorgängerbau. Bei einem Kelleraushub unweit dieser Stelle 1971 geborgen.

Mönchsweg. Mit Leib und Seele.               Stationen.

So beschreibt der in 2015 herausgekommene Flyer den neuen Radfernweg von Bremen (St. Petri-Dom) bis zur Insel Fehmarn und weiter über die See ins dänische Roskilde nahe Kopenhagen. In Roskilde finden alljährlich Musikfestivals statt. So zum Beispiel im Jahre 2014 mit den Rolling Stones. Sind ja nur rund 600 Kilometer. 

 

EINIGE STATIONEN

Bremen, Fischerhude, Zeven, Harsefeld, Stade, Himmelpforten, Fähre Wischhafen-Glückstadt, Itzehoe, Bad Bramstedt, Bad Segeberg, Plön, Eutin, Neustadt i.H., Oldenburg i.H., Heiligenhafen, Fehmarn, Fähre Puttgarden-Rodbyhavn, Roskilde / Kopenhagen.

 

Rund 100 Kirchen und mehrere Klöster laden zum Besuch ein. Die Webseite www.moenchsweg.de gibt die Details.

Fotos

Plakatständer zum Mönchsweg an der katholischen St. Johannis-Kirche Bremen, Schnoorviertel.

Außenansichten der Kirche. Innenraum. Marienaltar.

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Eckdaten zur Geschichte; vgl. auch Tafel im Inneren der Propsteikirche: 

1225: Franziskaner gründen das Kloster an der Balge.

1380: Bau einer 3-schiffigen gotischen Hallenkirche.

1528: Der Rat der Stadt Bremen (protestantisch) verbietet den Franziskanern das Abhalten von Gottesdiensten, der heiligen Messe.

1548: Das Kloster wird zum Hospital und zum "Haus für Tolle."

Die Kirche wird bis 1816 von den Bewohnern des Klosters und seit 1622 zeitweilig auch von der französischen Gemeinde gottesdienstlich genutzt.

1802: Nur noch der Chorraum dient dem Gottesdienst. Das Mittelschiff und die Seitenschiffe werden bis 1822 als Packhaus vermietet.

1816: Der Rat schenkt den Katholiken Bremens Kirche und Kloster zurück.

1834: Das Kloster wird abgerissen.

1942: Die Kirche verliert ihr Dach durch Brandbomben.

1948: Die Fundamente werden durch Betonpfähle erneuert.

1966: Die Pfarrhäuser werden dort gebaut, wo das Kloster stand. 

1992: Unter dem Mittelschiff wird eine Krypta geschaffen.

1994 und 2016: Die Kirche wird gründlich renoviert.