GET YOUR KICKS ON ROUTE 66

Historische Straße in Missouri. 2005 auf dem Weg von St. Louis nach Lebanon.

Einführung

Wie der Jakobuspilger den Jakobsweg kann auch nur derjenige die Route 66 richtig begreifen, der sie - nomen est omen - selbst erfahren, selbst erlebt und selbst erspürt hat. Zig Tausende vor mir, zig Tausende nach mir. Ein Mythos.

Nicht umsonst zieht es immer wieder auch TV-Redakteure und Journalisten hin zur Straße der Sehnsucht. Ihre Dokumentationen waren zuletzt zu sehen auf arte in 2010; mit Wiederholungen auf Phoenix im April 2013.

Route 66 - The Mother Road

Cuba, Missouri. Wagon Wheel Motel.

 

Im Jahre 2005 erfüllte ich mir den ersten meiner Lebensträume in Sachen Fernreisen. Die Route 66. Zusammen mit meinem Sohn Gero aus Budapest.

Der zweite folgte ein Jahr später mit meiner Elke mit dem Camino de Santiago, dem Jakobsweg.

 

Der dritte sollte die Traumstraße der Welt sein, die Panamericana von Alaska bis Feuerland. Für mich reichte es nur für das Teilstück von Dawson Creek in British Columbia/Kanada entlang der Westküste der Vereinigten Staaten bis nach San Diego.

 

Den vierten Lebenstraum zu realisieren, dürfte um ein vielfaches schwieriger sein: den Appalachian Trail in den USA. Er soll mit etwa 3.500 km einer der längsten Fernwanderwege der Welt sein. Von Springer Mountain in Georgia bis zum Mount Katahdin in Main. Träume!

 

Den letzten Kick gab mir Kultautor Holger Hoetzel. Sein Roadmovie aus den Neunzigern des vergangenen Jahrhunderts war es. Sein Verweis auf Tom Synder, Founder und President der US Route 66 Association. Sein nostalgischer Blick zurück auf den 1946 publizierten Road Guide von Jack Rittenhouse. Und letztlich seine aufgelegte Route 66-Musik ließ mich nicht mehr los. Eine Harley-Davidson stand uns nicht zur Verfügung. Ein amerikanischer Schlitten tat`s auch.

Straße der Sehnsucht

Einmal im Leben auf der Straße der Sehnsucht fahren, von Chicago nach LA, California. Am Besten mit einem Cabriolet. Die Amerikaner nennen es Convertible Car.

Oder noch besser: auf einem Motorrad, auf einer Harley Davidson. 

 

Auf Tom Snyder`s Main Street of America. Den Mythos, der sich in den 30er und 40er Jahren herausgebildet hatte, ja, diesen Mythos, der sich bis heute erhalten hat, den wollte auch ich spüren.

Schnurgerade Straßen, endlose Weiten, unwirtliches Land, verwitterte Neonschilder, Truck-Stops, Gespräche mit Einheimischen an der berühmtesten Straße der Welt.

John Steinbeck`s Mother Road

Auf John Steinbeck`s Mother Road. Go west. Wie Okie Tom Joad alias Henry Fonda in John Fords eindrucksvoll in Szene gesetzten Films Früchte des Zorns (Grapes of Wrath). Ein bemerkenswerter Streifen. Zwei der Drehorte aus den 1940zigern werden wir später sehen. (...)

 

Steinbeck erzählte 1939 die Geschichte des Landarbeiters Tom Joad, der, aus dem Gefängnis entlassen, feststellen muss, dass viele der Nachbarn fortgezogen sind ins gelobte Land, nach Kalifornien. Seine Eltern wollen folgen. Staubstürme, Missernten und neue Agrartechniken hatten Tausenden von Landarbeitern und Farmpächtern den Garaus, den Ruin gebracht. Gnadenlos nutzten Großgrundbesitzer und Banken diese Misere aus, vertrieben rigoros die Landarbeiter; Steinbeck nannte es verbrecherisch. Das Echo war groß. Vielfach wurde der Autor als Volksverhetzer und Klassenkämpfer beschimpft, aber auch als Anwalt der Unterdrückten und Ausgebeuteten gefeiert. Steinbeck erhielt 1940 den Pulitzer-Preis.  (...)

The Highway That`s The Best

Abseits der Interstate Highways.

Gero und Peter Schulze fahren die Straße der Sehnsucht. Die Main Street der USA.  Sie spiegelt in einzigartiger Weise den Mythos vergangener Jahrzehnte wider.

 

Für die von der Great Depression (Große Depression) der 1930er Jahre betroffenen Landarbeiterfamilien, die ihr Heil in Kalifornien suchten, eine Reise voller Strapazen. Wie häufig blieben ihre motorschwachen, klapprigen Autos an den Steigungen stecken. Mit dem Rückwärtsgang schafften sie es. Für uns eine Reise der Nostalgie.

H. Sperl`s Beschreibung der Highway 66

"U.S. Route 66 was christened in 1926. It started at Grant Park in Chicago, reached across more than 2,400 miles, three time zones and eight states - Illinois, Missouri, Kansas, Oklahoma, Texas, New Mexico, Arizona and California - before it dead-ended at Santa Monica Boulevard and Ocean Avenue in LA. It was the country`s  first two-lane road linking the shores of Lake Michigan and the Pacific Ocean. It was Bobby Troup`s „Get Your Kicks On Route 66“, a song that became a state of mind. Because it went through the center of so many towns, it became the „Main Street of America.“ John Steinbeck called it „The Mother Road.“     

 

Impressionen

Get Your Kicks On Route 66.

 

Aus meiner Broschüre.

"10. April 2005 - Chicago: Ungläubig reibe ich mir die Augen. Wo bin ich eigentlich? In Chicago, im Hard Rock Hotel Downtown. Gero nebenan. (...)

Laut hatte er gelacht irgendwann in 2004 am Telefon, als ich ihm von meinen Plänen berichtete, gemeinsam mit ihm auf der Straße der Sehnsucht, auf der Route 66 zu fahren; er wollte es mir nicht glauben.

Und nun geht`s erst mal zu Chico Banks in die B.L.U.E.S.-Bar; nur einige Blocks entfernt. Leider ist dieser großartige Bluessänger schon verstorben." 

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