DIE MESSE ALLER ZEITEN                             Renaissance des überlieferten, klassischen römischen Messritus 

Anbetung des dreifaltigen Gottes mit dem geosteten Altar - ad orientem. Freies Fotos. Gottes Sohn zu Ehren. Priester/Zelebrant und Gläubige schauen Richtung Osten, der Sonne entgegen, Jesus Christus entgegen, gleichermaßem zusammen zum Kreuz hin - versus crucem.

Infolge Fehlinterpretation des Zweiten Vatikanischen Konzils von 1962/65 schauen sich Priester/Zelebrant seit dem immerfort in die Augen - versus populum.

 

Papst Franziskus zur Ostung des Altars anlässlich einer Generalaudienz in 2017:

"Der Osten, der Ort, an dem das erste Licht des Morgens die Nacht durchbricht und die Sonne aufgeht, steht für Christus, 'das aufstrahlende Licht aus der Höhe' (Lk 1,78). So waren in früheren Zeiten die Kirchen geostet und wandte sich der Taufkandidat nach Osten, wenn er vor dem Empfang der Taufe den Glauben dreimal bekannte. Diese alte Symbolik macht deutlich: Christ sein heißt, auf Christus, das Licht, ausgerichtet sein und den Glauben bekennen, selbst wenn uns Finsternis umgibt."

Vorbemerkungen

Zum Verfall der Liturgie und Glaubensverlust schrieb Joseph Kardinal Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI., in 1997 in seinem autobiographischen Buch "Aus meinem Leben - Erinnerungen" folgende bemerkenswerte Sätze:

 

"Ich bin überzeugt, dass die Kirchenkrise, die wir heute erleben, weitgehend auf dem Zerfall der Liturgie beruht, die mitunter sogar so konzipiert ist, 'etsi Deus non daretur': dass es in ihr gar nicht mehr darauf ankommt, ob es Gott gibt und ob er uns anredet und erhört. Wenn aber in der Liturgie nicht mehr die Gemeinschaft des Glaubens, die weltweite Einheit der Kirche und ihre Geschichte, das Mysterium des lebendigen Christus erscheint, wo erscheint Kirche in ihrem geistlichen Wesen dann noch? Dann feiert die Gemeinde nur sich selbst, aber das lohnt sich nicht. Und weil es die Gemeinde aus sich gar nicht gibt, sie vielmehr immer durch den Glauben vom Herrn überhaupt als Einheit entsteht, ist Zerfall in Parteiungen aller Art, das parteiliche Gegeneinander in einer sich selbst zerreißenden Kirche unter diesen Bedingungen unwiderruflich."

 

Eine brillante Erklärung der derzeitigen Situation. Und so ist es nicht verwunderlich, dass viele Gläubige schon vor Jahren die überlieferte Messe aller Zeiten wieder entdeckt haben, die Erhabenheit, die Ergriffenheit, die Glaubensgewissheit ausstrahlt:

"O Aufgang, Glanz des ewigen Lichtes, Sonne der Gerechtigkeit: komm, erleuchte uns, die da sitzen in Finsternis und im Schatten des Todes."

Große Antiphon zum 21. Dezember aus der Liturgie des Advent. O Oriens - O Aufgang.

Die Messe aller Zeiten                                        

Nach dem römischen Messbuch von Papst Johannes XXIII. - 1962 Auf der Grundlage des Missale von Papst Pius V. - 1570

Jesus überreicht dem Apostel Petrus den Schlüssel. Foto entnommen der Konfraternität St. Petrus.

 

FSSP: Fraternitas Sacerdotalis Sancti Petri. Die Priesterbruderschaft  St. Petrus ist eine Gesellschaft apostolischen Lebens von Klerikern unter päpstlichem Recht. Die Gemeinschaft katholischer Priester ohne Ordensgelübde arbeitet weltweit, vor allem in den USA. 

 

Ähnlich wie UNA VOCE hat sich die 1988 gegründete (sodann unterstützt von Joseph Kardinal Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI.) Priesterbruderschaft FSSP der Förderung und Pflege der überlieferten lateinischen Liturgie nach römischem Ritus verpflichtet.

 

Diese Messform wird umgangssprachlich auch als "Alte Messe", bezeichnet, was allerdings den Eindruck des Überholten erweckt, richtigerweise als  Messe des heiligen Gregor des Großen, als überlieferte Messe, nach Meinung von Papst Benedikt XVI. fälschlicherweise auch "Tridentinische Messe/Missa Tridentina" genannt. Er selbst nennt diese Messe "Feier nach dem Römischen Messbuch des seligen (Papstes) Johannes XXIII.", das 1962 herausgegeben worden war. Bis 1970, also nach Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965), war diese Messform die gebräuchlichste in der römisch-katholischen Kirche weltweit und geht über das von Papst Pius V. im Jahre 1570 überarbeitete Missale Romanum an sich auf die erste Druckausgabe des Missale Romanums rund hundert Jahre zuvor zurück.

 

 

Schon Papst Gregor der Große (590-604) las diese Messe

Sie reicht dem Ursprung nach bis in das 5./6. Jahrhundert zurück, in die Zeit des heiligen Papstes Gregor des Großen, einige Teile des Missale sogar bis in die Zeit der heiligen Apostel. Ein wahrer Schatz, den zu bewahren wir Katholiken aufgerufen sind; vgl. auch Menüpunkt PILGER-WISSEN > Gebete und Lieder > Judica-Psalm und Gebete für Pilger. Martin Mosebach spricht gar vom Kernanliegen einer "Avantgarde der Tradition" - im Blick auf das Überkommene und Bewahrenswerte eine geistige Vorreiterrolle übernehmen - also von der "Messe von morgen." - Quelle: Prof. Michael Fiedrowicz - Die überlieferte Messe, Carthusianusg verlag, 2017.

 

MYSTERIUM FASCINOSUM ET TREMENDUM

Florian Kolfhaus beschreibt das Mysterium der Heiligen Messe in seinem Artikel im Vatikan Magazin, Ausgabe Februar 2017 sehr schön: "Das Volk Gottes, schon seit den Tagen Jakobs (der des Alten Testaments,) sucht das "mysterium fascinoszum et tremendum"; Orte, an denen es fasziniert und erschüttert Gott begegnet und singen kann: 'Hier liegt vor Deiner Majestät im Staub der Christenschar das Herz zu Dir, o Gott, erhöht, die Augen zum Altar.'"

 

PAPST PIUS XI. (1922 - 1939):

"Welch wundervolles Schauspiel bietet dem Himmel und der Erde die betende Kirche, wenn ohne Unterlaß Tag und Nacht die unter göttlicher Eingebung geschriebenen Psalmen auf Erden gesungen werden; wenn keine Stunde des Tages gezählt wird, die nicht durch ihre eigene Liturgie geweiht wäre; wenn jedes Lebensalter seine Rolle hat beim Dank-, Lob-, Bitt- und Sühnegebet, diesem gemeinsamen Flehen des mystischen Leibes Christi, der Kirche:“ *)

 

PIUS XII. (1939 - 1958)

"Deshalb ist in jeder liturgischen Handlung zugleich mit der Kirche ihr göttlicher Stifter zugegen. Zugegen ist Christus im hochheiligen Opfer des Altares, in der Person des seine Stelle vertretenden Priesters und vor allem unter den eucharistischen Gestalten. Zugegen ist er in den Sakramenten durch die Kraft, die er ihnen zuströmen läßt als den Werkzeugen der Heiligung. Zugegen ist er endlich im Lob Gottes und im Bittgebet, gemäß dem Worte: Wo nämlich zwei oder drei in meinem Namen vereint sind, bin ich mitten unter ihnen." *)

 

RÜCKGRIFF AUF DAS ALTE TESTAMENT

Schon der Prophet Maleachi des 4. vorchristlichen Jahrhunderts tadelte im Auftrag des Herrn die Priester, die würdelos, häufig unwürdig, zelebrierten. Es ärgere den Allerhöchsten, wenn seine Leviten sagen: "Der Tisch des Herrn ist nicht so wichtig."

Wie schön klingt dagegen Maleachi 1,11 als Vorgriff auf das (heutige) heilige Meßopfer des Herrn: "Denn vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang steht mein Name groß da bei den Völkern und an jedem Ort wird meinem Namen ein (Rauch-) Opfer dargebracht und eine reine Opfergabe."

 

ÜBERLIEFERTE MESSE NIE VERBOTEN GEWESEN

Der Irrglaube, dass dieser Messritus vom Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) untersagt worden sei, hält sich weiterhin, ist aber definitiv falsch. Der überlieferte Ritus kann seinem Wesen nach gar nicht verboten werden, denn Papst oder Konzil sind nicht Herr der Liturgie - sondern Beschützer. 

 

Interessanterweise bemerken dazu die Mönche des österreichischen Cistercienserklosters Heiligenkreuz auf Seite 26 ihres Booklets über ihr Kloster - offensichtlich nicht ohne Grund:

"Das Chorgebet wird in Latein gehalten. Dies entspricht dem Zweiten Vatikanischen Konzil, welches sagt, dass das Latein in der Kirche erhalten bleiben soll und die Landessprache zusätzlich erlaubt wird."  

 

Es drängt sich der Eindruck auf, dass die Gläubigen nach wie vor nicht korrekt informiert werden. Meine persönlichen Gespräche mit einigen katholischen Pfarrern und Pastören stützen die Annahme, dass es die Geistlichen sind,  die diese Lateinische Messe eigentlich nicht wollen, sie als störend empfinden. Dabei handelt es sich doch um die Lateinische Messe ihres ansonsten zu Recht so hoch verehrten heilig gesprochenen Konzil-Papstes Johannes XXIII. - vgl. unten.

 

Papst Johannes Paul II. wie Papst Benedikt XVI.  haben zum Thema mehrere Male korrigierend Stellung genommen und zwar im Rahmen ihrer Apostolischen Schreiben/Motu Proprio (Aus eigenem Beweggrund): a) am 2. Juli 1988 via Ecclesia Dei  und b) am 7. Juli 2007 via Summorum Pontificum. 

 

Papst PIUS XII. *)

In weiser Voraussicht, als ob Pius XII. es erahnte, veröffentlichte er am 20. November 1947 das Rundschreiben MEDIATOR DEI über die heilige Liturgie.

Nachstehend einige Auszüge, entnommen der Webseite von St. Josef aus Österreich -  www.stjosef.at/dokumente/mediator_dei_inhalt.htm.

"Wenn Wir nämlich einerseits mit großem Bedauern feststellen, daß in verschiedenen Ländern der Sinn für die heilige Liturgie, ihre Kenntnis und ihr Studium gelegentlich ungenügend sind oder fast ganz fehlen, so müssen Wir anderseits mit Besorgnis, ja mit Furcht wahrnehmen, wie einige allzu neuerungssüchtige Leute vom Weg der gesunden Lehre und der Klugheit abweichen. Den Plänen und Bestrebungen zur Erneuerung der Liturgie, an die sie herantreten, mischen sie häufig Auffassungen bei, die in der Theorie oder Praxis diese heilige Sache gefährden und bisweilen mit Irrtümern behaften, die den. katholischen Glauben und die aszetische Lehre berühren."

"Reinheit des Glaubens und der Sitte muß aber die hauptsächlichste Richtlinie dieser heiligen Wissenschaft sein, die mit der weisen Lehre der Kirche in allem übereinstimmen soll. Es ist demnach Unsere Pflicht, was gut ist, zu loben und zu empfehlen, was aber vom rechten Weg abweicht, in Schranken zu halten oder zu verwerfen."

Summorum Pontificum                                      Papst Benedikt XVI. - 14. September 2007

Papst Benedikt XVI.

 

Die Deutsche Bischofskonferenz hat das Dekret von Papst Benedikt XVI. im Rahmen der Verlautbarungen des Heiligen Stuhls selbstverständlich, gleichwohl unwillig, publiziert. Bestellnummer 178.

 

Die Publikation trägt den Titel:

"Brief des Heiligen Vaters PAPST BENEDIKT XVI. an die Bischöfe anlässlich der Publikation des Apostolischen Schreibens Motu proprio SUMMORUM PONTIFICUM über die römische Liturgie in ihrer Gestalt vor der 1970 durchgeführten Reform." 

 

Der entscheidene Satz des Papstes

"Was nun die Verwendung des Messbuchs von 1962 als Forma extraordinaria(Hinweis: außerordentliche Form = alte Messe) der Messliturgie angeht, so möchte ich darauf aufmerksam machen, dass dieses Missale nie rechtlich abrogiert (Hinweis: nie widerrufen) wurde und insofern im Prinzip immer zugelassen blieb." 

 

Wesentliche Aussagen

des Papstdokumentes vom 14. September 2007,

dem Fest Kreuzerhöhung

Artikel 1: Es gibt "zwei Ausdrucksformen der 'Lex Orandi' (Anmerkung: Gesetz des Betens) der Kirche":

Das von Papst Paul VI. promulgierte Römische Meßbuch ist die ordentliche Ausdrucksform der "Lex orandi" der katholischen Kirche des lateinischen Ritus.

 

Das vom hl. Papst Pius V. (im Amt von 1566-1572) promulgierte (veröffentlichte) und vom seligen Papst Johannes XXIII. (Pontifex von 1958-1963) in seiner Amtszeit neu herausgegebene Römische Messbuch hat hingegen als außerordentliche Ausdrucksform derselben "Lex orandi" der Kirche zu gelten, und auf aufgrund seines verehrungswürdigen und alten Gebrauchs soll es sich der gebotenen Ehre erfreuen.

 

Der alte Ritus war nie verboten: (...) es (ist) erlaubt, das Meßopfer nach der vom sel. Johannes XXIII. promulgierten und niemals abgeschafften Editio typica des Römischen Meßbuchs als außerordentliche Form der Liturgie der Kirche zu feiern.

 

Priester, die dies wünschen, dürfen bei entsprechenden Kenntnissen (Latein und Zelebrationsform) ohne spezielle Erlaubnis des Apostolischen Stuhls (Anmerkung: also des Papstes resp. der Kurie) oder ihres Ordinarius private hl. Messen in der außerordentlichen Form des römischen Ritus feiern, an denen auch Gläubige teilnehmen können (Art. 2 und 4).

 

Für Gruppen von Gläubigen, die dies wünschen, soll der Pfarrer oder ggf. der Bischof eine Möglichkeit zur regelmäßigen Mitfeier von hl. Messen in der außerordentlichen Form des römischen Ritus finden (Art. 5 und 7).

 

Weitere Klarstellungen der päpstlichen Kommission

"Ecclesia Dei" vom 30. April 2011:

Das Motu proprio "Summorum pontificum" (MPSP) ist kein Indult, keine Sondergenehmigung, sondern "ein universalkirchliches Gesetz..., um den Gebrauch der römischen Liturgie, wie sie 1962 in Geltung war, neu zu regeln."

 

Das MPSP soll der gesamten Kirche den Zugang zur klassischen römischen Liturgie ermöglichen (...) 

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ZWEITES VATIKANISCHES KONZIL 1962/1965 

Benedikt XVI. stützt sich zu Recht auf das Zweite Vatikanische Konzil, das in seinem Lehrdokument Sacrosanctum Concilium / Konstitution über die heilige Liturgie in Art. 36,1 folgendes festhält:

 

"Der Gebrauch der lateinischen Sprache soll in den lateinischen Riten erhalten bleiben, soweit nicht Sonderrecht entgegensteht";

 

und weiter heißt es unter Art. 54:

 

"Der Muttersprache darf im Sinne von Art. 36 (...) ein gebührender Raum zugeteilt werden (...). Es soll jedoch Vorsorge getroffen werden, dass die Christgläubigen die ihnen zukommenden Teile des Meß-Ordinariums auch lateinisch miteinander sprechen oder singen können." 

Quelle: entnommen Karl Rahners / Herbert Vorgrimlers Kleines Konzilskompendium, 35. Auflage.

 

Fazit: Offensichtlich sind sich diejenigen, die die sog. Lateinische Messe kategorisch ablehnen, nicht bewusst, dass ausgerechnet ihr Vorbild Papst Johannes XXIII. just diese Messe eben nicht ablehnte, im Gegenteil. Sein Aggiornamento (Verheutigung/Aktualisierung), das das Zweite Vatikanische Konzil einleutete, sollte beileibe nicht alles umkrempeln.

 

BISCHÖFE KREMPELTEN EIGENMÄCHTIG UM

Das aber taten die Bischöfe, vor allem die aus Deutschland, Holland und Frankreich. Sie kehrten die eigentliche Intention der Konzilsväter ins Gegenteil; nicht nur in diesem Bereich. Dabei sollten sie doch alle wissen, dass die Kirche sich niemals von ihren überlieferten Riten trennen kann und darf, die sie als geistigen Schatz betrachtet. Sie fordert vielmehr dazu auf, diese überlieferten Riten zu studieren und die in ihnen verborgenen Kostbarkeiten für die Gegenwart aufzuschließen.

 

Wer einmal die überlieferte Messe, die sog. Missa Tridentina erleben will, schlage bitte nachfolgende Webseite auf: http://www.pro-missa-tridentina.org/heilige-messen/regelmaessige-gottesdienste_1.htm

 

PROF. JOSEPH RATZINGERS EINSCHÄTZUNG

DER NEUEN MESSE VON 1970

"(...) als wäre es ein von Professoren neu erarbeitetes Buch und nicht eine Phase in einem kontinuierlichen Wachstum. Derlei ist in dieser Form nie geschehen, es widerspricht dem Typus liturgischen Werdens, und erst dieser Vorgang hat überhaupt die absurde Vorstellung provoziert, als hätten Trient und Pius V. ihrerseits ein Missale verfasst." 

(Anm.: die 1. Ausgabe des Missale Romanum war bereits rd. 100 Jahre zuvor publiziert worden).

Und weiter: "Ich bewundere immer wieder die Gewandheit von Theologen, denen es gelingt, genau das Gegenteil von dem zu vertreten, was in klaren Dokumenten des Lehramtes geschrieben steht, um dann doch diese Umkehrung mit geschickten dialektischen Kunstgriffen als die 'wahre' Bedeutung des betreffenden Dokumentes hinzustellen."  

Feier der Heiligen Messe aller Zeiten in Norddeutschland

In Hannover beispielsweise wird diese Heilige Messe jeden Sonntag von der Priesterbruderschaft St. Petrus um 15:30h in der Basilika St. Clemens gefeiert. Predigt und Lesungen incl. Evangelium immer auch in Deutsch. 

 

Als Abgrenzung zum Novus Ordo Missae (sog. Neue Messe seit 1969/79) nannte Papst Benedikt XVI. die überlieferte Messe aller Zeiten "Heilige Messe in der außerordentlichen Form des Römischen Ritus". Ist es nicht bewegend zu wissen, wer alles über die Jahrhunderte hinweg genau diese Messe, mit genau diesen Worten gebetet, genau am gleichen Tag im Jahr dasselbe Evangelium gehört hat?

Ich nenne nur wenige Namen wie Bischof Isidor von Sevilla, Karl der Große, Bernhard von Clairvaux, Katharina von Siena, Teresa von Avila,  der junge Martin Luther, Ignatius von Loyola, Petrus Canisius, Thomas Morus, Pfarrer von Ars, Kardinal John Henry Newman, Charles de Foucauld, die Päpste Pius X., Pius XII., Johannes XXIII.; und ich bin mir ganz sicher, dass es Papst em. Benedikt XVI. in seinen Privatmessen gleichermaßen tut, zusammen mit seinem Privatsekretär Erzbischof Georg Gänswein. 

 

Mittlerweile habe ich eine weitere Gemeinde entdeckt, die die Missa Tridentina anbietet: Kapelle der vereinten Herzen Jesu und Mariä in Hagstedt bei Visbeck/Vechta nahe der Autobahn, in der Trägerschaft der Priesterbruderschaft St. Pius X: FSSPX - Fraternitas Sacerdotalis Sancti Pii X. Der heiliggesprochene Papst Pius X., Pontifex maximus von 1903 bis 1914, hatte sich im besonderen Maße der heiligen Eucharistie verschrieben. Er ließ beispielsweise die Gregorianischen Gesänge wieder in die Liturgie integrieren. An anderer Stelle demnächst mehr über ihn. Schon als Kind verehrte ich diesen Papst, wie im übrigen auch Papst Pius XII., offensichtlich dem damaligen Religionsunterricht an der St. Johannisschule in Bremen geschuldet. Heutzutage wird Kindern im katholischen Religionsunterricht beigebracht, dass Jesu Gang auf dem Wasser natürlich nur wegen der darunter befindlichen Sandbank möglich gewesen sei, und Pastoren predigen vom Ambo aus den Gläubigen, dass der katholische Katechismus nicht das Maß aller Glaubenswahrheiten sei, so geschehen vor wenigen Jahren in der gleichnamigen Kirche. Man mag zur Pius-Bruderschaft ihr stehen, wie man will. Fakt ist, ohne Erzbischof Lefebvre, dem Begründer der Bruderschaft in 1969, würden wir heute keine Messe nach dem außerordentlichen römischen Ritus feiern. Fakt ist und bleibt, die dort feiernden Katholiken glauben noch an den dreifaltigen Gott, an Gottvater, an Gottes Sohn Jesus Christus als Erlöser und an den Heiligen Geist. Die Predigten sind nicht (partei-) politisch und ökologisch, nicht moralisierend, nicht mainstreammäßig fokussiert, sie thematisieren das Evangelium Jesu Christi, den Glauben. Ein Erlebnis.

 

NORDDEUTSCHLAND

In Norddeutschland wird darüber hinaus die Messe aller Zeiten, die Missa Tridentina, formal in der außerordentlichen Form des römischen Ritus, unter anderem in Bremen, Hamburg, Hannover, Kiel, Lübeck und Osnabrück gelesen.

 

BREMEN

BREMEN. St. Joseph-Stift. Der Altar wird extra für diese Heilige Messe geschmückt, geostet.

 

In Bremen die "Messe aller Zeiten" seit März 2017 alle 1/4 Jahre freitags in der Kapelle des St. Joseph-Stifts, Ecke Schubertstraße/Schwachhauser Heerstraße um 19:00h gefeiert. Als Zelebrant konnte  Pastor Oliver Dembski aus Hamburg-Wandsbek gewonnen werden. http://www.alte-messe-im-norden.de/

 

Das Angebot wird wahrgenommen. Mit über einhundert Gläubigen sind die Ränge gut gefüllt. Der zuvor ab 18:30h gebetete Rosenkranz erfreut sich gleicher Beliebtheit. Wie der Zufall, die Vorsehung, es so bestimmte, fiel der letzte Gottesdienst des Jahres 2017 ebenfalls auf einen hohen Marienfeiertag - auf Mariä Empfängnis am 8. Dezember.  Die nächste Heilige Messe nach dem überlieferten römischen Ritus wird am 9. März 2018 gefeiert. 

 

HILFESTELLUNG

Das Büchlein ORDO MISSAE - die Ordnung der heiligen Messe nach der außerordentlichen Form des römischen Ritus - liegt aus. In ihm werden beschrieben unter anderem die einzelnen Teile der Heiligen Messe, Gebete (Rosenkranz und zur Kommunion), Asperges *), Choralmessen, Credo, Te Deum, Marianische Gesänge, Lieder aus dem Gotteslob, Litaneien, geistliche Lieder im Kirchenjahr: soweit lateinisch verfasst immer mit der deutschen Übersetzung.

*) sonntags vor dem Hochamt teilt der Priester zur Erinnerung an die heilige Taufe Weihwasser aus. Dazu singt man während des Jahres das Asperges me (besprenge mich).

 

Für diejenigen, die tiefer in die überlieferte Messe einsteigen wollen, ist auch das Büchlein Zum Altare Gottes will ich treten - Die Messe in ihren Riten erklärt - ausgelegt; ebenfalls von der Priesterbruderschaft St. Petrus mit Pater Martin Ramm, FSSP.

 

Mittlerweile kenne ich eine Vielzahl von Christgläubigen: Eheleute, junge Menschen und junge Familien, die nur dieser heiligen Messe nach dem überlieferten Ritus wegen teils weit über 100 Kilometer fahren. Sie alle wissen um die obligatorische Mundkommunion; vgl. dazu auch den nächsten Punkt. 

Messorte weltweit                         

Mundkommunion obligatorisch

Introibo ad altare Dei: ad Deum, qui laetificat iuventutem meam. Eintreten will ich zum Altare Gottes, zu Gott, der meine Jugend erfreut.

Geosteter Altar. Priorat Essen der Priesterbruderschaft St. Pius X. Die Fatima-Madonna im Blickpunkt, vorne die weiß gedeckten Kommunionbänke. Die Mundkommunion ist obligatorisch, der Ministrant hält eine Patene (Schale) unter das Kinn des Kommunikanten, um eventuell herabfallende Partikel aufzufangen.

 

So hat Papst Benedikt XVI. während der Abschlussmesse des Weltjugendtages 2008 in Sydney alle Gläubigen gebeten, denen er selbst die Kommunion spende, diese kniend und in der Form der Mundkommunion zu empfangen. Zwei Jahre später hat er dann den Indult (Schrift des Papstes, Gnadenerweis, Verwaltungsakt) für die Handkommunion bei Messen mit dem Heiligen Vater außer Kraft gesetzt.

Alle Priester, die im Petersdom bei der Spendung der Heiligen Kommunion helfen, sind seit dem 24. Dezember 2010 angewiesen, diese nicht mehr auf die Hand, sondern nur auf die Zunge zu geben. "(...) wonach die heiligen Gestalten (Brot und Wein) zu berühren und sie mit den eigenen Händen auszuteilen, (...) ein Vorrecht der Geweihten (ist), das auf ihre aktive Teilnahme am eucharistischen Dienst hindeutet." 

 

Der Priester repräsentiert bei diesem heiligen Vorgang Jesus Christus. Die Mundkommunion wird seit dem 5. Jahrhundert vermehrt praktiziert und ab dem 9. Jahrhundert gilt sie als üblich, bis eben die liberalen Deuter des Zweiten Vatikanischen Konzils eine Änderung herbeiführten.

Die seitens des Priesters jeweils gesprochene Spendeformel ist gleichermaßen geändert worden. Der vom Priester leise gesprochene Satz, in Anlehnung an das Johannes-Evangelium 6,54, immerhin seit mindestens 1.200 Jahren üblich: „Der Leib unseres Herrn Jesus Christus bewahre Deine Seele zum ewigen Leben. Amen“ ist heute dem deutlich zu hörenden lapidaren Ausruf: „Der Leib Christi“ gewichen.

 

MESSORTE WELTWEIT

Die Meßorte sind weltweit seit 2007 gestiegen. In jenem Jahr hatte Papst Benedikt XVI. das oben beschriebene Motu Proprium Summorum Pontificum veröffentlicht.

In Deutschland stieg die Zahl der Meßorte in 2017 auf über 150 (mehr als Dreifache), ähnlich in Großbritannien; in Frankreich von ca. 120 auf über 220, in den USA von rd. 220 auf über 480. Bemerkenswert.

Österreich, die Schweiz, die Niederlande, Spanien; Belgien, Italien (Süd-Tirol), Liechteinstein, Israel und weitere Länder ziehen nach.

 

Das Magazin der Laienvereinigung für den klassischen römischen Ritus in der katholischen Kirche DOMINUS VOBISCUM - Glaube, Tradition, Kultur - http://pro-missa-tridentina.org - klärt auf.

 

Weitere Webseiten

Weltweit: http://www.pro-missa-tridentina.de/heilige-messen/index.htm

Spanien: http://www.unavocesevilla.com/misaenespana.htm.

Mittlerweile auch in der St. Anna Kirche des Karmelittenklosters von Cordoba, offensichtlich jeden Sonntag.

Die Messe aller Zeiten gut erklärt                        

  • Zum Altare Gottes will ich treten. Die Messe in ihren Riten erklärt .   P. Martin Ramm FSSP. 5. Auflage Thalwil 2011, www.introibo.net/publikationen.htm

  • ORDO MISSAE. Die Ordnung der Heiligen Messe nach der außerordentlichen Form des Römischen Ritus. Priesterbruderschaft St. Petrus. www.introibo.net oder www.petrusbruderschaft.de

  • DIE MESSE DER KIRCHE. Opfer - Priestertum - Realpräsenz. Heinz-Lothar Barth, UNA VOCE Edition. www.una-voce.de

  • Häresie der Formlosigkeit. Die römische Liturgie und ihr Feind. Martin Mosebach, dtv 2012. 

  • Verteidigung der Tradition. Die unüberwindbare Wahrheit Christi. Roberto de Mattei, Grignion Verlag, 2017.

  • Die überlieferte Messe. Geschichte, Gestalt, Theologie. Michael Fiedrowicz. Carthusianus Verlag, 2017.

  • Weitere Buchvorstellungen folgen in Kürze.

 

Nicht-Katholiken sind zumeist von dem feierlichen Hochamt der überlieferten Messe, von der feierlichen Atmosphäre überrascht und angetan. Liberale Katholiken hingegen äußern oft - zumindest nach dem ersten Besuch - Ablehnung: Damit könnten sie nichts anfangen. Klar doch, ist ihnen doch dieser Ritus, im wesentlichen bis Anfang der 1970iger Jahre üblich, fremd geworden, vermeintlich aus der Zeit gefallen; mitnichten. An dieser Stelle ein Hinweis, der viele überraschen wird: Auch ein Heinrich Böll, Literatur-Nobelpreisträger, konnte mit der Liturgiereform nach dem Konzil nicht viel anfangen, so die Literaturwissenschaftlerin Elisabeth Hurth im Jahre 2010. Wann immer es möglich war, besuchte er die Heilige Messe und kommunizierte, so Böll als Soldat in einem Brief vom 30. August 1942. Von ähnlichem berichtete 1956 der berühmte Literarturkritiker Marcel Reich-Ranicki bei Heinrich Bölls Besuch in Warschau. An Sehenswürdigkeiten sei er nicht interessiert gewesen, jedoch am sofortigen Besuch der Messe; Quelle Vatican Magazin 10.2017, S. 63. 

Diesen gläubigen Katholiken möchte ich als Einstimmung zur Feier einer vom Glauben geprägten Liturgie (Eucharistie) das Buch des emeritierten Papstes Benedikt XVI., im Jahre 2000 verfasst als Joseph Kardinal Ratzinger, empfehlen: 

  • Der Geist der Liturgie – Eine Einführung. Verlag Herder, Freiburg

AKUTELLE BEITRÄGE ZUR LITURGIE

Schriftsteller Martin Mosebach                                 

über die "Missa Tridentina" anlässlich des 90. Geburtstages von Papst em. Benedikt XVI. in 2017

Gefahr der Umdeutung des Zweiten Vatikanischen Konzils

Papst Benedikt XVI. erhebt den Kelch zur Kommunion.

"Was soll ich dem Herrn vergelten für alles, was er an mir getan hat? Den Kelch des Heils will ergeifen und anrufen den Namen des Hern." - PS 116,5

 

Der deutschlandweit bekannte, vielfach ausgezeichnete Schriftsteller Martin Mosebach hat bei der Liturgischen Tagung in Herzogenrath, sie fand Ende April/Anfang Mai 2017 statt, eine bemerkenswerte Rede gehalten - zu und über Papst Benedikt XVI. und somit folgerichtig auch über das Zweite Vatikanische Konzil und den überlieferten Ritus - der Missa Tridentina. 

Ich denke, die Veranstalter der Tagung werden es begrüßen, wenn ich an dieser Stelle auf seinen speziellen Geburtstagsgruß für Papst emeritus Benedikt XVI. aufmerksam mache. Bitte anklicken:

http://de.catholicnewsagency.com/article/martin-mosebach-benedikt-zum-90-geburtstag-0081

September 2017. Die Liturgie entscheidet das Schicksal der Kirche

10 Jahre Summorum Pontificum

"Die Liturgie ist 'unfehlbar' und überragt die persönlichen Meinungen der Theologen, Bischöfe und Päpste, weil sie den objektiven Glauben der Kirche ausdrückt. - Der Einbruch der Liturgie hat zu einem Einbruch der Kirche geführt."

Das sagte Gerhard Kardinal Müller anlässlich der Jubiläumstagung 10 Jahre Summorum Pontificum im September 2017 in Rom.

 

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Oktober 2017. Papst em. Benedikt XVI. sieht Verdunkelung Gottes in der Liturgie

Der emeritierte Papst sieht darin die eigentliche Ursache der Kirche. In einem weitverbreiteten Missverständnis der Liturgiereform habe man die Unterweisung sowie die eigene Aktivität und Kreativität in den Mittelpunkt des Gottesdienstes gerückt. Wenn aber der Vorrang Gottes nicht mehr in der Liturgie und im Leben deutlich werde, sei die Kirche in Gefahr. Der Neunzigjährige schrieb diese Sätze in einem Vorwort der russischen Ausgabe seiner Werke zur Liturgie.

 

Benedikt XVI. erinnerte weiter an den Grundsatz aus der Mönchsregel Benedikts von Nursia (um 480–547), dass dem Gottesdienst nichts vorgezogen werden dürfe.

Dies habe der Begründer des abendländischen Mönchtums bewusst mit Blick auf scheinbar größere Dringlichkeiten in der Landwirtschaft, handwerklichen Arbeitsabläufen oder der Wissenschaft formuliert. Diese Priorität Gottes gelte nicht nur im Klosterleben, betonte Benedikt XVI. Wenn der Mensch Gott hintanstelle, unterwerfe er sich Konstrukten, die ihn versklavten und die seiner Menschenwürde widersprächen.  Benedikt hatte sich vor seinem Rücktritt mehrmals für eine Reform der nachkonziliaren Liturgiereform ausgesprochen.

Quelle: Newsletter Radio Vatikan 04.10.17 (kna) und Die Tagespost vom 05.10.17

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August 2017. Papst Franziskus zur Liturgiereform von Papst Paul VI. des Jahres 1970 

Konzilsbeschlüsse sind offenbar bedeutungslos geworden 

Papst Pius V., das ist der Papst, der die sog. Tridentinische (lateinische) Messe festgezurrt hatte, bekräftigte in seiner „Bulle Quo Primum“ des Jahres 1570 beschwörend die Unveränderlichkeit des nach Trient festgesetzten Missales (Meßbuch) für alle Zeiten. Grundlage war der Konzilsbeschluss von Trient; es tagte von 1545 bis 1563:

  • Die Liturgie darf künftig nur in lateinischer Sprache gefeiert werden.
  • Die Liturgie darf nicht verändert werden durch Hinzufügungen oder Auslassungen.
  • Der maßgebliche Gesang ist der Gregorianische Choral.

 

Hat sich schon Papst Paul VI. über diesen Konzilsbeschluss hinweggesetzt, so bekräftigt der gegenwärtige Papst Franziskus die Unumkehrbarkeit dieser Liturgiereform von 1970. Nur zum besseren Verständnis: Diese von Paul VI. erlassene Reform ist eben NICHT vom 2. Vatikanischen Konzil der Jahre 1962 bis 1965 beschlossen worden. Die Frage, die sich stellt, ist doch, ob ein Papst überhaupt einen Konzilsbeschluss einseitig in dieser Wucht ändern darf? 

 

Hier die zwei wesentlichen Sätze Papst Franziskus`:

  •  Ihrem Wesen nach ist die Liturgie eine Sache des Volkes und nicht des Klerus, sie ist, wie schon die Etymologie anzeigt, eine Aktion für das Volk und durch das Volk.“
  • „Nach diesem Lehramt, nach diesem langen Wege können wir mit Sicherheit und mit lehramtlicher Autorität bekräftigen, dass die Liturgiereform unumkehrbar ist.“

 

Das Internetportal Summorum Pontificum fragt sich am 24. August 2017:

  • „Diese Beschreibung muss alle verwundern, die die Liturgie bisher für das Handeln der Kirche hielten, einer Kirche, die zwischen 'Volk' und Klerus keinen Gegensatz konstruiert, sondern in der den verschiedenen Abteilungen Gottes jeweils ihre je eigenen Aufgaben und Pflichten zukommen.
  • Kann sich der Verfasser der Papstrede – es ist schließlich nicht von irgendeiner Liturgie, sondern von der 'Reform' des Missales die Rede – eine Messfeier ohne Klerus, ohne geweihte Priester und Bischöfe, vorstellen?
  • Soll der Weg der Kirche durch zwei Jahrtausende umgekehrt und das Ergebnis dann für 'unumkehrbar' erklärt werden?“

 

Ich füge folgenden Gedanken hinzu:

Franziskus bezog sich u.a. auf die Päpste Pius X., Pius XII., Paul VI., interessanterweise nicht auf seine unmittelbaren Vorgänger Johannes Paul II. und vor allem nicht auf Benedikt XVI.. Von beiden weiß auch er, dass sie immer wieder betonten, dass die rechtgefeierte Liturgie/Eucharistie, in der der Priester während der Wandlung an Christi statt zelebriert, als Glaubensmittelpunkt der Kirche Christi einzustufen ist.

 

Wie ist nun weiterhin Franziskus` Rede anlässlich der 68. Liturgischen Woche Italiens zu verstehen? Ich meine, als - mindestens mittelbare - Konfrontation Benedikts XVI., der in seiner langen Zeit als Theologie-Professor, als Erzbischof von München, als Kurienkardinal, als Papst und auch nach 2013 als emeritierter Papst in zig Büchern und Aufsätzen zu diesem Thema fast schon beschwörend Stellung genommen hat, zuletzt in 2017 im Vorwort von Kardinals Sarahs neuestem Buch.

 

Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass Kardinal Walter Brandmüller, emeritierter Kurienkardinal, vor kurzem auf das päpstliche Amtseinsetzungsverfahren nach Petrus eingegangen ist. Bis ins 10. Jahrhundert, gerechnet von Papst Gregor dem Großen an, musste jeder neugewählte Papst seine Rechtgläubigkeit unter Beweis stellen; inkludiert war die eidlich zu gebende Zusage, dass alle anerkannten Konzilien, die Lehre und die Edikte seiner Vorgängerpäpste zu bestätigen und zu bewahren seien. Von Papst Franziskus weiß man zwischenzeitlich, dass gerade er sich darum nicht einen Deut schert; für ihn ist offenbar die zu erzielende Öffentlichkeitswirkung wichtig. Das ist schade. Vielleicht greift der Heilige Geist noch rechtzeitig korrigierend ein.