CHRISTENVERFOLGUNG HEUTE

Estella. Palast der Könige von Navarra. Kapitell mit dem Sagenmotiv von Rolands Kampf mit dem muslimischen Riesen Ferragut.

Einführung

Keiner will`s eigentlich wissen. Jedoch: Beide Päpste - Benedikt XVI. wie Franziskus - haben schon mehrere Male darauf hingewiesen. Im Nahen Osten, Palästina wie im Irak, wird es in absehbarer Zeit keine Christen mehr geben. Und wir schauen unbeteiligt zu. Die Massenmedien berichten nur sehr unvollständig.

Anfang des 20. Jahrhunderts betrug der Anteil der Christen in der Türkei rd. 30% aller BewohnerInnen - heute sind es noch 0,16%.

Die größte Christenverfolgung                             der Weltgeschichte fand nicht in der römischen Antike statt

KIRCHE IN NOT ist ein internationales katholisches Hilfswerk päpstlichen Rechts, das der Kirche überall dort hilft, wo sie verfolgt oder bedrängt wird oder nicht genügend Mittel für die Seelsorge hat.

Das Hilfswerk wurde 1947 von Pater Werenfried van Straaten gegründet und wird von rund 500.000 Wohltätern und Freunden weltweit unterstützt.

www.kircheinnot.at

Nicht in der Antike zu Zeiten von Nero (vgl. unten), auch nicht, wie einige vermuten mögen, unter Kaiser Diokletian (Kaiser von 284 bis 305 nach Christus). Nein, die größte Christenverfolgung vollzieht sich HEUTE - im 20. und 21. Jahrhundert. Auch in Europa, in unserer Nachbarschaft.

 

Johannesevangelium 15,20: "Wenn sie mich (Jesus Christus) verfolgt haben, dann werden sie auch euch verfolgen."

 

Im Oktober 2011 rief Papst Benedikt XVI. das „Jahr des Glaubens aus“: Alle Gläubigen sollten zu Missionaren im Alltag werden: „Wir sind gerufen, unseren Glauben in Wort und Tat zu leben.“

 

Das jedoch stößt an die Grenzen vieler Glaubenden besonders in den Ländern, in denen heute Christen, Protestanten wie Katholiken verfolgt werden. Und wir schauen zu. Selbst der katholischen Kirche nahestehende Zeitschriften wie STIMMEN DER ZEIT, publiziert von den deutschen Jesuiten, berichten nur gelegentlich, weil eine Kulturzeitschrift ja ein breiteres Spektrum habe, so der Chefredakteur im September 2014.

 

100 Millionen Christen werden weltweit verfolgt. Andere Quellen sprechen gar von 200 Mio. Von 100 Menschen, die heute weltweit wegen ihres Glaubens ermordet werden, sind 75 Christen.

 

Erzbischof Silvano Maria Tomasi, Vertreter des Heiligen Stuhls (Vatikans) deklamierte im März 2012 vor der UN-Vollversammlung, dass 2,2 Milliarden Menschen an der freien Ausübung  ihrer Religion gehindert werden, dass die Terrorakte gegen Christen in Afrika, Asien und im Nahen Osten in den letzten sieben Jahren sich verdreifacht hätten, und: Christen würden in säkularisierten Ländern (in Deutschland/Europa) an den Rand gedrängt. Wer besonders über dieses Thema mehr wissen will, der möge sich das 2009 publizierte Buch „Europa ohne Christus“ von Stefan Meetschen besorgen.

 

In der Vatikanzeitschrift L`Osservatore Romano-Ausgabe vom 25.09.2015 wird Tomasi nochmals wie folgt zitiert, er bezog sich auf die muslimischen Flüchtlinge in Europa: "Die Aufnahme von Menschen in Not sei zwar christliche Pflicht, Europa habe aber auch ein Recht darauf, die eigene Identität zu bewahren. Ferner beklagte er die internationale Gleichgültigkeit gegenüber den Christenverfolgungen." 

 

BIBEL 

Matthäusevangelium 5,10 (8. Seligpreisung). "Selig, die um der Gerechtigkeit wegen verfolgt werden, denn ihrer ist das Himmelreich.“

 

RÜCKBLICK ANTIKES ROM

Neben der Christenverfolgung zu Zeiten des berühmt-berüchtigten Kaiser Neros (15.12.37 - 09.06.68) ist besonders diejenige von Kaiser Decius in den Jahren 249-251 zu nennen. Sein Edikt, das er im Jahre 250 nach Christus herausgab, wonach alle Reichsbewohner  den Göttern Opfer darzubringen hatten, löste eine riesige Verfolgungswelle und zahlreiche Tötungen im ganzen römischen Reich aus. So ließ er unter anderem im Januar 250 den Bischof von Rom, Papst Fabianus, hinrichten. Nur der Einfall der Goten verhinderte eine zeitliche Ausdehnung. Der Kaiser floh in die Donauprovinzen. Die Verfolgung führte letztlich zu einer Stärkung der Kirche.

Unter Kaiser Diokletian (vgl. oben) wendete sich wieder das Blatt. Diokletian hatte an sich kein Problem mit dem christlichen Glauben, wohl aber damit, dass die Christen, auch seine Soldaten waren darunter, nicht dem Staat (dem Kaiser also) und seinen Göttern opfern wollten.  Am 24. Februar 303 verkündete er ein Edikt, das auf die Vernichtung des Christentums zielte. Das Christentum wurde zu einem Kapitalverbrechen erklärt. Acht Jahre lang wütete die Verfolgung; der Kirchenhistoriker Eusebius von Caesarea  (263 bis 338 n. Chr.) berichtete darüber. Das Ausstechen der Augen, Lähmen der Beine durch glühende Eisen soll danach zu den milderen Unmenschlichkeiten gezählt haben. Ziehen Sie doch einmal Parallelen zu den heutigen Foltermethoden. Übrigens, Kaiser Diokletian dankte freiwillig zum 1. Mai 305 ab und zog sich in das heutige Split zurück, lebte weitere sieben Jahre.

Charta der Menschenrechte der UNO 

Ein Blick in die Charta der UNO, die prinzipiell auch von allen muslimischen Staaten unterzeichnet worden ist.

  • Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der UN von 1948: Jeder Mensch hat Anspruch auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht umfasst die Freiheit, seine Religion oder seine Überzeugung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Überzeugung allein oder in Gemeinschaft mit anderen in der Öffentlichkeit oder privat durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Vollziehung eines Ritus zu bekunden.

 

MARIO MAURO OSZE-BEAUFTRAGTER GEGEN RASSISMUS

Mario Mauro, OSZE-Beauftragter gegen Rassismus, Mitglied des Europaparlaments, erklärte im August 2010: „Es sei ein regelrechter Krieg gegen Christen in über 50 Ländern der Welt im Gang, in denen es keine Religionsfreiheit gebe.“

In fünfunddreißig dieser fünfzig Länder sitzen Muslime an den Schalthebeln der Macht; inkl. Saudi Arabien: dort ist allein das Mitführen von Bibeln und das Tragen von Kreuzen verboten. In den Golfstaaten wie Dubai und Katar ist das Verteilen christlicher Lektüre verboten.

In seiner Neujahrsbotschaft vor Botschaftern aus 179 Staaten am 9. Januar 2012 beklagte Papst Benedikt XVI. die prekäre Lage der Christen in vielen Teilen der Welt.

 

Zusammenfassend ist zu konstatieren, dass prinzipiell in allen OIC-Staaten (hier sind alle muslimisch dominierten Staaten zusammengefasst, also incl. der Türkei), die Christen mehr oder weniger stringent verfolgt oder auf sublime Art an der ungeteilten Ausübung ihres Glaubens gehindert werden. Dazu zählen auch die arabischen Golfstaaten; getoppt  von den nordkoreanischen Machthabern; im kommunistischen China hat sich die Situation verbessert. In buddhistischen Ländern ist die Situation der Christen um keinen Deut besser. Der Dalai Lama ist aufgefordert, dazu Stellung zu nehmen.

Kairoer Erklärung der muslimischen Staaten

Artikel 24 der Kairoer Erklärung der OIC * aus 1990 zu den Menschenrechten: 

  • Alle Rechte und Freiheiten, die in dieser Erklärung (Menschenrechte) genannt wurden, unterstehen der islamischen Scharia (also dem islamischen Gesetz),
  • und Artikel 25 ergänzt:
  • Die islamische Scharia ist die einzige zuständige Quelle für die Auslegung oder Erklärung jedes einzelnen Artikels dieser Erklärung.

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*) OIC (Wikipedia): Die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (arabisch ‏منظمة التعاون الإسلاميMunaẓẓamat at-Taʿāwun al-islāmī; engl. Organization of Islamic Cooperation, OIC; franz. L'Organisation de Coopération Islamique, OCI, früher Organisation der Islamischen Konferenz) ist eine zwischenstaatliche Internationale Organisation von derzeit 56 Staaten, in denen der Islam Staatsreligion, Religion der Bevölkerungsmehrheit oder Religion einer großen Minderheit ist. Die Organisation nimmt für sich in Anspruch, die Islamische Welt zu repräsentieren.

Christenverfolgung im Nahen Osten

Die Vertreibung der Christen aus der arabischen Welt nimmt seit Jahren erschreckende Ausmaße an. Zu Zeiten von Saddam Hussein lebten in 2003 im Irak noch 1,5 Mio. Christen, davon 50.000 in Mossul - im Dezember 2013 nur noch 300.000 im Land und etwa 25.000 in Mossul. Im Juli 2014 - sind fast alle Christen aus Mossul (Ninive) geflohen.

 

BERICHT IN DER "WELT" VOM 1. AUGUST 2014

Das tödliche "N" wird zum Symbol des Widerstands

http://www.welt.de/print/die_welt/politik/article130768606/Das-toedliche-N-wird-zum-Symbol-des-Widerstands.html

 

EXODUS

Chaldäische Christen feierten bereits die Sonntagsmesse, als man zwischen Rhein und Elbe noch germanische Götter verehrte. Jetzt hat man sie aus Mossul verjagt.

Mehr als 10.000 christliche Familien aus Mossul und der Ninive-Ebene sind im Sommer vor dem "Islamischen Staat" geflohen, fast alle in der Nacht vom 5. auf den 6. August, so die Nachrichtenagentur Asianews.

 

KARFREITAG IN NINIVE

Vom Apostel Thomas gegründet: Nach mindestens 1800 Jahren christlicher Präsenz läutet heute in Mossul (Ninive) keine Kirchenglocke mehr.

www.vatican-magazin.com/index.php/magazin/aktuelle-ausgabe/inhalt/13-magazin/aktuell/titelthema/265-titelthema-82014

 

"N" - Der Buchstabe steht für Nazarener. So bezeichnen arabische Muslime uns Christen. Als Symbol der Segregation: Entweder zum Islam konvertieren, höhere Steuern zahlen oder fliehen, um nicht drangsaliert oder gar getötet zu werden - wie Jahrhunderte zuvor, überall dort, wo arabische Muslime fremde Völker überrannten.