DIE EINE, HEILIGE, KATHOLISCHE UND APOSTOLISCHE KIRCHE

Rom. Petersdom. Loggia. Papst Pius XII. segnet die Gläubigen. Als Summus Pontifex  im Amt vom 2. März 1939 bis 9. Oktober 1958. Geboren am 2. März 1876 in Rom als Eugenio Maria Giuseppe Giovanni Pacelli. Apostolischer Nuntius in Deutschland von 1919 bis 1929. Ein großer Papst. Entgegen der tradierten Meinung rettete er vielen Juden das Leben. 1, 5                                            

Einführung

Rom. Petrusstatue in den Vatikanischen Gärten.

 

Der Vatikan, das geistige Zentrum der katholischen Christen, wurde auf dem Platz errichtet, auf dem der Apostel Petrus sein Martyrium (wahrscheinlich 66 n. Chr.) erduldet hat und begraben ist.

Sein Zentrum ist der Petersdom mit außergewöhnlichen Ausmaßen: Die Basilika ist 211,5 m lang und 132,5 m hoch. Die Kuppel hat einen Durchmesser von 42,34 m. Auf 25.616 qm Kirchenfläche haben bis zu 60.000 Gläubige Platz. Ungewöhnlich reichhaltig auch die Innenausstattung mit 44 Altären, 11 Kuppeln, 778 Säulen und 395 Statuen; die wohl berühmteste ist die Petrusstatue.

 

Allein schon ihrer Verfasstheit wegen bietet die katholische Kirche genügend Projektionsfläche für ihre Kritiker, weil Weltkirche: Wegen ihres Papsttums, wegen des (zumeist falsch interpretierten) päpstlichen Unfehlbarkeitsdogmas, wegen ihrer Apostolizität, wegen ihres  Wahrheitsanspruchs, wegen ihres Kirchenverständnisses, wegen der Sakramente (Taufe, Eucharistie/Kommunion, Beichte, Krankensalbung (früher: Letzte Ölung), Firmung, Ehe und Weihe (Diakonen-, Priester und Bischofsweihe)), wegen der Heiligenverehrung, insbesondere der Gottesmutter und Jungfrau Maria (Rosenkranz), wegen der Mariendogmen, wegen des Zölibats, wegen ihrer monastischen Orden, wegen der Jesuiten, wegen Opus Dei, wegen der mittelalterlichen Hexenverbrennungen, wegen der Inquisition, wegen der Kreuzzüge, wegen der - vermeintlichen - Wissenschaftsfeindlichkeit (Stichwort Galileo Galilei), wegen der Konzile; weil als Vatikanstadt mit St. Peter 6 auch anerkanntes Staatsgebilde, nach außen wiederum vertreten durch den Heiligen Stuhl; et ecetera.

 

An dieser Stelle passt sehr gut das Diktum des englischen Schriftstellers Gilbert Keith Chesterton 2 (1874-1936):

 

"Die katholische Kirche ist die einzige Institution, die den Menschen vor der Sklaverei bewahrt, ein Kind seiner Zeit zu sein." 

 

Dieser Satz hat leider mittlerweile seine Strahlkraft verloren; für mich auch ein Ergebnis des Zweiten Vatikanischen Konzils. Kleriker wie Gläubige fühlen sich mehr der Moderne verpflichtet: Relativismus, Positivismus, Mainstream.

 

Im Nachfolgenden werde ich gleichwohl einige der oben genannten Essentials der einen, heiligen, katholischen und apostolischen (römischen) Kirche streifen und näher beleuchten. Auch der religös unmusikalisch geprägte Leser wird profitieren. Der Leser, der bereits Glaubenserfahrungen hat sammeln können, wird das Gesagte nutzen, tiefer in die Mysterien der Heilsgeheimnisse einzusteigen. Die neuere römisch-katholische Theologie spricht dann vom mystagogischen Zugang. Vom Kirchenvater Kyrill von Jerusalem ist eine aus dem 4. Jahrhundert stammende Predigtsammlung mystagogischer Homilien überliefert.

Essentials der katholischen Kirche             Apostolozität, Papsttum und Tradition

Vatikan. Petersdom. Statuen Jesus Christus mit Johannes dem Täufer.

 

Die Statuen auch der weiteren Apostel sind 5,7 m hoch. Die Figuren von Petrus und Paulus stehen wenige Meter vom Eingang des Petersdoms entfernt auf dem Vorplatz.

 

APOSTOLIZITÄT. PAPSTTUM.

„Ihr seid auf das Fundament der Apostel gebaut!" (Eph 2, 20)

gr.-lat. apostolos „abgesandt“. Der Vatikan schreibt dazu, vgl. unten stehende Verlinkung: „(…) Wegen der geschichtlichen Vermittlung der Offenbarung ist die Kirche in der Lehre, in ihrem sakramentalen Leben und in ihrer Verfassung als gesellschaftliches Gebilde im Gang der Zeiten und im Wechsel der Generationen real identisch mit der Kirche aller Zeiten und aller Orte, besonders aber mit ihrem historischen Ursprung in der Urkirche der Apostel (…)

 

Die Bischöfe sind im Amt der Leitung der ihnen anvertrauten Kirche und der autoritativen Bezeugung der Auferstehung Nachfolger der Apostel.

Das urkirchliche Apostelamt wird durch die apostolische Sukzession im Sakrament der Weihe mit der Weiterführung des Apostelkollegiums im Bischofskollegium zur historischen Einheit vermittelt, und die Kirche mit einem wirksamen Zeichen ihrer apostolischen Gestalt ausgerüstet.

 

Insofern beruht die Verfassung der Kirche, besonders das kirchliche Amt, auf 'göttlicher Einsetzung' (DH 101; 1318; LG 20).

Das Zweite Vatikanische Konzil hält in der Dogmatischen Konstitution LUMEN GENTIUM, Kapitel III, Nr. 18 Die hierarchische Verfassung der Kirche, insbesondere das Bischofsamt fest: "Der Bischof von Rom ist als Nachfolger des Apostels Petrus Haupt des Kollegiums der Bischöfe und Prinzip und Fundament ihrer Einheit in der Lehre und in der Communio (LG 18).“ vgl. http://www.vatican.va/archive/hist_councils/ii_vatican_council/documents/vat-ii_const_19641121_lumen-gentium_ge.html

 

Nicht nur der 1. Clemensbrief thematisierte schon in frühester Zeit, wie wir heute sagen, den päpstlichen Primat. Der heilige Clemens I., geboren um 50 in Rom, gestorben 97 oder 101 n. Chr., getauft vom Apostel Barnabas, persönlich bekannt mit den Aposteln Petrus und Paulus, war zweiter Nachfolger von Petrus im Amt des Bischofs von Rom. Nach den Aufzeichnungen des Eusebius von Cäsarea (geboren 263 in Israel, gestorben 338, Bischof, Kirchengeschichtsschreiber, Hoftheologe Kaiser Konstantins des Großen, Wortführer beim Konzil von Nicäa 325) überließ der römische Kaiser Aurelian um das Jahr 268 n. Chr. dem Bischof von Rom die Klärung eines innerkirchlichen Streits um den Bischofssitz von Antiochien, also fern ab von Rom.

Museum Augusteum Oldenburg.         Die zwölf Apostel.

 

Anfang. 16. Jahrhundert, westfälisch. Die Apostel stammen aus der Predella des Edewechter Altars.

Die Apostel inkl. Paulus, exkl. Judas Iskariot  a) Paulus, Philippus, Matthäus. b) Petrus, Andreas, Mathias.   c) Bartholomäus, Simon, Jacobus der Jüngere. d) Johannes, Jacobus der Ältere, Thomas. Allerdings sind nur elf Figuren vorhanden. Unser Jakobus ist als Dritter von rechts gut erkennbar.

 

Rom. Petersdom. Statue Heiliger Petrus. Arnolfo die Cambio, 13. Jh.

 

Der Sage nach soll die Bronze zur Petrusstatue vom heidnischen Standbild des Kapitolinischen Jupiter stammen. Den rechten Fuß der Statue haben Pilger mit ihren Küssen geglättet und verkleinert. Um 1450 berichtet ein Gewährsmann, dass in der Petersbasilika nichts so sehr die Wallfahrer anziehe, wie dieser Segen spendende Apostel. Quelle: Norbert Wolf, Die Macht der Heiligen und ihrer Bilder, Reclam 2004.

 

Martin Ebner, ein aktueller Theologe, nennt die Herrenworte von Matthäus 16,18 die Magna Charta des Papsttums: "Du bist Petrus, und auf diesem Felsen werde ich meine Kirche bauen (...) Ich werde dir die Schüssel des Himmelreiches geben."  Interessant, was die Kirchenväter sagten. Cyprian von Karthago (200 - 14.9.258): Er nennt die Gemeinde von Rom "Die Wurzel und Mutter der ganzen Kirche" und Ambrosius, der Bischof von Mailand (geb. 339 in Trier, gest. 4.4.397) deklamierte: "Wo Petrus ist, da ist die Kirche." Anno Domini 451 beantworteten die Teilnehmer des Konzils von Chalcedon das Lehrschreiben von Papst Leo I. mit dem Ruf: "Petrus hat durch Leo gesprochen." - vgl. dazu auch Ulrich Nersinger, Der unbekannte Vatikan, Media Maria Verlag 2014. Man vergegenwärtige sich: Es war doch ausgerechnet Petrus, der Jesus dreimal verleugnet hat, nicht seine Apostelbrüder wie Johannes, Andreas und Jakobus. Und ausgerechnet diesem Petrus übertrug Jesus die Leitung der Kirche. Kein nachfolgender Papst kann Christus mehr verraten als Petrus am Feuer des Hohenpriesters, keiner seiner Nachfolger im Petrusamt kann Christus mehr nachfolgen als Petrus, als er (Petrus) sich für Christus in Rom hat kreuzigen lassen. 

 

Wer mehr wissen will, dem empfehle ich nachstehende Verlinkung anzuklicken: http://www.vatican.va/roman_curia/pont_committees/eucharist-congr/documents/rc_committ_euchar_doc_20041007_symposium-muller_ge.html

 

In 1924 gab der sowjetische Außenminister, Georgij W. Tschitscherin, eine treffende Beschreibung zum Papststum und seiner Diplomatie (Frieden stiften, Frieden bewahren) ab: "Wir Kommunisten sind ganz sicher, über den Londoner Kapitalismus triumphieren zu können. Doch Rom wird sich als härtere Nuss erweisen. Wenn es Rom nicht gäbe, könnten wir mit all den verschiedenen Spielarten des Christentums fertig werden. Aber Rom entsendet zur Pflege seiner Religion Vertreter sämtlicher Nationalitäten. Sie sind wirksamer als Kanonen und Armeen. Der Ausgang dieses Kampfes ist ungewiss. Gewiss ist, dass er lange dauern wird.". Zitat entommen Der unbekannte Vatikan von Ulrich Nersinger, Media Maria Verlag 2014. 

 

1523: MARTIN LUTHER ÜBER PAPST HADRIAN IV.

"(...) redet der Satan auß meyßter Adrian (...) O wyr armen elenden Christen." Vier Jahre später vandaliert die Soldateska (mehrheitlich Lutheraner) Kaiser Karls V. in Rom, töten 6.000 Römer, plündern die ganze Stadt, verwüsten die Kirchen und rauben hieraus, massakrieren Priester, brennen einen größeren Teil Roms ab. Der Bericht des Landknechtsführer Sebastian Schertlin klingt noch sehr viel grausamer. Soldaten rufen Luther zum neuen Papst aus. Als Luther im heimischen Wittenberg davon hört, klagt er nicht über die "armen elenden Christen", im Gegenteil, die Zerstörung Roms sei der notwendige "anfang der endlichen verstörung." Wer mehr hierüber lesen will, besorge sich das Buch von Willi Winkler: Luther. Ein deutscher Rebell, Rowohlt verlag Berlin.

 

TRADITION, OFFENBARUNG, HEILIGE SCHRIFT UND LEHRE

Papst Pius V.

Nach seiner Erhebung auf den Stuhl Petri am 7. Janur 1566 trug der Papst weiterhin sein weißes Ordensgewand als Dominikaner. Seit dem ist die Farbe weiß  den Nachfolger-Päpsten vorbehalten. Antonio Ghisleri, so sein bürgerlicher Name, wurde am 17. Janur 1504 geboren; er starb bereits nach 6 Jahren seines Pontifikats am 1. Mai 1572. Nach seiner Wahl soll er gesagt haben: "Ich hoffe so zu regieren, dass die Trauer bei meinem Tod größer sein wird, als die bei meiner Wahl." Pius V. führte das Rosenkranzfest ein, aus Dankbarkeit der Muttergottes gegenüber, der er die gewonnene Seeschlacht von Lepanto am 7. Oktober 1571 über die Osmanen zuschrieb; vgl. unten. Das Volksmissale, das Messbuch nach der Ordnung von 1962, schreibt weiterhin, dass von unschätzbarer Bedeutung für die geistliche Erneuerung der katholischen Kirche die Herausgabe des Catechismus Romanus von 1566, das Breviarium Romanum von 1568 und vor allem das überarbeitete Missale Romanum von 1570 gewesen sei. 

 

"Die heilige Tradition, die Heilige Schrift und das Lehramt der Kirche … sind miteinander dermaßen verbunden und einander gegenseitig verpflichtet, dass keine dieser Realitäten ohne die anderen fortbesteht und alle zugleich, jede auf ihre Art, unter dem Einwirken des Heiligen Geistes wirksam zum Heil der Seelen beitragen”.[1]

 

In der Katholischen Kirche kommt der Tradition eine große Bedeutung zu. Im Unterschied zu den Protestanten und Freikirchen, die sich auf die Heilige Schrift als Hauptquelle stützen ("sola scriptura"), steht die Katholische Kirche sozusagen auf zwei Standbeinen: die mündliche Tradition und die Heilige Schrift.

 

Die Aufgabe der Päpste bezüglich der Tradition ist es, "die von den Aposteln überlieferte Offenbarung oder das anvertraute Glaubensgut unter dem Beistand des Heiligen Geistes gewissenhaft zu hüten und getreu auszulegen.

"Sie haben nicht die Aufgabe neuartige Lehren zu verkünden.[2] Dies bedeutet jedoch, dass neue und alte Lehren verkündet werden dürfen und sollen, sofern diese aus dem Stamm der schriftlichen und mündlichen Tradition herauswachsen. Dann ist der Papst wie ein Hausherr, der "aus seinem reichen Vorrat Neues und Altes hervorholt" (vgl. Mt 13,52).

 

EINHEIT DER HEILIGEN SCHRIFT/BIBEL

Mein Diktum: Ohne die Überlieferung durch die Apostel, Evangelisten und Jünger, ohne die der Heiligen Frauen, ohne die Überlieferung durch die Apostolischen Väter und der Kirchenväter, also ohne die Tradition kein Neues Testament (NT). Und überhaupt, welche Übersetzung der Heiligen Schrift ist denn die einzig wahre? Auf heute und den deutschsprachigen Teil Europas bezogen nur zwei Beispiele der Illustration: Die neueste Einheitsübersetzung der katholischen Kirche, die im Herbst 2016 herauskommt, oder die neueste Überarbeitung der Lutherbibel? Der evangelische Theologe Ernst Käsemann (1906-1998) bestätigt meine These, indem er schon in den 1960ziger Jahren deklamierte, dass die Schrift nicht die Einheit begründen können, denn die Schrift gäbe es nicht pur, sondern immer nur in der Lektüre derer, die sie auslegen.

Hinzu kommt dass Luther eine Neuordnung der Bücher und Briefe vornahm, indem er beispielsweise unter anderem den Jakobusbrief nicht mehr beachtete, der immerhin rund 1.500 Jahre Bestandteil der Heiligen Schrift war. Jakobus passte nicht in sein Konzept der Auslegung der Paulusbriefe "sola gratia" und "sola fide": Rechtfertigung allein durch Gnade resp. allein durch den Glauben. Jakobus predigte wiederholt die Caritas, die tätige Liebe gegenüber Kranken, Witwen, Armen.

 

1 Zweites Vatikanisches Konzil, Konstitution Dei Verbum, Nr. 10

2 Papst Pius IX.; Erstes Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution Pastor aeternuns über die Kirche Christi - Dogma der Unfehlbarkeit des Papstes vom 18.07.1870, Nr. 17: vgl. unten.

 

LUTHER UND DIE BIBEL

Martin Luther wollte, wie oben erwähnt, nur die Heilige Schrift (Sola Scriptura) gelten lassen. Frage: Welche Ausgabe hat er denn eigentlich gemeint? Die hebräische mit dem vermeintlichen Urtext des Alten Testaments, die in griechischer Sprache abgefasste Septuaginta, die lateinische Übersetzung Vulgata?

 

Heute gibt es eine Vielzahl von Übersetzungen, ich nenne nur einige wenige:

Die Jerusalemer, die (katholische) Kürzinger, die von Alliloli, die Elberfelder, die Schlachter 2000, Neue Genfer, Neue Evangelistische, die Einheitsübersetzung, die Lutherbibel von 1912 oder 1984 oder die von heute (2016), die gerade überarbeitet wird?

Die überlieferte Tradition, insbesondere die der Kirchenväter, sollte seitens der Protestanten um jeden Preis ad acta gelegt werden. Aus Luthers später Sicht völlig okay. Er und seine Nachfolger hätten ansonsten sich nicht von der katholischen Kirche abwenden müssen.

 

SEPTUAGINTA. Die griechische Bibelübersetzung.

Fakt ist und bleibt. Die Septuaginta ist zwischen dem 4. und 2. vor-christlichen Jahrhundert entstanden und danach für vier Jahrhunderte von vielen griechischen Judengemeinden als authentisch angesehen. Stichworte: Codex Vaticanus und Codex Sinaiticus. Wo immer Jesus oder andere Sprecher aus dem Alten Testament zitieren, entsprechen diese Zitate der Version der Septuaginta.

 

Die sog. urtextliche hebräische Bibel geht teils auf gleiche Texte der Überlieferungstradition zurück, teils von abweichenden Linien. Die anti-christliche "Redaktion" der heute vorliegenden hebräischen Bibel begann im 2. oder 3. nach-christlichen Jahrhundert und war geprägt von ihrer Einstellung, den Messiasgedanken, also die Interpretation der alten Texte auf Jesus Christus hin, zu negieren. Stichwort: "Punktesetzer" - Masoreten. Die endgültige Gestalt bekam die die hebräische Bibel erst zwischen dem 7. und 10. Jahrhundert nach Christus.

Mehrdeutige Schreibungen zeigten überdies beträchtliche Auswirkungen.

 

Nur ein Beispiel: Jesajas 7,14: "Siehe, die JUNGFRAU wird empfangen und einen Sohn gebären, und seinen Namen wird man Emmanuel nennen." Septuaginta (vorchristlich): "parthenos" = Jungfrau. Die hebräische/masoretische Bibel (nachchristlich) übersetzt mit "almah" = junge Frau. In Hebräisch hieße Jungfrau "betulah."

Nun ist klar geworden, warum die protestantischen Gemeinden sich enger an die hebräische Bibel anlehnen. Sie lehnen bekanntlich die Jungfrauengeburt ab.

Zölibat

Der Zölibat (lat. Coelibatus, von coelebs = unvermählt) ist die vom katholischen Priester oder Ordensangehörigen sowie bisweilen auch von Laien freiwillig übernommene Verpflichtung, die Keuschheit in Form der lebenslangen Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen zu bewahren. Das heißt doch wohl, dass ein Priesteramtskandidat auch heute vor seiner Weihe weiß, was auf ihn zukommt. Das Problem mit dem Priesternachwuchs kann mit der Abschaffung des Zölibats nicht gelöst werden. Die evangelische Kirche ist hier Beleg genug.

 

Im Zölibat liegt das Zeugnis einer besonderen Radikalität in der Nachfolge Christi, denn "jeder, der Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Frau oder Kinder oder Äcker um meines Namens willen verlassen hat, wird Hundertfältiges empfangen und ewiges Leben erben" - so sagte es Jesus getreu dem Matthäusevangelium (Mt 19,29).

 

Der Zölibat schafft Freiheit, denn in diesem Stand können "die geweihten Diener Christus mit ungeteiltem Herzen leichter anhangen und sich freier dem Dienst für Gott und für die Menschen widmen" (DE 58). Für den priesterlichen Dienst ist es von großem Vorteil, durch keine Gatten- oder Vaterpflichten gebunden zu sein und frei von irdischen Sorgen über die Zeit verfügen zu können.

 

Der Zölibat ist Zeichen einer eschalogischen *) Realität, denn "bei der Auferstehung wird weder geheiratet noch verheiratet, sondern sie sind wie die Engel Gottes im Himmel." - Text teilweise entnommen www. kathpedia.com. *) Eschatologie: Lehre von den letzten Dingen; Wiederkunft Christi; Jüngstes Gericht; Ende der Welt.

 

Papst Benedikt XVI. sagte einmal Priestern, dass der Zölibat die Welt so beunruhige, weil er ein Zeichen des kommenden Königreichs sei. 

"Es ist wahr, daß für die agnostische Welt, die Welt, in der Gott keine Rolle spielt, der Zölibat etwas ist, das großen Anstoß erregt, weil gerade er zeigt, daß Gott als Wirklichkeit betrachtet und erlebt wird. Mit dem eschatologischen Leben des Zölibats tritt die zukünftige Welt Gottes in die Wirklichkeiten unserer Zeit. Und das soll beseitigt werden!"

 

ZÖLIBAT AB WANN

von Rom oder den Teilkirchen offiziell verfügt? Hier die einzelnen Schritte und Vollzüge, die offensichtlich in Vergessenheit geraten sind:

 

a) Das Heiligenlexikon vermerkt , dass der Zölibat an sich seit dem 6. Jahrhundert für alle Geistlichen vorgeschrieben ist.

 

b) Kardinal Sarah berichtet in seinem Buch GOTT oder Nichts (mit dem Vorwort von Erzbischof Georg Gänswein, dem Sekretär von Benedikt XVI.) auf Seite 123 vom Konzil von Karthago von 390 und seinem Zölibatsgesetz, eingefügt im Codex Canonum Ecclesiae Afrikcanae im Jahre 410: "was die Apostel gelehrt haben und was ein alter Brauch bewahrt hat" - jegliche Enthaltsamkeit.

 

c) Auf der iberischen (spanischen) Halbinsel gab es bereits ab 306 n. Chr. eine Sonderregelung. Danach wurde dem Klerus (ab Diakon aufwärts) der Vollzug einer vorher schon geschlossenen Ehe untersagt.

 

d) 1022 verfügte Papst Benedikt VIII. zusammen mit Kaiser Heinrich II., dass Geistliche künftig nicht mehr heiraten dürfen. Neben der kultischen Reinheit spielten auch pragmatische Gründe eine Rolle: der Kirchenbesitz sollte nicht an die Kinder vererbt werden.  

Unfehlbarkeit des Papstes                             Mariendogmen

Papst Pius IX., geboren als Giovanni Maria Mastai-Ferretti am 13.05.1792, gestorben am bis 07.02.1878.

 

Papst vom 16. Juni 1846 bis 7. Februar 1878, damit der am längsten residierende Pontifex maximus. ein zutiefst frommer Mann. Er stärkte damit die Volksfrömmmigkeit und die priesterliche Spiritualität.

Die politischen Verhältnisse machten ihn zum "Gefangenen im Vatikan."  Den Fachleuten ist er darüberhinaus als Autor der Dogmatischen Konstitution "Pastor aeternus" / Unfehlbarkeit des Papstes und des Mariendogmas "Der unbefleckten Empfängis Mariens" in Erinnerung geblieben.

DAS DOGMA DER UNFEHLBARKEIT DES PAPSTES 4 bedeutet nicht, dass der Papst irgendwelche Ideen und/oder Privatmeinungen als verbindliche katholische Lehren erklären darf. Es bedeutet schlichtweg, dass, wenn der Papst einen Glaubensinhalt für wahr erklärt, er also „ex cathedra“ spricht, dürfen sich katholische Christen darauf verlassen, dass der Glaubensinhalt in der Christenheit schon immer und überall und von allen, wenigstens implizit, geglaubt worden ist.

 

Martin Mosebach erklärt den Sachverhalt in seinem Buch Der Ultramontane - Alle Wege führen nach Rom (2012, Sankt Ulrich-Verlag, Augsburg): "(...) Unfehlbarkeit in Fragen des Glaubens und der Sitten, nicht etwa zur absolutistischen Ermächtigung des Papstsamtes, sondern zu dessen Konstitution: zur expliziten Unterwerfung des Papstes unter die gesamte Tradition der Kirche. Unfehlbar ist nicht eine Person, sondern das große Corpus der zweitausendjährigen Überlieferung in Schrift, Wort und Gebräuchen, dem der jeweilige Papst nur seinen Mund leiht."

 

Die katholische Kirche bezieht sich unter anderem auf die Bibelstellen 1 Tim 3,15: Paulus bezeichnet darin die Kirche, der Leib Christi, als "die Säule und die Grundfeste der Wahrheit"; auf den 1. Johannesbrief 1 Joh 2,27 und auf das Johannesevangelium Joh 16,13. Man spricht vom Glaubenssinn (sensus fidei): Die Gesamtheit der Gläubigen, welche die Salbung von dem Heiligen haben (1 Joh 2,20.27), könne im Glauben nicht irren.

 

Das Zweite Vatikanische Konzil, 11. Oktober 1962 bis 8. Dezember 1965, bestätigte die Lehre des Ersten Vatikanischen Konzils von 1870, festgehalten im Dokument Lumen Gentium (Nr. 18 und 25 resp. Nr. 12). Der Katechismus der Katholischen Kirche (KKK) untermauert die Thematik unter Punkt KKK 890.

 

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MARIEN-DOGMA VOM 1. NOVEMBER 1950

Die leibliche Aufnahme Mariens in die himmlische Herrlichkeit

Der von Papst Pius IX. am 18. Juli 1870 verkündete Glaubenssatz der Unfehlbarkeit4 ist seit dem erst einmal zur Anwendung gekommen.

 

Papst Pius XII., ausgestattet mit dieser Vollmacht, verkündete am 1. November 1950 die leibliche Aufnahme der Gottesmutter Maria in die himmlische Herrlichkeit.

"In der Autorität unseres Herrn Jesus Christus, der seligen Apostel Petrus und Paulus und auch kraft Unserer eigenen verkündigen, erklären und definieren Wir: Es ist ein von Gott geoffenbartes Dogma, dass die immerwährende Jungfrau Maria, die makellose Gottesgebärerin, als sie den Lauf des irdischen Lebens vollendete, mit Leib und Seele zur himmlischen Glorie aufgenommen wurde.“

 

Das nachstehend erwähnte Dogma der Unbefleckten Empfängnis Mariens, verkündet von Papst Pius IX. am 8. Dezember 1854, ist gleichermaßen in dieser Linie zu sehen, ebenso die Bulle Benedictus Deus von Papst Benedikt XII. von 1336 über die Gottesschau (visio beatifica) der Seelen nach dem Tode.

 

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DAS MARIEN-DOGMA VOM 8. DEZEMBER 1854:

Die „Unbefleckte Empfängnis Marias"…

wird jährlich am 8. Dezember gefeiert. Lateinische Bezeichnung des Dogmas "Immaculata Conceptio". Es sagt nichts anderes, als dass Maria zwar wie jeder andere Mensch auch geschlechtlich gezeugt worden ist (ihre Eltern werden mit hll. Anna und Joachim benannt), sie nach katholischer Lehre allerdings von Anfang von der Erbsünde (vgl. unten) ausgenommen, also sündlos ist. Denn als Sündenfreie sollte sie den Erlöser der Welt, Christus Jesus, gebären.

Das Dogma von der unbefleckten Empfängnis Mariens wurde seit den Anfängen der Kirche stets geglaubt und endlich von Papst Pius IX. am 8. Dezember 1854 mit seinem apostolischen Schreiben Ineffabilis Deus (Der unbegreifliche Gott) wie folgt verkündet:

 

„Zu Ehren der Heiligen und Ungeteilten Dreifaltigkeit, zu Schmuck und Zierde der jungfräulichen Gottesmutter, zur Erhöhung des katholischen Glaubens und zur Mehrung der christlichen Religion, in der Autorität unseres Herrn Jesus Christus, der seligen Apostel Petrus und Paulus und der Unseren erklären, verkünden und definieren Wir: Die Lehre, dass die seligste Jungfrau Maria im ersten Augenblick ihrer Empfängnis durch ein einzigartiges Gnadenprivileg des allmächtigen Gottes, im Hinblick auf die Verdienste Jesu Christi, des Erretters des Menschengeschlechtes, von jedem Schaden der Erbsünde unversehrt bewahrt wurde, ist von Gott geoffenbart und darum von allen Gläubigen fest und beständig zu glauben.“

 

Die Ursprünge dieses Festes reichen weit zurück. Der christliche Osten feiert das Fest an manchen Orten schon seit dem ersten Jahrtausend. Erzbischof Anselm von Canterbury führte es um 1100 n. Chr. für seine Diözese in England ein. Der Franziskaner Duns Scotus (1265-1308) gilt als der Urheber der "Immaculata-Lehre". Im 17. Jahrhundert setzten sich viele Orden, vor allem die Jesuiten, für diese Lehre ein. Von eben jenen Jesuiten motiviert legte Kaiser Ferdinand III. von Österreich im Jahr 1645 sein berühmtes Immaculata-Gelübde ab. 

 

JUNGFRAUENGEBURT

Die Jungfrauengeburt (die Geburt Jesu durch die Jungfrau Maria) hat mit diesem Dogma nichts zu tun. Vgl. auch unter 7den Kommentar des Bischof Proklos von Konstantinopel (390-446) zur Jungfräulichkeit der Gottesmutter.

 

ZUR ERBSÜNDE

Ergänzende Bemerkung zur Erbsünde: Martin Luther und die evangelischen Christen betrachten den Menschen von Natur aus als böse. Später, wenn er alt genug ist, sündige der evangelische Christ durch konkrete Tatsünden. Katholiken hingegen verstehen die Neigung der Menschen zum Bösen und die Versuchlichkeit nicht als Sünde. Die Schuld der Erbsünde werde durch die Taufe getilgt; die später begangenen echten Sünden blieben davon unberührt. Sie sollten gebeichtet werden.

Die Marienfrömmigkeit

Madonna mit Heiligen, nach 1500. Biagio d`Antonio, 1446 - Florenz - 1508. Kunsthalle Bremen.

 

MARIA - DIE MUTTER ALLER GLÄUBIGEN

MARIA - SITZ DER WEISHEIT (Sedes Sapientiae) 

"Zum Leben der Heiligen gehört nicht bloß ihre irdische Biografie, sondern ihr Leben und Wirken von Gott her nach ihrem Tod. In den Heiligen wird es sichtbar: Wer zu Gott geht, geht nicht weg von den Menschen, sondern wird ihnen erst wirklich nahe.

Nirgends sehen wir das mehr als an Maria. Das Wort des Gekreuzigten an den Jünger, an Johannes, und durch ihn hindurch an alle Jünger Jesu: >Siehe da, deine Mutter< (Joh 19,27), wird durch alle Generationen hindurch immer neu wahr.

Maria ist in der Tat zur Mutter aller Glaubenden geworden. Zu ihrer mütterlichen Güte wie zu ihrer jungfräulichen Reinheit und Schönheit kommen die Menschen aller Zeiten (Einschub des Verfassers: auch und gerade die mittelalterlichen Jakobspilger) und aller Erdteile in ihren Nöten und ihren Hoffnungen, in ihren Freuden und Leiden, in ihren Einsamkeiten wie in der Gemeinschaft.

Und immer erfahren sie das Geschenk ihrer Güte, erfahren sie die unerschöpfliche Liebe, die sie aus dem Grund ihres Herzens austeilt." 

 

"Zeige, dass du, o Maria, die Mutter aller bist - Monstra Te esse Matrem."

Quelle: Papst Benedikt XVI., Enzyklika Deus caritas est / Gebet vor der Mariensäule am Spanischen Platz, Rom am 8. Dezember 2006.

 

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KIRCHLICHE MARIENFESTE

1. Januar: Hochfest der Gottesmutter Maria

11. Februar: Gedenktag Unserer Lieben Frau in Lourdes *)

25. März: Fest Mariä Verkündigung (der Tag der Gottesmutterschaft, an dem der Erzengel Gabriel Maria verkündet hat, dass sie Mutter des Messias wird)

13. Mai: Gedenktag Unsere Liebe Frau in Fatima (Erscheinung der Jungfrau Maria am 13. Mai 1917 in Fatima) *)

2. Juli: Fest Mariä Heimsuchung. 1263 vom hl. Bonaventura für den Franziskusorden eingeführt. Von Papst Pius V. (1566-1572) offiziell proklamiert.

16. Juli: Gedenktag Unserer Lieben Frau auf dem Berge Karmel (Weinberg Gottes). Auch das Skapulierfest genannt; vgl. die Erlebnisse des hl. Simon Stock am 16. Juli 1251.

15. August: Hochfest der Aufnahme Mariens in die himmlische Herrlichkeit. Liturgisches Fest zurückverfolgbar bis zur Zeit des Konzils von Chalzedon 451. Von Papst Pius XII. am 1. November 1950 bestätigt.; vgl. auch oben.

22. August: Maria Königin. Angeregt durch die Marien-Erscheinungen in Fatima *) weihte Papst Pius XII. am 8. Dezember 1942 die Kirche und die Menschheit dem  Unbefleckten Herzen der Allerseligsten Jungfrau Maria. 

8. September: Fest Mariä Geburt (vgl. auch 8. Dezember)

12. September: Mariä Namen zur Erinnerung an den Sieg über die Türken bei Wien 1683 dank der Fürsprache Marias

15. September: Gedächtnis der Schmerzen Mariens. 1814 von Papst Pius VII. zum Dank für seine glückliche Rückkehr aus der Gefangeschaft eingeführt; vgl. auch die Prophetie des greisen Simeon - Lk 2,35. Es steht in Beziehung zum Fest Kreuzerhöhung am 14. September.

7. Oktober: Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz als Erinnerung zum Sieg über die Türken in der Seeschlacht von Lepanto 1572.

11. Oktober: Fest der Mutterschaft der seligen Jungfrau Maria. In Erinnerung an das Konzil von Ephesus 431 (Maria = Theotokos/Gottesgebärerin) 1931 von Papst Pius XI. als Fest für die gesamte Kirche proklamiert.

8. Dezember: Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria; vgl. auch oben.

 

*) vgl. auch Menü-Hauptpunkt JAKOBSWEGE. GESTERN UND HEUTE. Marienwallfahrtsorte. 

 

Die Marienmonate Mai (Maiandachten) und Oktober, auch Rosenkranzmonate genannt, sind tief in der Volksfrömmigkeit verwurzelt.

   

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ROSENKRANZ / ROSARIO

Zu diesem Thema - mit dem marianischen Gebet des AVE Maria/Gegrüßet seist du Maria - bitte ich Sie, die Menü-Hauptseite PILGER AUF DEN SPUREN aufzuschlagen. Sie werden dann weitergeführt über Aktuelle Literatur Pilgerreisen; Literatur für Gläubige und Ungläubige; Heiliges Land – Auf dem Königsweg aller Pilgerreisen bis hin zum Rosenkranz und zum Ave Maria.

Totus tuus.

Sakramente

Hausaltar um 1336/1337. Jacobo del Casentino, 1297 - 1349 oder 1358 - Prato Vecchio. Kunsthalle Bremen.

 

Die katholische Kirche kennt traditionell sieben Sakramente: Taufe, Beichte, Firmung, Eucharistie (Kommunion),  Krankensalbung (früher: Letzte Ölung), Ehe und Weihe (Diakonen-, Priester und Bischofsweihe). Sie beruft sich dabei auf die Heilige Schrift.

 

HEILIGE EUCHARISTIE

KOMMUNION - TRANSSUBSTANTIATION 

Die katholische Messe ist ein wahres, wenn auch unblutiges Opfer, auch ein Sühneopfer. Sie vergegenwärtigt das Opfer von Golgotha; im Konzil von Trient ist die Rede von der "Repraesentatio" (DH 1740).

Protestantisierung. Die Katholische Kirche von heute, die also nach dem Konzil, spricht allerdings bevorzugterweise (vgl. Zweites Hochgebet) nicht mehr vom Opfer, kommt damit der protestantischen Lehre nahe. Die Eucharistiefeier wird infolgedessen lediglich als Gemeinschaftsereignis gesehen, als symbolische Handlung gefasst, im Religionsunterricht so gelehrt. Das hat fatale Folgen: eine nicht wiedergutzumachende Entfernung Gottes von der Welt (Deismus). Gott ist auch zur Verwandlung der Welt oder des Menschen dann nicht mehr fähig. Er greift überhaupt nicht mehr ein, also Protestantisierung pur.

 

Blaise Pascal (neben Descartes der größte französische Denker, 19.06.1623 bis 19.08.1662) spricht in seinem berühmten Buch Pensees/Gedanken die Eucharistie wie folgt an: "Wie hasse ich diese Albernheiten: nicht an die Eucharistie zu glauben usw! Wenn das Evangelium wahr ist, wenn Jesus Christus Gott ist, was gibt es hier für eine Schwierigkeit!" 

 

Transsubstantiation bezeichnet die Lehre der katholische Kirche von der Wandlung bei der Eucharistiefeier, dem Allerheiligsten Altarsakrament, eben nicht lediglich als Erinnerung an das letzte Abendmahl Jesu Christi an Gründonnerstag.

Danach werden die Elemente Brot und Wein durch das Handeln des Priesters, der jetzt an Jesu Christi Stelle fungiert, in ihrer Substanz real verwandelt in Leib und Blut Christi, wobei allerdings die Elemente, und das ist wichtig zu betonen, äußerlich Brot und Wein bleiben.

Wegen der Gefahr, etwas von dem Blut Christi zu verschütten, trinkt in der Regel auch nur der Priester vom verwandelten Wein, die Gemeinde erhält den gewandelten Leib in Form der Hostie. Die übrig bleibenden Elemente (Hostien) werden im verschlossenen Tabernakel aufbewahrt. 

 

Der Text ist im wesentlichen der Website des Heiligenlexikons entnommen. Wer mehr lesen und verstehen will, der richte seinen Blick nach oben links: "Das Glaubensbekenntnis der Katholischen Kirche": Art. 29. Messe und Kreuzesopfer. 30. Christus im Sakrament. 31. Wirkliche Wesensverwandlung... . 32. .... unabhängig von unserem Denken. 33. Der verklärte Christus.34. ... bleibend im Sakrament. 

 

Zum Kommunionempfang selbst: Jeder katholisch Kommunizierende, also jeder Katholik, der während der Heiligen Messe zur Kommunion geht, sollte sich zuvor geprüft haben, ob er/sie frei von erheblicher Sünde ist (vgl. dazu den Katholischen Katechismus unter 1400) und er/sie sollte die empfohlene  Nüchternheit von mindestens einer Stunde vor dem Empfang der Hostie eingehalten haben; vgl. dazu die vatikanischen Vorschriften unter CIC can 919. Der heilige Apostel Paulus beschreibt im ersten Korintherbrief (1 Kor 11,27-30), warum der/die Gläubige im Stand der Gnade beim Empfang der Kommunion sein muss. Zur Missa Tridentina, der tradionellen Messe, vgl. Menüpunkt....

 

MARTIN LUTHER

Interessant ist Martin Luthers Ansicht zur Heiligen Messe der Katholiken. Er äußerte sie in seinem 1522 an König Heinrich VIII. von England gerichteten Brief. Nachstehend die deutsche Übersetzung:

"Wenn wir aber über die Messe triumphiert haben, dann, so glaube ich, triumphieren wir (auch) über den Papst mit allem, was zu ihm gehört (Triumphata vero Missa puto nos totum Papam triumphare). Denn auf die Messe, wie auf einen Felsen, stützt sich ja das ganze Papsttum mit seinen Klöstern, Bistümern, Gemeinschaften, Altären, Ämtern und Lehren oder vielmehr mit seinem ganzen Wanst (atque adeo cum toto ventre suo). Notwendigerweise bricht alles zusammen, wenn ihre gotteslästerliche und verabscheuungswürdige Messe zusammenbricht (Quae omni ruere necesse est ruente Missa eorum sacrilega et abominanda). So hat Christus durch mich begonnen, die an heiliger Stätte stehehenden Gräuel der Verwüstung (vgl. Mt 24,15; Dan 9,27) aufzudecken und denjenigen zu vernichten, dessen Ankunft durch das Wirken Satans unter falschen Wundern und trügerischen Zeichen stattfand (vgl. 2Thess 2,9). "

Quelle: Kirchliche Umschau, Juni 2017 -Contra Henricum Regem Angliae von 1522, Weimarer Ausgabe 10,2,220.

 

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BEICHTE 

Die Beichte ist, wie jedes Sakrament, ein Zeichen der Liebe und Nähe Gottes. Sie ist ein Geschenk auf dem Weg zu einem erfüllten und befreiten Leben. Der die Beichte abnehmende und Absolution spendende Priester vertritt an dieser Stelle den Herrn Jesus Christus; analog der heiligen Eucharistiefeier. Ungezählte Menschen erfuhren und erfahren diese Befreiung im Sakrament der Versöhnung.

Die Beichte ist ein heilsames Angebot Gottes an uns und Stärkung zu einem gelingenden Leben, so schreibt es die Website des Bistums Regensburg. Sie ist keinesfalls als Strafe Gottes zu verstehen. Die Beichte macht auch nur dann Sinn, wenn der Beichtende Einsicht und Reue zeigt. Leider nimmt sie nicht mehr die Bedeutung früherer Jahrzehnte ein. Das Sündenbewusstsein ist verdrängt worden. Zur Verdeutlichung: Geht der Sünder reuevoll in sich, bemüht er sich um eine Umkehr des Herzens, so spricht man von Buße. Vollzieht der Sünder hingegen eine reale Wiedergutmachung für seine eigene sündhafte Tat oder die Verfehlungen anderer, dann handelt es sich um Sühne.

 

Übrigens: Luther hatte weiland die Beichte in der evangelischen Kirche nicht abgeschafft. Das taten seine Nachfolger. Der gegenwärtige Papst Franziskus ist ein Befürworter der Beichte; immer wieder auf Fotos zu sehen.

Weiteres zur Beichte vgl. hierzu die Website von Kathpedia http://www.kathpedia.com/index.php?title=Beichte.

Tradierte Vorwürfe

KREUZZÜGE. HEXENVERBRENNUNGEN. INQUISITION. IM FOKUS STEHENDE ORDENSGEMEINSCHAFTEN. MISSA TRIDENTINA. 

VORWURF WISSENSCHAFTSFEINDLICHKEIT

am Beispiel Galileo Galileis 8

Die katholische Kirche sei wissenschaftsfeindlich. Ein bis in die Jetztzeit tradierter Mythos des 16./17. Jahrhunderts, als protestantische Mächte wie England und Holland die katholische Kirche und das katholische Spanien angriffen, und eben diese Vorwürfe aus Machtkalkül in die Welt setzten.

Zu den Prozessen Anno Domini 1616 und 1633. An sich reichte die Erklärung der atheistisch verfassten Giordano Bruno-Stiftung (Magier Giordano Bruno, abtrünniger Dominikaner, lebte von 1548 bis 1600. Er hatte versuchte seinen Lehren zur magischen Philosophie eine völlig neue Religion anzuheften), die vor gar nicht langer Zeit lapidar feststellte, dass Galileo kein großer Gelehrter gewesen und von der katholischen Kirche nicht verfolgt worden sei. Werner Heisenberg, der berühmte deutsche Physiker, postulierte ergänzend, dass die Position der Inquisition (vgl. Extrapunkt) vertretbar gewesen sei. James Hannam, ein englischer Autor (vgl. Punkt Inquisition), schreibt 2009 in etwa: "Wie sich jedoch herausstellt, ist nichts davon so richtig wahr. Galilei hat nie den Heliozentrismus bewiesen (Kepler war es), und sein Inquisitionsprozess hatte eher politische denn wissenschaftliche Hintergründe."

 

Was war geschehen? Kardinal Roberto Bellarmin (1542 bis 1621; ein brillanter Kopf, Jesuit und vormals Professor) hatte lediglich von Galileo Galilei verlangt, seine wissenschaftlichen Erkenntnisse (Die Erde dreht sich um die Sonne) als Hypothese zu veröffentlichen, nicht als Diktum. Galileo fügte sich, veröffentlichte gleichwohl weiter entgegen dem angenommenen Urteil in italienisch (nicht in Latein); insbesondere nach der Wahl des neuen Papstes Urban VII., der selbst ein Mathematiker war. Er wurde daraufhin unter Hausarrest gestellt – in einer nicht ganz kleinen Villa, und publizierte munter weiter. Wer mehr über Kardinal Roberto Bellarmin wissen möchte, immerhin wird sein weiland herausgegebener Katechismus heute noch in Italien gelesen, de schlage bitte folgende Seite auf:

www.heiligenlexikon.de/BiographienR/Roberto_Bellarmin.html

 

Fazit: Die katholische Kirche zu Zeiten Galileo Galileis war mit ihren Universitäten die einzige Institution von Format, die die allgemeinen Wissenschaften überhaupt förderte, wo geforscht werden konnte. So orientierte sich der nach Papst Gregor VIII. benannte und heute noch gültige Gregorianische Kalender schon 25 Jahre vor der Causa Galileo Galilei nach dem kopernikanischen Modell und seinen Berechnungen.

 

BEISPIELE VERQUICKUNG VON WISSENSCHAFT UND KIRCHE 

Heute steht die katholische Weltkirche in ständigem Kontakt zu namhaften Naturwissenschaftlern, vgl. dazu die von Papst Benedikt XVI. vor Jahren einberufene vatikanische Diskussionsrunde, zu der nach wie vor auch und gerade Atheisten und Agnostiker eingeladen werden. Die päpstliche Sternwarte in Castel Gandolfo nahe Rom, mit einem Ableger in Texas, derzeit geleitet von einem amerikanischen Jesuiten, untermauert das Gesagte.

 

An dieser Stelle weitere Beispiele für die Verquickung der katholischen Kirche mit den Wissenschaften: Die Vererbungslehre, die Mendelschen Gesetze, wurde/n 1865 nach Christus von einem Augustiner-Mönch entdeckt, von Gregor Johann Mendel (1822 – 1884). In acht Jahren führte er dazu 355 künstliche Befruchtungen durch, zog 12.980 Nachkommen heran und untersuchte dazu etwa 350.000 Erbsensamen. Jahrhunderte zuvor entwickelte Leon Battista Alberti (15. Jh.), der päpstliche Schreiber, die Lehre der Verschlüsselung von Nachrichten. Er gilt als Vater der Kryptografie. Die nach ihm benannte Alberti-Scheibe fand bis in die Neuzeit Verwendung. Von Andres de Laguna (1499-1560), dem Leibarzt Papst Julius`II., stammen Abhandlungen über die Anatomie und über die Behandlung der Pest. Der Seuchenforscher schlechthin war Girolamo Fracastoro, Leibarzt von Papst Paul III. (16. Jh.), ansonsten Gelehrter, Astronom und Dichter. Marcello Malphigi, er wirkte im 17. Jh. im Vatikan, zählt zu den Mitbegründern der mikroskopischen Anatomie. Ihm ist die Entdeckung der Kapillaren, der Verbindungen zwischen Arterien und Venen, zu verdanken. 

 

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KREUZZÜGE

Muslimische Fatimiden unter Kalif el-Hakim schändeten 1009 nach Christus die Heiligen Stätten Jerusalems. Über 30.000 Kirchen wurden in Folge im Heiligen Land enteignet, geplündert, die Christen aus den öffentlichen Ämtern gedrängt oder zur Annahme des Islam gezwungen. Erst dann, und zwar aufgrund der Bitte des Kaisers von Byzanz/Konstantinopel, die muslimische Streitmacht stand nur wenige Kilometer vor seiner Stadt, machten die Kreuzritter sich auf den Weg.

 

Die Kreuzzüge sind mitnichten Vorläufer des später ausgeprägten europäischen Kolonialismus gewesen. Sie sind nicht wegen Land, Beute oder aus Bekehrungsabsichten geführt worden, sondern ausschließlich aus religiösen Gründen (Befreiung der Heiligen Stätten) und als Buße für begangene Sünden. Die Kreuzritter waren keine Barbaren, die die vermeintlich kultivierteren Muslime schlecht behandelten - vgl. dazu meine Ausführungen Verlinkung JAKOBSWEGE. GESTERN UND HEUTE. > Die Ritterorden. Mauren. Reconquista. > Jakobuspilger und Verfolgungen (Kreuzzüge). Eine ausführliche Abhandlung finden Sie unter ÜBER UNS > Lesenswertes. Geschichtliches.

 

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HEXENVERBRENNUNGEN - EIN WELTLICHES PHÄNOMEN

Die mittelalterlichen Hexenverbrennungen waren in Deutschland zunächst bei den städtischen Autoritäten angesiedelt; auch und gerade in protestantischen Gebieten verbreitet. Zu der Zeit stand der strafende Gott im Vordergrund, nicht der liebende. Gleichwohl sollten wir alle, ob Laien wie Klerikale, es Jesus Christus überlassen, uns zu richten. Gerade das Johannesevangelium spricht zu uns von Liebe, von Nächstenliebe. Nicht von ungefähr hatte Jesus eine besondere Vorliebe für die Kleinen (Leute), für die Ausgegrenzten, die Aussätzigen, für die großen Sünder. In den zentral regierten romanischen Ländern wie Frankreich gab es relativ wenige Hexenverbrennungen; sie mussten nämlich jeweils vom König genehmigt sein. Selbstverständlich hat es nicht wenige Geistliche gegeben, die die Hexenjagd mit "ihrer" Theologie unterfüttert haben.

 

Der Jurist Peter Beer hat für seine Doktorarbeit über die Hexenprozesse im niedersächsischen Loccum die Gerichtsprotokolle der dortigen Klosterbibliothek verwendet. Er kommt zu folgendem wissenschaftlich fundierten Urteil: Entgegen der weit verbreiteten Annahme seien die Hexenverbrennungen weltliche Prozesse gewesen, keine kirchlichen. Sie würden fälschlicherweise stets mit der Inquisition der katholischen Kirche in Verbindung gebracht. Hexen wurden jedoch bevorzugterweise in protestantischen Ländern gejagt, wie beispielsweise in Loccum, nachweislich mit Beginn des 17. Jahrhunderts. Strafmaß und Verfahren waren durch die Gerichtsordnung von Kaiser Karl V. genau geregelt; Folter war ein legales Mittel, um Geständnisse zu bekommen. Damals war Hexerei ein ganz normales Strafdelikt. Quelle: Zeitungsbericht Weser-Kurier, 18.12.2015: Die dunkle Seite des Klosters. Eine Gedenktafel in Loccum erinnert an die Opfer der Hexenprozesse.

 

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INQUISITION

Lateinisch für „eine gerichtliche Untersuchung." Bevor Sie weiter lesen, vorschnell die katholische Kirche verurteilen, sollten Sie sich vergegenwärtigen, was im vergangenen 20. Jahrhundert, also in der Neuzeit geschah. Sowohl das Nazireich Hitlers, die Sowjetherrschaft Lenins und Stalins, wie auch die DDR-Herrschaft der SED, zeichneten sich unter anderem dadurch aus, dass sie das Bespitzelungssystem, das Denunziantentum bis zur Perfektion ausbauten. Wer nicht mit der herrschenden Parteimeinung übereinstimmte, wurde denunziert, bespitzelt, eingekerkert, zum Tode verurteilt. Die Verhörmethoden waren anfangs an Grausamkeit nicht zu überbieten. Ich empfehle den Besuch des DDR-Gefängnisses Hohenschönhausen in Berlin.

 

Wie bei den Hexenverbrennungen spielte auch der „Staat“ bei den mittelalterlichen Inquisitionsprozessen eine tragende Rolle. Kaiser Friedrich II. bekämpfte aus machtpolitischen Gründen die Häretiker in Oberitalien und führte dabei 1224 n. Chr. den Scheiterhaufen ein. Papst Gregor IX. (geboren 1167, Papst vom 19.03.1227 bis zu seinem Tod 22.08.1241) kam dem Inquisitionsanspruch des Kaisers zuvor, in dem er die Franziskaner wie Dominikaner 1231 zu Inquisitoren machte, da diese über die besten Kenntnisse der kirchlichen Lehre verfügten. Die im Mittelalter eingerichtete Behörde der katholischen Kirche, die Inquisition, begriff ihre Aufgabe in der Verfolgung der Ketzer, der Abweichler vom katholischen Glauben, sie vor Gericht zu stellen und ggfs. zu verurteilen. Die Todesstrafe konnten sie nicht verhängen. Das übernahmen die staatlichen Autoritäten.

Es gibt Berichte, wonach sich Straffällige bewusst der Inquisition unterwarfen, weil sie dort - im Gegensatz zur staatlichen Gerichtsbarkeit - einen faireren Prozess erwarten durften. Wie immer: jede Medaille hat zwei Gesichter.

 

An dieser Stelle sollen zwei englischsprachige Autoren zu Wort kommen, die Vorgesagtes untermauern resp. erweitern. James Hannam, Promotion an der britischen Universität Cambridge in Geschichte und Wissenschaftstheorie. Sein 2009 in England editiertes Buch „God`s Philosophers. How the Medieval World Laid the Foundation of Modern Science - Die vergessenen Erfinder - Wie im Mittelalter die moderne Wissenschaft entstand“ (2011) räumt mit vielen Mythen, Märchen und Falschinformationen auf. Er bezog sich in seinen Recherchen unter anderem auf Prof. Henry Charles Lea (Edward Peters), Professor of Medieval History at the University of Pennsylvania (19.09.1825 bis 24.10.1909, Protestant/Unitarier) und dessen Abhandlung zur „Inquisition“ , das 1988 von der University of California Press, Berkeley and Los Angeles, erneut herausgebracht wurde.

 

Er bringt zum Ausdruck, dass die katholische Kirche die bis dahin leider auch üblichen und grausamen Gottesurteile missbilligte und sogar ihren Geistlichen 1215 n. Chr. verboten hatte, daran teilzunehmen. Das bis dahin gängige Anklageverfahren, mehr oder weniger willkürliche Strafanklage aus dem Volk heraus initiierte, wurde abgeschafft. Zwecks Urteilsfindung und vorheriger Aufklärung (Befragung der Zeugen, etc.) wurde ein Richter eingesetzt. Im Falle der Häresie fungierte der Richter dann als vom Papst berufener Inquisitor. Dieses verbesserte Justizsystem setzte sich nach und nach auch in der weltlichen Justiz durch; es gilt bis auf den heutigen Tag als Rückgrat der strafrechtlichen Ermittlungen in Kontinentaleuropa.

Weiterhin räumt der Autor mit dem Märchen auf, dass die per se feuchtkalten Inquisitionsverliese mit einer Menge von Folterinstrumenten ausgestattet gewesen seien. Dieser Mythos sei nach der Reformation im 16. Jahrhundert von protestantischen Schriftstellern verbreitet worden. Es gab nicht viele Hinrichtungen. Die erhaltenen Urkunden sprechen von 5% aller Fälle, in denen der/die Verurteilte den qualvollen Tod auf dem Scheiterhaufen erleiden musste.

Der Einsatz dieser neuen juristischen Verfahren war übrigens der Universität von Bologna geschuldet. Dort hatte man das römische Recht als Lehrfach wieder entdeckt. Hans Conrad Zander fügt hinzu, vgl. seinen Aufsatz im Vatican Magazin, 10.2017, S. 64, dass die Kirche und damit der katholische Glaube dasjenige einigende Band darstellte, wie es heute die freiheitlich-demokratische Grundordnung tut. So wie heute der Verfassungsschutz tätig wird, den Feinden der Demokratie das Handwerk zu legen, so tat es damals die Inquisition.

 

Berühmt ist der Prozess von Montaillou, ein Dorf im südlichen Frankreich. Emmanuel LeRoy Ladurie zeichnete diesen Prozess von 1294 bis 1324 gegen abtrünnige Katharer nach – anhand der von Jacques Fournier zwischen 1318 und 1325 detailliert erstellten Prozessprotokolle. Die Süddeutsche Zeitung charakterisierte den Prozess wie folgt: „Ein einzigartiges Beispiel vorsozialwissenschaftlicher Befragungskunst.“ Den Angeklagten wurde ausreichend Zeit eingeräumt, sich zu verteidigen. Der Inquisitor von Montaillou, Bischof Jacques Fourniers, ließ seine Gefangenen mitnichten foltern, um Geständnisse zu erpressen. Das Buch "Montailllou" erschien in Frankreich 1975 und 1980 in der deutschen Erstausgabe im Ullstein Verlag.

 

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DIE SPANISCHE INQUISITION

... weist eine Besonderheit auf. Obwohl sie einen religiösen Hintergrund hatte, agierte sie relativ unabhängig von Papst und katholischer Kirche. Die Katholischen Könige Fernando und Isabella bündelten mit ihrer Heirat die Königreiche Aragons und Kastiliens. Im Anschluss beendeten sie die Reconquista, die Rückeroberung muslimisch besetzter Gebiete, mit der in 1492 erfolgten Eroberung Granadas – Grundlage für das heutige Spanien.

Um ihre Macht abzusichern, sie befürchteten nach wie vor den Einfluss und Eingriffe muslimischer Araber und auch der Juden, ließen sie sich Anno Domini 1478 von Papst Sixtus IV. die Erlaubnis geben, die Inquisition in Spanien einzuführen. Sixtus IV. soll nur widerstrebend seinen Segen gegeben haben. Nicht einmal 2% der Angeklagten von Toledo endeten auf dem Scheiterhaufen, 9 von 10 Verfahren wurden mangels Beweise eingestellt, weil die Beweise unsicher und/oder die Zeugen unzuverlässig erschienen.

Gleichwohl, alle Nicht-Katholiken mussten entweder zum Katholizismus konvertieren oder das Land verlassen. Das traf verhängnisvoller Weise vor allem die jüdischen Mitbewohner; vgl. dazu Menüpunkt Königin Isabella I. die Katholische.

 

Ich betreibe an dieser Stelle keinen Euphemismus, wenn ich festhalte, dass die Muslime Gleiches an gleicher Stelle, nur Jahrhunderte zuvor, initiiert hatten: Massenkonversionen, Massenhinrichtungen; vgl. dazu Verlinkung: JAKOBSWEGE. GESTERN UND HEUTE. > Die Ritterorden. Mauren. Reconquista. > Jakobuspilger und Verfolgungen.

CHARTA DES VÖLKERRECHTS

PAPST VERTEIDIGT MENSCHENRECHTE INDIANISCHER UREINWOHNER

Papst Paul III. Im Amt vom 13.10.1534 bis 10.11.1549. Geboren als Alessandro Farnese, 29.02.1468.

 

Sublimis Deus - Charta des Völkerrechts

Mit der päpstlichen Bulle „Sublimis Deus“ (benannt nach den lateinischen Anfangsworten: Der erhabene Gott), verbot Papst Paul III. am 2. Juni 1537 die Versklavung der indianischen Ureinwohner Amerikas und aller anderen Menschen.

 

Was soll man anderes dazu sagen, als dass schon zu jenem Zeitpunkt universale Menschenrechte festgezurrt wurden - nicht von den staatlichen Autoritäten, nein: von der katholischen Kirche. Papst Paul III. verdammte die Erniedrigung der Ureinwohner und sprach ihnen das Recht auf Freiheit und Eigentum zu. Kaiser Karl V., König von Spanien, machte sich diese Prinzipien zu Eigen; von den Siedlern und Konquistadoren allerdings immer wieder missachtet. Hans-Jürgen Prien (evangelischer Theologe und em. Professor für Kirchengeschichte u. a. mit Gastprofessuren in Süd-Amerika) betrachtet die Bulle des Papstes folgerichtig als Charta des Völkerrechts.

Der alte bis 1968 gültige Meßritus, auch als Tridentische Messe bekannt, beinhaltete ein Gebet aus dem 5. Jahrhundert, das schon damals den Begriff der Menschenwürde betonte: "Gott, du hast den Menschen in seiner Würde wunderbar geschaffen und noch wunderbarer erneuert (...)." Quelle: Martin Mosebach, Der Ultramontane - Alle Wege führen nach Rom; 2012 Sankt Ulrich Verlag, Augsburg.

Jesuiten           

Die Jesuiten wurden vom Spanier Íñigo López de Loyola gegründet. Mehr über den heiligen Ignatius vgl. Haupt-Menüpunkt ANDERE PILGERWEGE. > Camino Ignaciano. Derzeit (2014) hat sich die Problematik um den Orden ein wenig beruhigt. Die Wahl von Papst Franziskus in 2013, vormals Chef der argentinischen Jesuiten, hat es möglich gemacht.

 

Der seit Oktober 2016 amtierende neue Jesuitengeneral Arturo Sosa aus Venezuela, Vertrauter von Papst Franziskus, fordert zu einer "Neuinterpretation" von Jesus auf. In seinem kürzlich im Februar 2017 dem Tessiner Journalist Giuseppe Rusconi gewährten Interview deklamierte Sosa: "Zunächst müsste man eine schöne Überlegung darüber beginnen, was Jesus wirklich gesagt hat. Zu jener Zeit hatte niemand ein Aufnahmegerät, um die Worte festzuhalten." (...) "Ich identifiziere mich mit dem, was Papst Franziskus sagt. Man stellt nicht in Zweifel, man unterscheidet" - der Einzelne bewerte - nicht die Kirche (...)"  

Quelle: Summorum Pontificum, 23.02.2017. Dort heißt es in der Konklusion: Es zähle also (für den Jesuitengeneral) nicht mehr die Heilige Schrift, wie sie da steht und von den Kirchenlehrern ausgelegt und von den Konzilien erläutert worden sei - es zähle das, was wir seit hundert Jahren darin erkennen und unterscheiden wollen. Es komme allein auf uns an. Wir seien der Herr unser Gott. Die Zeit, in der die Jesuiten als intellektuelle Elite der Kirche angesehen werden konnten, sei wohl lange vorbei. Diejenigen, die dort heute das große Wort führen, seien wohl nur noch ganz gewöhnliche kleinkarierte Apostaten. Apostasie: griechisch für Abfall, Abwendung vom ursprünglichen Sitz.

Meine Ergänzung. Eine deutliche Konfrontation gegenüber Papst em. Benedikt XVI., der noch in seiner letzten Jesus-Trilogie eindeutig zum Ausdruck gebracht hat, dass er den Evangelisten vertraue, und der, wie wir alle wissen, seine Theologie auch auf die Erkenntnisse der Kirchenväter, auf die Tradition aufgebaut hat. Diese des Jesuiten Sosas Haltung und Auffassung, hoffentlich nicht in Gänze auch die von Papst Franziskus, ist Protestantismus pur, Relativismus pur, der schleichende Beginn der Abschaffung des Papstamtes und der Weltkirche: anything goes. In diesem Zusammenhang ist leider festzustellen, dass Papst Franziskus offensichtlich dabei ist, wichtige Entscheidungen seiner Vorgänger Paul VI. und Benedikt XVI. zu korrigieren. Mehr dazu später. Er hält es mehr mit dem schon vor Jahrhunderten geläufigen Ausspruch:"Omne malum a clero - Jedes Übel kommt vom Klerus." Nicht anders sind seine Äußerungen in 2013 und 2015 zu und über die Vatikan-Kardinäle zu erklären.  

Opus Dei

Vatikan. Petersdom. Josemaria Escriva de Belaguer y Albas; geb. in Spanien 9.1.1902, gestorben in Rom am 26.06.1975.

 

Opus DEI

dt.: „Werk Gottes“. Alles, was fremd ist, wird verdächtigt, also auch Opus Dei. Für viele ein Geheimorden, der vermeintlich die modernen Gesellschaften unterwandern will. Opus Dei wurde 1928 vom spanischen Geistlichen Josemaria Escriva in Madrid gegründet, als Laienorganisation mit den Prämissen Seelsorge und geistlicher Bildung von Laien, um inmitten alltäglicher Aufgaben ein frohes Christsein in lebendiger und persönlicher Beziehung zu Gott zu leben. 2002 wurde Bischof Escriva von Papst Johannes Paul II. heilig gesprochen. Opus Dei ist heute in 65 Ländern tätig, hat eigenen Angaben zufolge 90.000 Mitglieder, zumeist verheiratete; knapp ein Drittel davon lebt als zölibatärer Laie, weitere 1.800 gehören als Priester der "Priestergemeinschaft vom Heiligen Kreuz" an. 

1 Papst Pius XII. rettete Juden vor dem Naziregime, setzte sich für Kriegsgefangene, Heimatlose, Internierte und Ausgebombte ein. 

Albert Einstein, ‘Time Magazine’, 1940: "Nur die katholische Kirche protestierte gegen den Angriff Hitlers auf die Freiheit. Bis dahin war ich nicht an der Kirche interessiert, doch heute empfinde ich große Bewunderung für die Kirche, die als einzige den Mut hatte, für geistige Wahrheit und sittliche Freiheit zu kämpfen."

Die New York Times schrieb zu der päpstlichen Weihnachtsansprache im Jahr 1941:Die Stimme von Pius XII. ist eine einsame Stimme im Schweigen und in der Dunkelheit Europas. Er ist so ziemlich der einzige Regierende auf dem europäischen Kontinent, der es überhaupt wagt, seine Stimme zu erheben [...] und sich dem Hitlerismus in die Quere zu stellen.“

Ähnlich kommentierte die New York Times im Jahr 1942: „In dieser Weihnacht ist der Papst mehr denn je die einsame aufbegehrende Stimme im Schweigen eines Kontinents.“

Harold Tittmann, US-Diplomat, der eigentlich im Auftrag von Präsident Roosevelt den Papst zu einer Stellungnahme gegen die Nazis bewegen sollte“, notierte „in seinem Tagebuch: „Ganz persönlich kann ich nicht anders als mir einzugestehen, dass der Heilige Vater den besseren Weg gewählt hat, als er sich entschied, nicht offen zu sprechen und dadurch viele Leben zu retten.“

Oberrabbiner Isaak Herzog, 1944: „Das Volk Israel wird nie vergessen, was Seine Heiligkeit für unsere unglücklichen Brüder und Schwestern in dieser höchst tragischen Stunde tut. Das ist ein lebendiges Zeugnis der göttlichen Vorsehung in dieser Welt.“

Golda Meir, Außenministerin und spätere Premierministerin Israels, 1958: „Es hätte noch viel mehr Opfer gegeben ohne die wirksamen Interventionen Pius XII.“

Leonhard Bernstein, zu Beginn eines Konzerts mit den New Yorkers Philharmonikern, 1958: „Ich bitte um eine Minute des Schweigens zum Tode eines wahrhaft großen Mannes, Papst Pius XII.“

Elio Toaff, Oberrabbiner in Rom zwischen 1951 und 2001:Wir hatten die Gelegenheit, die große, mitfühlende Güte und Großherzigkeit Papst Pius' XII. zu erleben, während der unglücklichen Jahre der Verfolgung und des Terrors, als es schien, dass es für uns kein Entkommen mehr gab.“

Pinchas Lapide, Theologe und Diplomat, Israelischer Konsul in Mailand, kam nach ausführlichen Recherchen zum Ergebnis: „Die katholische Kirche ermöglichte unter dem Pontifikat Pius' XII. die Rettung von 700.000, wahrscheinlich sogar 860.000 Juden vor dem gewissen Tod durch die Hände der Nationalsozialisten. Und dies unter Lebensgefahr für die Helfer selbst!“

Von 1940 bis 1946 wurden auf Anordnung Papst`Pius XII. vom neugeschaffenen Nachrichtenbüro (Ufficio Informazioni) 1.240.728 Suchaufrufe in über 12.000 Übertragungsstunden ausgestrahlt: Kriegsgefangene, Internierte, Flüchtlinge, Heimatlose und Ausgebombte.Quelle:  Zitate entnommen der Website Arbeitskreis Katholischer Glaube.com; vgl. auch Ulrich Nersinger, Der unbekannte Vatikan, Media Maria Verlag 2014.

Die Vatikanzeitung L`Osservatore Romano berichtet am 10.03.2017 von wiederentdeckten wichtigen Dokumenten im Rahmen eines Symposions "Pius XII. - Die Schwarze Legende geht bald zu Ende." Historiker und Vatikanmitarbeiter hatten in vatikanischen und römischen Archiven Dokumente gefunden, die eindeutig belegen, dass der vielgeschmähte Papst Pius XII. sehr wohl mehreren Tausend Juden während der Jahre 1943/44 systematisch Schutz geboten habe. 

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2 Gilbert Keith Chesterton. Englischer Schriftsteller und Journalist (29.05.1874 bis 14.06.1936). Bewunderer des Mittelalters; er beklagte, dass die 'Neuzeit' das Mittelalter zu negativ darstelle.  Der Vielschreiber (über hundert Bücher) ist den meisten bekannt als Autor der Geschichten von Pater Brown. Mit zwölf Jahren ein Heide, mit sechzehn ein Agnostiker, mit achtundvierzig Übertritt zum Katholizismus. Seine Handreichung für die Ungläubigen "Orthdoxie" spricht von dieser Entwicklung. Im Jahre 2000 ist die deutsche Übersetzung des Buchs von Hans Magnus Enzensberger herausgegeben und von Martin Mosebach mit einer Einführung versehen worden. Auf der Rückseite des Einbands heißt es: Er verteidigt darin die Tradition, das Wunder, die Phantasie und das Dogma. Er beruft sich (...) auf die Vernunft und die Demokratie.

Papst Pius IX. ehrte den Apologeten der Katholischen Kirche und der Rechtgläubigkeit nicht von ungefähr posthum mit den Titel FIDEI DEFENSOR - Verteidiger des Glaubens.

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3 Die Auslegung der Bibel, der Heiligen Schrift ist bestimmt von der Lehre des vierfachen Schriftsinns, im Gegensatz zum wortwörtlichen eindimensionalen Verständnis der Texte im Biblizismus. Auch bekannt als Literalsinn, buchstäblicher Sinn oder historischer Sinn. Ein im Spätmittelalter populärer Vierzeiler kennzeichnet es recht anschaulich:

 

  • Littera gesta docet: Der Buchstabe lehrt, was geschehen ist.

  • Quod credas (docet) allegoria: Die Allegorie lehrt, was zu glauben ist.

  • Moralis quid agas: Der moralische Sinn sagt, was zu tun ist.

  • Quo tendas anagogia: Der anagogische, emporführende Sinn handelt vom Ziel des Glaubens.

 

Der allegorische (anders/verschleiert) Begriff wird gerne auch mit dem typologischen Sinn (urbildlich, vor-bildlich) in Verbindung gebracht und meint den Zusammenhang zwischen Altem und Neuen Testament. Bsp.: „So sollte sich das Schriftwort erfüllen“ im Passionsbericht des Johannes: Indem die Soldaten bei Jesu Kreuzigung sein nahtloses Untergewand unter sich verlosen (Joh 19,24), geht der Vers 19 des 22. Psalms in Erfüllung: „Sie verteilen unter sich meine Kleider und werfen das Los um mein Gewand.“

Als Vorläufer des vierfachen Schriftsinns gilt die von Origenes, dem großen Lehrer und Theologen (185 - 254), aufgestellte Lehre vom dreifachen Sinn unter Berücksichtigung der von ihm begründeten allegorischen Auslegungsmethode der Heiligen Schrift. Entsprechend der Aufteilung des Menschen in Körper: buchstäblicher Sinn; Seele: moralischer Sinn und Geist: mystisch-allegorischer Sinn. 

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4  Dogma Unfehlbarkeit des  Papstes. Verkündet von Papst Pius IX. am 18. Juli 1870.

„Zur Ehre Gottes, unseres Heilandes, zur Erhöhung der katholischen Religion, zum Heil der christlichen Völker lehren und erklären wir endgültig als von Gott geoffenbarten Glaubenssatz, in treuem Anschluss an die vom Anfang des christlichen Glaubens her erhaltene Überlieferung, unter Zustimmung des heiligen Konzils: Wenn der Römische Papst in höchster Lehrgewalt (ex cathedra) spricht, das heißt: wenn er seines Amtes als Hirt und Lehrer aller Christen waltend in höchster apostolischer Amtsgewalt endgültig entscheidet, eine Lehre über Glauben oder Sitten sei von der ganzen Kirche festzuhalten, so besitzt er aufgrund des göttlichen Beistandes, der ihm im heiligen Petrus verheißen ist, jene Unfehlbarkeit, mit der der göttliche Erlöser seine Kirche bei endgültigen Entscheidungen in Glaubens- und Sittenlehren ausgerüstet haben wollte. Diese endgültigen Entscheidungen des Römischen Papstes sind daher aus sich und nicht aufgrund der Zustimmung der Kirche unabänderlich. Wenn sich jemand — was Gott verhüte — herausnehmen sollte, dieser unserer endgültigen Entscheidung zu widersprechen, so sei er ausgeschlossen.“

 

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 5 Anekdote aus dem Leben Konrad Adenauers, des ersten Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland. Jahre nach seinem Besuch bei Papst Pius XII. in 1951 erzählte Adenauer Nahum Goldmann, Präsident des Jüdischen Weltkongresses, man habe ihn in Bonn gebeten, nicht vor dem Papst zu knien, da er ja als Bundeskanzler käme. Doch "als sich die Flügeltüren öffneten und der Heilige Vater in seiner ganzen Glorie vor mir stand, lag ich auf den Knien, bevor ich überhaupt wusste, wo ich war." Thomas Mann, dem großen Dichter, erging es in seiner Privataudienz bei Pius XII. offenbar kaum anders, wie er an seinen Verleger S. Fischer schrieb: "(...) und man beugt noch einmal die Knie, was mir sehr leicht und natürlich vonstattenging." Quelle: Dorothea und Wolfgang Koch, Konrad Adenauer - Der Katholik und sein Europa; Fe-Medienverlag, Kißlegg, 2. Auflage 2015.

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6 Papst Silvester, Petersdom  

Der hl. Papst Silvester I. (gewählt Anno Domini 314) war derjenige Papst, der für den Bau der ersten Peterskirche sorgte und zwar über dem Grab des Apostels Petrus beim Vatikanischen Hügel.  Als Financier gilt Kaiser Konstantin der Große. Silvester starb am 31. Dezember 335, bestattet in der Priscilla-Katakombe. Er ist auch der erste heilige Papst, der nicht als Märtyrer starb. Kaiser Konstantin hatte 313 nach Christus mit dem Mailänder Edikt das Christentum offiziell anerkannt. Papst Silvester weihte auch die römischen Basiliken St. Johann im Lateran und St. Paul vor den Mauern ein. Zum Konzil von Nizäa 325 entsandte er zwei Presbyter. Auf diesem Konzil wurden die Lehren des Arius verurteilt, der Jesus Christus nicht wesensgleich mit Gottvater sah, also letztlich die Trinität, die Dreifaltigkeit in Abrede stelle.

 

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7 JUNGFRÄULICHKEIT MARIENS
Bischof Proklos von Konstantinopel (um 390-446) am 1. Januar in seiner Predigt zum Evangelium des Apostels Paulus (Gal 4,4): „Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau

Die Natur erbebe vor Freude, und das ganze Menschengeschlecht jauchze, denn auch die Frauen sehen sich geehrt. Die Menschheit tanze im Reigen [...]: „wo jedoch die Sünde mächtig wurde, da ist die Gnade übergroß geworden“ (Röm 5,20). Jetzt hat uns die heilige Gottesmutter vereint, die Jungfrau Maria, reinstes Gefäß der Jungfräulichkeit, himmlischer Garten des zweiten Adam, Ort, an dem die Naturen sich verbinden, Ort, an dem sich unser Geschick zum Guten wendete, hochzeitliches Gemach, in der sich Christus unserem Fleisch vermählte. Sie ist der geistige Dornbusch, den das Feuer der Geburt eines Gottes nicht verbrannt hat, die leichte Wolke, die den trug, der auf den Cherubim thront, das reine Vlies, auf das sich der himmlische Tau senkte [...] Maria, Magd und Mutter, Jungfrau, Himmel, einzige Brücke zwischen Gott und den Menschen, Webstuhl der Inkarnation, auf welchem das Gewand der Verbindung der Naturen wunderbar gewebt wurde, mit dem hl. Geist als Weber.

Gott hat es in seiner Güte nicht verschmäht, aus einer Frau geboren zu werden, auch wenn der, der aus ihr hervorkam, selbst das Leben war.
Wenn aber die Mutter nicht Jungfrau geblieben wäre, hätte diese Geburt nichts Erstaunliches an sich. Es wäre ganz einfach ein Mensch geboren worden. Da sie aber selbst nach der Geburt Jungfrau geblieben ist, wie hätte es sich da nicht um Gott und um ein unaussprechliches Geheimnis handeln können? Ohne Makel wurde er geboren, auf unsagbare Weise, er, für den später verschlossene Türen kein Hindernis waren, und vor dem, im Blick auf die Verbindung seiner beiden Naturen, Thomas ausrief: „Mein Herr und mein Gott!“ (Joh 20,28).

Er, der seinem Wesen nach unfähig ist zu leiden, hat aus Liebe zu uns so viele Leiden auf sich genommen. Christus hat keineswegs nach und nach göttliche Natur angenommen. Da er nun einmal Gott war, hat seine Barmherzigkeit, wie der Glaube uns lehrt, ihn dazu gebracht, Mensch zu werden. Wir verkündigen nicht einen Menschen, der Gott geworden ist, sondern wir verkündigen einen Gott, der Fleisch angenommen hat. Er hat sich seine Magd zur Mutter gegeben, er, der seinem Wesen nach keine Mutter kennt und der ohne Vater in der Zeit Fleisch angenommen hat.

Quelle: http://evangeliumtagfuertag.org/M/DE/

 

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8  Galileo Galilei zeitlebens tiefgläubiger Katholik

Er sagte: "Die Bibel zeigt den Weg in den Himmel, nicht den Weg, den die Himmel beschreiten... Ich danke Gott unendlich, der mich zum ersten Beobachter wunderbarer Dinge gemacht hat...ich fühle mich nicht verpflichtet zu glauben, dass der gleiche Gott, der uns mit den Sinnen, der Vernunft und dem Intellekt ausgestattet hat, beabsichtigte, dass wir auf deren Verwendung verzichten."  Quelle: Church POP/CNA Deutsch, Denver 15. März 2017.